Archiv der Kategorie: Cinema Paradiso

Beflügelt.

Im vergangenen Kalenderjahr habe ich dank Geschäftsreisen und einmal Urlaub insgesamt knapp 45.000 Flugkilometer hinter mich gebracht, also quasi gut rund einmal um die Erde inklusive ein-, zweimal den Weg nicht gefunden.

Das ist natürlich schon einiges, aber im Vergleich zu vielen regelmäßig Geschäftsreisenden dann doch wieder auch nicht. Aber es reicht dann doch, dass das Reisen in Flugzeugen für mich mittlerweile ein wenig den Glamour und den Sexappeal verloren hat, den das Fliegen früher natürlich auch auf mich mal ausgestrahlt hat. Es ist zwar noch nicht auf den Stand von Busfahren abgerutscht, aber so ungefähr auf dem Level von Zugreisen…

Während die innereuropäischen Flüge zumeist mit den diversen Lowcost-Carriern ex Colonia (oder Düsseldoof) unternommen wurden, habe ich für die Flüge nach USA eigentlich immer United Airlines genutzt, dank guter Kontakte zu den dortigen, netten Sales-Leuten.

Aber natürlich haben wir auch gute Kontakte zu anderen Airlines und so kam es, dass wir vorletzte Woche im Düsseldorfer Cinestar bei einer VIP-Premiere des neuen George Clooney-Vehikels „Up in the air“ waren, auf Einladung von American Airlines.

Schließlich war American einer der Sponsoren dieses Films (und auch der Premieren-Reihe), gemeinsam im Übrigen mit der Autovermietung Hertz und der Hotelkette Hilton, die (gemeinsam mit dem Popcorntüten-Sponsor Blackberry und Paramount) vor Beginn des Films vorgestellt wurden – und dann lustigerweise nochmal rund zehn Minuten später innerhalb des Films in unmittelbarer Folge hintereinander geschnitten wurde: Erst eine Einstellung mit rangierenden AA-Flugzeugen, Schnitt, Shot auf ein Hilton-Hotelgebäude, Schnitt, Clooney läuft vor einem riesigen Hertz-Schild entlang.

Sehr kurios, wenn man kurz vorher erst genau die Liste an Sponsoren gehört hat – aber immerhin war es auch nicht so penetrant (auch im Rest des Films nicht wirklich), als dass es den Filmgenuss nachhaltig getrübt hätte.

Und der Genuss dieses Films war wirklich groß auf meiner Seite.

Ich muss dabei zugeben, dass ich für die lakonisch-satirische Art, in der Jason Reitman seine Filme inszeniert, sehr anfällig bin. „Thank you for smoking“ hat mir damals schon ziemlich gut gefallen, „Juno“ hat mich dann sogar schwer begeistert.

Relativ nahtlos daran anknüpfen konnte dann auch der dritte Reitman, zumal mir auch das Thema sehr naheliegt: Clooney spielt Ryan Bingham, einen Mann, der an rund 320 Tagen im Jahr auf Geschäftsreisen quer durch die USA unterwegs ist, dadurch kaum Bindungen zu anderen Menschen pflegt und sein Leben hauptsächlich in Hotelzimmern, Flugzeugen oder bei seinem Job (anderen Menschen die Nachricht überbringen, dass sie gefeuert sind) verbringt.

Natürlich bin ich da mit meinen rund 40-60 Tagen, die ich im Jahr geschäftlich unterwegs bin, doch ein ganz schönes Stück entfernt, aber nichtsdestotrotz kamen mir doch viele Einstellungen und Momente „erschreckend“ bekannt vor. Besonderes Highlight war dementsprechend natürlich auch die Einweisung des Newbies Natalie durch Reiseprofi Ryan in die Geheimnisse des Flugreisen – pure Comedy Gold, vor allem wenn man eben selbst mehrfach im Jahr diese Prozeduren durchläuft.

Auch insgesamt bewegt sich der Film irgendwo zwischen bissiger, schwarzhumoriger Satire (Ryan-Natalie) und lakonischer „Love“story (Ryan-Alex) und macht dabei sehr, sehr vieles richtig, wie ich finde.

Dazu kommen viele tolle Luftaufnahmen, zahlreiche sehr stimmungsvolle kleine und große Szenen, witzige, teils Screwball-würdige Dialoge, ein sehr ansprechender Soundtrack, ein für mich sehr schönes Ende – und einfach insgesamt ein Film, in dem ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Sorry für die oberflächliche Kurzfassung, aber ich muss weiterreisen.

