Monatsarchiv: Oktober 2007

Lanzenbruch

Ja, heute ist es mal an der Zeit, ein kleines Länzchen zu brechen. Gestern habe ich mir nämlich die 5. Folge der Sitcom The Big Bang Theory angeschaut.

Diese Serie handelt von 2 Ühysiker-Nerds, Leonard und Sheldon, die zusammen leben und meistens mit zwei weiteren nerdigen Typen rumhängen, und auf deren Etage eine top aussehende Blondine mit Modelmaßen einzieht, die den Hormonhaushalt von Leonard (Johnny Galecki, bekannt aus „Roseanne“) ordentlich durcheinander bringt.

Diese „Beauty & The Geek“-Story ist sicherlich aus dem einen oder anderen Film schon bekannt, und auch The IT-Crowd befasst sich ja im weitesten Sinne mit der Konfrontation von weltfremden Nerds mit der Realität. BBT ist hingegen etwas jünger und vielleicht auch mainstreamiger inszeniert und rückt den „Liebesaspekt“ wesentlich mehr in den Vordergrund.

Um den Vergleich zum großartigen IT-Crowd aber jetzt nicht überzustrapazieren -denn da würde es sicherlich nur einen Sieger gebe können-, möchte ich hier doch ein paar positive Worte über BBT verlieren. Denn diese Serie musste trotz guter Quoten in den USA in der Blogosphäre, speziell im deutschen Bereich, sehr viel Prügel einstecken, was für mich nicht wirklich erklärlich ist.

Natürlich ist es eine traditionelle Sitcom mit Lachern aus der Konserve, aber das alleine rechtfertigt eigentlich keine so harschen Berwertungen von Leuten, die dann teilweise auch noch meinen, daraus auf die Dummheit des amerikanischen Volkes schließen zu können. Zugegeben, das ist eigentlich abqualifizierend genug, so dass man sich damit nicht befassen dürfte, aber selbst helle Köpfe (Text ansonsten unbedingt lesen!) kritisieren Big Bang Theory sehr heftig.

Und das hat BBT meiner Meinung nach eben nicht verdient, da zum einen die Figuren durchaus liebevoll gestaltet sind, und zudem der Humor in meinen Augen absolut gelungen ist. Chuck Lorre hat für meinen Geschmack eine gute Mischung aus eher platten, aber teilweise durch subtilen Gags gefunden, die teilweise ein gewisses Hintergrundwissen benötigen.

Schön auch neben Johnny Galecki mit Sara Gilbert (Darlene) ein weiteres Gesicht aus Roseanne wiederzusehen.

Kurzum: Sicherlich kein Meisterwerk des Humors, aber doch überdurchschnittlich gute Unterhaltung, die das ganze Abwatschen hier in Deutschland nicht verdient hat!

—EDITH SAGT—

Was ich ganz vergessen hatte und was mir gestern beim Ansehen der wirklich tollen sechsten Episode (habe das Gefühl, dass BBT immer besser wird) noch mal aufgefallen ist: Eine Sache die mir auch ausgesprochen gefällt an der Serie ist das tolle Intro, das einerseits einen guten Song hat (Barenaked Ladies??) und ausserdem auch von den Bildern her sehr cool gemacht ist – soweit man sie erkennen kann.

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Serientäter

Reihenweise. (2)

Allmählich wird es mal wieder Zeit, dass ich hier ein paar Serieneindrücke zum Besten gebe. Nachdem ich vor kurzem ein paar Orientierungshilfen zu den Neustarts dieser Season zusammengestellt habe, die auf den ersten Folgen fußten, möchte ich nun ein bisschen zu den Serien schreiben, die mich schon seit längerer Zeit verfolgen… 

How I Met Your Mother

Zu dieser wundervollen Sitcom habe ich mich vergangene Woche ja schon ausführlich geäußert. Wer’s noch nicht gelesen hat, der kann dies hier gerne nachholen.

30 Rock 

Ein weiteres Comedy-Highlight im derzeitigen TV ist 30 ROCK, das im vergangenen Jahr bei NBC Premiere feierte und speziell seitens der Kritiker begeistert aufgenommen wurde – aber auch beim Publikum durchaus Anklang finden konnte und deswegen zurecht um eine weitere Season verlängert wurde.

