Archiv der Kategorie: Work & Travel

Colorado im Juni ’10 (1)

Für die Stammleser hier im Blog ist es natürlich nichts Neues, wenn ich erwähne, dass ich im Rahmen meines Jobs regelmäßig Gruppen von Reisebüromitarbeitern oder Reiseveranstaltern in die USA begleite, um ihnen dort die Vorzüge der Destinationen zu zeigen, die ich hier in Deutschland vertrete. Dennoch will ich es zumindest immer mal wieder erwähnen, gerade auch um die entsprechenden Beiträge in den richtigen Kontext zu bringen.

Nach der eher locker ausgelegten Tour auf die Florida Keys im Mai, stand im vergangenen Juni erneut ein Trip in die USA an: Dieses Mal wieder nach Colorado und dieses Mal doch mit einem etwas arbeitsorientierteren Charakter – die Kunst ist es ja immer es so aussehen zu lassen, es sei keine Arbeit, sondern eben Urlaub…

Oder so ähnlich.

Jedenfalls ging es dieses Mal darum, 10 Agenten aus verschiedenen Reisebüros aus allen Teilen Deutschlands (mit leichtem Schwerpunkt auf Ost und Süd), die von einem renommierten Reiseveranstalter mit orangem Logo auserwählt worden waren (aus 200 Bewerbern, wie man hörte), zu begleiten und ihnen ein paar der großartigsten Ecken Colorados zu zeigen, damit sie es dann wiederum Leuten wie Euch besser verkaufen können.

Klingt schlüssig, oder?

Den ersten der Teilnehmer hatte ich schon ein paar Tage vorab besucht, da sein Büro nicht weit entfernt von unserem liegt und so traten wir die Zugfahrt nach Frankfurt gemeinsam an, wo dann nach und nach der Rest der Gruppe eintraf (mit kleineren Zwischenfällen wie einem Besuch des Flughafenzahnarts aufgrund einer kurz vorher abgebrochenen Zahnfüllung – wurde direkt und „in time“ repariert).

Der Flug ging -wie beinahe üblich- mit United Airlines von Frankfurt via Washington nach Denver, leider auch dieses Mal nicht ganz komplikationsfrei. Eigentlich lief alles sehr gut, zumal auch die Einreise mit deutlich unter einer Stunde Dauer sehr zügig von statten ging, wir saßen rechtzeitig im Anschlussflieger, der seinerseits dann auch rechtzeitig losrollte in Richtung Startbahn – nur kam dann blöderweise ein schwerer Gewitterschauer rein, der den ganzen Flugverkehr für einige Minuten komplett zum Erliegen brachte. Die Auswirkungen zogen sich dann noch drei Mal so lange hin, so dass wir letztlich bestimmt weit über eine Stunde im Flieger auf dem Rollfeld verbrachten (immerhin kam man auf die gute Idee, das Entertainmentprogramm schon mal zu starten).
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir kamen ein ganzes Stück zu spät in Denver an, wo aber glücklicherweise ohnehin nicht viel mehr auf dem Programm stand ausser ins Hotel gefahren zu werden und dort kurz mit Drinks und Snacks (lecker Pulled Pork Sandwich, mjam) empfangen zu werden.

Der erste komplette Tage stand dann ganz im Zeichen der zwei größten Städte Colorados – nur leider gibt es davon keinerlei Bilder (von mir), da sich auf dem Weg vom Hotel zum Frühstück herausstellte, dass ich Idiot den Akku meiner Digicam blöderweise nicht aufgeladen hatte und er komplett leer war.

Nach Frühstück und Hotelbesichtigung wurde der Vormittag dann im Wesentlichen mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die sehr überschaubare und für amerikanische Verhältnisse äußerst fußgängerfreundliche City von Denver verbracht und dem Besuch in einigen sehr netten, typischen Läden wie dem Tattered Cover Bookstore oder dem alteingesessenen Lädchen Rockmount Ranchwear, die u.a. Brokeback Mountain mit ihrer Westernkleidung ausgestattet haben. Nach einem leckeren Mittagessen (Bison Burger, Süßkartoffel-Pommes und Colorado Kölsch) ging es dann erstmals „richtig“ in unseren kleinen 20-Sitzer-Bus, der für die nächste Woche zu sowas wie unserem Zuhause wurde. Kein Wunder bei rund 2000km, die wir in dieser Zeit dann abfahren sollten.

