Monatsarchiv: Juli 2008

Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08: My Name is Earl / Californication.

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

Samantha Who?
Aliens in America

The Simpsons
Scrubs

My Boys
Reaper

The Big Bang Theory
IT Crowd

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My Name Is Earl

 

 
 

 

Nachdem sich RTL vergangene Woche dann doch mehrere Jahre nach Rechteerwerb dazu erbarmt hat, die NBC-Serie My Name is Earl auszustrahlen, konnte man natürlich hier in der Blogosphäre (und sogar in wenigen „richtigen“ Medien) in diversen Beiträgen etwas über diese Serie lesen. Von daher wird die Serie wohl den meisten meiner Leser sowieso schon sehr bekannt sein, aber dennoch hier für diejenigen, die diese Serie nicht kennen, hier eine kurze Inhaltsbeschreibung:

Der Titel“held“ Earl J. Hickey (großartig: Jason Lee) ist das was man einen Angehörigen des “White Trash” nennt. Ein kleinkrimineller Gelegenheitsgauner mit einer sehr anstrengenden Frau, zwei Kuckuckskindern und einem wunderschönen geräumigen Wohnwagen in einem heruntergekommenen Trailer Park irgendwo in der texanischen Provinz, in dem zudem sein fetter, eher unterbelichteter Bruder lebt (auch prima: Ethan Suplee). Earl ist ein Loser, ein Taugenichts.

Als er dann auch noch Opfer eines Unfalls wird, der ihm zudem eines 100.000 Dollar-Rubelloses beraubt, und im Krankenhaus landet, hört er dort zum ersten Mal in seinem Leben von „Karma“. Berauscht von der Idee, dass ein gutes Verhalten auch zu positiven Ereignissen führt (und natürlich auch durch diverse Medikamente), beschließt Earl sein Leben zu ändern und alle bösen Dinge, die er einmal getan hat, wieder gut zu machen.

 

Das Abarbeiten dieser Liste ist denn auch das zentrale Motiv der Serie, die dadurch zu einer Art „Procedural“ wird, die, ähnlich wie Serien a la House oder CSI, eine „Wiedergutmachung der Woche“ hat, während sich in den Nebenhandlungen das Leben von Earl weiterentwickelt.

 

Zugegeben, ich war zu Beginn ein wenig skeptisch, als ich von dem Konzept hörte. Vor allem zwei Aspekte ließen mich etwas zweifen: Zum einen erschien mir die Tragfähigkeit eines solchen Comedy-Procedurals nicht unbedingt gegeben, da sich so etwas auf die Dauer doch möglicherweise schnell erschöpfen könnte.
Zum anderen schrie die Prämisse des sich ins Positive wandelnden Losers, der nur noch Gutes tut, im Grunde aus allen Poren „Gutmenschentum“ und ich hatte doch arge Befürchtungen, dass das ganz schnell ins Kitschige abdriften würde („Seventh Heaven“ lässt grüßen).

 

Nun, beides hat sich bei der mittlerweile über drei Staffeln laufenden Serie erfreulicherweise nicht bestätigt. Gerade der Kitsch-Aspekt lässt sich im Grunde völlig ausschließen, da aufkeimender Kitsch jedes Mal durch die respektlose Art des Humors (die in Machart und Stil oft an Scrubs erinnert) erstickt wird. Ohnehin ist der Vergleich zu Scrubs sehr naheliegend, denn auch hier schaffen es die Macher immer wieder eine Botschaft bzw. emotionalere Szenen sehr subtil in oftmals brachialen Humor zu verpacken. Nicht umsonst laufen diese Serien daher in den USA auch im Doppelpack am NBC-Comedy-Abend – ein Umfeld, das Earl sicherlich auch wesentlich besser getan hätte als die Platzierung bei RTL hinter alten „Mario Barth präsentiert…“-Folgen irgendwann Freitags nachts. Nun ja…

 

Aber auch die Tragfähigkeit des Konzepts hat sich bisher als durchaus robust erwiesen, denn die Kreativen haben bisher beinahe durchgehend sehr gute Ideen gehabt, um der Serie ausreichend Dynamik zu verpassen. Sogar mehr noch, für meinen Geschmack haben die Macher es sehr gut verstanden, immer noch eine Schippe drauf zu legen. So war der Beginn der dritten Staffel (ich nenne ihn mal die „Prison Break“-Passage) für meinen Geschmack der bislang stärkste Teil der gesamten Serie und wenn es in der Qualität weitergegangen wäre, dann hätte Earl hier sicherlich eine noch bessere Platzierung erreicht.
Doch leider ging es dann Mitte der dritten Season merklich bergab (wenn auch auf immer noch ziemlich hohem Niveau!). Ob dies jetzt nur am Autorenstreik lag oder ein generelles Problem war – mit der Pause durch eben jenen Streik kam es leider auch zu einem Bruch in der Serie und so wurde sich für meinen Geschmack einfach viel zu lange an diesem ganzen Koma-Arc aufgehalten, ja beinahe verzettelt. Auch wenn die grundsätzliche Idee gut war, und dadurch auch mal andere Figuren wie Randy in den Mittelpunkt gerückt wurden, so hätte man hier doch etwas straffen müssen. Zugegeben, eine der großartigsten Episoden überhaupt fällt immerhin in den Koma-Bereich: Killerball

 

Meine Bewertung: 8-9 von 10 Gabeln [für Season 3]

 

 

 

Californication



 

Ich rede hier gar nicht groß um den heissen Brei herum: Mit der Serie habe ich vor allem aus einem einzigen Grund angefangen – die Nacktszene von Madeline Zima! Madeline Zima ist vielleicht noch dem einen oder anderen bekannt aus der (bestimmt immer noch irgendwo laufenden) Serie „Die Nanny“ als jüngste Tochter der Familie. Ja genau, die kleine Gracie – die mittlerweile eine richtige „Perle“ ist. So sagt ihr jungen Leute doch!?

 

Na, wie dem auch sei. Die Zima war definitiv der Grund, warum ich mit der Serie angefangen habe – geblieben bin ich allerdings der hohen Qualität wegen.

 

[An dieser Stelle sei zur groben Einordnung mal erwähnt, dass wir hiermit den Sprung in meine Top 5 geschafft haben!]