Die Serie wurde von Tina Fey geschrieben, die als Drehbuchautorin und Darstellerin von „Saturday Night Live“ bekannt wurde, und diese Erfahrungen nun in 30 Rock auf hervorragende Weise verarbeitet. Hier spielt sie Liz Lemon, die Headwriterin einer fiktiven Sketch-Show namens „The Girlie Show“ – und ist somit eine Art Meta-Serie, ähnlich wie das vielfach unterschätze „Studio 60 at Sunset Boulevard“, nur dass 30 Rock eben nicht nur auf NBC ausgestrahlt wird, sondern „The Girlie Show“ zudem auch noch auf NBC spielt. Alleine die daraus entstehenden Möglichkeiten in Sachen Selbstreferenzen und vor allem beissender Selbstironie heben 30 Rock aus dem großen Brei der TV-Shows heraus.

Dies wird besonders in den Szenen deutlich, wenn der großartige Alec Baldwin (und das meine ich hier absolut ernst!) als Jack Donaghy auf den Plan tritt und versucht seine Managerlehren aus der Mikrowellenofen-Branche auf den Unterhaltungsbereich umzulegen. Ohnehin sind es die wirklich fantastisch verschrobenen Charaktere, die diese Serie so liebenswert machen und es Tina Fey erlauben, den Plot in die absurdesten Richtungen zu treiben, ohne gleich die Glaubwürdigkeit komplett zu verlieren. Neben Donaghy sind da vor allem der über-idealistische Assistent Kenneth, der für NBC sein letztes Hemd geben würde, und die Neuverpflichtung für „The Girlie Show“, der leicht durchgeknallte Tracy Jordan (wunderbar gespielt von Tracy Morgan, der ebenfalls durch SNL bekannt wurde).

Hier sieht man wirklich die Stärke von Tina Fey, die es ganz vorzüglich schafft, mit den einzelnen Figuren gewisse Klischees zu bedienen, ohne dass diese Figuren schnell platt wirken. Hinzu kommen dann natürlich noch zahlreiche hochwertige Gastauftritte von Jerry Seinfeld über Conan O’Brien bis hin zu Rip Torn, die sich alle selbst nicht allzu ernst nehmen – eine Sache, die ich Comedy-Serien immer sehr hoch anrechne.

My name is Earl

Ein weiteres Highlight im Bereich Comedy, das ebenfalls den NBC-Donnerstag zu einem der Höhepunkte in der TV-Woche machen, ist das wunderbare My Name Is Earl.

 

 Ein Belgier, der derzeit in Florida lebt und arbeitet, sagte vor einigen Monaten mal zu mir, dass dies eine Serie wäre, die eher für Europäer gemacht worden wäre und wie sie Amerikaner sehen würde. Es ist sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen, dass MNIE gewisse Stereotypen über *den dummen Unterschichten-Amerikaner* bedient und dadurch recht angreifbar ist. 

Doch greift dies letztlich doch etwas zu kurz, denn wenn man die liebevolle Inszenierung und die jeweilige Auflösung sieht, wie das Team um Serienerfinder Greg Thomas Garcia, die potenziell sehr kitschige Idee der Serie ohne große Sentimentalitäten oder gar „gutmenschliche“ Tendenzen umsetzt, dann muss man MNIE einfach gern haben.

Denn die Ausgangssituation birgt eine Vielzahl an Gefahren und drohenden Klippen, wenn man bedenkt, dass es darum geht, dass Earl (der großartige Jason Lee), ein Gelegenheitskrimineller, versucht, sein Leben dadurch zu verändern, dass er alle schlechten Taten seiner Vergangenheit versucht wieder gut zu machen. Es ist immer wieder aufs Neue beeindruckend, wie geschickt es hier die Macher schaffen, moralische Fingerzeige einzuflechten, ohne dass an diesem Finger eine Keule mitschwingt – dabei wurden in den ersten gut zwei Staffeln mehr als genug heisse Eisen angepackt, und von Rassismus über Behinderungen bis zum Thema Schwulsein nichts ausgelassen, ohne jemals zur puren „Zurschaustellung“ zu verkommen.

Ein sehr cleverer Schachzug war es definitiv auch, das Setting für die dritte Staffel etwas zu ändern, bevor sich womöglich Abnutzungserscheinungen einstellen. Durch die „Umsiedelung“ hingegen ergeben sich nun wieder viele neue Möglichkeiten, die bislang wunderbar umgesetzt worden sind.

