Archiv der Kategorie: Hast du Töne!?

Beck’s, Drugs & Rock’n’Roll.

Es war einmal vor langer, langer Zeit.
Da war Musikfernsehen zwar nicht mehr ein Fernsehen für die Musik, aber es gab -im Gegensatz zu heute- auch noch tagsüber und abends im Programm dieser TV-Sender Inseln, auf denen Musik noch eine zentrale Rolle inne hatte, die über mehr als nur ihre Klingeltonkompatibilität als Kriterium hinausging.

In eben jene Zeit fiel unter anderem ein Sendung namens „Die Sarah Kuttner Show“ auf VIVA, genau eine dieser angesprochenen Inseln – die Älteren unter Ihnen mögen sich erinnern. Nun kann man zu Sarah Kuttner und ihrer Art durchaus stehen wie man will und man muss sie mit ihrer teils quäkigen Hektik nicht unbedingt mögen, aber sie gab damals zahlreichen unbekannten Künstlern die Möglichkeit ihre Musik einer (etwas) breiteren deutschen Öffentlichkeit zu präsentieren.

Zu den bevorzugt von ihr gefeatureten Künstlern zählte dabei neben einem jungen Mann namens Moneybrother ein weiterer junger Mann, der Adam Green hieß und mit eher skurrilen Texten von sich reden machte.

Als ich nun letzten Monat die Einladung bekam, anlässlich meines Geburtstags ein Konzert von diesem Adam Green im Kölner Gloria zu besuchen, musste ich daher nicht lange überlegen (zumal die Alternativvorschläge aus Attraktivitäts- oder Zeitgründen ausschieden). Schließlich hatte sich Green damals neben seinen unterhaltsamen Songs vor allem auch dadurch einen Ruf erworben, dass er bei öffentlichen Auftritten, sei es Konzert oder TV-Interview, sehr gerne einmal unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Mittel steht. Und das sollte man natürlich mal miterlebt haben. Rock’n’Roll und so…

Und meine Erwartungen wurden erfreulicherweise nicht enttäuscht. Denn natürlich kam Adam Green zu Beginn des Konzerts direkt mal mit einer Flasche Bier in der Hand auf die Bühne, die an diesem Abend nicht seine erste gewesen sein dürfte – und, wie wir selbst sehen konnten, auch nicht seine letzte war. Dementsprechend turnte er fröhlich auf der Bühne rum, während des Konzert und erschien dabei phasenweise extrem unkoordiniert – ohne dabei aber jemals in den Verdacht zu kommen, dass ihm sein Auftritt in irgendeiner Weise aus den Händen gleiten würde.

Gut, zumindest mein Begleiter, der mir dankenswerter Weise den Konzertbesuch geschenkt hat, warf mir nach den ersten Minuten schon einen leicht irritierten Blick zu und äußerte die Befürchtung, dass das Konzert womöglich nicht mehr allzu lange dauern dürfte. Er wusste über den regelmäßigen Rauschmittelgebrauch Greens vorab leider nicht Bescheid…

Aber Green brachte es eben dennoch absolut gut über die Bühne, so dass das Konzert insgesamt rund 90 Minuten dauerte, was ja mehr oder weniger Standard ist für Künstler dieser Preiskategorie. Wenngleich man bei fünf bisher veröffentlichten Alben vielleicht etwas mehr hätte erwarten können – zumal es nicht mal eine Zugabe gab, sondern das Konzert beendet wurde, indem sich Green eine junge Dame aus dem Publikum zog und das verdutzte Ding einfach mit in den Backstagebereich zerrte – und danach nicht mehr gesehen ward. [Was vermutlich gar nicht so schlimm war für die Dame -eher wohl für ihren Freund-, so wie auch ohnehin ein Großteil des Publikums aus Mädels und Frauen verschiedener Altersstufen bestand, die alle eins gemeinsa hatten: Sie waren rollig auf den Künstler.]