Nach ein paar Schlenkern vorbei an weiteren relevanten Punkten in Denver Downtown ging es dann raus aus dem direkten Stadtbereich in die nahegelegenen Rocky Mountains, wo wir bei strahlendem Sonnenschein und klarer Luft kurz den genialen Ausblick vom Red Rocks Amphitheater genießen konnten.

Weiter ging es dann nach Colorado Springs, wo ein Besuch des US Olympic Training Centers inklusive Videopräsentation und geführter Tour auf dem Programm stand. Der Komplex ist sicherlich nicht uninteressant (zumal es auch keinen Eintritt kostet), aber doch eher nur spannend für Leute, die sich wirklich für sowas interessieren bzw. halt für Amerikaner. Etwas überspitzt formuliert: Turnhallen, Schwimmbäder und Fitnessräume kann ich mir auch in Deutschland anschauen.
Gut, mit etwas Glück kann man hier zumindest auch öfters mal Spitzensportler beim Training sehen, so war in der Woche vor unserem Besuch beispielsweise Michael Phelps dort häufiger beim Bahnenziehen zu beobachten.

Im Anschluss daran ging es zu einem meiner Lieblingsorte in ganz Colorado, dem Garden of the Gods, wo wir uns erst im Visitor Center den ganz netten Film über die Entstehungsgeschichte der bizarren Felsformationen anschauten und dann von zwei „Cowboys“ mit ihren Jeeps abgeholt wurden und zu Johnny Cash-Songs zu einer Tour durch den Park sowie ein paar der schönen Ecken von Colorado Springs aufbrachen, wie bspw. das wunderschöne Manitou Springs, Old Colorado City und Downtown Colorado Springs.

Nach lecker Lamm zum Abendessen und Übernachtung im recht zweckmäßigen Quality Inn ging es am nächsten Morgen direkt früh „on the road“, da wir zum Frühstück noch rund 90 Minuten Fahrzeit vor uns hatten – was sich dann leider auf zwei Stunden erhöhte, als wir nach einer Viertelstunde kontaktiert wurden, dass einer unserer Reiseteilnehmer seinen Koffer in der Lobby hatte stehen lassen (Reiseprofis… jaja…).

Gegen 9 Uhr kamen wir dann allerdings an unserem Ziel an, dem Royal Gorge Bridge & Park, wo uns neben frischem Kaffee und etwas Backwaren, u.a. die zweithöchste Hängebrücke der Welt erwartete.

Die Royal Gorge bei Canon City, CO

Die Royal Gorge bei Canon City, CO

Die Schlucht ist etwa 350 Meter tief

Die Schlucht ist etwa 350 Meter tief

Erstmal eine rund 324 Meter lange Angelschnur finden...

Erstmal eine rund 324 Meter lange Angelschnur finden...

Das größte Highlight des Besuchs an der Schlucht war allerdings diesmal nicht die Schlucht selbst, sondern ein kleines Folterinstrument namens „Royal Rush Skycoaster„, was im Grunde nichts anderes ist, als ein riesengroßes Pendel, in das man sich mit bis zu 2 anderen Personen einhängen lassen kann, um dann schön gemütlich in knapp 400 Metern höhe über den Rand der Schlucht hinüberzuschwingen.

Der Royal Gorge Skycoaster - kurz vor dem Auslösen

Der Royal Gorge Skycoaster - kurz vor dem Auslösen

Besonders fies ist, dass tatsächlich einer der „Passagiere“ selbst an einer Leine ziehen muss, um sich aus der oben gezeigten Position auszuklinken und dann in ordentlich rasanter Fahrt über die Kante hinauszuschießen – ein wirklich kräftiger Adrenalinkick.