Dass zudem auch hier neben Jason Lee wieder viele tolle Schauspieler zu sehen sind (Ethan Suplee, Giovanni Ribisi, Jaime Presley, John Leguizamo, Alyssa Milano, etc.), brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen.

Letztlich stellt sich hingegen die Frage, wann die Serie es nach Deutschland ins TV schafft. Sie wurde schon vor einigen Monaten von RTL gekauft und immer wieder als Kandidat für einen Prime-Time-Sendeplatz in diesem Herbst gehandelt. Allerdings kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, wie Earl in deutscher Synchro annähernd so gut funktionieren kann, da doch einiges in Sachen Humor über den Südstaaten-Twang läuft und vor allem die Feinheiten der Figuren stark über die Nuancierungen in der Sprache herauskommen. Befürchte, dass das durch die deutsche Synchro sehr schnell ins albern-blöde abdriften kann und die von mir weiter oben gelobte Sensibilität der Serie dadurch verloren geht. Aber vielleicht kommt da auch nur wieder der Synchro-Nazi in mir durch und es wird gar nicht so schlimm sein. Einen Erfolg in Deutschland würde ich der Serie jedenfalls absolut gönnen!

Scrubs 

Der letzte Bestandteil (neben den erwähnten und The Office, das ich aber nicht schaue) des NBC-Comedy-Donnerstags ist vergangene Woche gestartet, mit dem Auftakt in die siebte und letzte Staffel: Scrubs. Der Klassiker unter den Single-Cam-Comedies, und eine Serie, über die ich wohl nicht viele Worte verlieren muss, da sie sich in den letzten Jahren erfreulicherweise auch in Deutschland etablieren konnte. Ich liebe den Humor der Serie, ich liebe die Musikauswahl, ich liebe die fantastischen Darsteller und ich liebe die Mischung aus Slapstick und ehrlichen Gefühlen, die Scrubs wie kaum eine andere Comedy beherrscht, die momentan läuft. Und natürlich liebe ich Scrubs auch deshalb, weil die Serie einen so fantastischen Film wie Garden State erst möglich gemacht hat.

Nichtsdestotrotz denke ich, dass es gut ist, dass Staffel 7 das Ende von Scrubs bedeuten wird. Einerseits würde ich natürlich JD, Elliot, Turk, den Hausmeister, Dr. Cox, Ted und Co. weiterhin noch gerne sehen. Aber andererseits sind viele Stränge doch schon auserzählt und nach einigen Turbulenzen in der vergangenen Season wird es Scrubs so wenigstens ermöglicht, einen würdigen Abschluss zu finden und nicht womöglich irgendwann einfach ohne Ende abgesetzt zu werden, wie es so manch anderer toller Serie erging.

Grey’s Anatomy

Ähnlich wie Scrubs besticht auch Grey’s Anatomy durch eine schöne Mischung von Comedy- und Drama-Elementen, garniert mit einem guten Soundtrack, wobei hier eben eher die dramatischen Storylines durch humoristische Einschübe aufgelockert werden, während es bei Scrubs eher genau andersherum funktioniert. GA ist zudem wesentlich mehr Ärzte-Soap, wodurch ich zu Beginn auch recht skeptisch war, als ich mit der Serie begonnen habe. Dennoch konnte es mich irgendwie begeistern und gerade in den ersten beiden Staffeln richtig packen – wenngleich ich es letztlich immer etwas als „guilty pleasure“ bezeichnen würde und ich immer noch nicht ganz sagen könnte, warum ich die Serie so mag… Okay, Ellen Pompeo und Katherine Heigl spielen da sicher keine untergeordnete Rolle…

Bei Staffel 3 war dann bei mir auch ein kleiner Übersättigungsgrad erreicht und ich habe mich teilweise -trotz einiger Highlights- ein wenig durch die Staffel schleppen müssen. Aber nach der Sommerpause bin ich durchaus gerne wieder mit dabei und bin bisher -nicht nur wegen Edward Herrmann– durchaus angetan von der vierten Staffel. Einzig die Storyline zwischen Izy und George geht mir noch ein bisserl auf den Keks.

Prison Break (leichte Spoiler!)