Neben der Optik hatte Green aber auch durchaus musikalisch einiges zu bieten. Manchmal leidete die Qualität, gerade bei den schnellen Nummern, doch ein klein wenig unter der clownesken Rumhampelei Greens auf der Bühne, aber schlecht war das dennoch nicht. Insgesamt hätte ich mir allerdings gewünscht, wenn Green ein paar mehr ruhige Songs eingebaut hätte, denn in diesen Momenten war er wirklich richtig, richtig gut. Nämlich dann, wenn die Band die Bühne verließ, er sich eine Gitarre schnappte, auf einen Barhocker setzte und einfach, ohne große Spirenzchen mit seiner markanten Stimme ein Lied vortrug. Das war groß, sehr groß. Aber eben insgesamt auch leider, für meinen Geschmack, zu selten.

So wäre unter dem Strich am Ende des Abends vermutlich ein Fazit herausgekommen, dass sich wohl irgendwo so bei „recht zufrieden“ bewegt hätte, da er auch viele seiner alten „Hits“ spielte, wie beispielsweise Jessica, Emily oder No legs und Nat King Cole, die sich aber natürlich abwechselten mit Songs des neuen Albums „Minor Love“.

Wenn, ja, wenn nicht die Vorband gewesen wäre. Denn die 3 Jungs von Jukebox the Ghost aus Washington haben mich schwer begeistert. Relativ klassische Zusammenstellung mit Gitarre, Keyboard und Drums, wobei sich sowohl Gitarrist als auch Keyboarder den Leadgesang untereinander aufteilen, je nach Song übernimmt das jemand anders.

Rein stilistisch haben sie mich beispielsweise etwas an „They Might Be Giants“ erinnert, da sie ähnlich abwechslungsreich sind und dabei ebenfalls sehr viel Spaß auf der Bühne verbreiten – wenngleich sicherlich auch einen Tick weniger albern als die Altmeister von TMBG. Aber auch sehr starke Parallelen zu Ben Folds, mit dem die Jungs schon auf Tour waren sind nicht von der Hand zu weisen, gerade was die unpeinlich leichtfüßigen Poppigkeit der Songs angeht.
Besonders live können sie wirklich begeistern, mit einer extremen Energie und Begeisterung, die wirklich deutlich macht, dass die Jungs mit Spaß bei der Sache sind – was das Publikum auch entsprechend honorierte mit verhältnismäßig großer Begeisterung seinerseits.

Hat mir auf jeden Fall derart viel Vergnügen bereitet, dass ich mir noch in der Umbaupause zwischen beiden Bands am Merchandising-Stand das Album „Let live & let ghosts“ (stammt aus dem Jahr 2008) zugelegt habe, bevor die paar vorhandenen Exemplare komplett weg waren.

Jukebox the Ghost – bitte merken, den Namen.

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Eingeordnet unter Hast du Töne!?, Muss man wohl dabei gewesen sein...

Projekt Hörsturz #13

Nachdem ich die Runde 12 des schönen  „Projekt Hörsturz“ leider verpasst/verpennt habe, muss ich natürlich direkt mal dafür sorgen, dass es mir auch mit Runde 13 so geht und dementsprechend sofort daran teilnehmen.

Worum geht es nochmal?
Grob vereinfach werden in jeder Runde fünf vorher von den Teilnehmern vorgeschlagene und per Zufall ausgewählte Lieder zur Diskussion und Bewertung freigegeben und können dann von jedem Teilnehmer in ihrem Blog mit 0-5 Punkten bewertet werden. Der beste Punkteschnitt „gewinnt“ – wobei es natürlich in erster Linie darum geht, neue Musik kennenzulernen bzw. einem breiteren Publikum vorstellen zu können.

Ausführliche Erläuterungen gibt es natürlich im entsprechenden Regelbeitrag im freeqnet.