Ein -mit Verlaub- wirklich geiles Gefühl

Ein -mit Verlaub- wirklich geiles Gefühl

Das Ganze ist wirklich großartig, allerdings muss man schon ordentlich Kohle berappen, da für den Park an sich (inklusive ein paar anderer Aktivitäten und Bahnen) schon rund $25 kostet und der Skycoaster selbst noch einmal extra etwa $60. Nix für die kleine Geldbörse, in der Tat…

Im Anschluss daran ging es weiter entlang der Arkansas River, der die Royal Gorge in die Landschaft gefräst hat, in Richtung des kleinen Örtchen Salida, wo für eine Stadtführung, sowie ein Mittagessen inklusive kleiner Präsentation erwartet wurden.

Der Arkansas River - einer am meisten "gerafteten" Flüsse der USA

Der Arkansas River - einer der am meisten "gerafteten" Flüsse der USA

Voraussichtlich im Jahr 2013 wird zwischen Canon City und Salida nämlich das nächste Verhüllungsprojekt von Christo (Reichstag in Berlin, Central Park in New York) entstehen, der momentan geplant hat, einige Teilstücke des Arkansas Rivers für rund zwei Wochen lang mit Stoffbahnen zu „verhüllen“.

Salida selbst ist ein wirklich sehr hübsches, kleines Städtchen, das hauptsächlich vom Tourismus lebt (und dort vor allem vom Rafting) und einen Zwischenstopp durchaus wert ist.

Downtown Salida

Downtown Salida

Nach dem Lunch (Burger mit sehr leckeren Pommes) ging es dann weiter über eine ansehnliche Route nach Gunnison, in unseren nächsten Übernachtungsort, unter anderem galt es den Monarch Pass zu überqueren, der auf 3.448 Metern über den Buckel geht.

Blick vom Monarch Pass nach Osten - knapp unterhalb der Baumgrenze

Blick vom Monarch Pass nach Osten - knapp unterhalb der Baumgrenze

Bevor es dann zum Nachmittagsprogramm überging, checkten wir kurz in unsere Unterkunft für die Nacht ein. Das Motel Waterwheel Inn bei Gunnison ist zwar schon etwas älter, hat aber wirklich jede Menge Charme und kam bei allen wirklich sehr gut an. Wobei natürlich die Gruppe von älteren Herrschaften, die im Motel Station auf ihrer 20tägigen Oldtimer-Rallye durch Colorado und Wyoming machte, zu dem Flair durchaus beitrug.

Das Waterwheel Inn bei Gunnison - sehr nett.

Das Waterwheel Inn bei Gunnison - sehr nett.

Fiat.

Nach dem Check-In ging es dann direkt weiter mit dem Nachmittagsprogramm, wo wir von Gunnison (mit zwei kleinen Zwischenstopps) ins etwa 30 Minuten entfernte Bergstädtchen Crested Butte fuhren. Crested Butte zählt zu den nicht ganz so bekannten (im Vergleich zu Aspen oder Vail), aber nicht minder exzellenten Skigebieten Colorados und das Örtchen an sich ist wirklich richtig toll und hat mir sehr gut gefallen, als wir es im Rahmen einer gemütlichen Fahrradtour (auf immerhin über 2700m Höhe) erkundeten. Das Stadtbild ist vor allem geprägt von Häusern aus Holz, was sich aus der Historie des 1500 Seelen-Dörfchen erklärt, das vor rund 130 Jahren hauptsächlich Heimat von Arbeitern aus den nahegelegenen Kohle- und Silberminen war. Und Holz war damals halt der billigste Baustoff.

