Monatsarchiv: März 2011

Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 10/11 – Vol. 2

Trotz der momentanen Ablenkungen durch die Demonstrationen und den mittlerweile schon über zwei Tage andauernden Polizeieinsatz hier in der Straße soll es auch hier wieder weitergehen, mit meinen Einschätzungen der Serienneuling der jetzigen TV-Season.

Teil 1 findet Ihr hier.

Wie schon im ersten Teil erwähnt, kann die Reihenfolge der Serien als grob aufsteigend interpretiert werden, wobei die Einstufungen sicherlich nur so ungefähr zu nehmen sind und gerne mal nach Tagesform variieren können. Aber zumindest einen Anhaltspunkt sollte es geben. Ansonsten ist die Kommentarfunktion natürlich immer gerne dafür offen, mir weitergehende Fragen zu stellen. =)

===================================

Traffic Light
Die letzte im vorangegangenen Teil erwähnte Serie, war die im Dezember abgesetzte Serie Running WildeErsetzt wurde Running Wilde dann lustigerweise von einer Serie, die weitaus massenkompatibler erscheint – aber zumindest bei mir nur auf einem ähnlichen Bewertungslevel landet.
In Traffic Light, der Adaption einer israelischen Serie, geht es um drei Freunde in den Dreißigern, und darum, wie sie sich durch das Leben schlagen.
Roter Faden sind dabei so ein wenig die im Auto, oftmals am Telefon, geführten Gespräche untereinander. Wobei vom Gefühl her dieser Aspekt immer mehr verschwindet, je länger die Serie dauert.
Die Serie erfindet das Rad der Comedy auch nicht neu, ist aber immerhin recht frisch als Single Camera-Show inszeniert und hat, für mich, recht sympathische Charaktere.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

Hellcats
In jeder Season brauche ich ja für mich ein richtiges „Guilty Pleasure“. Dieses Jahr ist das für mich mit Hellcats eine CW-Serie, die -logisch bei CW- klar auf junge Mädels gerichtet ist.
Die junge, toughe Marti will Rechtsanwältin werden, kann sich aber das Studium so nicht leisten und bewirbt sich deshalb für ein Stipendium als Cheerleaderin – obwohl das gegen ihre indidualistische Natur gerichtet ist.
Begonnen habe ich mit der Serie mal als meine Footballbegeisterung ein akutes Hoch hatte, wobei sie letztlich, trotz teilweise sehr moralingeschwängerter Subtexte, tatsächlich nicht ganz übel ist.
Und halbnackten Frauen bei rhythmischen Tanzbewegungen zuzuschauen – da ist man nun mal Mann… Wobei man der Serie auf jeden Fall zugute halten kann, dass man im späteren Verlauf der ersten Staffel durchaus das Thema Sportfixierung im College und seine Auswüchse recht kritisch anpackt.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

Endgame
Zugegeben, mit gerade mal 2 gelaufenen Episoden, kann man die Serie Endgame, die beim kanadischen Sender Showcase läuft noch nicht wirklich vernünftig einstufen.
Dennoch würde ich sie hier ungefähr einordnen vom Gefühl her, schließlich kann man nach den ersten beiden Folgen dieses Crime-Procedurals schon ungefähr einordnen, wie der Hase läuft.
Endgame ist eine von den klassichen Ermittler-Serien, bei denen jemand aufgrund seiner speziellen Kenntnisse, Verbrechen aufklärt, wie man es so ähnlich von Numbers, Bored to Death (in anderem Genre) oder Monk kennt.
Ausnahme ist hier, dass es sich beim Protagonisten um ein Schachgenie handelt, dass nach einem traumatischen Erlebnis sein Hotelzimmer in Vancouver nicht mehr verlässt und so quasi aus der Ferne und indirekt Fälle löst (und dabei in der Regel nicht der Polizei hilft, sondern mit Helfern auf eigene Faust ermittelt).