1) Die Stiele – Das Blatt (von dehkah)

Was als etwas schwermütige, deutschsprachige Piano-Ballade mit Streichereinsatz und Zupfgitarre beginnt, gewinnt nach der Hälfte plötzlich an Fahrt, bevor es auf einmal in einen sehr temporeichen Hardrock/Metal-Song mit Blockflöteneinsatz übergeht. Klingt komisch? Ist aber so. Und ich muss sagen, mir gefällt dieser sehr seltsame Hybrid doch ziemlich gut. Das einzige was dieser jungen Band aus Niedersachsen zu fehlen scheint, ist ein brauchbarer Leadsänger. Vielversprechend, auch was da sonst noch so auf dem Myspace-Profil zu hören ist.

Meine Wertung: Wohlwollende 3,5 von 5 Gabeln

2) Le Tigre – Deceptacon (von LemonHead)

80er gehen natürlich immer. Mir nur leider hier etwas auf den Sack. Ein bisschen Gitarre, ein bisschen Keyboard, ein bisschen Drumcomputer, dazu ein paar Songzitate und vor allem eine sehr enervierende Stimme der „Sängerin“. Ist natürlich nicht scheisse, aber mag ich nicht. Ist mir grad und überhaupt zu anstrengend.

Meine Wertung: Genervte 1,5 von 5 Gabeln

3) A Perfect Circle – Counting bodies like sheep to the rythm of war drums (von kasumi)

Wo wir gerade beim Thema „Zu anstrengend“ sind. Nicht nur dass mir die Holzhammer-Subtilität des Videos gepflegt auf den Keka geht (der natürlich nicht in die Wertung kommt), nein, auch das „Lied“ an sich, ist mal so überhaupt nicht meins. Hehre politische Botschaften schön und gut, aber das ist einfach nur grausam anzuhören mit dieser hochgradig enervierenden Geräuschkulisse, die im Wesentlichen den gebrüllten Titel untermalt.

Meine Wertung: Weiterhin genervte 1 von 5 Gabeln

4) DIN[A]Tod – Carol’s Fascination (von Robert)

So mag ich die 80er dann doch schon etwas lieber. Pluckernde 80er Synthie-Sounds, eine Cure-ähnliche Gitarrenspur und getragener weiblicher Gesang – das ist alles nichts überragendes, aber speziell nach den gerade gehörten anstrengenden Song eine sehr angenehme Abwechslung. Kann man sehr gut hören.

Meine Wertung: Solide 3 von 5 Gabeln

5) Ocean Colour Scene – Mrs. Maylie (von juliaL49)

Die einzige Band, deren Namen ich zumindest schon mal gehört habe, ist Ocean Colour Scene – gehört habe ich von ihnen allerdings bislang noch nix. Und auf den ersten Eindruck habe ich da auch nicht zwangsweise das Gefühl ich hätte etwas verpasst. Klassischer Rock mit poppigen Elementen, Klavierbegleitung im Hintergrund und eingängigem, aber textlich beschränktem Gesang. Doch dann nach gut 70 Sekunden bricht der Song auf einmal komplett ab und man baut eine knappe Minute klassischen Singer-Songwriter-Pop der 60er/70er ein, bevor dann wieder zum Schema des ersten Drittels zurückkehrt. Das lässt mich insgesamt etwas ratlos zurück, denn das erste und letzte Drittel sind jeweils schön catchy aber eben auch sehr einfältig, während das Mittelstück zwar sehr gelungen und auch kreativ ist, aber wie ein kompletter Fremdkörper wirkt. Schade.

Meine Wertung: Leicht irritierte 2,5 von 5 Gabeln

Irgendwie keine wirklich pralle Runde für mich.

Nun zu meinem Songvorschlag für die kommende Runde, eine Sonderrunde namens „Local Heroes“.

Ich hatte schon vorab, als der Vorschlag aufkam ein wenig rumüberlegt, wer es denn werden sollte, schließlich gibt es hier in Köln und Umland durchaus eine sehr brauchbare Musikszene, mit so einigen potentiellen Kandidaten. Zwei Bands habe ich dabei allerdings favorisiert und mich nach kurzem Ringen für die weitaus weniger subtile Variante entschieden, aber vielleicht auch gleichzeitig für die etwas „riskantere“ Option. Die andere Band wird dann einfach in einer der nächsten Runden vorgeschlagen.