Autokennzeichen - oder auch: Schiefer auf Amerikanisch

Autokennzeichen - oder auch: Schiefer auf Amerikanisch

Main Street Crested Butte

Main Street Crested Butte

Nach einem kurzen Abstecher ins etwa 5 Minuten entfernte Crested Butte Mountain Resort, der eigentlichen Talstation des Skigebiets (sagen wir mal: eher zweckmäßige Architektur), ging es nach der sportlichen Aktivität zum Abendessen in eine Pizzeria in einer Seitenstraße im Herzen von Crested Butte, dem „Secret Stash„.
Und sollte es irgendjemand von Euch mal nach Crested Butte verschlagen, dann kann ich Euch nur dringend ans Herz legen, dort für eine Mahlzeit einzukehren. Zum einen ist der kleine Laden bis unter das Dach mit Krempel von den Weltreisen der Eigentümern zugestellt, was dem ganzen Häuschen neben der grundsätzlichen Architektur fast so etwas wie den Flair einer Privatwohnung verleiht. Zum anderen -und das ist natürlich noch viel wichtiger- ist das Essen dort auch wirklich absolut exzellent. Die selbst gemachten Dressings (Knoblauch-Parmesan!) zum Salat waren schon der Knaller, aber die Pizzen dann erst… Mein Favorit von den probierten Varianten war ganz eindeutig die „The Notorious F.I.G.“ mit Blauschimmelkäse, Schinken, Trüffelöl und eben Feigen – göttlich. (Nicht probieren konnte ich leider die „Pearway to Heaven“, die u.a. Birnen drauf hatte)

Das Secret Stash - Best Pizza in Crested Butte. Mindestens.

Gut gesättigt ging es dann wieder zurück nach Gunnison, wo ein langer Tag sein Ende im Motelbett fand und es hieß, Kräfte zu sammeln.

Am nächsten Tag ging es schließlich erneut früh raus und ein erneut reichhaltiges Programm galt es zu bewältigen. Den Auftakt machte eine kleine Rundfahrt durch Gunnison, die -neben dem Besuch eines lokalen Coffee Shops- vor allem zwei Stopps beinhaltete.

Die Rodeo Grounds in Gunnison, Heimat des ältesten Rodeos in Colorado

Die Rodeo Grounds in Gunnison, Heimat des ältesten Rodeos in Colorado

Zufälligerweise übten hier auch grade zwei Cowboys mit einem Kalb. Interessant.
Im Anschluss ging es in das Pioneer Museum in Gunnison, das erst einmal nicht so viel versprach, sich aber als wirkliches Highlight herausstellte. Neben diversen Sammlungen von unterschiedlichsten Alltagsgegenständen aus den letzten 150 Jahren (angefangen bei Photoapparaten über Pistolen und Grammophone bis hin zu Kutschen und Telefonzellen) glänzt das Museum vor allem mit einer sensationell riesigen und gut erhaltenen Sammlung an Automobilen vom T-Modell bis zum Muscle-Car. Grandios und unbedingt einen Stopp wert.

Damals waren wir doch noch etwas unbeliebter drüben.

Damals waren wir doch noch etwas unbeliebter drüben...

Im Anschluss an den Museumsbesuch war dann erst einmal wieder Fahrerei angesagt, da das nächste offizielle Etappenziel das rund 3,5h entfernte Silverton war. Insgesamt ist dieses Teilstück allerdings eine der schönsten Strecken in Colorado überhaupt und dementsprechend auch eine meiner Lieblingsecken.

Da ich jetzt aber schon bei 1.800 Worten bin, breche ich den Eintrag an dieser Stelle mal ab und verpacke die weitere Tour in einen anderen Beitrag, der dann in den nächsten Tagen kommen wird. Also, wirklich, versprochen.

Advertisements

6 Kommentare

Eingeordnet unter Work & Travel

Work-Life-Balance.

Einer der Vorteile meines Jobs, und da möchte ich gar nicht groß lamentieren, ist natürlich, dass ich regelmäßig die Gelegenheit habe, in ziemlich geile Ecken dieser Welt zu reisen und dort dann Zeit zu verbringen.

Die ständigen „Vorwürfe“ meiner Freunde, ich würde ja doch nur Urlaub machen, versuche ich dann allerdings doch immer ein wenig zu entkräften, schließlich ist und bleibt es am Ende dann halt immer auch Arbeit.