Kommen wir nun zu einem der großen Verlierer der aktuellen US-TV-Season. Die erste Staffel von Prison Break war ein Riesenerfolg und -wie ich in diesem Sommer feststellen konnte- eine sauspannende und trotz einiger logischer Schwächen großartig inszenierte Thriller-Serie, die einen förmlich in den Bann gesogen hat. Staffel 2 war dann nicht mehr ganz so erfolgreich und wurde an vielen Stellen gnadenlos niedergemacht – was ich wiederum nicht wirklich nachvollziehen konnte. Denn einerseits war es klar, dass nach dem Ausbruch die Geschichte sich nunmal zwangsläufig ändern musste und der Kammerspielcharakter und die Enge, die Staffel 1 auszeichneten, verloren gehen würden und andererseits fand ich die Einführung von Agent Mahone (der großartige William Fichtner) als äußerst gelungen, da Michael so endlich ein adäquater Gegenspieler entgegengestellt wurde. Dieses Duell ist es dann auch, was die Story in Staffel 2 sehr gut getragen hat und Spaß machte, PB weiter zu verfolgen.

Staffel 3 ist nun der Schritt „back to the roots“ und man merkt den ersten vier Folgen, die ich bislang sah, an, dass PB anfänglich wohl auf zwei Staffeln (Ausbruch & Flucht) angelegt war. Aber dank der guten Quoten wollte FOX die Serie natürlich weiter beibehalten und so wurde mit Sona eben ein neuer Schauplatz eingeführt. Dies ist auch alles nicht übel und durchaus ambitioniert – aber teilweise habe ich doch das Gefühl, dass man im Kopf einfach die ersten beiden Staffeln ausblenden müsste, um S03 auch wirklich schätzen zu können. Dies gelingt mir bislang noch nicht so wirklich, da mich eben an den vorherigen Staffeln so faszinierte, dass es den großen „Masterplan“ gab – und das fehlt hier natürlich völlig.

Dennoch werde ich die Serie wohl bis zum Ende der Staffel weiterverfolgen, um zu sehen, wie es weitergeht – aber die Begeisterung fehlt mir mittlerweile dennoch. Ein vernünftiges Ende nach Staffel 2 wäre für die Serie wohl das Beste gewesen. Nun ja, vielleicht lernt FOX daraus ja vielleicht etwas und erzwingt beim nächsten Serial keine überflüssige Verlängerung aus Quotengründen.

Heroes

Wenn wir schon beim Thema Quotenverlierer der aktuellen Season sind, dann kommt man wohl unweigerlich auch zu Heroes. Der Hit der vergangenen Season wurde mit dieser Serie von NBC gelandet und avanciert mittlerweile mit der ersten Staffel auch zu einem weltweiten Erfolg, aktuell zumindest hier in Deutschland auch bei RTL2 mit Mörderquoten.

Staffel 2, dieser Superheldenserie, mag allerdings noch nicht so wirklich fruchten und fährt bis dato in den USA eher enttäuschende (wenn auch nicht richtig schlechte) Quoten ein. Woran das liegen mag, ist eine gute Frage. Ich vermute mal, dass das Finale von Season 1 da eine nicht unbedeutende Rolle gespielt hat. Dies war doch für viele ziemlich enttäuschend, was ich in Ansätzen auch nachvollziehen kann, wenngleich es für mich kein Grund war, mich direkt von der Serie abzuwenden.

Hinzu kommt zudem, dass der Auftakt von Season 2 eher als… sagen wir mal… verhalten zu bezeichnen ist. Dies war zwar schon in der ersten Staffel der Fall, aber damals musste natürlich das ganze Setting erst eingeführt und die Figuren platziert werden. Heuer wirkt das Ganze eher noch etwas „unentschlossen“. Zudem ist die große übergeordnete Bedrohung verschwunden, die in S01 noch ständig als Damokles-Schwert über allem schwebte, und auch der großartige Bösewicht Sylar ist quasi nur noch ein Schatten seiner selbst. Dadurch entsteht momentan eine Art Bedrohungsvakuum, die der Spannung leider abträglich ist. Eine komplett abstrakte Bedrohung reicht dafür leider nicht.

Aber ich bin dennoch optimistisch dass Tim Kring mit seinem Team hier in nächster Zeit die Kurve kriegen und es noch verdammt krachen wird.

8 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

Work hard, play hard.

Honey, I’m home! 