Mein Vorschlag ist daher eine Kölner Band, die Deutsch singt und eben extrem heimatverbunden ist (und zudem am 29.1. ihr neues Album „Klassenfahrt“ veröffentlicht):

Wise Guys – Köln ist einfach korrekt (kein Originalvideo)

Das ist vielleicht nicht der beste und auf keinen Fall der aktuellste Wise Guys-Song, aber er springt einem halt (vielleicht neben „Nein, Nein, Nein“ oder „Weil ich ein Kölner bin“) einfach extrem ins Auge, wenn es um „Local Heroes“ geht. Ich hoffe, er wird ausgewählt und ich bin dann natürlich gespannt, wie Acapella-Musik in der Kritiker-Runde ankommt.

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Simon says: Sing.

Zugegeben, sich über trashige Reality-TV-Formate aufzuregen und auszukotzen hat eigentlich sooo einen Bart und es gibt nun wirklich mehr als genug Medienblogger, die in schöner, vorhersehbarer Regelmäßigkeit die entsprechenden Beiträge veröffentlichen. Aber ist ja auch okay, lese ich ja selbst immer mal wieder ganz gerne.

Und dennoch widme ich heute einmal einen kurzen Beitrag dem Sängerwettstreit „Deutschland sucht den Superstar“, der vergangene Woche wieder auf RTL gestartet ist. Denn wie es der Zufall will, hat es sich ergeben, dass ich am Samstag erst die 20.15h-Folge von DSDS gesehen habe und am selben Abend auch noch die erste Episode der 9. Staffel von American Idol, der amerikanischen Variante des britischen Erfolgshits.

Dabei war der Unterschied dann eben derart frappierend, dass es mich doch schon etwas schockiert hat.

Bei DSDS stößt ja besonders vielen Kritikern immer wieder die bloßstellende Art und Weise auf, wie Menschen jenseits der Norm durch die Inszenierung der Lächerlichkeit Preis gegeben werden. Die Macher bei RTL reden sich dann gerne damit heraus, dass ja mittlerweile jeder wissen müsste, worauf er sich da einlässt und mit einer gewissen humoristischen Aufarbeitung rechnen muss.

Das entspricht natürlich durchaus ein bisschen der Wahrheit, da RTL in den letzten Jahren den Weg der Bloßstellung immer weiter beschritten hat. Und ebenso wahr ist, dass dies dennoch immer wieder Leute in Kauf nehmen, mehr oder weniger bewusst (nimmt man mal an, dass da nichts gestellt ist – was ich nur bedingt glauben mag, aber das ist mein Problem). Wahr ist zudem leider, leider auch, dass dies durchaus sein Publikum findet und selbst in meinem Freundeskreis wurde sich in diesem Jahr explizit zum Fremdschämen getroffen – weswegen ich eben am Samstag auch zugeschaut habe.

Teil dieser Wahrheit ist allerdings auch, dass es eigentlich auch beinahe ganz anders funktionieren kann. Das zumindest zeigt die amerikanische Variante American Idol, die vergangene Wochen mit beinahe 30 Mio. Zuschauern absolute Spitzenwerte erreicht hat. Bei einer Nettosendezeit von knapp 90 Minuten wurden gerade einmal drei eher freakige Kandidaten gezeigt (wenn ich mich nicht groß verzählt habe), was ich doch relativ erstaunlich fand. Gut, eine Kandidatin kam dabei direkt als Erste, aber das will ich mal vernachlässigen, denn der Schwerpunkt beim vorangegangenen Satz liegt auf dem Wörtchen „gezeigt“. Nicht verarscht, wie es bei DSDS der Fall ist.