Bei meinem letzten Trip allerdings, das muss ich dann auch mal zugeben, war der „Freizeitwert“ dann doch derart hoch, dass der Arbeitsanteil -zumindest bei den 3/5 des Trips, die ich nicht im Kongresszentrum von Orlando verbracht habe- eher in den Hintergrund gedrängt wurde.

Zugegeben, der Hinflug war jetzt alles in allem kein richtig großer Spaß, da die Aschewolke auch noch am 11. Mai ihre Spuren in der Atmosphäre und dementsprechend im transatlantischen Flugverkehr hinterließ. In Anbetracht der nach wie vor leicht durcheinander gerüttelten Flugpläne musste mein United-Flug nach Chicago unglücklicherweise erst in einen eineinhalb Stunden späteren Abflugsslot verschoben werden und dann dauerte der Flug auch noch knapp eine Stunde länger als gewöhnlich, da wir Island auf einer nördlichen Route umfliegen mussten.

Immerhin, der Flieger war verhältnismäßig leer, so dass ich nicht nur einen Economy-Plus-Sitz genießen konnte, sondern auch zwei frei Plätze zu meiner Rechten, was den langen Flug doch einigermaßen komfortabel gestaltete. Leider gab es kein In-Seat-Entertainment und das Filmprogramm war eher mau mit Leap Year (extremst vorhersehbar), The Last Station (hauptsächlich gedöst), The Young Victoria (nicht schlecht, aber auch nicht überragend) und Did you hear about the Morgans (auch ziemlich lahm).

Mehr Text und viele Bilder nach dem Klick…

6 Kommentare

Eingeordnet unter Work & Travel

Beflügelt.

Im vergangenen Kalenderjahr habe ich dank Geschäftsreisen und einmal Urlaub insgesamt knapp 45.000 Flugkilometer hinter mich gebracht, also quasi gut rund einmal um die Erde inklusive ein-, zweimal den Weg nicht gefunden.

Das ist natürlich schon einiges, aber im Vergleich zu vielen regelmäßig Geschäftsreisenden dann doch wieder auch nicht. Aber es reicht dann doch, dass das Reisen in Flugzeugen für mich mittlerweile ein wenig den Glamour und den Sexappeal verloren hat, den das Fliegen früher natürlich auch auf mich mal ausgestrahlt hat. Es ist zwar noch nicht auf den Stand von Busfahren abgerutscht, aber so ungefähr auf dem Level von Zugreisen…

Während die innereuropäischen Flüge zumeist mit den diversen Lowcost-Carriern ex Colonia (oder Düsseldoof) unternommen wurden, habe ich für die Flüge nach USA eigentlich immer United Airlines genutzt, dank guter Kontakte zu den dortigen, netten Sales-Leuten.

Aber natürlich haben wir auch gute Kontakte zu anderen Airlines und so kam es, dass wir vorletzte Woche im Düsseldorfer Cinestar bei einer VIP-Premiere des neuen George Clooney-Vehikels „Up in the air“ waren, auf Einladung von American Airlines.

Schließlich war American einer der Sponsoren dieses Films (und auch der Premieren-Reihe), gemeinsam im Übrigen mit der Autovermietung Hertz und der Hotelkette Hilton, die (gemeinsam mit dem Popcorntüten-Sponsor Blackberry und Paramount) vor Beginn des Films vorgestellt wurden – und dann lustigerweise nochmal rund zehn Minuten später innerhalb des Films in unmittelbarer Folge hintereinander geschnitten wurde: Erst eine Einstellung mit rangierenden AA-Flugzeugen, Schnitt, Shot auf ein Hilton-Hotelgebäude, Schnitt, Clooney läuft vor einem riesigen Hertz-Schild entlang.

Sehr kurios, wenn man kurz vorher erst genau die Liste an Sponsoren gehört hat – aber immerhin war es auch nicht so penetrant (auch im Rest des Films nicht wirklich), als dass es den Filmgenuss nachhaltig getrübt hätte.

Und der Genuss dieses Films war wirklich groß auf meiner Seite.