Wie der eine oder andere sicherlich schon gemerkt hat, gab es jetzt eine Woche lang nichts mehr von mir hier zu lesen. Und wie ich ja schon in den Kommentaren meines letzten Eintrags geschrieben hatte, hing dies mit beruflichen Gründen zusammen.

Glücklicherweise darf ich meine Brötchen nämlich im Tourismus verdienen. Einerseits ist es natürlich eine Scheiss-Branche. Du hast oftmals blöde Arbeitszeiten, die Bezahlung oft eher unterdurchschnittlich und phasenweise ist es wirklich großer Stress. Aber andererseits ist es eben auch eine tolle Branche, da man die Möglichkeit hat viele tolle Orte zu sehen (wovon ich Euch sicherlich das eine oder andere Mal versuchen werde Eindrücke zu vermitteln), auch wenn dies meist mit Arbeit verbunden ist. Was die Branche vor allem aber so toll macht ist es das man doch viele liebe Menschen kennen lernt und die Stimmung untereinander einfach klasse ist.

Natürlich ist da auch einiges an Oberflächlichkeit dabei, aber mir ist oberflächliche Freundlichkeit stets lieber als zur Schau getragene Unfreundlichkeit oder das was gerne als „höfliche Reserviertheit“ bezeichnet wird. Deswegen habe ich zum Beispiel auch kein Problem mit dem, was den Amerikanern gerne mal vorgeworfen wird. Denn da sagen Deutsche ja auch oft, dass die Floskel „Hi, how are you?“, die meist mit einem Lächeln verbunden ist, doch eh nicht ernst gemeint sei und dass das doch sowieso toootal oberflächlich ist. Aber was soll daran so verkehrt sein, dass Menschen um einen herum freundlich agieren? Muss ja nicht immer alles so verbiestert sein, wie häufig hier in Deutschland. Aber ich schweife ab…

Nun war ich auf jeden Fall eine Woche lang mit einem Reiseveranstalter und knapp 20 weiteren Partnern aus der Touristik unterwegs, um den neuen Katalog dieses Veranstalters zu promoten. Dies geschah in Form einer sogenannten „Roadshow“, wo jeden Tag eine andere Stadt besucht wird und jeweils mehrere Dutzend Reisebüromitarbeiter bespaßt aber vor allem natürlich informiert werden. Informiert in Form von mehreren Workshops, wo die von mir und den anderen Partnern vertretenen Destinationen und Dienstleistungen (Airlines, Mietwagen, u.ä.) auf meist spielerische Art präsentiert werden.

Für mich war es die erste Roadshow dieser Art und so war es doch schon eine kleine Herausforderung vor insgesamt knapp 400 Leuten im Laufe der Woche immer wieder die von uns vertretene Destination zu präsentieren. Insgesamt 24 Mal innerhalb von 5 Tagen in 5 verschiedenen Städten – glaubt mir, ich konnte mich irgendwann selbst nicht mehr reden hören… =)

Aber glücklicherweise durfte ich im Laufe dieser Woche feststellen, dass es dennoch auch einfach einen Riesenspaß macht, zu versuchen Menschen von einer Destination zu begeistern. Und wenn man dann noch merkt, dass die Leute einem an den Lippen hängen und unbewusst nicken, wenn man von irgendwelchen tollen Regionen vorschwärmt, dann ist das einfach großartig – selbst wenn nicht jeder Witz den man macht ein Lachen zur Folge hat… ;o)

Und wenn man dann noch Lob von „alten Hasen“ (das ist jetzt nur liebevoll gemeint…) bekommt, dann macht das schon ein wenig stolz und man bekommt doch das Gefühl, dass man trotz der eingangs erwähnten Nachteile die richtigen beruflichen Entscheidungen gefällt hat und in der *richtigen* Branche gelandet ist. Und das ist schon ein echt tolles Gefühl.