Meine Wertung: 8-9 von 10 Gabeln

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Des Wahnsinns fette Beute – Hirngabels Kinojahr 2008.

Wie schon im vergangenen Jahr, gibt es auch in diesem Jahr wieder einen verspäteten Rückblick auf das zurückliegende Kino-/Filmjahr – zumindest wenn man mal diese Unsitte als Maßstab nimmt, dass Jahresrückblicke egal von wem, egal in welchem Medium und egal zu welchem Thema zwanghaft vor dem Jahreswechsel vorgenommen werden müssen.

Etwas was ich eigentlich für ziemlichen Nonsens halte – denn schließlich kann man ein Jahr eigentlich erst nach seinem Abschluss wirklich beurteilen. But anyway.

Jedenfalls findet in der schnuckeligen, kleinen kino.de-Community die alljährliche Filmwahl zum kino.ED regelmäßig erst deutlich nach dem Jahreswechsel statt. So hat man dann eben auch ausreichend Zeit auch noch Filme, die im Dezember starteten nachzuholen und entsprechend würdigen zu können.

Und da ich gestern dort meine Filmjahresbilanz veröffentlicht habe, möchte ich meinen Lesern, die nicht zu dieser Community gehören, diesen Eintrag nicht vorenthalten. Ausserdem gabs ja auch lange genug keinen Content mehr hier.

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Winterkinder.

Die wenigen älteren meiner Leser werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich vor ziemlich genau einem Jahr einen Bericht über eine Ski/Wintersport-„Doku“ hier gepostet habe, nämlich den Film „Waren Miller’s Playground“. 

Und auch in diesem Jahr, genauer gesagt am vergangenen Mittwoch, weilte ich wieder im Kölner Globetrotter-Geschäft, wo der neue Warren Miller-Film gezeigt wurde. Die aktuelle Edition trägt den Titel Children of Winter und ist der mittlerweile 59. Film, der unter der Flagge „Warren Miller“ die Wintersportsaison auch cineastisch einläuten soll.

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Diese Warren Miller-Filme sind im Prinzip immer nach dem selben Muster gestrickt und bestehen aus rund fünfzehn kleinerer „Episoden“, die teilweise locker miteinander verbunden sind, und beinahe alle eine Facette des Wintersports behandeln. Sie kommen auch nie regulär ins Kino, sondern werden nur im Rahmen einer „Tour“ in zahlreichen Städten gezeigt, bevor sie dann im darauf folgenden Jahr als DVD veröffentlicht werden. Und da auch in diesem Jahr einer unserer Kunden (Colorado bzw. Colorado Ski Country) als Sponsor dieser Tour auftritt, gab es für mich erneut die Möglichkeit einer Vorführung als Gast beizuwohnen [daher auch quasi ein Disclosure an dieser Stelle].

Und da alles so wie immer ist, kann ich im Grunde auch meine Kritik aus dem letzten Jahr übernehmen. Denn es sind die gleichen Stärken und auch die gleichen Schwächen, die Children of Winter im Vergleich zur letztjährigen Edition hat.

„Alles in allem also ein kurzweiliges Spektakel mit fantastischen Bildern, einem tollen Soundtrack und einigen amüsanten Momenten, das gerade für Anhänger des Wintersports ein Must See sein dürfte. „

Nun bin ich ja kein wirklicher Wintersportler, aber die Bilder sind nun mal ein Genuß. Wenn die Jungs und Mädels auf Snowboards oder Skiern vor Traumkulissen meterhoch durch die Lüfte wirbeln oder schroffe Hänge mit 50% Gefälle hinunterbrettern, dann ist das schon mehr als beeindruckend. Diese atemberaubenden Bilder verschmelzen dann meist prima mit dem Soundtrack, der glatt auch meine iTunes-Playlist sein könnte: Weezer, Radiohead, Beck, Coldplay, Cream, The Kooks, Sigur Ros, The Mars Volta und vieles gutes mehr…