Fazit: 6 von 10 Gabeln [unter Vorbehalt]



The Cape
Mit Fantasy- und Superheldenserien wurden die wenigsten großen Networksender in den letzten Jahren glücklich. Ausnahme war lediglich NBC mit der ersten Staffel von Heroes.
Dementsprechend einigermaßen logisch, dass ausgerechnet NBC mal wieder eine Superheldenserie ins Programm dieser Season nahm.
The Cape spielt in der fiktiven Stadt Palm City und handelt von einem ehrlichen Polizist, der unschuldig für ein Verbrechen verantwortlich gemacht wird und dadurch in den Untergrund muss, wo er dank eines Capes und Training quasi Superkräfte erhält.
In der durch den privaten Sicherheitsdienst ARK regierten Stadt, in der zahlreiche Superschurken ihr Unwesen treiben, versucht er daraufhin mit mehreren Unterstützern für Recht und Ordnung zu sorgen und gegen ARK zu kämpfen.
Die hat teilweise das Problem, dass sie sich etwas zu ernst nimmt und dadurch teils etwas unfreiwillig komisch bis trashig rüberkommt. Dennoch war sie insgesamt eine Abwechslung im Serienallerlei und ich habe mich über diverse Schauspieler gefreut, wie natürlich Summer Glau und Vinnie Jones, aber auch zahlreiche Gastrollen wie Thomas Kretschmann oder Mena Suvari.

Fazit: 7 von 10 Gabeln

Episodes
Nachdem er als Darsteller von Friends enorme Erfolge feierte und im Anschluss daran mit seiner eigenen Show floppte, machte sich Matt Le Blanc auf den TV-Bildschirmen als Darsteller absolut rar.
Doch nun, fünf Jahre nach dem Ende von Joey, kehrt Le Blanc erstmals wieder zurück als Schauspieler mit einer zentralen Rolle in der Serie „Episodes“.
Die showtime-Serie kann man wohl am besten als „Meta-Serie“ bezeichnen: Le Blanc spielt hier eine entfremdete Version seiner eigenen Person – ähnlich wie bei Pastewka oder dem Vorbild Curb Your Enthusiasm, allerdings mit dem Unterschied, dass Episodes nicht aus seiner Perspektive erzählt wird.
Im Zentrum der Show steht allerdings ein britisches Pärchen, die nach Hollywood ziehen, um dort ein Pilot für die Adaption ihrer britischen Erfolgscomedy zu drehen, deren Hauptfigur mit Le Blanc besetzt werden soll.
Episodes ist dabei in seinen besten Momenten nahezu brillant, vor allem wenn das Showbiz aufs Korn genommen wird, allerdings schlägt die Serie über die meiste Zeit doch ein relativ gemächliches Tempo an.

Fazit: 7 von 10 Gabeln


Breakout Kings
Nachdem Prison Break bei Fox ursprünglich ein Riesenerfolg war, dann aber letztlich als Schatten seiner selbst nach vier Staffeln abgesetzt wurde, begab sich Fox auf die Suche nach einem würdigen Nachfolger, den man praktischer Weise bei zwei der Macher von Prison Break fand.
Breakout Kings handelt dieses mal allerdings nicht in erster Linie von den Ausbrechern, sondern von einer Gruppe inhaftierter Krimmineller, die dank spezieller Kenntnisse von der Polizei eingesetzt werden, um entflohene Schwerverbrecher zügig wieder einzufangen.
Nun ist es, ähnlich wie bei Endgame, so, dass nach gesehenen 3 Episoden, ein Urteil eher überstürzt. Zudem hat die Serie eindeutige Schwächen, wie z.B. eine insgesamt sehr oberflächliche Charakterzeichnung. Auch wurde in der Pilotepisode die Grundhandlung zu schnell und überhastet eingeführt, ohne wirkliche Hintergrundinfos zu bieten.
Dennoch ist die Serie eben überwiegend durchaus fesselnd, wodurch ich sie gefühlt schon mal gerne irgendwo hier einordnen möchte.
Die relativ hohe Position ist allerdings vor allem der dritten und bisher letzten Episode geschuldet, in der die Macher doch tatsächlich die Chuzpe hatten einfach mal den genialen Robert Knepper in seiner genialen Rolle des T-Bag auch in diese Serie zu bringen. Das war schon großartig.