Hinzu kommt natürlich, dass auch das Rahmenprogramm einfach Spaß macht. Denn dadurch, dass ein so herzliches, beinahe familiäres Verhältnis unter den meisten Leuten -zumindest denen an der Front- herrscht, machen auch die „After Work Aktivitäten“ wirklich viel Spaß. Denn wenn man schon mit so einer großen Gruppe eine Woche lang quasi nur aufeinanderhängt, dann ist es schon echt angenehm, wenn man die Zeit abends, an der Theke oder so (natürlich mit einem Glas Saft…), mit freundlichen und interessanten Leuten verbringen kann. Und interessant sind sie alle, denn ein Vorteil bei Leuten aus der Reisebranche ist sicherlich, dass viele Menschen eben auch oft viel gesehen haben und dementsprechend oft auch viel zu erzählen haben. Und da kann der Abend an der Theke dann durchaus auch schon mal länger werden, auch wenn der nächste Tag wieder früh beginnt… Aber den Titel dieses Postings habe ich nicht umsonst so gewählt – denn das ist so ungefähr der Nenner auf den man wohl die Einstellung vieler in dieser Branche zusammenfassen kann. Und das ist wirklich das Schöne daran und macht mich wirklich ein Stück weit glücklich, dass ich hier arbeiten darf.

Demnächst sicherlich in diesem kleinen Blog noch etwas mehr zu meinem Berufsleben und sicherlich auch noch die eine oder andere Impression von meinen Reisen.

 Stay tuned.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Menace to Reality, Work & Travel

Muttergefühle.

In den 90er Jahren waren Sitcoms sicherlich *das* Ding in Sachen TV-Serien. In erster Linie sind da natürlich die großartigen Friends oder auch Eine schrecklich nette Familie zu nennen, aber auch Sachen wie Frasier, Becker und Co waren tolle und meist sehr erfolgreiche Serien, die das Gesicht der Fernsehlandschaft lange Zeit mitgeprägt haben. In den letzten Jahren gab es dann zwar immer noch Sitcoms, die durchaus international Erfolg hatten, wie z.B. das mittlerweile zu Ende gegangene King of Queens oder auf kleinerer Ebene Two and a half men, doch der ganz große Trends ist sicherlich abgeebbt und die klassischen Sitcoms werden meist immer mehr von Single-Camera-Comedies wie z.B. Scrubs oder My Name is Earl abgelöst (womit ich auch durchaus leben kann, wenn es solche Ergebnisse produziert).

Dies kann man sicherlich auch an der eher überschaubaren Zahl an erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen dieses Genres in den letzten Jahren sehen. Dieses Jahr sticht da im Grunde nur The Big Bang Theory hervor, die eine durchaus amüsante klassische Sitcom ist und für mich unverständlicherweise hier in der deutschen TV-Serien-Blogosphäre erstaunlich viel Haue bekommt. In den USA hingegen ist sie ausgesprochen erfolgreich und erzielt in den ersten Wochen der neuen Season sogar regelmäßig bessere Quoten als sein Lead-In am Montagabend.

Und damit wären wir dann schon bei How I Met Your Mother, die das Lead-In für eben jenen Neuling darstellt und für mich die beste Sitcom seit Jahren darstellt.

Der großartige Cast von  

Die Grundkonstellation kommt einem sicherlich irgendwie bekannt vor: Die Geschichte von 5 Freunden, die in New York leben und sich mit den Tücken des Alltags und vor allem der Liebe herumschlagen müssen. Ja, in der Tat, das kommt dem aufmerksamen TV-Zuschauer mehr als bekannt vor und daran ändert erstmal auch der Aufhänger der Serie nichts dran. Denn, wie der Titel schon deutlich macht, ist die Serie quasi eine Nacherzählung von Hauptfigur Ted Mosby, der seinen Kindern erklärt, wie er deren Mutter kennen gelernt hat. Das ist zwar durchaus ein wenig originell, aber macht die Serie nicht wirklich besonders.

Nein, was die Serie so großartig und toll und unterhaltsam macht, ist für mich in erster Linie, dass diese Serie einfach hervorragend geschrieben ist. Die Geschichten sind stringent, die Dialoge hervorragend pointiert und die Figuren unglaublich liebens- und gleichzeitig glaubwürdig (naja, zumindest meistens). 

Wie auch schon damals bei „Friends“ ist es die Konstellation unterschiedlicher aber absolut liebenswürdiger Figuren, die dem Zuschauer -also mir- eine enge Bindung an die Serie ermöglichen, so dass man einfach neugierig ist, wie es diesen Figuren weiter ergeht. Entscheidender Faktor war dabei sicher das ausgezeichnete Casting. Während die beiden Hauptfiguren Ned und Robin mit den vorher weitestgehend unbekannten, aber nicht minder sympathischen Josh Radnor und Colbie Smoulders (Gastrolle in „The L Word“), leistete man sich in den „Nebenrollen“ recht bekannte Gesichter. An erster Stelle sind da die bezaubernde Alyson Hannigan (u.a. Buffy & American Pie) und der tolle Jason Segel (Freaks & Geeks) zu nennen, die als beste Freunde von Ted und langjähriges Pärchen Lilly und Marshall unglaublich harmonieren.

Der heimliche Star ist aber dennoch Barney Stinson, gespielt von Neil-Patrick Harris (u.a. Doogie Howser, Starship Troopers), den man einfach beneiden muss: Wer eine Rolle hat, bei dem jede, aber wirklich jede Dialogzeile ein Lacher, meistens aber sogar ein Brüller ist, der hat es nämlich mehr als leicht zu glänzen. Dennoch überzeugt er, wie auch die anderen, eben auch durch tolles komödiantisches Talent und schafft es durch sein perfektes Timing auch eher flachen Sprüchen Klasse zu verleihen. Zumal er laut Making of auf der Season 1-DVD es wohl auch geschafft hat, einige One-Liner selbst zu etablieren, die mittlerweile zu den Running Gags dieser Serie gehören.

Und wo wir gerade beim Thema „Running Gags“ sind, so ist auch dies eine der Stärken von HIMYM, denn die Macher haben es zwar geschafft, zahlreiche wiederkehrende Witze einzubauen, schaffen es aber dabei diese als eigenständige Merkmale der Serie zu etablieren, ohne dass sie verheizt werden. [Ich sage nur: Slap Bet] Dies ist sicherlich in erster Linie ein Verdienst von Pamela Fryman, die neben ihrem Status als Produzentin eine außergewöhnliche Position inne hat: Denn während die meisten Fernsehserien -egal ob Comedy oder Drama- zahlreiche unterschiedliche Regisseure haben, wird bei HIMYM immer von Pamela Fryman Regie geführt, was natürlich zur Folge hat, dass nicht nur ein Stil durchgängig beibehalten wird, sondern auch auf der inhaltlichen Ebene kontinuierlich gearbeitet werden kann. Und man merkt es HIMYM einfach an, dass hinter den Kulissen sowohl auf konzeptioneller Ebene seitens der Erfinder und Produzenten Carter Bays und Craig Thomas, als auch auf der Realisierungsebene mit Pamela Fryman Hand in Hand gearbeitet werden und alle Seiten eine gemeinsame Vision dieser Serie verfolgen.

Wenn man dann noch sieht, wie nah eine solche Serie an der Realität sein kann, obwohl die Inhalte auf Comedy getrimmt sind, dann kann man einfach nicht anders, als diese Serie lieben zu müssen.

===[SPOILER für SEASON 3]=== 

Bestes Beispiel für diese Realitätsnähe sind da meiner Meinung nach die ersten Folgen der neuen Season. Vielerorts musste ich eher verhaltene Kritiken zu diesen ersten Episoden der 3. Staffel lesen, doch wenn ich sehe, wie hervorragend die Trennungssituation von Ted und Robin getroffen worden ist und wieviel ich selbst davon nachempfinden kann (die zeitliche Parallelität zum eigenen Leben war da nur ein höchst sarkastischer Bogenschlag des Schicksals), dann steckt das so manch hochambitioniertes Liebesdrama locker in die Tasche.

 ===[SPOILER ENDE]===

Außerdem finde ich es großartig, dass HIMYM jede Menge toller Gastdarsteller hat. Neben den ganz bekannten Gesichtern wie zuletzt Enrique Iglesias und Mandy Moore, habe ich mich aber vor allem über die vielen Wiedersehen mit Schauspielern aus anderen tollen Serien wie The Wonder Years (Danica McKellar) und dem schon angesprochenen Freaks & Geeks (Samm Levine, Martin Starr) 

Zum Schluss noch ein Fun Fact: Der Titelsong „Hey Beautiful“ (toll gemachter Fan-Clip übrigens!) wird von der Band The Solids gespielt. Zwei Mitglieder der Solids sind Carter Bays und Craig Thomas – Erfinder und Produzenten von How I Met Your Mother.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter, Television Madness

Liebesgeschichte.