Für Kurzweil sorgt dabei, die meist humorvolle und oft selbstironische Inszenierung der einzelnen Episoden und natürlich die Verschiedenheit der erzählten Geschichtchen. Zwar geht es immer wieder um den Spaß im Schnee und die Freestyler, wie auch die Tiefschneefahrer sind klar überrepräsentiert, aber es sind doch immer wieder interessante Facetten, die hier ausgegraben werden. Das fängt an bei den Musikern von Yukon Kornelius (einem Charity-Musikprojekt mit Musikern von diversen Bands wie den Barenaked Ladies und der Dave Matthews Band unterstützt von Jason Biggs), die neben der Musik auch ihre Liebe zum Wintersport in Vermont verbindet. Oder den aus Norwegen importiert Wettbewerb „Skijöring„, der regelmäßig in Leadville/Colorado stattfindet und der eher zu den brutaleren Varianten im Schnee gehört (im Wilden Westen natürlich stilecht mit Pferd aber ohne Helm durchgeführt). Zudem werden in den WM-Filmen auch immer wieder gerne Personen portraitiert, die ein gewisses Maß an Berühmtheit erlangt haben, wie z.B. Ex-Skiweltmeister Daron Rahlves bei seinem Trip nach Österreich oder die Surflegende Gerry Lopez, den es mittlerweile mehr auf die Snowboard-Pisten von Oregon zieht denn an die Küsten von Hawaii. Besonders interessant dann auch die letzte Episode über drei amerikanische Jungs, die nach Island reisen, um dort die Insel mit dem Segelboot zu umrunden und von diesem Boot aus immer wieder sonst unerreichbare Skihänge erkunden und austesten. Diese Episode hätte sicherlich das Potential gehabt, um einen längeren Dokufilm zu tragen.

Die Warren Miller-Tour wird noch bis Mitte Dezember diverse Städte in ganz Deutschland besuchen, wer sich also dafür interessiert, kann sich unter www.skitheworld.de die aktuellen Daten anschauen und auch Tickets reservieren. Vorreservierung kann ich auf jeden Fall dringend empfehlen, denn obwohl die Tickets für meinen Geschmack mit etwa 10-14€ recht teuer sind (gut, es gibt immerhin jeweils eine Verlosung), so sind die Veranstaltungen doch auch nahezu immer ausverkauft und heiss begehrt.

Zum Appetitanregen natürlich auch dieses Mal gerne wieder den Trailer anschauen:

Die längere, lässige Variante zu „White Room“ von Cream.

 

Und hier die etwas rasantere und kürzere Fassung zu „Ricky“ von Division Day.

 

Meine Wertung: 8 von 10 Schneegabeln

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Kurz Aufgepickt: Der Love-Guru.

 Und weiter geht es mit der Kino-Offensive.

Der Love-Guru
Penis-Komödie, USA 2008

Es scheint mir fast so, als ob eine direkte Korellation zwischen der Zahl der Filme, die ich sehe und meinem persönlichen Wertungsempfinden bestehen würde. Zumindest kann ich mir kaum vorstellen, dass ich einen Film wie Der Love Guru vor ein paar Jahren, als ich noch ungefähr wöchentlich und nicht nur zweimonatlich ins Kino gegangen bin, so protestlos hingenommen hätte. Anyway. 
„Der Love Guru“ ist nämlich mehr oder weniger ein albernes Maskierungs- und Peniswitzspektakel, das ein wenig so wirkt als hätte man die Stärken der Austin Powers-Filme abgeschöpft und den Rest in einen Mixer mit ein paar Bollywood-Klischees gesteckt, woraus dann eben jene Mike Myers-Produktion entstanden ist.
Gerüchteweise soll es wohl so gewesen sein, dass Myers eigentlich einen anderen Film drehen wollte, der aber vom Studio abgelehnt wurde, so dass er stattdessen den Love-Guru machte, um seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Ob das stimmt, keine Ahnung, aber es  würde zumindest ein bisschen die weitestgehende Uninspiriertheit erklären.
Dennoch muss ich dem Film auch einige gute Momente zugestehen, wie z.B. fast alles was mit Jaques „Le Coq“ Grande (klasse: Justin Timberlake) zu tun hatte, ebenso wie die Sequenzen mit den beiden Sportkommentatoren (und in diesem Zusammenhang auch die Animationen der Vereinswappen). 

Und auch insgesamt habe ich mich erstaunlich wenig unwohl gefühlt, was vielleicht mit meiner weitestgehenden Abstinenz aus den hiesigen Kinosälen zu tun haben könnte, und ich mich so einfach freute, mal wieder die popcornundnachosmitkäsesoßegeschwängerte Luft eines Lichtspieltheaters atmen zu können. Anyway.

Erwähnenswert sind sicherlich neben Timberlake noch ein paar weitere Auftritte im Film: die besabbernswerte Jessica Alba, die hier wieder einmal das Eyecandy geben darf; Daily Show-Reporter John Oliver als etwas überdrehter Manager mit dem überaus kreativen Namen Dick Pants (Kollegin Samantha Bee hatte zudem einen Miniauftritt); der exzellente Host des exzellenten Colbert Reports Stephen Colbert als durchgeknallter Sportreporter Jay Kell; Jim Gaffigan, der einigen vielleicht aus der hier schon besprochenen schönen Serie My Boys bekannt ist, als seriöserer Co-Kommentator; und Omid Djalili als einer der diversen Gurus – Djilali sollte man mal in seiner nach ihm benannten Sketch-Show gesehen haben, die zuletzt am späten Sonntagabend im WDR lief. Über Kingsley lege ich mal den Mantel des Schweigens.

Mit sehr viel Wohlwollen und Altersmilde, sowie in Anbetracht der vielen Gastauftritte bin ich daher mal nicht ganz so streng.

Meine Wertung: 4 von 10 Penis-Gabeln

PS: Zumindest die zwei Teenager-Mädels in der Reihe hinter uns, die vermutlich wegen JT gekommen waren, hatten einen Heidenspaß bei den vielen pubertären Witzchen und Penisanspielungen.

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Kurz aufgepickt: Wall-E.

Da ich meine eher Medien-interessierte Leserschaft hier nicht komplett vergrätzen möchte, wird es mal wieder Zeit,  ein wenig Leinwand-Content zu bringen. Denn es gibt ein bisschen was aufzuarbeiten in Sachen Kinofilme, nachdem ich zuletzt mal wieder etwas häufiger Kinosäle von innen gesehen habe. Die Ausbeute des vergangenen Freitags folgt dann morgen.

Wall-E
Animation, USA 2008

Filme von Pixar sind eigentlich immer eine sichere Bank. Nein, man streiche das „eigentlich“ – denn sie sind immer eine sichere Bank. Bislang gab es noch keinen einzigen Film aus der Animationsschmiede* von Pixar, der mir nicht zumindest gefallen hat. Selbst der für mich eher enttäuschende Ratatouille war letztlich immer noch ansprechende Unterhaltung und hatte einige Highlights zu bieten.
Wall-E ist, nach den Autos aus dem (wirklich fantastischen und vielfach unterschätzten) Cars, nun der zweite Feature Film von Pixar, der etwas nicht organisches Maschinelles quasi zum Leben erweckt (die menschlichen und tierischen Spielzeuge aus Toy Story mal aussen vor gelassen).
Die Geschichte ist (im Grunde auch wie üblich) schnell zusammengefasst: Die Erde wurde von den Menschen so verdreckt, dass sie auf ein gigantisches Raumschiff geflüchtet sind, um dort zu überleben, während auf der Erde die Roboter-Flotte der Buy N Large-Company wieder für Ordnung und Sauberkeit sorgen sollen. Nach mehreren hundert Jahren ist lediglich ein kleiner Aufräumroboter namens Wall-E noch aktiv, der mittlerweile beinahe menschliche Züge entwickelt hat und sich sogar mit einer kleinen Küchenschabe angefreundet hat. Eines Tages trifft er dann auf einen Sondierungsroboter namens EVE, der die Erde nach organischem Material absuchen soll – und (natürlich) verliebt er sich in sie.

Die insgesamt etwas eindimensionale Story, die zudem auch in Sachen Logik einige kleinere und größere Löcher aufweist bzw. Fragen beim Zuschauer hinterlässt, ist dabei ein kleiner Wermutstropfen, wenn man den Film über den Kopf angehen würde. Erfreulicherweise schleicht sich der Film aber, wie so viele Pixar-Werke vorher wieder einmal über Zwerchfell und die Niedlichkeitssynapsen in die Genußzonen des Zuschauers. Denn mit dem Roboter Wall-E, der in seiner Optik mehr als deutlich an seinen Realfilmkollegen Nummer 5 erinnert, ist den Machern wieder mal ein wirklichr Sympathieträger gelungen, der trotz des mechanischen Äußeren einen hohen Niedlichkeitsfaktor besitzt und man dem Streben des kleinen Blechhaufens nach seiner ersten Liebe gerne beiwohnt. Auch humoristisch lässt Wall-E wenig zu wünschen übrig und weist eine weitaus höhere Gag-Dichte auf als noch bei Ratatouille, so dass sich selten Langeweile einstellt. Und ist es mal nicht witzig, so kann man sich wieder einmal wunderbar an den fantastischen visuellen Welten ergötzen, bei denen die Pixar-Macher natürlich auch weit mehr Möglichkeiten hatten als noch beim Vorgängerfilm.
Besonders zugesagt hat mir aber der Kontrast von futuristischem Design im Gegensatz zu den vielen Retro-Elementen. In erster Linie natürlich die Sequenz aus dem Musical Hello, Dolly, die immer wieder eingespielt wird und so etwas wie die Manifestation von Wall-E’s Vermenschlichung ist. Hinzu kommt aber auch, dass der Score von Thomas Newman immer wieder sehr klassisch daherkommt und so schon von der ersten Szene an einen angenehmen Kontrapunkt zur zugemüllten Erde und dem technisierten Raumschif setzen, aber dennoch eine perfekte audiovisuelle Kombination bilden, die extrem zum Wohlfühlfaktor des Films beitragen.

Wenn wir grade beim Stichwort „Retro“ sind, müssen wir natürlich auch noch den Vorfilm Presto erwähnen, der zwar animiert ist, aber voll und ganz in der Tradition klassischer Disney-Cartoons steht und ein 5minütiges Slapstick-Feuerwerk bietet.

Meine Wertung: 8 von 10 Gabeln

* Kann man eigentlich von Pixar reden OHNE den Begriff „Animationsschmiede“ zu verwenden? Ich nicht.

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Kurz aufgepickt: Tropic Thunder.

Tropic Thunder
USA, 2008

Lange gab es hier keine Filmkritik mehr, weder zu älteren, noch zu aktuelleren Filmen. Ganz einfach, weil es mich seit Juli in keinen Kinosaal mehr verschlagen hat, und auch nur sehr sporadisch Filme von DVD meine Abendgestaltung beinhalteten. Das hat sich heut abend aber endlich mal wieder geändert, denn dank einer Woche Urlaub gab es mal wieder Zeit und Gelegenheit für einen Kinobesuch.
Und erfreulicherweise startete an diesem Wochenende auch gleich ein Film, den ich für sehr interessant befand: die Kriegsfilmparodie Tropic Thunder von Ben Stiller.
An diesen Film hatte ich dann doch recht hohe Erwartungen, schließlich stand neben Stiller ein tolles Ensemble auch vor der Kamera: Jack Black, Robert Downey Jr., Tom Cruise, Steve Coogan, Matthew McConaughey, Nick Nolte und Danny McBride (der vielleicht mit der neuen HBO-Comedy „East Bound and Down“ etwas bekannter werden könnte). Nicht alles Garanten für einen guten Film, aber doch wirklich absolute Prominenz, die einiges versprach.

Und unter dem Strich auch absolut halten konnte. Denn Tropic Thunder ist ein wahrer Bombenhagel an kleinen und größeren Anspielungen auf das Genre des Kriegsfilms – angefangen bei Apocalypse Now über Platoon bis hin zu den Rambo-Filmen, werden hier nahezu sämtliche Klischees, die man aus diesem Genre kennt durch den Wolf gedreht. Und auch das Medienbusiness an sich bekommt mehrfach sein Fett weg durch den Ansatz, dass hier eine Filmcrew versucht, einen Film über den Vietnamkrieg zu drehen, und dabei plötzlich mit einer Gruppe militanter Drogenhändler konfrontiert wird.

Natürlich ist das storytechnisch alles nicht so wahnsinnig überzeugend, aber das ist ja bei Parodien oftmals nicht wirklich der Fall und so wirkt dann einiges doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Aber das wichtige ist, dass es lustig ist – und das ist hier absolut der Fall. Schon angefangen beim wirklich fantastischen Einstieg, über die schon angesprochenen vielen Verballhornungen bekannterer Kriegsfilmsequenzen bis hin zur köstlich überdrehten Performance von Tom Cruise – ich kam, als Kenner doch einiger Kriegsfilme, meist nicht mehr aus dem Lachen heraus.
Ein Bonuspunkt geht zudem an Robert Downey Jr.

Meine Wertung: Äusserst amüsante 8 von 10 Gabeln

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Kurz aufgepickt: Kops & Kung Fu Panda.

Kops
Komödie, Schweden 2003

Irgendwo in der schwedischen Provinz sorgt eine 6köpfige Polizeiwache für Ruhe und Ordnung in ihrer kleinen Gemeinde – ohne dabei vor wirkliche Hindernisse gestellt zu werden, ist die Kriminalitätsrate dort doch bei quasi Null. So bleibt also ausreichend Zeit, um die eine oder andere ausgebüchste Kuh einzufangen und es sich ansonsten gut gehen zu lassen oder den eigenen Tagträumen hinzugeben.

Doch eines Tages bekommt die Wache Besuch aus Stockholm von einer Mitarbeiterin des Polizeistabs, die die Dorfpolizisten über die baldige Schließung der Wache informiert. Schließlich gäbe es ja ohne Kriminalität keinen Grund hier weiterhin eine Wache zu unterhalten.

Aber da die Jungs (und die Dame) nicht wirklich auf den Kopf gefallen sind, scheint es noch einen Ausweg zu geben, um die Schließung zu vermeiden: Kriminalität muss her! Und wenn man ohnehin schon selbst nicht allzu viel zu tun hat, dann kann man ja eigentlich auch direkt selbst dafür sorgen…

Der Regisseur mit dem typisch schwedischen Namen Josef Fares sorgte 2000 zum ersten Mal für Aufsehen mit seiner hervorragenden Culture-Clash-Comedy „Jalla Jalla„. Drei Jahre später legte er dann, teilweise mit dem gleichen Team, mit dieser „Provinzbullen“-Komödie nach, die in Schweden zu einem Riesenhit wurde und auch in anderen Ländern veritable Erfolge verzeichnen konnte – und das durchaus zurecht. Zwar nimmt sich der Film auch ab und mal seine Auszeiten, aber insgesamt ist Fares Fares auch hier wieder ein unterhaltsamer Film, voll mit verschrobenen Charakteren gelungen. Durchaus empfehlenswert für einen amüsanten Abend ohne größere Ansprüche. Sehr gut gefiel mir im Übrigen auch die Art und Weise, wie das Ganze zu Ende gebracht worden ist. Mal schauen, was von der schwedischen Fares-Clique demnächst noch so kommt. Allmählich wird es mal wieder Zeit.

7 von 10 Gabeln

 

Kung Fu Panda

Komödie/Animation, USA 2008

 

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile gehören Animationsfilme ja zum alltäglichen Kinogeschäft und dass die Animationstechnik fast jedes Mal großartig aussieht ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Von daher geht es also demnach eigentlich vorwiegend um Geschichten.

Eben jene ist allerdings nicht wirklich die Stärke von Kung Fu Panda, in dem es um den eher tollpatschige Pandabären Po geht, der durch einen Zufall (es gibt keine Zufälle!) auserwählt wird, der nächste Drachenkrieger zu werden und das heimische Tal vor dem drohenden Überfall durch den bösen KungFu-Meister Tai Lung zu bewahren. Leider geizten die Drehbuchautoren an wirklichen Wendungen, so dass das Geschehen weitestgehend überraschungsarm bis zum großen Finale so vor sich hinplätschert.

Nun würde man natürlich erwarten, dass ich den Film somit hier ordentlich abstrafe und eine miese Bewertung gebe – tue ich aber nicht. Denn unter dem Strich habe ich mich nämlich so gut wie gar nicht gelangweilt, sondern mich wirklich unterhalten gefühlt. Denn während bei der Story weitestgehend gespart wurde, ist es immerhin hervorragend gelungen, den Film mit einer ordentlichen Portion Humor und Witz anzufüllen, so dass die Sequenzen zwischen den Kampfszenen sehr kurzweilig gestaltet werden.

Hinzu kommt -und jetzt führe ich mein eingangs getätigtes Statement schon ad absurdum-, dass die Optik von KFP wirklich großartig gelungen ist. Einerseits natürlich State-of-the-art-Animationstechnik, aber andererseits auch immer wieder eingestreute Szenen im klassisch-asiatisch angehauchten Zeichentrickstil, die wirklich toll eingebaut sind und dem Film so sein ganz eigenes Flair verleihen.

Ohnehin sind auch die immer wieder mal auftauchenden Referenzen an die klassischen Kung Fu-Filme (von denen ich die wenigsten kenne, aber zumindest einige vermuten kann) eine wunderbare Auflockerung, die den Film so insgesamt sehr kurzweilig werden lässt.

Im Grunde also ein Film wie ein Glückskeks: Nicht gerade nahrhaft aber durchaus mal für ein wenig Amüsement gut.

7 von 10 Gabeln

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