Fazit: 7 von 10 Gabeln [unter Vorbehalt]
-EDIT: Nach dem Schreiben des Texts habe ich mittlerweile auch Episode 4 gesehen, die einen recht interessanten Fall bot und sich zudem auch ein wenig Zeit nahm, einen Teil der Figuren etwas näher zu beleuchten und dadurch mehr Tiefe zu geben. Das kann durchaus wirklich noch was werden.

 

Fairly Legal
Nach Ansicht des Piloten, der zwar nett war, aber auch etwas belanglos, entschied ich mich dazu, die Serie, trotz Sarah Shahi (das Leckerchen aus Life), nicht weiter zu schauen. Doch wie das dann oft so ist, kam ich durch Zufall dann doch dazu, auch Folge 2 zu schauen und begann dann irgendwie die Charaktere und den Stil der Serie zu mögen.
Shahi spielt hier eine junge Anwältin namens Kate Reed, die sich nach dem Tod ihres Vaters dazu entscheidet fortan nur noch als Mediatorin in der Kanzlei ihres Vaters zu arbeiten, die jetzt von ihrer Stiefmutter geleitet wird.
Kate legt bei den Mediationen eine eher anarchische Methodik an den Tag, der aber durchaus immer zum Erfolg führt. Auf eine gewisse Art erinnert mich die Serie dadurch lose an House – auch wenn Kate teilweise zwar kaputt, aber sicherlich umgänglicher und nicht so misanthropisch ist.
Die Serie läuft auf dem kleinen Sender USA, der zuletzt durch zahlreiche, sehenswerte Eigenproduktionen Aufsehen erregte, und in diese Reihe fügt sich Fairly Legal mit seinem insgesamt recht lockeren Unterton ziemlich gut ein.

Fazit: 7 von 10 Gabeln


Shameless
Shameless ist die Adaption einer britischen Erfolgsserie, die mittlerweile in der 8. Staffel bei Channel 4 läuft und zahlreiche Preise im Laufe der Jahre abräumte.
Die Rechte für die US-Version hat sich der Pay-TV-Kanal Showtime gesichert, was dank der erlaubten Flucherei und Nacktszenen durchaus eine gute Platzierung war. Schließlich ist Shameless eine insgesamt ziemlich dreckige und teilweise durchaus vulgäre Serie.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die 7köpfige Familie eines alleinerziehenden, arbeitslosen Alkoholikers (genial: William H. Macy), der ein ziemlicher Taugenichts ist und sich wenig bis gar nicht um seine 6 Kinder kümmert.
Durch die Vernachlässigung seitens des Vaters muss die älteste Tochter Fiona (ebenso toll: Emmy Rossum) den absolut chaotischen Haushalt schmeissen.
Wie geschrieben, die Serie ist sehr dreckig und hart, hat aber dennoch eine teilweise sehr unterhaltsame, beinahe lockere, weil lebensbejahende Komponente, die mir sehr gut gefällt.
Da ich allerdings erst 4 Episoden bislang gesehen haben ist auch die Wertung vorläufig und könnte tendentiell noch nach oben rücken.

Fazit: 7 von 10 Gabeln [unter Vorbehalt]

 

Rookie Blue
Schon etwas länger her, dass diese Serie gestartet und gelaufen ist. Ich habe es damals, wenn ich mich recht erinnere, als „Grey’s Academy“ bezeichnet, also im Grunde die klassischen Grey’s Anatomy-Elemente der Anfangszeit (Ausbildung & Beziehungen) statt im Ärzte-Milieu halt im Cop-Milieu angesiedelt.
Hauptfigur ist Andy McNally (gespielt von Missy Peregrym, Reaper), Tochter eines erfolgreichen und hochdekorierten Polizisten, die versucht ebenfalls im Polizeiberuf Fuß zu fassen. Neben ihr stehen noch mehrere weiter Azubis und ihre Ausbilder im Fokus.
Peregrym war -da bin ich ehrlich- ursprünglich der Grund bei der Serie dran zu bleiben, aber relativ schnell habe ich doch durchaus an der kanadisch-amerikanischen Co-Produktion insgesamt Gefallen gefunden. Zumal Toronto als Handlungsort auch mal eine angenehme Abwechslung ist.