Heute gibt es mal keinen Inhalt von mir, sondern „lediglich“ eine Leseempfehlung. Gut, für die meisten erfahrenen Blog-Leser dürfte das ganze schon ein zwei Monate alter Hut sein, aber für mich als Neuling hat es gestern für ca. eine Stunde großes Lesevergnügen gesorgt.

Ja, wenn man den Links weiter unten folgt, muss man etwas Zeit mitbringen – aber es wird sich definitiv lohnen! Gerade für Serien- und TV-Interessierte.

Aber worum geht’s? Es geht um die Ex-Pro Sieben-Telenovela „Lotta in Love„, die im letzten Jahr mit großem TamTam gestartet war und deren Reste in diesem Spätsommer sang- und klanglos am frühen Sonntagmorgen versendet wurden.

Ich selbst habe nie wirklich etwas von dieser Serie gesehen, ganz einfach weil mir dieses Genre komplett fern ist und ich wohl auch nicht zur Zielgruppe gehörte. Außerdem empfand ichs damals als blöde, dass für solch einen Fließbandmüll meine heißgeliebten Simpsons aus dem Vorabendprogramm teilvertrieben wurden.

Nun aber bin ich gestern auf den Blog von Wortvogel gestoßen hinter dem sich mit Torsten Dewi ein Drehbuch- (z.B. Pro7-Märchenstunde) und (TV-)Romanautor verbirgt, der gleichzeitig auch Erfinder und Headwriter eben jenes Telenovela-Versuchs war.

Im August hat er dann anläßlich des Finales seines Serien-Babys einen ganz persönlichen 5teiligen Rückblick auf seine Geschichte mit Lotta verpasst, der wirklich ganz, ganz fantastisch ist! Voller Herzblut und mit unglaublich interesanten Hintergrundinformationen gespickt, ist das eigentlich ein Muss für alle, die an TV und Serien interessiert sind.

Ich habe es gestern jedenfalls verschlungen wie lange nichts mehr, daher möchte ich -auch wenn es schon für viele ein alter Hut ist- auch hier gerne nochmal etwas Aufmerksamkeit auf diese Texte lenken. Gerade meinen Freunden von kino.de, die diesen Blog vielleicht noch nicht kennen, kann ich das nur wärmstens empfehlen.

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5 (hier bitte unbedingt auch die Diskussion in den Kommentaren durchlesen!)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Digi-Tales. Stories from the Blog., Serientäter, Television Madness

The Office.

Gibt es eigentlich irgendwas besseres als wenn ein Arbeitskollege auf youtube erscheint und dort mit lustigen Aktionen sehr unterhaltsam aktiv wird!? =)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Muss man wohl dabei gewesen sein...

QuarterLifeCrisis.

Manchmal muss ein Mann tun was ein Mann tun muss.

Manchmal gibt es einfach Situationen im Leben eines Mannes, die drastische Maßnahmen erforden.

Manchmal muss ein Mann sich fragen, wo der Sinn seines Daseins ist.

Manchmal muss ein Mann sich die Frage stellen, wie er eben dieses Dasein mit einem Sinn, einem Zweck erfüllen kann.

Manchmal muss ein Mann etwas verändern, damit sein Leben wieder „kickt“, wie die jungen Menschen so schön sagen.

Manchmal muss ein Mann seine Vorbehalte über Bord werfen und etwas investieren, um sein Glück zu finden.

Manchmal muss ein Mann eine Gitarre kaufen.

Weil für ein dickes Auto die Kohle noch nicht reicht.

Dies war heute der Fall.

Ich bin gespannt, ob es funktioniert, damit ich mich dann auch irgendwann mal beim Singen selbst begleiten kann.

PS: Und wer jetzt nach diesem testorongeschwängerten Beitrag Maximo Park ins Spiel bringt, der soll drei Mal vom Blitz getroffen werden…

Achja, ihr tollen Musikfachverkäufer. Ich find’s ja toll, wenn ihr gewisse Prinzipien habt und so. Aber ihr sollt verdammt noch mal die Leute sinnvoll beraten und nicht den Musiknazi raushängen lassen, wenn ihr merkt, dass jemand als blutiger Anfänger erstmal mit simpleren Modellen und simplerem Equipment anfangen will. Jemand, der nicht einen Akkord spielen kann, braucht garantiert kein 200 oder 300€-Modell und auch kein Stimmgerät, das fast so teuer wie die Gitarre ist.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Hast du Töne!?, Menace to Reality