Monatsarchiv: Januar 2010

Projekt Hörsturz #13

Nachdem ich die Runde 12 des schönen  „Projekt Hörsturz“ leider verpasst/verpennt habe, muss ich natürlich direkt mal dafür sorgen, dass es mir auch mit Runde 13 so geht und dementsprechend sofort daran teilnehmen.

Worum geht es nochmal?
Grob vereinfach werden in jeder Runde fünf vorher von den Teilnehmern vorgeschlagene und per Zufall ausgewählte Lieder zur Diskussion und Bewertung freigegeben und können dann von jedem Teilnehmer in ihrem Blog mit 0-5 Punkten bewertet werden. Der beste Punkteschnitt „gewinnt“ – wobei es natürlich in erster Linie darum geht, neue Musik kennenzulernen bzw. einem breiteren Publikum vorstellen zu können.

Ausführliche Erläuterungen gibt es natürlich im entsprechenden Regelbeitrag im freeqnet.

1) Die Stiele – Das Blatt (von dehkah)

Was als etwas schwermütige, deutschsprachige Piano-Ballade mit Streichereinsatz und Zupfgitarre beginnt, gewinnt nach der Hälfte plötzlich an Fahrt, bevor es auf einmal in einen sehr temporeichen Hardrock/Metal-Song mit Blockflöteneinsatz übergeht. Klingt komisch? Ist aber so. Und ich muss sagen, mir gefällt dieser sehr seltsame Hybrid doch ziemlich gut. Das einzige was dieser jungen Band aus Niedersachsen zu fehlen scheint, ist ein brauchbarer Leadsänger. Vielversprechend, auch was da sonst noch so auf dem Myspace-Profil zu hören ist.

Meine Wertung: Wohlwollende 3,5 von 5 Gabeln

2) Le Tigre – Deceptacon (von LemonHead)

80er gehen natürlich immer. Mir nur leider hier etwas auf den Sack. Ein bisschen Gitarre, ein bisschen Keyboard, ein bisschen Drumcomputer, dazu ein paar Songzitate und vor allem eine sehr enervierende Stimme der „Sängerin“. Ist natürlich nicht scheisse, aber mag ich nicht. Ist mir grad und überhaupt zu anstrengend.

Meine Wertung: Genervte 1,5 von 5 Gabeln

3) A Perfect Circle – Counting bodies like sheep to the rythm of war drums (von kasumi)

Wo wir gerade beim Thema „Zu anstrengend“ sind. Nicht nur dass mir die Holzhammer-Subtilität des Videos gepflegt auf den Keka geht (der natürlich nicht in die Wertung kommt), nein, auch das „Lied“ an sich, ist mal so überhaupt nicht meins. Hehre politische Botschaften schön und gut, aber das ist einfach nur grausam anzuhören mit dieser hochgradig enervierenden Geräuschkulisse, die im Wesentlichen den gebrüllten Titel untermalt.

Meine Wertung: Weiterhin genervte 1 von 5 Gabeln

4) DIN[A]Tod – Carol’s Fascination (von Robert)

So mag ich die 80er dann doch schon etwas lieber. Pluckernde 80er Synthie-Sounds, eine Cure-ähnliche Gitarrenspur und getragener weiblicher Gesang – das ist alles nichts überragendes, aber speziell nach den gerade gehörten anstrengenden Song eine sehr angenehme Abwechslung. Kann man sehr gut hören.

Meine Wertung: Solide 3 von 5 Gabeln

5) Ocean Colour Scene – Mrs. Maylie (von juliaL49)

Die einzige Band, deren Namen ich zumindest schon mal gehört habe, ist Ocean Colour Scene – gehört habe ich von ihnen allerdings bislang noch nix. Und auf den ersten Eindruck habe ich da auch nicht zwangsweise das Gefühl ich hätte etwas verpasst. Klassischer Rock mit poppigen Elementen, Klavierbegleitung im Hintergrund und eingängigem, aber textlich beschränktem Gesang. Doch dann nach gut 70 Sekunden bricht der Song auf einmal komplett ab und man baut eine knappe Minute klassischen Singer-Songwriter-Pop der 60er/70er ein, bevor dann wieder zum Schema des ersten Drittels zurückkehrt. Das lässt mich insgesamt etwas ratlos zurück, denn das erste und letzte Drittel sind jeweils schön catchy aber eben auch sehr einfältig, während das Mittelstück zwar sehr gelungen und auch kreativ ist, aber wie ein kompletter Fremdkörper wirkt. Schade.