Fazit: 7 von 10 Gabeln


Hawaii Five-0
Mit Remakes alter, bekannter Serien ist das ja immer so eine Sache, da sie leichten Erfolg versprechen, aber nach einem kurzen Hype gerne auch mal scheitern.
Bei Hawaii Five-0 könnte CBS allerdings ein ziemlicher Wurf gelungen sein, wenn man sich die Quoten so anschaut. Und das auch durchaus nicht völlig zu unrecht, denn die Serie macht alles in allem ziemlich viel Spaß.
Ähnlich wie im Original handelt die Serie von einer Task Force auf Hawaii, die von der Gouverneurin des Inselstaats eingesetzt wurde, um Schwerverbrechern das Handwerk zu legen.
Natürlich bietet die Serie kein hochgradig anspruchsvolles Drama, aber als actionlastiges Popcorn-TV mit schicken Bildern und ordentlichem Tempo ist Hawaii Five-0 sicherlich eine der passendsten Shows im TV momentan.
Dazu gibt es von Hawaii natürlich jede Menge schicker Bilder und mit dem Duo Alex O’Loughlin & Scott Caan hat man eine ziemlich perfekte Besetzung der Hauptrollen gefunden, die sehr gut miteinander harmoniert.
Beeindruckende Notiz am Rande übrigens, dass es die Serie doch extrem schnell ins deutsche TV bei Sat1 geschafft hat. Würde man sich doch häufiger wünschen.

Fazit: 8 von 10 Gabeln


Weiter geht es irgendwann rund ums Wochenende mit der „Top10“. Versprochen.

Advertisements

7 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 10/11 – Vol. 1

Da am vergangenen Wochenende kein Bundesligaspieltag war, dachte ich mir, ich könnte die Gelegenheit nutzen, um mal zu schauen, wie viele Leute diesen Blog hier überhaupt noch in ihrem Feedreader haben.

Denn auch wenn ich lange nicht mehr darüber geschrieben habe, bin ich nach wie vor aktiv abhängig in Sachen Serien und das gehört eben beizeiten auch mal wieder verarbeitet. In Anbetracht der krassen Ausmaße, die diese Sucht mittlerweile angenommen hat, habe ich mich dazu entschieden, dieses Mal nur zu Serien etwas zu schreiben, die grob in den letzten 9-10 Monaten mit ihrer ersten Staffel gestartet sind. Andernfalls wäre es mir wirklich zuviel.

Sollte sich dennoch jemand für meine Einschätzungen von „alten“ Serien interessieren, kann er/sie natürlich gerne in den Kommentaren (oder via Twitter) nachfragen. =)

Aber nun konkret zum Thema:

Es gibt, wenn ich nichts übersehen habe, etwa 30 Serien, die in den letzten Monaten angelaufen sind und bei denen ich zumindest mal in den Piloten reingeschaut habe. Zwei davon habe ich nicht gelistet, weil ich sie noch auf der „Warteliste“ geparkt habe: Undercovers, sowie Blue Bloods, wovon ich den Piloten gesehen habe, er mich nicht wirklich begeistern konnte, bevor mir im Nachhinein sehr stark dazu geraten wurde, es doch nochmal zu probieren. Wird also nachgeholt.

Dazu gibt es dann noch eine Reihe von Serien, die ich nach dem Piloten oder der zweiten, dritten Folge gekippt habe und die ich daher hier nochmal separat aufführe:

– Bedlam
Horrorkram in einem neuen Loft/Appartment-Gebäude, in dem sich früher ein Irrenhaus befand. Absolut nicht mein Ding.

– Portlandia
Hier bin ich nach zwei, drei Folgen ausgestiegen. Die Sketch-Comedy-Serie hat zwar durchaus ihre Momente, aber die waren mir dann doch zu rar gesät.