Und das hat mich, neben dem großen Schwerpunkt auf den musikalischen Aspekten, vor allem erstaunt: Auch bei AI gibt es zwar private Interviews, in denen sich schräge Kandidaten selbst bloßstellen können, aber das wird dann auch tatsächlich meist der Wahrnehmung des Zuschauers selbst überlassen. Eher subtil wird zwar ein bisschen mit Musik gearbeitet (wie bei dem eher spirituellen Kandidaten, der mit Enigma – Return to Innocence unterlegt wurde – ein Song, den ich seitdem im Ohr stecken habe…), aber vor allem verzichtet man nahezu komplett -bis auf einen Adlerschrei beim Auftritt des Spiritualitätstypen- auf irgendwelche cartoonistischen Soundeinspielungen und komplett auf irgendwelche grafischen Unterstützungsmittel zur Lächerlichmachung der Kandidaten.

Das geht mir persönlich nämlich am meisten auf den Keks: Wenn sich Leute im Fernsehen lächerlich machen wollen, dann lasst sie es meinetwegen gerne tun, aber doch bitte nicht mithilfe primitiver Geräuscheinspielen und eingeblendeten Cartoongeruchswolken. Besonders bei diesem exzessiven Gebrauch durch RTL, wo beinahe bei jedem einzelnen Kandidaten irgendwas eingespielt wird, fühle ich mich in einer unangenehmen Weise genötigt, diesen oder jenen Kandidaten lächerlich zu finden.
Wieso muss ein Programm unbedingt auf den kleinstmöglichen Verstand potenzieller Zuschauer ausgerichtet sein? Traut RTL seinen Zuschauern nicht zu, dass sie ihre eigene Bewertung eines Auftritts vornehmen können? Ob sie einen Kandidaten wirklich lächerlich, lustig – oder eben vielleicht doch eher bemitleidenswert finden wollen, sollte doch eigentlich jeder selbst entscheiden können, oder nicht?

FOX, sonst ja doch gerne mal im Fokus der Kritiker, scheint dies zumindest seinen Zuschauern zuzutrauen, wodurch die ganze Show doch weit weniger Fremdschämfaktor hat und weit mehr einem echten Gesangswettstreit ähnelt. Klar, mit Sicherheit gibt es in einem Land mit einer fast viermal so großen Bevölkerung weit mehr gute Talente, mit denen man Sendezeit füllen kann und doch muss es eigentlich auch für RTL möglich sein, den Schwerpunkt auch bei den Castings auf das Musikalische zu legen.

Es gibt natürlich noch weitere Aspekte, die erwähnenswerte Unterschiede darstellen. Bei American Idol wird beispielsweise noch jede Folge ein Casting behandelt, während bei RTL mittlerweile lustig Ausschnitte aus den verschiedensten Orten zusammengeschnitten werden, um so vermutlich die vermeintlich optimale Mischung aus Freaks und Schicksalschlägen zu garantieren. Leider bedeutet dies gleichzeitig auch eine gewisse Beliebigkeit, die den Effekt nur verstärkt, dass den Machern der Gesangswettbewerb eigentlich egal ist.
Vielleicht ist das sogar aufrichtiger, denn auch bei American Idol geht es letztlich schließlich nur um Show, Quote und Kohle – aber Spaß macht mir das nicht mehr sonderlich.

Zu guter Letzt liegt sicherlich auch ein gewisser Unterschied in den beiden Jurys. Abgesehen davon, dass bei American Idol ein vierter, prominenter Gastjuror dem ganzen doch noch etwas mehr Glamour verleiht (wie dieses Mal Victoria Beckham), ist eben ein Dieter Bohlen auch kein Simon Cowell, der insgesamt eben einfach etwas eleganter, charmanter rüberkommt, als der Dieter, der eben doch vorwiegend eine Sprüchemaschine ist (wofür das Schimpfwort-Schweinderl nur ein weiteres Indiz ist).

Aber okay, es funktioniert beides in den entsprechenden Märkten durchaus hervorragend und mir muss es ja nicht gefallen. Dennoch wollte ich zumindest mal kurz mein Erstaunen über die extremen Unterschiede in beiden Fassungen niederschreiben.