 

Californication handelt von Autor Hank Moody (David Duchovny), der nach dem riesigen Erfolg seines Erstling-Romans an einer Schreibblockade leidet. Und nicht nur das, sondern er steht zudem vor den Trümmern seiner Ehe, leidet an Sex- und Alkoholsucht und hasst im Grunde alles um ihn herum. Schwere Kost also, die diese Showtime-Serie thematisiert – sollte man meinen…

 

Doch die Serie kommt erstaunlich leichtfüssig inszeniert daher, weiß durch eine Vielzahl an intelligenten und scharfen, gewitzten Dialogen zu überzeugen und hat darüber hinaus eine zwar sehr misanthropische, aber im besten Sinne zynische und durchaus liebenswerte Hauptfigur in der Tradition von Gregory House. Diese wird perfekt durch David Duchovny verkörpert, der hier mit Sicherheit die brillanteste Leistung seiner Karriere abliefert, und durch seine ungemein charismatische Ausstrahlung die Serie wohl schon alleine tragen könnte.

Aber auch darüber hinaus weiß Californication absolut zu überzeugen, denn es gelingt der Serie perfekt, die Balance zwischen Tragik und Komik zu halten, und so der Serie bei allem Humor ein ansprechendes Maß an Tiefe zu verleihen.

 

Aber natürlich kann man diese Serie nicht besprechen, ohne nicht auch kurz auf das Medienecho einzugehen. Denn, wie schon erwähnt, läuft Californication auf Showtime, einem Pay-TV-Sender, der es sich, wie auch HBO, bei seinen Produktionen erlauben kann, nackte Haut zu zeigen und Gebrauch von „bad language“ zu machen – was die Serie denn auch zur Genüge tut. Was dann selbstverständlich in den USA für die üblichen Protestbekundungen und Skandälchen gesorgt hat – in Deutschland würde die Serie dagegen wohl kaum für größeres Aufsehen sorgen. Doch schauen wir einfach mal, wie die PR-Kampagne ausschauen wird, wenn die Serie im Herbst bei RTL2 (!!) anlaufen wird.

Immerhin: Der Titelstreit um die Serie mit den Red Hot Chili Peppers hat es zu seiner Zeit zumindest schon mal teilweise in die hiesigen Medien geschafft – wenn auch nur am Rande.

 

Ich kann jedenfalls diese exzellente Serie nur empfehlen! Und wer sich nicht nur auf mein Urteil verlassen mag, der darf gerne auch mal bei RealityCheck im neueröffneten, aber schon jetzt sehr empfehlenswerten Sportmedienblog nachlesen, was er zu der Serie zu sagen hat.

 

Meine Bewertung: 9 von 10 Gabeln [für Season 1]

 

 

In der nächsten Episode sehen sie dann: Friends reloaded und eine Frau im Haifischbecken „Medienwirtschaft“

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Europameister.

Bei all den Diskussionen über Bundesligarechte, Zentralvermarktung, Kartellamt und Fernsehgelder, die derzeit die Medien und die Blogs überschwemmen, wird ganz gerne vergessen, dass das wirklich Entscheidende ja eigentlich das Fußballspielen selbst ist. Nicht nur, dass die dritte Liga an diesem Wochenende gestartet ist (was der Sportschau heute abend nicht einmal 30 Minuten Übertragungszeit wert war – stattdessen gab es fünf Minuten über den VfL Wolfsburg beim Sommerbob…) – nein, heute abend hat auch das Finale der U19 Europameisterschaft in Tschechien stattgefunden,  bei dem sich Italien und die deutsche U19-Auswahl gegenüber standen.

Ein Spiel, in dem sich das deutsche Team absolut verdient mit einer kämpferisch, wie spielerisch überzeugenden Leistung heute den Europameisterschaftstitel sichern konnte und dem damit das gelang, was den „Großen“ einen Monat zuvor verwehrt blieb.

3:1 lautete das Endergebnis einer wirklich ansehnlichen und intensiven Begegnung, in der die Jungs von Horst Hrubesch das bestätigen konnten, was sie schon fast das ganze Turnier über gezeigt haben.

Es begann mit einem zwar knappen, aber absolut verdienten Sieg gegen den Nachwuchs des Europameister Spaniens, die ihrerseits ebenfalls als Titelverteidiger an den Start gingen, bei diesem Turnier aber unter dem Strich mit lediglich einem Sieg im dann bedeutungslosen letzten Spiel hochgradig enttäuschten.
Auch der zweite Auftritt der Deutschen war von Erfolg gekrönt, denn deutlich mit 3:0 konnte man den am Ende Gruppenletzten aus Bulgarien schlagen. Schon zur Pause führte man 2:0 und konnte so mit einer soliden Leistung die Halbfinal-Teilnahme schon vorzeitig klar machen.
Im letzten Gruppenspiel ging es dann gegen die ebenfalls punktverlustfreien Ungarn, die sich -im Gegensatz zu Horst Hrubesch- in dieser Begegnung dazu entschieden, einige Leistungsträger wie zum Beispiel Krisztian Nemeth vom FC Liverpool zu schonen. Dennoch wurde es kein leichtes Spiel. Zwar ging man in der 35. Minute durch Reinartz in Führung, musste aber, nachdem man einige gute Chancen vergeben hatte, in der 74. Minute den Ausgleich hinnehmen.
Dass die U19 aber auch mental top von Hrubesch eingestellt worden ist, stellte sie dann unter Beweis, als Marcel Risse nur zwei Minuten nach dem 1:1 den letztlichen Siegtreffer erzielen konnte.

Somit konnten die deutschen Jungs also als souveräner Gruppenerster ins Halbfinale einziehen, wo sie dann auf den Gastgeber Tschechien trafen. Die hatten sich, recht überraschend, in einer knappen Gruppe mit Italien (am Ende Gruppenerster mit nur 5 Punkten), England und Griechenland durchsetzen können.

Im Halbfinale lieferte die deutsche U19 dann leider ihre schwächste Leistung des gesamten Turniers. Die ersten 20 Minuten wurden von Deutschland zwar gewohnt dominant gestaltet und es konnte sogar recht früh der Führungstreffer erzielt werden (unter gütiger Mithilfe durch den tschechischen Torhüter), doch wurde das Heft des Handelns danach beinahe mutwillig an die tschechische Mannschaft übergeben, die schon in der 24. Minute das 1:1 markieren konnten. 
Gegen die kämpferisch starken Tschechen mit der Unterstützung des Heimpublikums im Rücken mangelte es der deutschen Mannschaft danach zunehmend an Durchschlagskraft in der Offensive. Gerade der sonst sehr starke Mittelfeldmotor Timo Gebhart vermochte dem Spiel nach vorne kaum entscheidende Impulse zu geben. Immerhin stand man defensiv so stark, dass auch die Tschechen ausser durch Standards kaum Gefahr entwickeln konnten, so dass es dann gerechterweise in die Verlängerung ging. Auch da ging es zunächst ohne große Highlights weiter – bis dann in der 119. Minute der seit dem Bulgarienspiel verletzte Sukuta-Pasu mit einem Gewaltschuss aus 16 Metern das Elfmeterschiessen verhinderte und die deutsche Mannschaft ins Finale schoss.

Heute dann, wie gesagt, das Finale gegen die Italiener, die sich zuvor ähnlich knapp gegen die Ungarn mit 1:0 im Halbfinale durchsetzen konnten und die heute der deutschen Mannschaft nicht viel entgegenzusetzen hatten. Zwar hatte man direkt zu Beginn einige starke Szenen, aber nach ein paar Minuten wurden die Deutschen immer stärker, so dass der Führungstreffer durch einen tollen Schuss von Lars Bender in den Winkel die zwingende Konsequenz war. Danach spielten die U19 engagiert und konzentriert weiter und ließen den Italienern wenig Chancen zum Durchkommen – bis dann Kapitän Florian Jungwirth innerhalb von 2 Minuten zwei gelbe Karten kassierte und damit zurecht vorzeitig den Platz verlassen musste.
Dies brachte die Jungs von Hrubesch erstmal völlig aus dem Konzept, so dass die Italiener plötzlich Morgenluft witterten und sich in der Folge mehrere gute Chancen erarbeiten konnten und sogar einen Handelfmeter hätten bekommen können. Immerhin gelang Deutschland durch Deniz Naky kurz vor der Pause noch einmal zwei gefährliche Situationen zu erarbeiten, so dass man zumindest mit einem halbwegs guten Gefühl in die Kabinen zu gehen. 
Dort schien Hrubesch dann die richtigen Worte gefunden zu haben, denn man stand hinten wieder stabil und den Italienern schien gegen diese neugestaffelte Hinterreihe wieder mal wenig einzufallen. Zudem blieb die dezimierte deutsche Mannschaft auch in der Offensive stets gefährlich und man fuhr über Gebhart, Lars Bender und Naki immer wieder äußerst schnelle Konter, die der italienischen Defensive immer wieder Kopfzerbrechen bereiteten und in der 61. Minute vom wieder mal starken Sukuta-Pasu erfolgreich zum 2:0 abgeschlossen werden konnten. 
Als dann in der 69. Minute auch noch Gentilli vom Platz musste und das numerische Gleichgewicht von den Italienern wieder hergestellt wurde, schien der Sieg dann nur noch Formsache zu sein. Doch scheinbar ließ das deutsche Team sich auch von diesem Feldverweis wieder aus dem Tritt bringen, so dass man sich in der Defensive plötzlich innerhalb von kurzer Zeit einige Unsicherheiten erlaubte, die dann sogar zum Anschlusstreffer führten. Doch wie schon im Spiel gegen die Ungarn bewies Deutschland auch dieses Mal Moral und Siegeswille, als Gebhart nur Minuten später mit dem Kopfballtreffer zum 3:1 seine hervorragende Leistung krönte. Damit war der kurzzeitig aufflackernde Widerstand schnell erstickt und der Rest dann tatsächlich nur noch Formsache bis Kapitän Jungwirth kurze Zeit später den Pokal in den Himmel von Sterlnice reissen durfte!

Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!

 

Mit diesem tollen Spiel wurde auf jeden Fall, wie schon bei „den Großen“, die beste Mannschaft des Turniers am Ende auch der Sieger und konnte somit die gute Jugendarbeit der vergangenen Jahre in Deutschland bestätigen, die schon mit dem dritten Platz bei der U17-WM 2007 (und der Krönung von Toni Kroos zum besten Spieler des Turniers) erste Früchte getragen hat.

Besonders erwähnenswert ist dabei, dass gleich 10 Spieler des 19köpfigen Kaders aus den Talentschmieden von Bayer Leverkusen und -hört, hört!- Zweitligist 1860 München stammen, die mit jeweils 5 Spielern das Hauptgerüst der Mannschaft bilden. Gerade für die Sechziger ist das natürlich eine tolle Bestätigung des Weges, den sie -notgedrungen- im letzten Jahr gehen mussten, denn im Gegensatz zu den Leverkusenern U19-Spielern, sind die Teilnehmer von 1860 in der vergangenen Saison fast alle regelmäßig in der ersten Mannschaft zum Einsatz gekommen. Dazu gesellten sich zwei Spieler vom SC Freiburg, fünf Spieler von weiteren deutschen Teams (Mainz, Schalke, Bremen, Cottbus, Bayern) und darüber hinaus noch Savio Nsereko von Brescia Calcio und Torwart Ron-Robert Zieler von Manchester United.

Zieler stellt dabei mal wieder unter Beweis, dass Deutschland auf der Torhüterposition auch in Zukunft keine großen Probleme haben dürfte. Nicht dass wir mit Adler und Neuer (sowie mit Abstrichen Rensing) nicht schon genug Top-Nachwuchskräfte hätten… Zieler, der jüngst eine Vertragsverlängerung bis 2010 vom Champions League-Sieger aus England bekommen hat, war jedenfalls ein sicherer Rückhalt des deutschen Teams und musste in den fünf Spielen nur 4 Gegentreffer hinnehmen, wobei er lediglich beim heutigen Tor der Italiener eine Mitschuld trug.
Die lediglich vier Gegentore waren aber sicherlich auch ein Verdienst der starken Abwehrreihe, um Kapitän Florian Jungwirth von 1860. Der bildete zumeist mit Dennis Diekmeier (Werder Bremen), Björn Kopplin (Bayern München) und Stefan Reinartz (Leverkusen) die Viererabwehrkette. Zeitweise kam auch Ömer Toprak (Freiburg) statt Kopplin zum Einsatz. Alle fünf boten im Laufe des Turnies eine einwandfreie Leistung, ohne dass allerdings jemand wirklich positiv herausragte. Lediglich Reinartz erlaubte sich zwischenzeitlich mal ein paar kleinere Aussetzer – die er dann aber meist wieder gut machen konnte, wie bspw. beim Ungarn-Spiel als er bei einem Foul nach schlechtem Stellungsspiel Glück hatte nicht rot zu bekommen, aber kurz darauf dann den Führungstreffer von Deutschland erzielte.

Das unbestreitbare Prunkstück der deutschen Mannschaft ist aber sicherlich das Mittelfeld, das sowohl offensiv als auch defensiv mit großartigen Talenten bestückt ist. In der Defensive sorgten vor allem die Bender-Zwillinge Lars und Sven (1860) dafür, dass das Angriffsspiel der Gegner oft schon im Niemandsland verlangsamt wurde, wobei vor allem auch Lars sich immer wieder in die eigene Offensive einschaltete und dabei vor allem Vereinskollege Timo Gebhart unterstützte, der sicherlich die bestimmende Figur für das Spiel nach vorne ist. Komplettiert wurde das Vierer-Mittelfeld dann in der Regel entweder durch Marcel Risse (Leverkusen) oder den Schalker Danny Latza, die beide in der Regel ordentlich spielten, aber im Vergleich zu den drei 60ern doch etwas abfielen. Für Bastian Opczika (ebenfalls Leverkusen) und Mario Vrancic (Mainz) blieben hingegen nicht mehr als ein paar Kurzeinsätze nach Einwechslung übrig.
1860 München kann sich hier über ein großartiges Mittelfeld-Trio freuen, bei dem man nur hoffen kann, dass Trainer Marco Kurz ihnen auch in der kommenden Saison regelmäßig Einsatzmöglichkeiten geben wird. Für den deutschen Fußball würde das sicherlich gut sein.

Ebenfalls sehr positive Eindrücke hinterließ die Abteilung „Sturm“ der deutschen U19 Nationalelf. Nachdem Manuel Fischer, der Stuttgart im letzten Saisonspiel noch die UI Cup-Teilnahme rettete, aus „konditionellen Gründen“ nicht norminiert wurde [ich glaube ja eher, dass der VfB ihn für die Bundesligavorbereitung braucht], entschied sich Hrubesch für die zwei Leverkusener Naki und Sukuta-Pasua, sowie Savio Nsereko (Brescia Calcio – bis 2005 allerdings auch bei 1860 München!) und Rahman Soyudogru vom SC Freiburg. Letzterer war dabei allerdings lediglich Nummer 4 und kam nur auf eine Einwechslung in der 89. Minute des Spanien-Spiels.
Die anderen drei kamen hingegen allesamt auf regelmäßige Einsätze, was auch an der zwischenzeitlichen Verletzung des erfolgreichsten deutschen Torschützen Richard Sukuta-Pasu lag, der insgesamt drei Treffer erzielen konnte. Aber auch der laufstarke Naki und der Dribbler Nsereko stellten ihre Stärken absolut unter Beweis. Einzig negativ fiel die Undiszipliniertheit von Nsereko auf, der mit einer dummen Aktion im Halbfinale die zweite gelbe Karte kassierte und damit ausgerechnet im Spiel gegen die Italiener gesperrt war.

Unter dem Strich also eine Reihe wirklich guter Spieler, die hier im Nachwuchsteam des DFB stehen und den ersten Jugend-Titel seit 1992 gewinnen konnten. Hoffen wir mal, dass die Jugendausbildung in Deutschland weiterhin so konsequent vorangetrieben wird – dann können wir vielleicht auch in Zukunft ohne zusätzliche TV-Gelder weiterhin Erfolge des deutschen Fußballs feiern.

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Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: The Big Bang Theory / IT Crowd

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

Samantha Who?
Aliens in America

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Scrubs

My Boys
Reaper

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The Big Bang Theory

Heute kommen wir zur Abwechslung mal wieder zu klassischen Sitcoms, nachdem wir zuletzt doch recht viele eher untypische Vertreter des Comedy-Serien-Genres hatten.

Aber es gibt sie durchaus noch, die klassischen Sitcoms, die trotz des etwas angemieften Laughtracks durchaus Klasse haben und auf hohem Niveau amüsieren können.

Eine solche Serie ist The Big Bang Theory, die von einer 4 köpfigen Nerd-Clique handelt. Hauptfigur ist das junge Physik-Genie Leonard Hofstaedter (Johnny Galecki), der sich mit dem noch begabteren, aber extrem neurotischen Leonard Sheldon (großartig: Jim Parsons) eine Wohnung teilt. Das zentrale Motiv, und dadurch natürlich der Quell vieler Gags, ist dabei das Aufeinanderprallen von Geek-Ansichten und Mainstream-Welt – in diesem Fall repräsentiert durch die optisch durchaus reizende Nachbarin Penny, die das komplette Gegenteil zum nerdigen Universum der beiden Jungs und ihrer zwei nicht minder weltfremden Kumpels darstellt.

Meinen Standpunkt zur Qualität dieser Serie habe ich hier eigentlich schon mal relativ ausführlich kundgetan, und auch wenn dies damals gerade mal nach einem Drittel der Staffel war, so ist meine Meinung doch im Grunde immer noch die Gleiche: Eine wirklich klasse und sehr witzige Serie, mit gut geschriebenen Figuren und einem Humor, der erfreulicherweise oft auf mehreren Ebenen funktioniert. Vordergründig oftmals recht platte, direkte Gags, aber eben im Hintergrund (oder auch manchmal etwas deutlicher, Stichwort „Doppler-Effekt“) immer wieder viele, sehr wunderbare Anspielungen auf die Welt der Wissenschaft oder des generellen Geektums.

Immerhin hat sich etwas geändert, im Vergleich zum Zeitpunkt meines damaligen Postings, und zwar das Standing der Serie bei vielen. Denn beim Start hat der Pilot doch gehörig auf die Fresse bekommen und wurde recht vernichtend von vielen beurteilt – etwas, was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Doch erfreulicherweise wurde die Serie nicht nur im Laufe der Zeit immer besser, sondern dies wurde auch von immer mehr Leuten honoriert. Figuren wie die von Sheldon sind dazu einfach auch zu gut geschrieben, als dass man sie nicht weiterverfolgen wollen könnte.

Für mich definitiv eines der absoluten Highlights unter den diesjährigen Comedy-Neustarts, das mit “How I Met Your Mother” (zu der ich natürlich noch kommen werde) ein wirklich starkes Comedy-Doppel geben – auch wenn die Quoten beider Serien leider nur maximal mit dem Attribut „zufrieden stellend“ zu belegen sind.

Warum hat ProSieben hier eigentlich noch nicht zugeschlagen für seinen Comedy-Samstag?

Meine Bewertung: Sehr gute 8 von 10 Gabeln [für Season 1]

IT Crowd

Und wenn wir schon grad beim Thema “Nerds vs. Reality“ sind, dann ist der Sprung zu IT Crowd natürlich mehr als nahe liegend, sind doch auch hier die Hauptfiguren zwei eher weltfremde Nerds, in deren Leben plötzlich eine „normale“ Frau tritt und dadurch den Alltag der beiden ordentlich durcheinander wirbelt. Zudem handelt sich auch hier um eine konventionelle Sitcom mit dazugehörigem Laughtrack – der Unterschied: Diese Produktion ist britisch.

Die erste Season sorgte 2006 durchaus für einigen Buzz in der Internet-Community, stehen hier doch zwei absolute Computer-Freaks im Mittelpunkt des Geschehens, die wirklich so ziemlich alle Nerd-Klischees erfüllten. Zudem wurden die Serien legal im Internet zum Download verfügbar gemacht, was natürlich zusätzlich für einiges Aufsehen sorgte.

Natürlich reicht das aber alleine nicht, sondern hier kam dann auch noch hinzu, dass die Qualität der Serie auch absolut hervorragend ist. Dies liegt vor allem an den großartigen Darstellern, allen voran Richard Ayoade, der den neurotischen Morris Moss einfach nur wunderbar verkörpert. Aber auch Chris O’Dowd als sein Kollege Roy und Katherine Parkinson als die fachfremde Abteilungsleiterin Jen, stehen ihm kaum nach. Alle drei legen ein wunderbares Timing an den Tag, setzen die von den Machern um Graham Linehan geschriebenen Dialoge perfekt um.

Wer mir nicht glaubt, der schaut sich einfach mal an, wie die beiden ausgestrahlten Folgen des deutschen Remakes (die im Grunde nur eine Kopie mit anderen Darstellern war) aussehen – und schon wird man sehen, wie ungemein wichtig Schauspieler und Regie auch in einer simplen Sitcom sind. Wirklich ein (abschreckendes) Paradebeispiel, das sich alle Filmstudenten mal anschauen sollten.

Auch die zweite Staffel kann erfreulicherweise das hohe Niveau der Debüt-Season halten und hat in seinen leider, leider wieder nur 6 Episoden wieder unglaublich viele Highlights verpackt. Besonders großartig z.B. die Episode „Moss and the German“, mit der genialen Parodie auf die Anti-Filmpiraterie-Spots der Filmindustrie, oder auch die völlig aus den Fugen geratende Dinnerparty. Und wenn es nicht nur eine Serie mit lediglich 6 Episoden pro Staffel wäre, dann würde ich die Serie wohl auch etwas später hier auflisten. So kommt sie halt jetzt schon und muss einigen anderen mit mehr Folgen den Vortritt lassen.

Eine dritte Staffel soll angeblich für 2008 angekündigt sein – genauere Bestätigungen dafür konnte ich allerdings bislang nicht ausfindig machen. Zu hoffen wäre es jedenfalls!

Meine Bewertung: 9 von 10 Gabeln [für Season 2]

Sidekick: Black Books

An dieser Stelle bauen wir mal kurz einen kleinen Seitenblick ein und widmen uns kurz der Serie Black Books, die das Vorgängerwerk von IT Crowd-Schöpfer Linehan ist und deren drei Staffeln ich vor einigen Wochen mal geschaut habe.
Auch hier steht ein Trio aus zwei Männern und einer Frau im Mittelpunkt – damit hat es sich dann storytechnisch (nicht humor- und machart-technisch) schon mit den Gemeinsamkeiten.

Das titelgebende „Black Books“ ist ein kleiner abgewrackter Buchladen in London, der von der Hauptfigur Bernard Black (Dylan Moran, gleichzeitig auch Mitschöpfer) geleitet geführt besessen wird, dem allerdings sämtliche Verpflichtungen, die mit der Leitung eines Geschäfts verbunden sind (Kundenservice, Buchbestellungen, Hygiene), zutiefst zuwider sind. Konkret gesagt: Bernard hasst Menschen und ist zudem ein saufender, Kette rauchender Choleriker.

Glücklicherweise hat er mit Manni Bianco (Bill Bailey) –einem ehemaligen Steuerberater, den er mal vor einem Trupp Skindheads gerettet hat- einen Angestellten, der all diese Tätigkeiten mit absoluter Hingabe erledigt und dabei die Charakterschwächen seines Chefs an sich abprallen lässt. Das Trio wird komplettiert durch Fran Katzenjammer (ja sie heisst so im Original), die Besitzerin eines benachbarten Ramschladens, die allerdings vorwiegend mit Trinken beschäftigt ist.

Wer britische Sitcoms, wie eben IT Crowd oder auch das wunderbare und absolut empfehlenswerte Spaced von Simon Pegg (der, wie auch sein Kompagnon Nick Frost, einen Gastauftritt in BB hat) mag, der wird auch hier nicht unglücklich werden. Einzig, der notorische Misanthrop Bernard ist zwar einerseits definitiv ein Highlight, kann aber in seiner konsequenten Verachtung seiner Mitmenschen auf Dauer etwas anstrengend sein.

Meine Bewertung: 7 von 10 Gabeln [für die Seasons 1-3]

PS: Linehans erster größerer Serienerfolg Father Ted über einen auf eine Hebriden-Insel strafversetzten Pfarrer habe ich übrigens auch mal angefangen – sagte mir allerdings nicht wirklich zu.

Coming up: Sex mit Minderjährigen und eine Schicksalsschlampe.

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Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: My Boys / Reaper

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

Samantha Who?
Aliens in America

The Simpsons
Scrubs

 

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My Boys

 

Heute besprechen wir hier zum ersten Mal eine Serie, die unter die Kategorie „Sommerpausennachholprogramm“ fällt. Denn auf My Boys bin ich erst durch einen kleinen Text im sablog aufmerksam gemacht worden. Als Serie auf dem kleinen Sender tbs, die zudem während der eigentlichen Sommerpause läuft, war sie bis dato nicht wirklich auf meinem Radar. Zumal sie weder thematisch noch formal besonders für Aufsehen gesorgt hat. Denn My Boys ist im Grunde eine relativ konventionelle Sitcom über die Baseball-Journalistin P.J. und ihren Freundeskreis, der im Wesentlichen aus einer Gruppe von Jungs besteht, die am liebsten miteinander über Baseball spricht und/oder irgendetwas zockt, sei es Poker oder andere Gesellschaftsspiele.

Und auch thematisch bleibt man eher… traditionell, es dreht sich in der Regel um das Liebesleben der Protagonistin, mal mit einem ihrer Freunde, mal mit Unbekannten.

 

Stellt sich nun also zwei Fragen: Wieso zur Hölle schafft es diese Serie von ProSieben lizensiert zu werden (und wird womöglich sogar irgendwann ausgestrahlt)? Und warum gelingt es dieser unspektakulären Serie in meinem persönlichen Beliebtheitsrating doch verhältnismäßig so weit oben zu landen?

Nun, auf die erste Frage habe ich nun wirklich keine Antwort – gibt es doch eine ganze Handvoll von Serien, die für den deutschen Markt besser zugeschnitten wären und zudem auch noch weit besser zu vermarkten wären, als eine Serie, die so konventionell daher kommt und auch noch einen Großteil seines Humors aus Referenzen an Baseball bezieht – eine Sportart die in Deutschland nun wirklich nicht die breiten Massen begeistern kann. Aber gut, wenn ich jetzt hier wieder anfange über die Programmpolitik bei deutschen TV-Sendern zu philosophieren, dann ufert das doch nur aus. Vermutlich war die Serie einfach nur billig oder man hatte eine US-Serien-Einkauf-Quote zu erfüllen – oder beides.

Etwas einfacher ist da schon die zweite Frage zu beantworten, also irgendwie einfacher zumindest. Klar, ist das, wie oben erwähnt, alles relativ konventionell, aber „My Boys“ weist ein wirklich solides Storytelling auf, hat sympathische Figuren (vor allem natürlich Jordana Spiro als P.J.) und ist mal eine angenehm schnörkellose Abwechslung zum sonstigen aufregenden, möglichst spektakulären TV-Business. Darüber hinaus ist mir die Konstellation mit einem Freundeskreis im Mittelpunkt der Geschichte, der sich hauptsächlich mit Karten- und Gesellschaftsspielen, Bier trinken und rumlabern befasst, persönlich äußerst nahe. Ein bisschen Identifikationspotential kann dem Zugang zu einer Serie halt nur gut tun…

Achja, und die Serie verzichtet, obwohl es eigentlich dermaßen auf der Hand liegen würde, auf Laugh-Tracks – einfach wohltuend!

 

Meine Bewertung: 7-8 von 10 Gabeln [für Season 1]

 

 

Reaper

 

Einer der Piloten, die vor der letzten Season durch das Netz geisterten und zu den dreien gehörte, die wohl für den meisten Buzz gesorgt haben, war sicherlich der zur CW-Serie Reaper. Schließlich wurde in diesem Pilot Regie geführt von Kevin Smith, einem Mann, den man wohl oder übel als (ich hasse das Wort) Kult-Regisseur bezeichnen kann. Smith machte sich vor allem mit seiner Indie-Perle Clerks über einen Mid-Twen, der sein Leben als unambitionierter Verkäufer in einem Gemischtwarenladen vor sich hinlebt. Smith traf mit diesem Film einen Nerv der Jugendkultur der 90er und setzte dem „Slacker“ damit ein Denkmal.

Von daher war Smith durchaus eine logische Wahl für den Piloten von Reaper, einer Serie, die einen jugendlichen Verkäufer in einem Supermarkt zur Hauptfigur hat und zudem eine komödiantische Ausrichtung hat. Gut, der Aspekt, dass diese Figur vom Teufel verpflichtet wurde, als Kopfgeldjäger für aus der Hölle entflohene Dämonen, zu arbeiten, weil seine Eltern vor der Geburt seine Seele an den Beelzebub verkauft hatten, passt in diese Argumentationslinie nicht wirklich rein – aber auf der anderen Seite machte diese kuriose Ausgangssituation die Serie natürlich noch interessanter.

Und der Pilot hat dann auch ordentlich reingeschlagen, mit Tyler Labine als Sock einen der coolsten Sidekicks der letzten Jahre eingeführt und mit Ray Wise als Teufel einen absoluten Volltreffer in Sachen Casting gelandet.

Das Problem kam dann allerdings in den nächsten Episoden. Man bekam ein wenig den Eindruck die Serie hätte mit eben jenem Piloten schon ihr Pulver verschossen und es kam der übliche Hype-Kater. Doch dank der oben erwähnten Nebenfiguren (und natürlich schon auch wegen der ganz coolen Grundidee) blieb ich weiter dran und mit der Zeit fand das Team um die Macher Tara Butter und Michele Fazekas seinen „Groove“. Die Serie pendelte sich auf einem sehr anständigen, meistens durchgängig unterhaltsamen Niveau ein, schmiss eher schwache Running Gags hinaus, legte (etwas) weniger Wert auf den eher unspannenden Nebenplot „Andi“ und stattdessen den Schwerpunkt mehr auf Mystery-Comedy, sowie auf das Verhältnis von Sam und Teufel – sicherlich der Part, der dem ganzen Spaß am ehesten etwas Tiefe verleiht.

 

Hier kann ich also durchweg eine Sehempfehlung geben, da insgesamt die Melange sehr gut funktioniert und gerade die Nebenfiguren dem ganzen eine spezielle Note geben. Leider wird es erst im kommenden Jahr zur Midseason für Reaper weitergehen und das auch nur mit 13 Episoden – obwohl die Quoten zumindest im Senderinternen Vergleich recht akzeptabel waren.

Den Weg nach Deutschland hat die Serie immerhin schon gefunden, wenn auch nur für den vermutlich eher übersichtlichen Kundenkreis des neu gegründeten Fox Channels.

 

Meine Bewertung: 8 von 10 Gabeln [für Season 1]

In der nächsten Ausgabe: Nerds, Nerds, Nerds und ein paar Brüste.

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Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: The Simpsons / Scrubs

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

Samantha Who?
Aliens in America

 

 

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The Simpsons

 

Tja, was soll man zu den Simpsons, der gelben Familie aus Springfield noch groß sagen? Ich für meinen Teil gehöre ja nicht zu denjenigen, die jedes Jahr wieder mosern, dass die Simpsons früher besser waren und heute doch die Folgen nur noch platt und ohne den früher mal bissigen Witz seien. Das Problem liegt tendenziell eher etwas darin, dass man selbst halt älter wird und die Serie gerade Leute meiner Altersklasse, im Grunde schon beinahe das komplette Fernsehleben begleiten, ohne dass sie sich selbst allerdings groß zu verändern – wie sollte es auch anders sein.

Das ist allerdings, für mich zumindest, auch ein definitives Qualitätskriterium dieser Serie, denn es gelingt den Machern seit mittlerweile 2 Jahrzehnten Staffeln in mehr oder weniger gleich bleibend hoher auf den Bildschirm zu zaubern und das nötigt einfach größten Respekt ab.

Und auch dieses Mal gab es wieder zahlreiche richtig gute Episoden, wie z.B.

„Funeral for a fiend“, „Any given Sundance“ oder „All about Lisa“. Und auch in diesem Jahr gelang es dem Team um Matt Groening wieder einmal eine Episode zu kreieren, die sich schon bald in die Liste der Klassiker-Episoden einreihen wird, in diesem Falle war es Eternal Moonshine of the Simpson Mind, die „Adaption“ von Michel Gondry’s Meisterwerk aus dem Jahr 2004 mit ähnlichem Titel.

Wer die Simpsons kennt und mag, wird sich also auch über Season 19 kaum unzufrieden äußern können.

 

Meine Bewertung: 7 von 10 Gabeln [für Season 19]

 

 

Scrubs

 

 

Ebenfalls schon eine recht lange Laufzeit hat die NBC-Serie Scrubs – wenn auch mit „nur“ 7 Staffeln bei weitem nicht ganz so lange wie die Springfieldianer. Zumal in diesem Frühjahr dann die Serie auch insgesamt ihr Ende finden sollte – wie gesagt, sollte. Denn es kam der Autorenstreik im Winter dazwischen, wodurch es die Macher nicht schafften die Serie zu einem für sie zufrieden stellenden Ende zu führen, ein DVD-Release mit letzten unveröffentlichten Folgen wurde angekündigt, Showrunner und Senderverantwortliche zerstritten sich, wie es weitergehen sollte, Folgen wurden durcheinandergeschmissen – und plötzlich wurde dann bekanntgegeben, dass die Serie auch in der kommenden Season weitergehen soll.  Dann allerdings erst zur Midseason – beim Konkurrenzsender ABC.

 

Lange Zeit war Scrubs eine meiner absoluten Lieblingsserien und auch wenn mittlerweile meine Liebe, wie bei recht vielen Fans, etwas erkaltet ist, so schaue ich sie doch weiterhin sehr gerne. Lediglich die Leidenschaft lässt etwas nach, da die Serie mittlerweile einfach nicht mehr so sehr heraussticht, wie es noch vor einigen Jahren der Fall war. Single-Camera-Comedies sind immer beliebter geworden, mit teilweise innovativeren Story-Konzepten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Serie zwar durchaus noch auf ansprechendem Niveau ist, aber sich doch bei den Drehbuchschreibern um Schöpfer Bill Lawrence leichte Abnutzungserscheinungen zeigen. Etwas, was sich im Laufe der letzten zwei, drei Staffeln schon bemerkbar machte, in denen man sich manchmal einen Tick mehr Frische gewünscht hätte.

Dennoch bleiben die Geschichten um J.D. und Elliott, Turk und Carla, und natürlich vor allem dem Hausmeister und Dr. Cox weiterhin eine meiner liebsten Gäste im TV. Und vielleicht tut der Senderwechsel dem Kreativteam hinter der Serie ja durchaus gut – eine Verlängerung über die 8. Staffel hinaus, so die Quoten denn stimmen, scheint derzeit zumindest nicht ausgeschlossen, auch wenn ein sehr zentrales Cast-Mitglied wohl aller Voraussicht nach mit dem Ende der kommenden Season sehr sicher aussteigen wird.

 

Meine Bewertung: 7 von 10 Gabeln [für Season 7] 

 

 

Coming up: Frauen im Sport vs. Monster im Baumarkt.

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Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: Samantha Who / Aliens in America.

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

 

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Samantha Who?

 

 

Durchaus innovativ kam die zur Midseason gestartete Serie Samantha Who? daher, bei der die von Christina Applegate gespielte Hauptfigur Samantha nach einem Autounfall an einem kompletten Verlust ihres Gedächtnisses leidet und mit den Tücken eines völlig fremden Umfelds und Alltags zu kämpfen hat. Was eigentlich wie die Ausgangssituation für eine Dramaserie klingt, wurde in diesem Fall als lockere Comedy inszeniert. Der Witz der Serie kommt dabei vor allem aus der Tatsache, dass die „neue“ Samantha immer wieder damit konfrontiert wird, dass sie vor dem Unfall ein ziemliches Arschloch gewesen ist und mit ihren Mitmenschen nicht gerade freundlich umgesprungen ist, sondern vor allem auf der Suche nach ihrem Spaß und dem eigenen Vorteil war. Und das ist etwas, was die „neue“ Samantha immer wieder erschreckt, da sie eigentlich lieber ein „guter“ Mensch wäre.

Besonders positiv fällt neben der recht erfrischenden Story das tolle Casting auf. Neben Christina Applegate sind das vor allem Melissa McCarthy (Gilmore Girls) und Jennifer Esposito (L.A. Crash, Chaos City), die hier absolut glänzen und diese Serie durchaus sehenswert machen. Dass es dennoch nicht zu einer höheren Einstufung reicht hängt damit zusammen, dass ich dennoch ab und an daran hängen, dass ich die Geschichte manchmal doch lieber in einem etwas dramatischeren Zusammenhang sehen würde, als ausschließlich im Comedy-Bereich. Zumindest mit einem gewissen ernsthafteren Touch.

Dennoch gebe ich hier durchaus eine Sehempfehlung ab! Und in Season 2 geht es dann ja im nächsten Herbst weiter.

 

Meine Bewertung: 6-7 von 10 Gabeln [für Season 1]

 

 

Aliens in America

 

 

Die Tolchuks sind eine klassische amerikanische Kleinstadtfamilie. Dads Lieblingsbeschäftigungen sind Football und Gartenarbeit, Mum kümmert sich um den Haushalt, die Tochter ist eine hübsche, coole Cheerleaderin und von den Jungs begehrt – und der Sohn ist ein unbeliebter Nerd. Also alles so, wie wir es aus dem amerikanischen Film und Fernsehen kennen.

Um die Popularität ihres Sohns zu steigern, laden die Eltern Tolchuk dann allerdings einen Austauschschüler ein, bei Ihnen zu leben – mit dem kleinen Haken, dass sich dieser allerdings als pakistanischer Muslim herausstellt, was im provinziellen amerikanischen Hinterland nur bedingt dazu taugt, Popularitäten zu steigern.

 

Das Aufeinandertreffen von Kulturen ist ein immer wieder beliebtes Motiv im Comedy-Bereich und war schon das Thema zahlreicher TV- und Kinoproduktionen. Dies birgt natürlich die Gefahr, wenn man es mal wieder zum Hauptthema einer Fernsehserie macht, dass diverse Gags schon ein bisserl ausgelutscht sind – hier funktioniert das aber recht gut, durch die Mischung aus Culture Clash und klassischer Teen-/High School-Comedy. Zumal natürlich der politische Hintergrund mit 9/11 und Irak-Krieg dem ganzen eine zusätzliche Würze verleiht. Oder verleihen könnte – denn wenn man der Serie etwas vorwerfen kann, dann dies, dass sie manchmal etwas mehr Biss und Konsequenz hätte vertragen können. So aber bleibt eine nette Comedy-Serie, die durchaus liebenswert ist und vor allem auch wirklich gut besetzt ist (Scott Patterson, Dan Byrd, Adhir Kalyan, Amy Pietz) , aber etwas mehr Konsequenz in ihrem Humor nötig gehabt hätte, um wirklich überdurchschnittlich zu sein.

 

Dies sah dann wohl auch das amerikanische Publikum so, und bescherte dem ohnehin nicht mit wirklich guten Quoten gesegneten CW, derart maue Quoten, dass man sich dazu entschloss die Serie in der kommenden Season nicht mehr weiterzuführen.

 

Meine Bewertung: 6-7 von 10 Gabeln [für Season 1]

 

 

Demnächst dann: Wissenswertes über Medizin, Kernkraft, Baseball und Dämonenbekämpfung.

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Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: Back to you / Welcome to the Captain.

Nach einer längeren Pause wird es Zeit, dass wir uns hier mal wieder ein wenig mit dem Thema „Serien“ auseinadersetzen – schließlich nimmt dieses Thema mittlerweile einen durchaus nicht unbedeutenden Teil meiner Freizeitgestaltung ein, wie man im Folgenden unschwer erkennen kann. Denn heute werde ich Euch mit dem ersten Teil meines ultimativen Serienguides zur Season 07/08* beglücken!

Im Laufe der nächsten zwei, drei Wochen (Notiz: sich selbst unter Zeitdruck setzen, um der Prokrastination vorzubeugen) wird es hier also regelmäßig Postings mit Kurzeinschätzungen zu ein oder zwei Serien aus der abgelaufenen Season geben.

Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positinierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Fest steht jedenfalls, dass es sich fast nur um Serien handelt, die mir gut gefallen haben – kein Wunder, denn sonst würde ich in der Regel wohl auch kaum durchgängig am Ball bleiben. Soviel Freizeit habe ich nun auch wieder nicht…

 

*) Die „Season 07/08“ umfasst hier auch die eine oder andere Serie(nstaffel) aus früheren Seasons – halt das was ich in den letzten rund 12 Monaten so geschaut habe.

 

 

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Back to you

 

 

Mit Kelsey Grammar (Frasier, Cheers) und Patricia Heaton (Alle lieben Raymond) standen für Back To You zwei sehr bekannte Gesichter der Sitcom-Szene vor der Kamera und dementsprechend waren die Erwartungen an BTY recht hoch – zumal mit James Burrows, Stephen Levitan und Christopher Lloyd auch im Hintergrund bekannte Namen arbeiteten. Doch leider konnte diese äußerst konventionelle Sitcom nur wenig begeistern.

Die Geschichte um einen egozentrischen, alternden Nachrichtensprecher, der nach einem Skandal wieder zu seinem Heimatsender zurückkehrt und dort auf seine alte Liebe und Konkurrentin trifft, ist zwar ganz nett aber doch auch nicht gerade innovativ.

Das Problem liegt allerdings eher im Humor und den Dialogen der Serie, die zwar recht unterhaltsam daherkommen, aber eben auch sehr altbacken. Man könnte im Grunde von einer Serie sprechen, die ca. 10-15 Jahre zu spät kommt und wesentlich besser in die 90er Jahre gepasst hätte. Dass es dennoch eine „guckbare“ Serie ist, liegt sicherlich am durchaus guten Darstellerensemble, die insgesamt doch ziemlich gut harmonieren. Aber letztlich war BTY auch bei mir nur eine Serie, deren Folgen ich dann geschaut habe, als sonst nix anderes mehr zu gucken war. Daher kam dann auch durchaus zu Recht die Absetzung.

 

Meine Bewertung: 4 von 10 Gabeln [für Season 1]

 

 

Welcome to the Captain

 

 

Ebenfalls etwas altbacken daher kam auch Welcome to the Captain, eine Serie, die erst zur Midseason gestartet wurde. In WTTC geht es um einen jungen Autoren, der in ein Wohngebäude in L.A. namens El Capitan zieht, um zu versuchen sich beruflich in Hollywood zu etablieren. Allerdings verbringt er seine Zeit dort hauptsächlich damit, dass er sich mit einer ganzen Reihe an verschrobenen Bewohnern auseinandersetzen muss, die vorwiegend versuchen sich in das Leben der anderen einzumischen. Darunter befindet sich auch die durchaus attraktive aber eigentlich schon vergebene Hope, die denn auch gleich zum klassischen verhinderten „love interest“ wird.

Die Serie war mir zwar durchaus sympathisch, ist aber wie BTY allenfalls Durchschnittware, die man sich „mal angucken kann“.

Letztlich verbleibt aber WTTC auch wegen dieser mangelnden Qualität nicht mehr als eine Fußnote in der Geschichte der gescheiterten Serie, wurde sie doch nach 5 Episoden (von ohnehin nur 6 vorab von CBS georderten) schon wieder aus dem Programm gekickt.

Lediglich um die bezaubernde Joanna Garcia ist es etwas schade – aber vielleicht wird man sie woanders mal wieder sehen.

 

Keine Bewertung für Season 1, da nur 5 Episoden ausgestrahlt wurden

 

Im nächsten Teil dann: Eine Frau ohne Gedächtnis und ein Junge in einer exotischen Kultur.

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