Meine Wertung: Leicht irritierte 2,5 von 5 Gabeln

Irgendwie keine wirklich pralle Runde für mich.

Nun zu meinem Songvorschlag für die kommende Runde, eine Sonderrunde namens „Local Heroes“.

Ich hatte schon vorab, als der Vorschlag aufkam ein wenig rumüberlegt, wer es denn werden sollte, schließlich gibt es hier in Köln und Umland durchaus eine sehr brauchbare Musikszene, mit so einigen potentiellen Kandidaten. Zwei Bands habe ich dabei allerdings favorisiert und mich nach kurzem Ringen für die weitaus weniger subtile Variante entschieden, aber vielleicht auch gleichzeitig für die etwas „riskantere“ Option. Die andere Band wird dann einfach in einer der nächsten Runden vorgeschlagen.

Mein Vorschlag ist daher eine Kölner Band, die Deutsch singt und eben extrem heimatverbunden ist (und zudem am 29.1. ihr neues Album „Klassenfahrt“ veröffentlicht):

Wise Guys – Köln ist einfach korrekt (kein Originalvideo)

Das ist vielleicht nicht der beste und auf keinen Fall der aktuellste Wise Guys-Song, aber er springt einem halt (vielleicht neben „Nein, Nein, Nein“ oder „Weil ich ein Kölner bin“) einfach extrem ins Auge, wenn es um „Local Heroes“ geht. Ich hoffe, er wird ausgewählt und ich bin dann natürlich gespannt, wie Acapella-Musik in der Kritiker-Runde ankommt.

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Simon says: Sing.

Zugegeben, sich über trashige Reality-TV-Formate aufzuregen und auszukotzen hat eigentlich sooo einen Bart und es gibt nun wirklich mehr als genug Medienblogger, die in schöner, vorhersehbarer Regelmäßigkeit die entsprechenden Beiträge veröffentlichen. Aber ist ja auch okay, lese ich ja selbst immer mal wieder ganz gerne.

Und dennoch widme ich heute einmal einen kurzen Beitrag dem Sängerwettstreit „Deutschland sucht den Superstar“, der vergangene Woche wieder auf RTL gestartet ist. Denn wie es der Zufall will, hat es sich ergeben, dass ich am Samstag erst die 20.15h-Folge von DSDS gesehen habe und am selben Abend auch noch die erste Episode der 9. Staffel von American Idol, der amerikanischen Variante des britischen Erfolgshits.

Dabei war der Unterschied dann eben derart frappierend, dass es mich doch schon etwas schockiert hat.

Bei DSDS stößt ja besonders vielen Kritikern immer wieder die bloßstellende Art und Weise auf, wie Menschen jenseits der Norm durch die Inszenierung der Lächerlichkeit Preis gegeben werden. Die Macher bei RTL reden sich dann gerne damit heraus, dass ja mittlerweile jeder wissen müsste, worauf er sich da einlässt und mit einer gewissen humoristischen Aufarbeitung rechnen muss.

Das entspricht natürlich durchaus ein bisschen der Wahrheit, da RTL in den letzten Jahren den Weg der Bloßstellung immer weiter beschritten hat. Und ebenso wahr ist, dass dies dennoch immer wieder Leute in Kauf nehmen, mehr oder weniger bewusst (nimmt man mal an, dass da nichts gestellt ist – was ich nur bedingt glauben mag, aber das ist mein Problem). Wahr ist zudem leider, leider auch, dass dies durchaus sein Publikum findet und selbst in meinem Freundeskreis wurde sich in diesem Jahr explizit zum Fremdschämen getroffen – weswegen ich eben am Samstag auch zugeschaut habe.