Ich muss dabei zugeben, dass ich für die lakonisch-satirische Art, in der Jason Reitman seine Filme inszeniert, sehr anfällig bin. „Thank you for smoking“ hat mir damals schon ziemlich gut gefallen, „Juno“ hat mich dann sogar schwer begeistert.

Relativ nahtlos daran anknüpfen konnte dann auch der dritte Reitman, zumal mir auch das Thema sehr naheliegt: Clooney spielt Ryan Bingham, einen Mann, der an rund 320 Tagen im Jahr auf Geschäftsreisen quer durch die USA unterwegs ist, dadurch kaum Bindungen zu anderen Menschen pflegt und sein Leben hauptsächlich in Hotelzimmern, Flugzeugen oder bei seinem Job (anderen Menschen die Nachricht überbringen, dass sie gefeuert sind) verbringt.

Natürlich bin ich da mit meinen rund 40-60 Tagen, die ich im Jahr geschäftlich unterwegs bin, doch ein ganz schönes Stück entfernt, aber nichtsdestotrotz kamen mir doch viele Einstellungen und Momente „erschreckend“ bekannt vor. Besonderes Highlight war dementsprechend natürlich auch die Einweisung des Newbies Natalie durch Reiseprofi Ryan in die Geheimnisse des Flugreisen – pure Comedy Gold, vor allem wenn man eben selbst mehrfach im Jahr diese Prozeduren durchläuft.

Auch insgesamt bewegt sich der Film irgendwo zwischen bissiger, schwarzhumoriger Satire (Ryan-Natalie) und lakonischer „Love“story (Ryan-Alex) und macht dabei sehr, sehr vieles richtig, wie ich finde.

Dazu kommen viele tolle Luftaufnahmen, zahlreiche sehr stimmungsvolle kleine und große Szenen, witzige, teils Screwball-würdige Dialoge, ein sehr ansprechender Soundtrack, ein für mich sehr schönes Ende – und einfach insgesamt ein Film, in dem ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Sorry für die oberflächliche Kurzfassung, aber ich muss weiterreisen.

Meine Wertung: 8-9 von 10 Gabeln

4 Kommentare

Eingeordnet unter Cinema Paradiso, Work & Travel

Einreise in die USA: Keine Impfung gegen Schweinegrippe notwendig!

Okay, es ist mal wieder an der Zeit was aus dem Bereich „Kundenservice“ hier im Blog anzubieten und ein bisschen von meinem guten Google-Ranking im Themenbereich „Einreise in die USA“ zu profitieren.

Ziel der Übung hier ist natürlich auch, mir (und meinen Kollegen) die Arbeit etwas zu erleichtern, denn in den letzten Tagen trafen bei uns im Büro verstärkt Anrufe von Reisenden und Reisebüros ein, die gehört haben wollten, dass die USA es verlangen würden, eine Impfung gegen die Schweinegrippe machen zu müssen, um in das Land einreisen zu können. Und dass man dies auch noch schriftlich belegen können müsste.

Das ist, wie die Überschrift dieses Eintrags schon vermuten lässt, absoluter Bullshit!

Scheinbar hat ein deutscher Radiosender  [Update: laut seriösen Quellen war es wohl der Deutschlandfunk] behauptet, dass Touristen gegen den H1N1-Virus geimpft sein müssten oder ihnen andernfalls die Einreise verweigert werden würde. Dies passierte wohl vor rund zwei Wochen und hat sich anscheinend wohl mittlerweile etwas breitgemacht – ist nur eben „leider“ völlig ohne Grundlage in der Realität. Ebenso gibt es keine standardisierten „Gesundheitskontrollen“, die an US Airports bei der Einreise angeblich durchgeführt würden (oder sagen wir besser, dass dies zumindest nicht bei Flügen aus Deutschland in die USA Standard ist – wie ich im Oktober selbst erlebt bzw. eben nicht erlebt habe).

Dementsprechend kann ich nur noch mal wiederholen: Für Reisen in die USA ist es NICHT verpflichtend, eine Impfung gegen die Schweinegrippe zu machen!

