Kurz aufgepickt: Kops & Kung Fu Panda.

Kops
Komödie, Schweden 2003

Irgendwo in der schwedischen Provinz sorgt eine 6köpfige Polizeiwache für Ruhe und Ordnung in ihrer kleinen Gemeinde – ohne dabei vor wirkliche Hindernisse gestellt zu werden, ist die Kriminalitätsrate dort doch bei quasi Null. So bleibt also ausreichend Zeit, um die eine oder andere ausgebüchste Kuh einzufangen und es sich ansonsten gut gehen zu lassen oder den eigenen Tagträumen hinzugeben.

Doch eines Tages bekommt die Wache Besuch aus Stockholm von einer Mitarbeiterin des Polizeistabs, die die Dorfpolizisten über die baldige Schließung der Wache informiert. Schließlich gäbe es ja ohne Kriminalität keinen Grund hier weiterhin eine Wache zu unterhalten.

Aber da die Jungs (und die Dame) nicht wirklich auf den Kopf gefallen sind, scheint es noch einen Ausweg zu geben, um die Schließung zu vermeiden: Kriminalität muss her! Und wenn man ohnehin schon selbst nicht allzu viel zu tun hat, dann kann man ja eigentlich auch direkt selbst dafür sorgen…

Der Regisseur mit dem typisch schwedischen Namen Josef Fares sorgte 2000 zum ersten Mal für Aufsehen mit seiner hervorragenden Culture-Clash-Comedy „Jalla Jalla„. Drei Jahre später legte er dann, teilweise mit dem gleichen Team, mit dieser „Provinzbullen“-Komödie nach, die in Schweden zu einem Riesenhit wurde und auch in anderen Ländern veritable Erfolge verzeichnen konnte – und das durchaus zurecht. Zwar nimmt sich der Film auch ab und mal seine Auszeiten, aber insgesamt ist Fares Fares auch hier wieder ein unterhaltsamer Film, voll mit verschrobenen Charakteren gelungen. Durchaus empfehlenswert für einen amüsanten Abend ohne größere Ansprüche. Sehr gut gefiel mir im Übrigen auch die Art und Weise, wie das Ganze zu Ende gebracht worden ist. Mal schauen, was von der schwedischen Fares-Clique demnächst noch so kommt. Allmählich wird es mal wieder Zeit.

7 von 10 Gabeln

 

Kung Fu Panda

Komödie/Animation, USA 2008

 

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile gehören Animationsfilme ja zum alltäglichen Kinogeschäft und dass die Animationstechnik fast jedes Mal großartig aussieht ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Von daher geht es also demnach eigentlich vorwiegend um Geschichten.

Eben jene ist allerdings nicht wirklich die Stärke von Kung Fu Panda, in dem es um den eher tollpatschige Pandabären Po geht, der durch einen Zufall (es gibt keine Zufälle!) auserwählt wird, der nächste Drachenkrieger zu werden und das heimische Tal vor dem drohenden Überfall durch den bösen KungFu-Meister Tai Lung zu bewahren. Leider geizten die Drehbuchautoren an wirklichen Wendungen, so dass das Geschehen weitestgehend überraschungsarm bis zum großen Finale so vor sich hinplätschert.

Nun würde man natürlich erwarten, dass ich den Film somit hier ordentlich abstrafe und eine miese Bewertung gebe – tue ich aber nicht. Denn unter dem Strich habe ich mich nämlich so gut wie gar nicht gelangweilt, sondern mich wirklich unterhalten gefühlt. Denn während bei der Story weitestgehend gespart wurde, ist es immerhin hervorragend gelungen, den Film mit einer ordentlichen Portion Humor und Witz anzufüllen, so dass die Sequenzen zwischen den Kampfszenen sehr kurzweilig gestaltet werden.

Hinzu kommt -und jetzt führe ich mein eingangs getätigtes Statement schon ad absurdum-, dass die Optik von KFP wirklich großartig gelungen ist. Einerseits natürlich State-of-the-art-Animationstechnik, aber andererseits auch immer wieder eingestreute Szenen im klassisch-asiatisch angehauchten Zeichentrickstil, die wirklich toll eingebaut sind und dem Film so sein ganz eigenes Flair verleihen.

Ohnehin sind auch die immer wieder mal auftauchenden Referenzen an die klassischen Kung Fu-Filme (von denen ich die wenigsten kenne, aber zumindest einige vermuten kann) eine wunderbare Auflockerung, die den Film so insgesamt sehr kurzweilig werden lässt.

Im Grunde also ein Film wie ein Glückskeks: Nicht gerade nahrhaft aber durchaus mal für ein wenig Amüsement gut.

7 von 10 Gabeln

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Cinema Paradiso

3 Antworten zu “Kurz aufgepickt: Kops & Kung Fu Panda.

  1. Deinem Eindruck von „Kops“ kann ich nur zustimmen. Habe den Film ebenso wahrgenommen. Dafür kenne ich „Jalla, Jalla“ noch nicht – sollte ich wohl einmal nachholen…

  2. Kurz und knapp: Jap, solltest Du nachholen. Ist zwar eine Komödie der etwas derberen Sorte, aber durchaus charmant und „frisch“ umgesetzt.
    Meine damalige „Kritik“ ist übrigens oben verlinkt, wenngleich sie auch nicht gerade zu den textlichen Highlights meiner Autoren-Karriere zählt. =)

  3. So. Bin beim stoebern wieder Mal hier gelandet.

    KOPS:
    Herrlicher Film. Keine riesen Stars, wo man schon weiss, wie die spielen und was man erwarten kann.
    Ich find die Charaktere gelungen und man sieht wie man aus eigentlich wenig Geld, viel erreichen kann, wenn man weiss wie eine Geschichte zu bauen ist.
    Natuerlich ist dies jetzt nicht der Film, der die Intellektuellen hinter dem Ofen hervor holt. Aber fuer Diejenigen, die einfach Mal wieder niveauvoll unterhalten werden wollen und an kleinen Dorfgeschichten Freuden haben, sehr empfehlenswert.
    Nichts fuer Liebhaber von Imbissbuden 😉

    Jalla Jalla:
    Ist ein bischen „anderst“. Lustig, aber definitiv nicht jedermanns Geschmack. Die 3 Typen sind gut, aber fuer Einige doch zu ueberzogen.
    Aber wenn Fares Fares, dann wuerde ich mit Jalla, Jalla anfangen und dann Kops. Ist eher die Steigerung. Umgekehrt ist man vielleicht enttaeuscht.

    KUNG FU PANDA:
    Kann ich zustimmen, obwohl ich grundsaetzlich eh nicht mehr so die Erwartungen in Geschichten und Kommerz-Animationfilme stecke.
    Aber ich denke eben, dass die nicht so guten Bewertungen, die ich in Zeitschriften gelesen habe, mich gut vorbereitet haben. Naehmlich ohne grosse Erwartungen.
    Und mit dieser Einstellung habe ich den Film echt lustig gefunden. Habe selten in einem animierten Film so gelacht. Gut. Vielleicht in Shrek 1 noch, wo Alles neu war.
    Aber wenn der Panda ungewollt durch die Gegend fliegt…
    Interessant war wie auch von Dir teilweise erwaehnt, das Zusammenspiel von verschiedenen „Techniken“.

    PS: Das Spiel auf der XBox ist dann nicht so toll 😉

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