Teil dieser Wahrheit ist allerdings auch, dass es eigentlich auch beinahe ganz anders funktionieren kann. Das zumindest zeigt die amerikanische Variante American Idol, die vergangene Wochen mit beinahe 30 Mio. Zuschauern absolute Spitzenwerte erreicht hat. Bei einer Nettosendezeit von knapp 90 Minuten wurden gerade einmal drei eher freakige Kandidaten gezeigt (wenn ich mich nicht groß verzählt habe), was ich doch relativ erstaunlich fand. Gut, eine Kandidatin kam dabei direkt als Erste, aber das will ich mal vernachlässigen, denn der Schwerpunkt beim vorangegangenen Satz liegt auf dem Wörtchen „gezeigt“. Nicht verarscht, wie es bei DSDS der Fall ist.

Und das hat mich, neben dem großen Schwerpunkt auf den musikalischen Aspekten, vor allem erstaunt: Auch bei AI gibt es zwar private Interviews, in denen sich schräge Kandidaten selbst bloßstellen können, aber das wird dann auch tatsächlich meist der Wahrnehmung des Zuschauers selbst überlassen. Eher subtil wird zwar ein bisschen mit Musik gearbeitet (wie bei dem eher spirituellen Kandidaten, der mit Enigma – Return to Innocence unterlegt wurde – ein Song, den ich seitdem im Ohr stecken habe…), aber vor allem verzichtet man nahezu komplett -bis auf einen Adlerschrei beim Auftritt des Spiritualitätstypen- auf irgendwelche cartoonistischen Soundeinspielungen und komplett auf irgendwelche grafischen Unterstützungsmittel zur Lächerlichmachung der Kandidaten.

Das geht mir persönlich nämlich am meisten auf den Keks: Wenn sich Leute im Fernsehen lächerlich machen wollen, dann lasst sie es meinetwegen gerne tun, aber doch bitte nicht mithilfe primitiver Geräuscheinspielen und eingeblendeten Cartoongeruchswolken. Besonders bei diesem exzessiven Gebrauch durch RTL, wo beinahe bei jedem einzelnen Kandidaten irgendwas eingespielt wird, fühle ich mich in einer unangenehmen Weise genötigt, diesen oder jenen Kandidaten lächerlich zu finden.
Wieso muss ein Programm unbedingt auf den kleinstmöglichen Verstand potenzieller Zuschauer ausgerichtet sein? Traut RTL seinen Zuschauern nicht zu, dass sie ihre eigene Bewertung eines Auftritts vornehmen können? Ob sie einen Kandidaten wirklich lächerlich, lustig – oder eben vielleicht doch eher bemitleidenswert finden wollen, sollte doch eigentlich jeder selbst entscheiden können, oder nicht?

FOX, sonst ja doch gerne mal im Fokus der Kritiker, scheint dies zumindest seinen Zuschauern zuzutrauen, wodurch die ganze Show doch weit weniger Fremdschämfaktor hat und weit mehr einem echten Gesangswettstreit ähnelt. Klar, mit Sicherheit gibt es in einem Land mit einer fast viermal so großen Bevölkerung weit mehr gute Talente, mit denen man Sendezeit füllen kann und doch muss es eigentlich auch für RTL möglich sein, den Schwerpunkt auch bei den Castings auf das Musikalische zu legen.

Es gibt natürlich noch weitere Aspekte, die erwähnenswerte Unterschiede darstellen. Bei American Idol wird beispielsweise noch jede Folge ein Casting behandelt, während bei RTL mittlerweile lustig Ausschnitte aus den verschiedensten Orten zusammengeschnitten werden, um so vermutlich die vermeintlich optimale Mischung aus Freaks und Schicksalschlägen zu garantieren. Leider bedeutet dies gleichzeitig auch eine gewisse Beliebigkeit, die den Effekt nur verstärkt, dass den Machern der Gesangswettbewerb eigentlich egal ist.
Vielleicht ist das sogar aufrichtiger, denn auch bei American Idol geht es letztlich schließlich nur um Show, Quote und Kohle – aber Spaß macht mir das nicht mehr sonderlich.