Sollten Sie, lieber Leser, durch eine themenbezogene Anfrage über eine Suchmaschine zu diesem Eintrag gelangt sein und die Glaubwürdigkeit des Autors (also von mir) erst einmal bezweifeln -was ich natürlich nachvollziehen kann-, dann haben Sie nun drei Möglichkeiten:

a) Sie vertrauen mir einfach mal so trotz der Anonymität des Internets
b) Sie lesen sich andere Einträge zu diesem Themenkomplex auf meinem Blog durch (z.B. zum ESTA-Formular) und können danach meine Fachkenntnis besser einschätzen
c) Sie tun das, was Sie in diesen Fällen immer tun sollten: Auf die Webseite des Auswärtigen Amtes* schauen und dort die Hinweise zur Einreise in die USA lesen – was dort nicht steht, existiert auch nicht!

Zu guter Letzt noch der Hinweis, dass es in diesem Eintrag rein um die Einreisebestimmungen zum Thema Schweinegrippeimpfung geht. Selbstverständlich möchte ich niemandem raten, die Impfung gegen den H1N1-Virus nicht doch zu machen – aber das muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden und soll auch gar nicht Gegenstand des Postings hier sein.

PS: Ich versuche noch rauszufinden, welcher Radiosender diese Unwahrheiten verbreitet hat. Sollte ich die Info über diese Idioten bekommen, dann wird das selbstverständlich nachgereicht.

——

*) Persönliche Empfehlung: Die Startseite der Homepage des Auswärtigen Amtes würde ich meiden, wenn man nicht Schwarz-Gelb gewählt hat! (Westerwelle-Overkill!)

2 Kommentare

Eingeordnet unter Menace to Reality, Work & Travel

Colorado entdecken 2009.

[Da der Text, völlig entgegen meiner sonstigen Gewohnheit *hüstel*, ziemlich lang geworden ist, empfehle ich DRINGEND zu Beginn auf diesen Link zu klicken und neben dem Lesen die dort zu findende Musik laufen zu lassen. Erläuterungen folgen am Ende des Textes. =)]

Wenn man wie ich (bzw. meine Firma) einen Bundesstaat in den USA vertritt, dann muss man in der Regel einmal im Jahr rüber über den Teich, um dort Bericht zu erstatten, im Rahmen der sogenannten „Governors Conference“. Für „meinen“ Bundesstaat Colorado ist dies alljährlich im Oktober der Fall, genauer gesagt, Ende vergangener Woche.

Da ich aber natürlich die insgesamt etwa 17stündige Anreise (inklusive Bahnfahrt nach Frankfurt, 2 Flüge, Stopover in Chicago und Mietwagenabholung, sowie Fahrt vom Airport nach Denver Downtown) nicht unbedingt nur für die rund 3 Tage dauernde Konferenz auf mich nehmen wollte, bin ich schon am 9.10. rübergeflogen, um mir noch ein paar Ecken Colorados anzuschauen, die ich bislang noch nicht kannte.

Vorsicht: Langer Text (aber mit Bildern)!

5 Kommentare

Eingeordnet unter Work & Travel

Urlaubsüberreif.

Hirngabel (Symbolbild)

Hirngabel (Symbolfoto)

Zwar bin ich in diesem Jahr schon recht viel gereist, aber Urlaub hatte ich eben bislang noch keinen. Tatsächlich habe ich, obwohl der Juli beinahe vorbei ist noch, immer sämtliche 30 mir vertraglich zustehenden Urlaubstage auf meinem Guthabenkonto liegen. Dies wird sich allerdings ab übermorgen deutlich ändern, denn es steht tatsächlich der langersehnte Sommerurlaub an – der auch mehr als dringend nötig ist, da der Akku derzeit stark gen Null tendiert.