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Rückblick kann doch wirklich jeder – Der Best of 2009-Sampler [CD1].

Ein frohes neues Jahr, liebe Lesergemeinde! Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Rutsch mit einem anständigen Kater.

Um hier mal wieder ein bisschen mehr Leben reinzubekommen, schließen wir heute mal thematisch direkt an den letzten Eintrag von 2009 an und widmen uns wieder der Musik. Und wie der Titel des Eintrags schon vermuten lässt, beschäftigt sich dieser Post mit der musikalischen Ausbeute des abgelaufenen Jahres. Allerdings nicht als schnöde Liste sondern als richtiger Sampler, der auch in diesem Jahr (wie schon 2007) wieder 2 CDs beinhalten wird.

Die Regeln sind dabei ganz simpel:

1) Die Songs müssen ihren offiziellen Release im abgelaufenen Kalenderjahr in Deutschland gehabt haben (entweder auf einem Album oder als Single – oder wahlweise auch als Download)!
2) Der Sampler muss auf eine oder auf zwei Audio-CDs passen – also max. eine Laufzeit von 60-80 Minuten pro CD!
3) Nur ein Song pro Künstler!

Selbstredend sollte man natürlich bei der Zusammenstellung der Trackliste auf einen gewissen Hörfluss achten und darauf dass die Songs jeweils zusammenpassen. Regelwerke dafür wurden ja schon zuhauf zusammengestellt (sei es bei High Fidelity oder bei How I Met Your Mother [„All Rise!“]). Aber das ist natürlich eigentlich Ehrensache eines Mixtape-Machers.

Wer sich selbst einmal daran versuchen möchte, der sei hiermit herzlichst eingeladen. Da ich selbst daran Interesse haben, wie andere Sampler ausschauen und vor allem, was ich alles so verpasst habe, würde ich mich über einen Trackback natürlich freuen.

Wie schon erwähnt wird der Sampler insgesamt 2 CDs umfassen, heute kümmern wir uns aber nur um den ersten Teil des Samplers, der mehr die „untypische“ Seite meines Geschmacks reflektiert und Ausflüge in die Genres Rap, HipHop, Elektro und Mainstream-Pop machen wird. Die zweite CD wird dahingehend wesentlich straighter und gitarrenbezogener sein.

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Wer parallel zum Lesen den Sampler hören möchte der klicke bitte hier,
um zur entsprechenden Playlist (jetzt komplett!) bei grooveshark zu gelangen.

Weiterlesen…

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Projekt Hörsturz #11

Bisher habe ich mich auf diesem Blog weitestgehend aus so Geschichten wie Blogstöckchen und ähnlichem herausgehalten, aber kürzlich bin ich im Blog von BeetFreeQ auf eine Aktion gestoßen, die mir wirklich sehr gut gefallen hat, da der Gegenstand etwas ist, was ich hier selbst sehr gerne mache: Das Bewerten und Empfehlen von (neuer) Musik. Name dieser Aktion ist „Projekt Hörsturz“  und man befindet sich mittlerweile schon in Runde 11.

Grob vereinfach werden in jeder Runde fünf vorher von den Teilnehmern vorgeschlagene und per Zufall ausgewählte Lieder zur Diskussion und Bewertung freigegeben und können dann von jedem Teilnehmer in ihrem Blog mit 0-5 Punkten bewertet werden. Der beste Punkteschnitt „gewinnt“ – wobei es natürlich in erster Linie darum geht, neue Musik kennenzulernen bzw. einem breiteren Publikum vorstellen zu können. Schöne Idee, wie ich finde, und deshalb nehme ich, nachdem ich bei der Weihnachtsrunde ausgesetzt habe, jetzt gerne teil.

Ausführliche Erläuterungen gibt es natürlich im entsprechenden Regelbeitrag im freeqnet.

Nun aber zur aktuellen Runde:

1) Weird Al Yankovic – I’m Fat (von Sir Donnerbold)

Ich glaube „I’m Fat“ war die erste Parodie von Weird Al Yankovic, mit der ich in Kontakt gekommen bin. Und das dürfte auch noch weit vor Zeiten des Internets gewesen sein. WAY finde ich persönlich okay, aber auch nicht mehr, da seine Parodien auch gerne mal einfach nur albern und platt sind, ohne besonders einfallsreich zu sein. Die Verballhornung des Michael Jackson-Hits gehört dabei sicherlich zu seinen besseren Stücken, da es insgesamt sehr konsequent umgesetzt ist und gerade auch im Zusammenspiel mit dem Videoclip schon recht gelungen ist. Hinzu kommt für mich noch ein kleiner Nostalgie-Bonus, der somit zur folgenden Wertung führt:

3 von 5 Gabeln

2) Painbastard – Torn (von Kerstin)

Also, wenn ich böse wäre, dann würde ich diesen Song mit dem Prädikat „Grufti-Schlager“ betiteln. Aber das bin ich ja eigentlich nicht und es wäre auch ein wenig unfair, denn so richtig schlecht ist der Song schließlich nicht – aber eben doch etwas zu sehr „Depeche Mode light“ für meinen Geschmack. Die große Geste, die Dramatik des Stücks wirkt mir einfach etwas zu künstlich und beinahe kitschig, gerade im Zusammenhang mit der eher billig wirkenden Rythmusabteilung aus dem Computer. Das klingt jetzt alles etwas härter als ich tatsächlich werte:

2 von 5 Gabeln

3) Jupiter One – Flaming Arrow (von Laura)

Und schon hat sich die Teilnahme am Projekt Hörsturz gelohnt, denn dieser Song gefällt mir wirklich ausgesprochen gut! Erinnert phasenweise an die etwas beschwingteren Songs von Kings of Convenience, die zu meinen Lieblings-Hintergrundmusik-Bands gehören (und das ist vollauf positiv gemeint). Dieses Lied von Jupiter One ist allerdings etwas „voller“ instrumentiert und sehr klassischer, beschwingter Gitarren-Indie-Pop, der von seiner positiven Grundstimmung her wesentlich besser in den Frühling als in den Winter passen würde. Ist ein bisschen Mädchenmusik, aber ich mag Mädchenmusik:

4 von 5 Gabeln


4) Messer Chups – Super Megera (von LemonHead)

Alles, aber auch wirklich alles an diesem Song schreit „Verwendet mich als Soundtrack in einem Film“. Und viel mehr gibt es meiner Meinung nach auch nicht dazu zu sagen. Denn als musikalische Untermalung in einem entsprechenden Film (Tarrantino, Rodriguez & Co liegen natürlich nahe) kann dieses Stück absolut passen, schlecht ist das schließlich nicht – als Song zum reinen Hören für meinen Geschmack leider nicht (oder nur in sehr, sehr speziellen Situationen). Daher fällt meine Wertung eher verhalten aus:

1.5 von 5 Gabeln


5) Volbeat – Sad Man’s Tongue (von Konna)

Was als klassische Uptempo-Country-Nummer inklusive Johnny Cash-Hommage beginnt, kippt nach rund 40 Sekunden in einen knochentrockenen Metallsong zum Headbangen über. Da ich Country grundsätzlich sehr gerne mag und auch härteren Gitarrenklängen (solange sie melodisch sind und nicht mit Gegrunze garniert) nicht abgeneigt bin, gefällt mir dieser Country-Metall-Hybrid ziemlich gut. Nichts für jede Situation, aber dennoch ein guter Song:

3.5 von 5 Gabeln

Mein Vorschlag für die kommende Runde wird, unter dem Eindruck meines letzten Konzertbesuchs, natürlich ein Song von Bernd Begemann & Die Befreiung sein und zwar mein Favorit vom neuen Album „Ich erkläre diese Krise für beendet“:

Bernd Begemann & Die Befreiung – Du bist mein Niveau

Legal beim Label „tapete records“ herunterladbar.

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Hirngabels lyrikähnlicher Adventskalender – Grande Finale: 22.12.