Zu guter Letzt liegt sicherlich auch ein gewisser Unterschied in den beiden Jurys. Abgesehen davon, dass bei American Idol ein vierter, prominenter Gastjuror dem ganzen doch noch etwas mehr Glamour verleiht (wie dieses Mal Victoria Beckham), ist eben ein Dieter Bohlen auch kein Simon Cowell, der insgesamt eben einfach etwas eleganter, charmanter rüberkommt, als der Dieter, der eben doch vorwiegend eine Sprüchemaschine ist (wofür das Schimpfwort-Schweinderl nur ein weiteres Indiz ist).

Aber okay, es funktioniert beides in den entsprechenden Märkten durchaus hervorragend und mir muss es ja nicht gefallen. Dennoch wollte ich zumindest mal kurz mein Erstaunen über die extremen Unterschiede in beiden Fassungen niederschreiben.

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Der ganze Rest.

Da die Season 2009/2010 mittlerweile schon soweit vorangeschritten ist, dass es wenig Sinn macht, im bisherigen Tempo weiter die vergangene TV-Saison zu besprechen, machen wir es heute mal etwas anders.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

Dollhouse
Drop Dead Diva
Friday Night Lights
Fringe
Gary Unmarried
Greek
Grey’s Anatomy
Gossip Girl
Heroes
House

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Rückblick kann doch wirklich jeder – Der Best of 2009-Sampler [CD1].

Ein frohes neues Jahr, liebe Lesergemeinde! Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Rutsch mit einem anständigen Kater.

Um hier mal wieder ein bisschen mehr Leben reinzubekommen, schließen wir heute mal thematisch direkt an den letzten Eintrag von 2009 an und widmen uns wieder der Musik. Und wie der Titel des Eintrags schon vermuten lässt, beschäftigt sich dieser Post mit der musikalischen Ausbeute des abgelaufenen Jahres. Allerdings nicht als schnöde Liste sondern als richtiger Sampler, der auch in diesem Jahr (wie schon 2007) wieder 2 CDs beinhalten wird.

Die Regeln sind dabei ganz simpel:

1) Die Songs müssen ihren offiziellen Release im abgelaufenen Kalenderjahr in Deutschland gehabt haben (entweder auf einem Album oder als Single – oder wahlweise auch als Download)!
2) Der Sampler muss auf eine oder auf zwei Audio-CDs passen – also max. eine Laufzeit von 60-80 Minuten pro CD!
3) Nur ein Song pro Künstler!

Selbstredend sollte man natürlich bei der Zusammenstellung der Trackliste auf einen gewissen Hörfluss achten und darauf dass die Songs jeweils zusammenpassen. Regelwerke dafür wurden ja schon zuhauf zusammengestellt (sei es bei High Fidelity oder bei How I Met Your Mother [„All Rise!“]). Aber das ist natürlich eigentlich Ehrensache eines Mixtape-Machers.

Wer sich selbst einmal daran versuchen möchte, der sei hiermit herzlichst eingeladen. Da ich selbst daran Interesse haben, wie andere Sampler ausschauen und vor allem, was ich alles so verpasst habe, würde ich mich über einen Trackback natürlich freuen.

Wie schon erwähnt wird der Sampler insgesamt 2 CDs umfassen, heute kümmern wir uns aber nur um den ersten Teil des Samplers, der mehr die „untypische“ Seite meines Geschmacks reflektiert und Ausflüge in die Genres Rap, HipHop, Elektro und Mainstream-Pop machen wird. Die zweite CD wird dahingehend wesentlich straighter und gitarrenbezogener sein.

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Wer parallel zum Lesen den Sampler hören möchte der klicke bitte hier,
um zur entsprechenden Playlist (jetzt komplett!) bei grooveshark zu gelangen.

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