Nachdem im letzten Jahr die Reise nach Schottland wirklich ein großartiges und unvergessliches Erlebnis war, gingen auch die Pläne für die diesjährige Tour mit nahezu gleicher Besetzung allgemein eher in Richtung Norden. Schnell kristallisierten sich zwei Favoriten heraus, bei denen mal etwas näher durchkalkuliert wurde, was zur Folge hatte, dass einer der Kandidaten (nämlich Norwegen und speziell die Lofoten) aus finanziellen Gründen bald wieder von der Liste gestrichen wurde. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Dementsprechend lief es also auf ein einstimmiges Ziel hinaus, das auch irgendwie nahelag: Irland!

Klar, in Schottland lief das alles organisatorisch super, die Mentalität der Menschen haben wir sehr gemocht und die Landschaft war einfach traumhaft – was sollte also näher liegen als die nächste Reise nach Irland zu planen? Vielleicht nicht so richtig kreativ, aber ich bin mir sicher wir werden einen großartigen Urlaub verbringen – zumal auch der schwangerschaftsbedingte Verlust eines Mitreisenden durchaus kompetent aufgefangen werden konnte.

Wen es interessiert, hier meine Reiseplanung (die auch dank der netten Mithilfe der wirklich lesenswerten Seite http://www.irlandforum.de so aussieht wie sie jetzt aussieht):
Mittwoch früh wird es von Düsseldorf aus mit Aerlingus nach Dublin gehen, wo wir die erste Nacht verbringen werden, die mit einem „Musical Pub Crawl“ eingeläutet werden wird, auf den ich mich schon besonders freue. Am nächsten Tag geht es dann nach Belfast mit einem Zwischenstop im längsten Heckenlabyrinth der Welt. Von der Hauptstadt Nordirlands geht es dann zum vermutlich bekanntesten Highlight der Insel, dem Giant’s Causeway, übernachtet wird im Örtchen Coleraine. Nächstes Ziel wird am Tag darauf Donegal sein, das wahre Highlight wird allerdings die Besteigung einer der höchsten Steilklippen Europas am Nachmittags sein, die Slieve League Cliffs.
Von Donegal wird uns der Weg ins Städtchen Westport führen, von wo es einen Tag später runter nach Galway geht – unterwegs noch mit einem kleinen Stopp im Connemara Nationalpark.
Nach Galway wird dann ein recht langes, aber sicherlich äusserst interessantes Stück Weg durch den Burren führen, das uns am Ende bis ganz runter an die Südküste in die Nähe von Portmagee bringen soll. Dort steht dann nämlich am darauffolgenden Tag das an, worauf ich mich, glaube ich, am meisten freue: Ein Trip zu Skellig Michael, einem UNESCO Weltkulturerbe.
Je nachdem wie es die Zeitplanung ergibt, werden wir dann irgendwo auf der Strecke zwischen Kerry und Dublin eine Übernachtung suchen, bevor wir am Donnerstag der kommenden Woche dann noch das letzte Stückchen Weg zurück nach Dublin in Angriff nehmen, wo wir die letzte Nacht verbringen werden und vermutlich die Erlebnisse mit einigen Schlücken Guiness und Whiskey begießen und besiegeln werden.

Ja, doch, ich freu mich. Zurecht. Denke ich.

Bis dahin!

14 Kommentare

Eingeordnet unter Work & Travel

Das Tauch-Reit-Fahr-Spektakel – Teil Drei (Zwei Tage Denver).

Es ist mal wieder an der Zeit, die Geschichte voran und damit auch zu einem baldigen Ende zu bringen. Die Rückkehr liegt ja auch schließlich schon einen Monat zurück.

Es ging also von Miami wieder mal nach Washington und dann weiter nach Denver. Trotz anfänglicher Komplikationen lief dann letztlich alles recht problemlos ab, so dass ich am frühen Nachmittag genau passend am Denver International Airport an, wo nur kurz vorher schon eine Kollegin aus Deutschland eingetroffen war, die mich in den nächsten Tagen begleiten sollte. Flugs den Mietwagen von Alamo übernommen und noch ein Navi dazu genommen -in fremden Städten kann das ja nie so richtig schaden- und schon ging es los für unseren Zwei-Tage-Denver-Kennenlern-Trip.

Welcome to the Mile High City!

Welcome to the Mile High City!

Weiterlesen…

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Work & Travel