– Off the Map
Shonda Rhimes, die Schöpferin von Grey’s Anatomy und Private Practice, zieht mal wieder ihren Stiefel durch. Diesmal lediglich mit etwas mehr MacGyverismen in kitschigschöner Dschungelkulisse. Nope.

– Outcasts
Ich glaube, das war irgendwas mit Science Fiction. Aber genau weiss ich das jetzt auch nicht mehr.

– Lights Out
Hier gehts um einen alternden Boxer, ehemaliger Schwergewichtsweltmeister, der trotz gesundheitlichen Problemen nochmal ein Comeback wagen will. Grundsätzlich nicht verkehrt, aber der Pilot war mir irgendwie zu mühselig.

– Retired at 35
Ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, aber es war eine ziemlich altbackene Sitcom, bei der inhaltlich der Name das Programm vorgab.

– The Chicago Code
Cop-Serie, bei der diverse Polizisten einer Einheit in Chicago begleitet werden. Wirkte komplett uninteressant.

– Detroit 1-8-7
Diese Cop-Serie bekommt im Nachhinein doch einiges an Lob ab, aber der komische Pseudo-Doku-Stil hat mir im Piloten überhaupt gar nicht zugesagt, daher wurde es von mir direkt gekickt.

===============================

Nun aber zu den Serien, die ich tatsächlich gesehen habe. Man kann grob eine aufsteigende Reihenfolge herauslesen, wobei die Feinheiten, gerade wenn es um Serien in der selben Einstufung geht, natürlich nicht in Stein gemeisselt sind, sondern vermutlich morgen schon wieder anders sortiert sein könnten.

Shit my Dad says
Eine Serie, die auf einem Buch basiert, das wiederum auf einem erfolgreichen Twitteraccount basiert?
Zumindest hat das mal für einigermaßen Buzz gesorgt, zumal der grantelnde Dad mit William Shatner sehr aufmerksamkeitswirksam besetzt wurde.
Alleine, das Resultat kann mit dem generierten Hype nicht wirklich Schritt halten. Denn herausgekommen ist eine ziemlich biedere und konventionelle Sitcom, der man anmerkt, dass der Ursprung eben eine lange Liste von Onelinern ist, die mal mehr, mal weniger zünden.

Fazit: 4 von 10 Gabeln

Mad Love
Eine Gruppe von jungen Erwachsenen aus New York deren Beziehungsleben in einer Sitcom behandelt wird – klingt bekannt?
Bei Mad Love drängt sich der Vergleich zu den bekannten Vorbildern Friends und How I Met Your Mother förmlich auf. Auch wenn die Serienschöpfer sich bemühen, die Ausgangslage etwas anders zu gestalten, kommt man nicht umhin, ständig zu vergleichen – und das tut der Serie nicht gut.
Sehr schade, da die Namen Sarah Chalke und Jason Biggs eigentlich für Comedy-Qualität bürgen sollten, aber es ist doch irgendwie alles recht belanglos und mit zu wenig Charme umgesetzt.
Die einzigen guten Momente zieht die Serie im Grunde aus dem Zusammenspiel der beiden besten Freunde, der Hauptfiguren. Das reicht nicht wirklich, um mehr als Nebenbeiunterhaltung zu sein.

Fazit: 4 von 10 Gabeln


InSecurity
Kanada fiel mir serientechnisch bisher eher selten durch Comedies auf, auch wenn bspw. Being Erica natürlich auch sehr viel Witz besitzt.
Mit InSecurity wird sich dieses Image nicht grundlegend ändern, aber wer auf ein bisschen Zucker-Abrahams-Zucker-esque Unterhaltung mit viel Slapstick und Albernheiten steht, der sollte hier ganz ordentlich bedient werden.
Es geht dabei um eine Abteilung des kanadischen Geheimdienstes namens NISA, die sich mit der Aufklärung von diversen Schwerverbrechen befasst und dabei vor allem durch ziemlich viel Dummheit und Tölpelhaftigkeit auffallen.
Wie gesagt, oftmals regieren Albernheiten und Slapstick, aber dank der Ironie in Bezug auf das kanadische Selbstverständnis ist es teilweise durchaus annehmbar.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Mike & Molly
Bei Mike & Molly war ich im Vorfeld ziemlich skeptisch, spielen die Hauptrollen doch zwei stark übergewichtige Menschen, die sich zu Beginn der Serie kennenlernen und ineinander verlieben.
Dementsprechend befürchtete ich, dass sich der Humor vor allem daraus ziehen würde, dass man sich über die beiden dicken Menschen lustig macht. Dem ist erfreulicher Weise nicht wirklich so, auch wenn gewisse Klischees durchaus mal zur Sprache kommen.
Das Problem der Serie ist allerdings auch hier mal wieder, dass man sich insgesamt zu altbacken und bieder präsentiert und die Gags oftmals recht ausgelutscht sind. Dementsprechend lebt „Mike & Molly“ in allererster Linie von der guten Chemie der beiden Hauptdarsteller, die beide sehr sympathisch rüberkommen und gut miteinander harmonieren.