Kommen wir nun zum Abschluss dieser schnuckeligen kleinen Serie.
Wie es sich für ein… äh… Grande Finale gehört, gibt es heute selbstverständlich unser quasi Opus Magnum – oder sagen wir besser die qualitativ beste Aufnahme eines Songs von der in Zukunft sicherlich irgendwann mal total erfolgreich werdenden Band „Break Even“.
Die Aufnahmen für diesen Song zogen sich Ende 2005 für mehrere Wochen hin: Das Schlagzeug wurde dabei in einem Tonstudio in Saarbrücken aufgenommen, die Gitarre in einem WG-Zimmer in selbiger Stadt, die Klavier-Spur hingegen in unserem Studentenwohnheim in Bergisch Gladbach, während die Aufnahme des Gesangs und die finale Abmischung des Endprodukts im Hause meiner Eltern in der Nähe von Wipperfürth vollzogen wurde. Es lebe die moderne Technik (und natürlich die Post).

Ich hoffe, diese Adventskalenderserie hat Euch ein wenig gefallen und wenn Ihr Lob, Kritik oder Spot äussern wollt, dann wäre jetzt der perfekte Augenblick, dies in den Kommentaren zu tun.

Vielen Dank für Ihr Mitleid Ihre Anteilnahme und schon mal Frohe Weihnachten!


Master of disguise

Love is a deficit,
Live’s what you make of it.
So try to look forward,
Try to stay always hard.
Emotion is weakness,
So always try your best.

Master of disguise,
Even when the sun rise.
Nobody knows me,
Only now I’m really free…

Don’t let nobody hurt you,
Hide what you are true,
Noone has to know,
What you do and where you go.
Push all problems just away,
And don’t care what people say.

Master of disguise,
Even when the sun rise.
Nobody knows me,
Only now I’m really free…

All feelings are blocked,
Even if you’re on the stage rocked.
Just be everybody’s darling,
Dance on every wedding.
Show all the wanted faces, to
Avoid that anything embarrass you.

Master of disguise,
Even when the sun rise.
Nobody knows me,
Only now I’m really free…

Take drugs, if you need to,
Save whales, if you want to,
Just not to be predictable,
You should be indestructible,
Stop emotional terror,
If noone knows your face – in the mirror.

Master of disguise,
Even when the sun rise.
Nobody knows me,
Only now I’m really free…

[Rechtehinweis: Text und Musik sind Eigentum des Autors dieser Webseite und dürfen nur unkommerziell, unter Verwendung der Quellenangabe weiterverwendet werden. Für alle weiteren Verwendungszwecke ist Rücksprache mit dem Autor (siehe Impressum) zwingend notwendig.]

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Hirngabels lyrikähnlicher Adventskalender – 21.12.

Hard ways of desire

Oh, I shit on your boyfriend,
I want you to hold MY hand.
All they say is: you don’t want me.
But I don’t mind cause I am free.
Free of responsability,
I am reigned by sexuality.

Oooh…

I want you in my bed,
Cause I’m not kind, but mad.
You always played with me,
And send these signs to me.
I was just a toy for you,
Only my true love was true.

Oooh…

But now things have changed,
I have things arranged,
I’m no more the man I used to be,
And you are now a cup for me.
Come in my room, and feel my fire,
This is your hard way of desire.

Oooh…

You treated me like your friend,
Played with my heart like a ball,
Seemed that I am in your hand,
Seemed you smashed me at the wall.
But now you only fear my desire,
Burning in you like a fire.

Oooh…

Fuck off your “good friends”,
I will take your hands.
I will pull you on my bed,
Close the door, and treat you bad.
Now you can turn pain into lust,
When you lay down and smell the dust.

[Rechtehinweis: Text ist Eigentum des Autors dieser Webseite und darf nur unkommerziell, unter Verwendung der Quellenangabe weiterverwendet werden. Für alle weiteren Verwendungszwecke ist Rücksprache mit dem Autor (siehe Impressum) zwingend notwendig.]

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