Winterkinder.

Die wenigen älteren meiner Leser werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich vor ziemlich genau einem Jahr einen Bericht über eine Ski/Wintersport-„Doku“ hier gepostet habe, nämlich den Film „Waren Miller’s Playground“. 

Und auch in diesem Jahr, genauer gesagt am vergangenen Mittwoch, weilte ich wieder im Kölner Globetrotter-Geschäft, wo der neue Warren Miller-Film gezeigt wurde. Die aktuelle Edition trägt den Titel Children of Winter und ist der mittlerweile 59. Film, der unter der Flagge „Warren Miller“ die Wintersportsaison auch cineastisch einläuten soll.

alta_wp_1024-768

Diese Warren Miller-Filme sind im Prinzip immer nach dem selben Muster gestrickt und bestehen aus rund fünfzehn kleinerer „Episoden“, die teilweise locker miteinander verbunden sind, und beinahe alle eine Facette des Wintersports behandeln. Sie kommen auch nie regulär ins Kino, sondern werden nur im Rahmen einer „Tour“ in zahlreichen Städten gezeigt, bevor sie dann im darauf folgenden Jahr als DVD veröffentlicht werden. Und da auch in diesem Jahr einer unserer Kunden (Colorado bzw. Colorado Ski Country) als Sponsor dieser Tour auftritt, gab es für mich erneut die Möglichkeit einer Vorführung als Gast beizuwohnen [daher auch quasi ein Disclosure an dieser Stelle].

Und da alles so wie immer ist, kann ich im Grunde auch meine Kritik aus dem letzten Jahr übernehmen. Denn es sind die gleichen Stärken und auch die gleichen Schwächen, die Children of Winter im Vergleich zur letztjährigen Edition hat.

„Alles in allem also ein kurzweiliges Spektakel mit fantastischen Bildern, einem tollen Soundtrack und einigen amüsanten Momenten, das gerade für Anhänger des Wintersports ein Must See sein dürfte. „

Nun bin ich ja kein wirklicher Wintersportler, aber die Bilder sind nun mal ein Genuß. Wenn die Jungs und Mädels auf Snowboards oder Skiern vor Traumkulissen meterhoch durch die Lüfte wirbeln oder schroffe Hänge mit 50% Gefälle hinunterbrettern, dann ist das schon mehr als beeindruckend. Diese atemberaubenden Bilder verschmelzen dann meist prima mit dem Soundtrack, der glatt auch meine iTunes-Playlist sein könnte: Weezer, Radiohead, Beck, Coldplay, Cream, The Kooks, Sigur Ros, The Mars Volta und vieles gutes mehr…

Für Kurzweil sorgt dabei, die meist humorvolle und oft selbstironische Inszenierung der einzelnen Episoden und natürlich die Verschiedenheit der erzählten Geschichtchen. Zwar geht es immer wieder um den Spaß im Schnee und die Freestyler, wie auch die Tiefschneefahrer sind klar überrepräsentiert, aber es sind doch immer wieder interessante Facetten, die hier ausgegraben werden. Das fängt an bei den Musikern von Yukon Kornelius (einem Charity-Musikprojekt mit Musikern von diversen Bands wie den Barenaked Ladies und der Dave Matthews Band unterstützt von Jason Biggs), die neben der Musik auch ihre Liebe zum Wintersport in Vermont verbindet. Oder den aus Norwegen importiert Wettbewerb „Skijöring„, der regelmäßig in Leadville/Colorado stattfindet und der eher zu den brutaleren Varianten im Schnee gehört (im Wilden Westen natürlich stilecht mit Pferd aber ohne Helm durchgeführt). Zudem werden in den WM-Filmen auch immer wieder gerne Personen portraitiert, die ein gewisses Maß an Berühmtheit erlangt haben, wie z.B. Ex-Skiweltmeister Daron Rahlves bei seinem Trip nach Österreich oder die Surflegende Gerry Lopez, den es mittlerweile mehr auf die Snowboard-Pisten von Oregon zieht denn an die Küsten von Hawaii. Besonders interessant dann auch die letzte Episode über drei amerikanische Jungs, die nach Island reisen, um dort die Insel mit dem Segelboot zu umrunden und von diesem Boot aus immer wieder sonst unerreichbare Skihänge erkunden und austesten. Diese Episode hätte sicherlich das Potential gehabt, um einen längeren Dokufilm zu tragen.

Die Warren Miller-Tour wird noch bis Mitte Dezember diverse Städte in ganz Deutschland besuchen, wer sich also dafür interessiert, kann sich unter www.skitheworld.de die aktuellen Daten anschauen und auch Tickets reservieren. Vorreservierung kann ich auf jeden Fall dringend empfehlen, denn obwohl die Tickets für meinen Geschmack mit etwa 10-14€ recht teuer sind (gut, es gibt immerhin jeweils eine Verlosung), so sind die Veranstaltungen doch auch nahezu immer ausverkauft und heiss begehrt.

Zum Appetitanregen natürlich auch dieses Mal gerne wieder den Trailer anschauen:

Die längere, lässige Variante zu „White Room“ von Cream.

 

Und hier die etwas rasantere und kürzere Fassung zu „Ricky“ von Division Day.

 

Meine Wertung: 8 von 10 Schneegabeln

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Cinema Paradiso, Work & Travel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s