Fazit: 5 von 10 Gabeln


Outsourced
Auch bei Outsourced war ich einigermaßen vorsichtig. Prämisse der Serie ist, dass eine US-Firma ihr Call Center nach Mumbai auslagert und dazu einen ihrer Angestellten aus dem tiefsten Kansas als Büroleiter dorthin schickt.
Mit dieser Ausgangslage war die Gefahr relativ groß, dass man sich auch hier vorwiegend mit Stereotypen befasst – was teilweise auch durchaus der Fall ist, aber doch unter dem Strich auf recht charmante Weise.
Zu einer richtig guten Serie macht das Outsourced natürlich noch nicht, aber doch ein relativ bunter Farbtupfer im Einheitsbrei der Comedies. Zudem ist Diedrich Bader ein cooler Hund.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Come Fly With Me
Ich gebs ja nur ungern zu, aber mit Little Britain konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Wobei ich das einfach mal darauf schiebe, dass ich das immer nur in der synchronisierten Fassung gesehen habe.
Nun hat jedenfalls das Team von Little Britain zur Weihnachtszeit eine neue Serie an den Start gebracht, die auch wieder im „Mockumentary“-Stil aufgezogen ist. Die Serie lehnt sich dabei an die Dokus an, die sich mit dem (Arbeits-)Leben an einem Flughafen befassen und so werden Arbeiter am Check-In, am Zoll, Kabinenpersonal und Airline Chefs „begleitet“.
Natürlich ist alles typisch überzeichnet und karikiert, aber im Gegensatz zu LB habe ich hier wirklich meinen Spaß gehabt. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass ich beruflich der Thematik nahe bin.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Better With You
Einmal mehr eine klassische Sitcom über Liebe und Leben in der Großstadt. Dieses Mal mit dem Ansatz, dass hier drei Pärchen in unterschiedlichen Beziehungsstadien gezeigt werden.
Da gibt es das neu verliebte Pärchen, die durch eine ungewollte Schwangerschaft in ein langfristiges Miteinander gedrängt werden. Dazu die ältere schwester, die schon ein paar Jahre in einer festen, aber informellen Beziehung mit ihrem Partner ist.
Und dann natürlich die Eltern des Schwesternduos, die schon seit mehreren Jahrzehnten zusammen sind. Durch die Gegenüberstellung bestimmter Situationen und den unterschiedlichen Umgang ergeben sich immer wieder frischere Momente in einer ansonsten konventionellen Sitcom.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Running Wilde
Dass Running Wilde abgesetzt werden würde, war eigentlich schon nach Ansicht des Piloten klar und in Anbetracht dessen, dass man nun mal auf FOX lief. Der sehr schräge Humor dieser Serie von Arrested Development-Macher Hurwitz war einfach nicht gemacht für den breiten Massenmarkt.
Hinzu kommt, dass die Serie an sich eben auch nicht so überragend war. Sie hatte sicherlich ihre lichten Momente, aber eben auch oftmals Szenen, die mir selbst eher unangenehm waren. Was u.a. z.B. an David Cross liegt, den ich nicht so gerne mag.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

 

Weiter geht es in den nächsten Tagen. Versprochen.

12 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter