Monatsarchiv: November 2009

Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Gary Unmarried, Greek.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

Dollhouse
Drop Dead Diva
Friday Night Lights
Fringe

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Gary Unmarried

Der drohende Tod der klassischen Multi-Kamera Sitcoms wurde in den vergangenen Jahren ja gerne immer wieder thematisiert, und einige Beispiele sprachen ja durchaus dafür, dass diese altbackene Variante irgendwann mal aus den Sendeplänen der Networks verschwindet. Vor allem natürlich diejenigen Sitcoms an denen Kelsey Grammer mitwirkte, wie „Back to you“ im letzten oder „Hank“ in diesem Jahr.

Nichtsdestotrotz gab es in den letzten Jahren auch immer wieder positive Beispiele von Sitcoms, die Anklang beim Publikum fanden. Ein Neustart aus dem vergangenen Jahr, dem dies durchaus achtbar gelang, war mit Sicherheit „Gary Unmarried“, eine völlig konventionelle Sitcom über Gary, einen Anstreicher mit zwei pubertierenden Kindern, der sich gerade von seiner Frau Allison geschieden hat. Die Serie thematisiert nun Garys Leben als quasi-alleinerziehender Vater, seiner neugewonnenen Freiheit auf dem „Datingmarkt“ und natürlich dem ewigen Kampf gegen seine Ex-Frau.

Wie soeben erwähnt, ist Gary Unmarried durchweg konventionell, aber dennoch in meinen Augen sehr charmant, was zum Einen mit Sicherheit an Jay Mohr liegt. Sein Gary bringt den Balanceakt zwischen väterlichen Pflichten und den oftmals tapsig wirkenden Versuchen des Hörnerabstoßens überaus sympathisch und glaubhaft rüber, da man Mohr sowohl die Vaterfigur als auch den leichtlebigen „Slacker“ absolut abnimmt. Zudem bietet die Konstellation der Scheidung die Möglichkeit, dass die gegenseitigen, durchaus bissigen Beleidigungen zwischen Gary und Allison authentischer rüberkommen als das normalerweise bei verheirateten Ehepartnern in vielen Sitcoms der Fall ist, die sich die bissigen Kommentare oftmals ebenso an den Kopf werfen – aber eben verheiratet sind, wodurch es manchmal doch etwas übertrieben erscheint.

Machte das jetzt irgendwie Sinn? Naja, jedenfalls mag ich die Serie wirklich gerne und kann sie als kleinen, unterhaltsamen 22 Minuten-Happen wirklich empfehlen. Keine große Kunst, aber das muss man ja auch von Sitcoms nicht unbedingt erwarten. Neben Mohr sind auch die meisten anderen Rollen, gerade auch die beiden Kinder sehr gut besetzt und Erziehungs- wie Beziehungssituationen bieten ausreichend Spannungsfelder für witzige Geschichtchen.

Meine Wertung: 7 von 10 Gabeln [für Season 1]

Greek

Ich muss an dieser Stelle mal ganz ehrlich sein: Es fällt mir sehr schwer, etwas zur zweiten Staffel von Greek zu schreiben, ohne dass ich jetzt allzu sehr in inhaltliche Beschreibungen der Geschichte abdrifte. Schließlich habe ich die wesentlichen Fakten zum Inhalt von Greek, sowie meine gefühlsmäßige, wie sachliche Einschätzung zur Serie (1. und 2. Staffel unterscheiden sich da kaum, gilt also nach wie vor), schon im letzten Jahr ausführlich genug notiert.
Wer sich an diesen Text nicht mehr erinnern kann und die Serie noch nicht kennt, dem sei ein Klick und ein Blick auf jeden Fall nochmal dringendst ans Herz gelegt. Denn so uninspiriert ich beim Verfassen dieses Textes bin, so extrem viel Spaß macht es doch, diese Serie zu gucken.

Es gibt wohl wenig Serien (vielleicht noch HIMYM und CHUCK), die ich so gerne anschaue und so schnell es geht, in den Player schiebe. Ich fühle mich einfach pudelwohl, wenn ich wieder einmal in die Welt der Cyprus-Rhodes University „abtauchen“ kann und mich von den bunten, leichtfüßig inszenierten Geschichten rund um die Studentenverbindungen Kappa Tau, Zeta Beta Zeta und Omega Chi unterhalten lassen kann.

In Season 2 werden selbstverständlich all die Beziehungsgeschichten aus der ersten Staffel weitergeführt, hinzu wird -auf altbekannt unterhaltsame und witzige Weise- dieses Mal ein klassischer Klischee-Geheimverbund a la Skulls & Bones (oder Steinmetze) eingeführt und die ZBZs geraten in ernsthafte politische Schwierigkeiten, nachdem sich ein Teil des Hauses abspaltet und eine neue Sorority gegründet wird.

All das wird Euch vermutlich nichts sagen, da die Serie nach wie vor ein -meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigtes- Schattendasein fristet, aber vertraut einfach meinem Wort: Traut Euch mal an die Serie heran, denn sie füllt, zumindest für mich, thematisch wirklich perfekt ein Loch, da das College-Leben in der momentanen US-Serienwelt quasi gar nicht abgedeckt wird. Die Serie ist teilweise ein bisschen soapig, aber die Charakterzeichnung ist wirklich hervorragend und authentisch, die Musikauswahl ist exzellent und die Inszenierung wunderbar locker, ohne aber die gefühlvollen Momente zu vernachlässigen.

Mal schauen, ob es nach Staffel 3 noch weitergehen wird, da die Quoten zuletzt doch etwas eingebrochen sind und es fraglich ist, ob ABC Family die Serie weiterführen will. Dennoch lohnt es sich, da auch so schon über 60 Episoden zusammengekommen sind (sofern nicht überraschenderweise ein vorzeitiger Abbruch der Serie zustande kommt – aber so mies sind die Quoten dann auch wieder nicht).

Meine Wertung: Starke 8 von 10 Gabeln [für Season 2]

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Friday Night Lights, Fringe.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

Dollhouse
Drop Dead Diva

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Friday Night Lights

Mehrmals habe ich ja schon beschrieben, dass ich beruflich Gruppen von Reiseveranstaltern oder Reisebüromitarbeitern in die USA begleite, um ihnen „unsere“ Regionen zu zeigen. Fester Bestandteil dieser Reisen ist auch immer ein Besuch in einer Shopping Mall – ohne geht einfach nicht. Da ich nicht jedes Mal mein ganzes Geld für Klamotten und Schuhe raushauen will, vertreibe ich mir die Zeit, die die Gruppe mit von Shop zu Shop rennen verbringt, in der Regel in den dortigen DVD-Läden (sofern es welche gibt – leider werden solche Läden in den US-Malls irgendwie seltener).  Schließlich habe ich meist Aufträge von Freunden, die es zu erfüllen gilt, sind DVDs, besonders Serien-Boxen meist in den USA wesentlich günstiger (und natürlich auch früher) zu erhalten als hier in Deutschland.
Vor allem wenn es mal wieder schöne Aktionen a la „Buy one, get one free“ gibt, wie es zum Beispiel letztes Jahr in Miami der Fall war. „Unglücklicherweise“ hatte ich allerdings eine ungerade Zahl an Bestellungen, so dass ich für die Ausschöpfung des B1G1F-Angebots noch eine weitere DVD mitnehmen konnte und mich damals spontan für die erste Staffel von Friday Night Lights entschied, eine Serie von der ich schon einiges Positives gehört hatte.

Die Box verstaubte dann ein knappes Jahr lang in meinem Regal, bis ich  in diesem Sommer auf einmal nichts mehr „zu gucken“ hatte (abgesehen von den 6 Staffeln Sopranos, die hier noch drohend neben meinem TV-Gerät stehen *hüstel*), so dass ich mich dann mal dazu aufraffte, mit FNL zu beginnen.

Und etwa einen Monat später mit dem Ende von Staffel 3 aufhörte.

Sollte das als Argument noch nicht ausreichen, um Euch dazu zu bewegen, möglichst dringend, mit Friday Night Lights zu beginnen, dann gehe ich nun auch gerne noch etwas mehr ins Detail:
Hauptfigur der Serie ist Eric Taylor, der Headcoach des High School Football Teams einer Kleinstadt im ländlichen Texas namens Dillon, doch auch zahlreiche Mitglieder des Teams und Personen im Umfeld werden näher beleuchtet, so dass die Serie zwar eine starke Football-Lastigkeit hat, aber doch viel mehr ist: Ein äußerst intensives und absolut authentisch wirkendes Portrait des Lebens in einer amerikanischen Kleinstadt.
Die Authentizität und Intensität wird vor allem durch die spezielle Inszenierung erreicht, denn nicht nur handelt es sich bei vielen Jungschauspielern um Laien, sondern auch das Filmen der Szenen wird meist in einer Einstellung ohne Unterbrechungen vorgenommen und den Schauspielern dabei relativ freie Hand beim Improvisieren gegeben. Diese „Rauheit“, unterstützt durch eine teils dokumentarähnliche Kameraführung, die dennoch absolut hochwertig wirkt, vermittelt eine wirklich intensive Atmosphäre, die mich selbst ohne größere Cliffhanger wirklich fesselte und den bekannten und ebenso gehassten wie geliebten Sogeffekt bewirkte, der zum dauernden Wiedereinschalten führt.

Hinzu kommt, dass die Macher um Produzent Peter Berg, der schon 2004 für die Verfilmung des gleichnamigen Buchs verantwortlich war, ein perfektes Gefühl für das Storytelling und die Weiterentwicklung der Geschichte haben, und auch nicht vor durchaus harten Schnitten wie dem „Entfernen“ zentraler Charaktere haben, um die Geschichte glaubwürdig zu halten. Und bei einer Geschichte mit vielen Protagonisten in ihrer High School Zeit ist ein solches Herauswachsen nun mal unumgänglich. Zudem werden auch bei den erwachsenen Hauptfiguren die Weiterentwicklungen bis zu einem gewissen Maße nicht außer Acht gelassen – vor allem natürlich im jüngsten Sprung von Staffel 3 zu 4 (der hier aber natürlich erstmal aussen vor gelassen werden soll).

Wie schon erwähnt, steht im Mittelpunkt von Friday Night Lights, Headcoach Eric Taylor, dessen Darstellung durch Kyle Chandler mich ein ums andere Mal schwer begeistert. Die Balance zwischen hartem Hund und sorgendem Familienvater (und diversen Nuancen dazwischen) ist wirklich hochgradig beeindruckend und ergänzt sich perfekt mit dem Spiel von Connie Britton, die seine Frau portraitiert (was sie übrigens auch schon im Kinofilm machte). Darüber hinaus sind es aber natürlich die zahlreichen Jungschauspieler, die hier Woche für Woche beeindruckende Leistungen hinlegen und die Serie eben erst zu dem ganz speziellen Erlebnis machen, dass sie ist.

Für einen Eindruck von der Stimmung, die die Serie transportiert, empfehle ich auf jeden Fall einen Blick auf die Opening Credits zu werfen, die trotz ihrer Konventionalität mit zu den besten gehören, die es in Sachen TV Serien momentan gibt. (Wobei das hier die von S04 sind und mit den Original-Credits nicht mehr ganz mithalten können)

Ausgestrahlt wird die Serie übrigens auf NBC, sowie seit Staffel 3 auch vorab im Bezahlsendern DirecTV, was dazu führte, dass die Finanzierung auf derart soliden Beinen steht, dass die Serie, aktuell gerade in Staffel 4 gestartet, schon für eine fünfte Season verlängert wurde.

Meine Wertung: 10 von 10 umfassenden Gabeln [für die ersten drei Staffeln]

Fringe

Nachdem die Tage von LOST gezählt sind, sind die amerikanischen TV-Sender logischerweise auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger,  der bei den Fans für entsprechenden Buzz sorgen und den Bedarf für ordentliche Mystery decken kann. Und was läge näher als den Macher von Lost, JJ Abrams, für ein solche Substitut zu verpflichten? FOX versuchte dies 2008 mit der Serie Fringe, was allerdings leider nur so mittelgut gelang.
Als weltweit eine Reihe von unerklärlichen und physikalisch als schwer möglich erscheinenden Ereignissen auftritt, wird im FBI eine „Fringe Division“ gegründet, die wissenschaftliche Hintergründe und die Zusammenhänge zwischen diesen Phänomenen erforschen soll. Federführend in dieser „Abteilung“ ist FBI Agentin Olivia Dunham, die  gemeinsam mit dem Grenzwissenschaftler Walter Bishop und dessen Sohn Peter, hauptsächlich als „Übersetzer“ und „Kindermädchen für seinen exzentrischen Vater tätig, sowie einer weiteren Agentin namens Astrid, versucht Licht in die Mysterien zu bringen.

Wie viele andere Serien, braucht auch Fringe zu Beginn der Debütstaffel ein paar Folgen, um sich selbst zu positionieren, einen gewissen „Groove“ zu finden und dadurch den Zuschauer auch wirklich bei der Stange halten zu können. Mit der Zeit wird Fringe dann tatsächlich zu einer sehr soliden SF/Mystery-Serie, bei der es durchaus Spaß macht zuzuschauen und dran zu bleiben, allerdings bauen die Macher um Abrams leider immer mal wieder Folgen ein, die lediglich ein „Case of the week“ sind, und wenig zur Mythologie der Serie beitragen. Dabei ist Fringe, meines Erachtens immer dann wirklich gut (zumindest in den späteren Folgen), wenn es auch um die Beleuchtung der Hintergründe geht und immer wieder dann, wenn mit „Massive Dynamic“ der undurchschaubare Big Player im Hintergrund wieder seine Finger mit im Spiel zu haben scheint. Natürlich verstehe ich, dass JJ Abrams es bei Fringe explizit darauf angelegt hat, eine Mystery-Serie zu schaffen, die auch für den Gelegenheitszuschauer halbwegs nachvollziehbar bleibt – nur geraten meines Erachtens dadurch eben einige Episoden als komplett überflüssig, da sie kaum bis gar nichts zum Fortschreiten der Serie an sich beitragen, sondern rein um der Schaueffekte willen inszeniert zu sein scheinen. Und das gefällt mir persönlich dann eben nicht mehr gut, da die komplette Metaebene quasi wegfällt.

Achja, für das „Wissenschaft Prison“ hat die Serie natürlich jetzt schon seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern sicher. =)

Meine Wertung: 7 von 10 Gabeln [für Season 1]

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Dollhouse, Drop Dead Diva.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

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Dollhouse

Joss Whedon zählt in meiner „Peer Group“ ja schon zu so etwas wie den popkulturellen Göttern – für mich nicht ganz so, dennoch respektiere ich sein Werk und habe Firefly wirklich beeindruckend gefunden, sowie Dr. Horrible geliebt (und ja, Buffy habe ich nie wirklich gesehen).
Mit seinem neuesten Projekt „Dollhouse“ hat er im vergangenen Jahr dann bei FOX wieder eine Serie an den Start gebracht, dass bei vielen Fans vorab für feuchte Höschen gesorgt hat – bei der Ausstrahlung aber doch auch für einige Enttäuschungen. Dass die Geschichte über eine Organisation, die programmierbare Menschen für gefährliche Missionen (oder auch sexuelle Aktivitäten) „verleiht“, zudem quotentechnisch für FOX kein richtig großer Erfolg werden würde, war dabei allerdings keine so richtig große Überraschung.
Für meinen Geschmack ist Dollhouse eine sehr ordentliche Serie gewesen, doch wenngleich sie einige vielversprechende Ansätze zeigte, hatte sie doch eben auch oftmals Leerlauf und war etwas mühselig anzuschauen.

Meine Wertung: 6 von 10 Gabeln [für Season 1]

Drop Dead Diva

Wenn man ein Serienjunkie ist, wie ich es bin, dann kommt es manchmal durchaus vor, dass man auch über Serien stolpert, die einem nicht so hundertprozentig zusagen, aber dennoch hängen bleibt. Entweder aus Gründen des Fantums, oder aus Gründen, weil man bestimmte Darsteller(innen) großartig findet – oder einfach weil grade Sommerpause ist und sowieso nicht viel anderes in dem Bereich gerade läuft. So verhält es sich dann auch in diesem Fall, bei der Serie „Drop Dead Diva“, die auf dem kleinen Frauensender Lifetime während dieses Sommers (und Frühherbstes) ausgestrahlt wurde. Drop Dead Diva startet im Piloten mit dem bloden Model Deb Dobson, die einen schweren Autounfall erleidet und stirbt. Nachdem sie in ihrem Leben eher oberflächlich war und weder gute noch schlechte Taten vollbracht hat, wird sie an der Himmelspforte als „Null“ eingestuft, was ihr nicht so richtig gefällt, so dass sie am Computer des zuständigen Himmelsbeamten auf den „Return“-Knopf drückt – und prompt wieder auf die Erde zurückgeschickt wird. Aber selbstverständlich nicht in ihren eigenen Körper, sondern in den einer übergewichtigen, aber intelligenten Anwältin namens Jane Bingum, die sich gerade kurz zuvor in einen Pistolenschuss geschmissen hatte und tödlich verwunden worden war. So muss sich die oberflächliche Deb nun einerseits gegen die (auch eigenen) Vorurteile gegenüber ihrer Figur zu Wehr setzen und gleichzeitig den ungewohnten Job als Anwältin meistern.
Nicht leichter wird das natürlich dadurch, dass der neue Angestellte der Kanzlei Grayson Kent ausgerechnet Debs Ex-Freund ist, dem sie sich als Jane aber selbstverständlich nicht wirklich nähern kann.
Diese klassische Bodyswitch-Geschichte ist in ihren besten Momenten durchaus gewitzt und manchmal clever inszeniert, aber die Produzenten machen es sich und ihrer Protagonistin doch gerne auch mal sehr einfach und viele Fälle wirken doch etwas an den Haaren herbeigezogen in ihren direkten Verbindungen zum Leben von Jane und/oder Deb. Leichte Kost für zwischendurch halt und in den USA hatte die Serie für den Kanal Lifetime sogar ausserordentlich großen Erfolg, auch dank einiger Gastauftritte bekannterer Stars, wie beispielsweise Paula Abdul.

Meine Wertung: 5 von 10 weiblichen Gabeln [für Season 1]

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Damages, Dexter.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

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Damages

Eines der wirklich exzellenten Neustarts im Jahr 2007 war mit Sicherheit das Glenn Close-Vehikel „Damages“ des Cable Networks FX über eine junge Anwältin (Rose Byrne), die in einen Sog von Gewalt, Verschwörungen und Intrigen gerät, als sie einen Job bei der renommierten Kanzlei von Patti Hewes (Close) annimmt. Wirklich hervorragendes Drama, fesselnd inszeniert – allerdings auch keine ganz leichte Kost.
In Season 2 hat mich die Serie phasenweise nicht mehr ganz so begeistern können, trotz erneutem Staraufgebot was die Darstellerriege angeht: Zu Byrne und Close, sowie weiterhin Ted Danson, gesellen sich noch so illustre Namen wie Timothy Olyphant, Marcia Gay Harden und William Hurt.
Dennoch ist es nach wie vor eine wirklich hervorragende Serie, die sich weit über dem Schnitt befindet und wenig mit „normalem“ Fernsehniveau zu tun hat, sondern definitiv einer Ausstrahlung auf der großen Leinwand würdig wäre – wenn man das denn noch so sehen will.

Meine Wertung: 9 von 10 Gabeln [für Season 2]

Dexter

Auch bei Dexter muss ich in diesem Fall sagen, dass ich etwas mehr Probleme mit der betreffenden Staffel (in diesem Fall Nummero 3) hatte – was diesmal sogar zu einer Herabstufung führt. Von 10 auf 9 ist allerdings mit Sicherheit noch immer ein absolut hohes Niveau, denn mit der Einführung von Miguel Prado (großartig: Jimmy Smits) gelingt den Machern auch in dieser Season wieder ein sehr beeindruckender Schachzug, um Dexter in neue Konflikte und Situationen zu stürzen. Etwas schwächer hingegen, der ganze Story-Arc um Debra und ihr Beziehungsgeflecht zu Anton und Quinn.

Meine Wertung: 9 von 10 Gabeln [für Season 3]

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Eingeordnet unter Serientäter

Oral-Musik.

In meinem erweiterten Freundeskreis gibt es, schwer vereinfacht gesagt, zwei Gruppen an Musikvorlieben: Die Einen sind große Freunde von den Böhsen Onkelz, die anderen schwere Verehrer einer Kölner Combo namens Wise Guys. Überschneidungen gibt es nur sehr selten (also Leute, die für beide empfänglich sind) und bei unserem alljährlichen Trip nach Renesse wurden beide Bands schon mal gerne genutzt, um sich gegenseitig ein wenig auf den Senkel zu gehen. Und auch wenn beide Musikgruppen wohl unterschiedlicher kaum sein könnten, so haben sie dennoch eine wirklich große Gemeinsamkeit: Während sie in den Albumcharts regelmäßig große Erfolge feiern und ausverkaufte Hallen bei den Konzerten Standard sind, werden sie doch vom Radio, Musik-TV (so es denn mal existiert) und sonstigen Mainstream-Medien gerne mal weitestgehend ignoriert.

Dass ich selbst kein allzu großer Freund der Böhsen Onkelz bin, könnte sich der regelmäßige Leser vielleicht schon gedacht haben. Falls nicht, dann noch mal hier: Ich finde die Musik der Onkelz furchtbar. Selbst wenn man die diversen Gerüchte über eine gewisse „Rechtslastigkeit“ im „mind set“ der Musiker ausblendet, so bleibt am Ende doch immer noch eine Gruppe, die musikalisch sicherlich was drauf hat, aber einen unerträglichen Front“sänger“ mit einer grausligen Stimme ihr eigen nennt und zudem in der Mehrheit auch noch selten dämliche Texte vertonen, die vor allem auf ein „Uns findet jeder scheisse, aber das juckt uns doch nicht“ hinauslaufen.

Nein, bei uns im Freundeskreis zähle ich definitiv zu den Anhängern der Wise Guys und um die soll es in diesem Eintrag auch eigentlich gehen, schließlich stand gestern zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder ein Konzertbesuch bei diesem wirklich exzellenten Acapella-Quintetts aus Köln an. Wobei, Acapella machen sie nun nicht mehr, sondern Vokal-Pop (was immer noch dasselbe ist, nur ein zeitgemäßerer Name). Und aus Köln stammen sie offiziell nun leider auch nicht mehr so richtig, sondern aus Hürth bei Brühl in der Nähe von Köln.

Die Wise Guys sind: Eddi, Ferenc, Nils, Dän und Sari

Und noch eine weitere Änderung gab es in diesem Jahr: Denn nach 14 Jahren in unveränderter Besetzung entschied sich Clemens dazu, sich von nun an einem „richtigen“ Beruf zu widmen, so dass seit letztem Januar mit Tenor Nils Olfert frisches Blut den Sound der Wise Guys aufpeppt.

Doch trotz dieser verhältnismäßig vielen, mehr oder weniger gravierenden Veränderungen, war das gestrige Konzert in der Kölner Philharmonie doch im Grunde dasselbe, was ich aus vier Konzerten und von fünf Alben (die Wise Guys führen damit die Rangliste der Bands mit den von mir selbst gekauften Alben deutlich an vor -believe it or not- Wyclef Jean) kannte:

Exzellente Acapella-Musik, tolle Texte, überaus witzige und spitzfindige Zwischenmoderationen, ausgefeilte und nicht immer ganz ernst gemeinte Choreographien – kurzum: Rund zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung!

Klar, Acapella-Musik (oder eben Vokal-Pop) ist für viele Menschen vermutlich erst einmal etwas befremdlich, da man mit dieser Stilrichtung doch sehr, sehr selten konfrontiert wird.
Ich würde sogar behaupten wollen, dass die letzten größeren Single-Charterfolge in Deutschland für reine Acapella-Musik schon locker 20 Jahre her sein dürften (Housemartins mit Caravan of Love und Flying Pickets mit Only You – oder fallen einem noch jüngere Beispiele ein?).

Nichtsdestotrotz haben sich die fünf Wise Guys in den vergangenen 14 Jahren eine zunehmend größere Fanbasis erspielt und sind mit den letzten drei Alben jeweils in den Top 10 der deutschen Albencharts eingestiegen, mit dem letzten Album „Frei!“ in 2008 sogar auf Platz 2. Zudem halten sie den Besucherrekord für Konzerte mit Eintritt einer einzelnen Vokalmusikgruppe (14.000 Besucher im Kölner Tanzbrunnen vergangenes Jahr – ein wirklich zu empfehendes alljährliches Event, dem ich schon zweimal beigewohnt habe!).

Auch gestern besuchten das „Heimspiel“ der Wise Guys wieder beinahe 2000 Menschen, die allem Anschein nach doch alle sehr begeistert waren – zumindest wurde, wie beinahe üblich trotz Bestuhlung bei einigen Songs wieder aufgestanden und mitgetanzt. Mitklatschen und Mitsingen ist sowieso Standard bei den Konzerten des Quintetts.

Im Vordergrund standen bei der Setlist an diesem Abend natürlich viele (teilweise noch potentielle) Songs für das kommende Album „Klassenfahrt“, das Ende Januar erscheinen wird, so dass für mich selbst einige Titel doch neu waren. Ein Favorit war mit Sicherheit „Schlechtes Karma“, der es hoffentlich auf jeden Fall auf das Album schaffen wird – wenngleich er zu einem nicht unbedeutenden Teil von der hervorragenden Choreo lebte. Aber auch „Moin“, „Im Flugzeug“ und „Der Mann, der alles zweimal machte“, sowie einige Balladen wie „Mit besten Grüßen“ wussten auf Anhieb (oder äh auf den zweiten Blick) absolut zu gefallen und steigern die Vorfreude auf die nächste Langspielplatte.
Ein weiterer Schwerpunkt war natürlich das aktuelle Album „Frei“ mit den Songs „Am Anfang“, „Es ist nicht immer leicht“, „Alles in die Luft“, „Sonnenschein“, „Seemann“ und natürlich den beiden aufwändig choreographierten „Quäl Dich Fit“ und der äh Michael Jackson-Hommage „Schiller“.
Dazu kam eine tolle Version von Robbie Williams „Angels“ und einige Quasi-Klassiker von älteren Alben wie „Radio“, „Hier und Jetzt“, „Wo der Pfeffer wächst“ oder auch die nahezu uralten, aber nach wie vor hervorragenden „Mädchen, lach doch mal“ und „Jetzt ist Sommer“.

Wie oben schon erwähnt, sind die Auftritte der Wise Guys, aber eben nicht nur das reine Runterspulen einer Setlist, sondern sie leben vor allem -neben den meist augenzwinkernden Choreographien- vor allem von den überaus unterhaltsamen Zwischenmoderationen, die meist von Dän Dickkopf oder Eddi Hüneke gehalten werden und gerne mal ein wenig kabarettistisch angehaucht sind und ab und an auch gerne das Publikum einbeziehen (wie in der obligatorischen Publikumsbefragung) und so eine sehr intime Atmosphäre bei ihren Konzerten kreieren. Was wohl auch eines der „Geheimnisse“ für ihren langanhaltenden und eigentlich im größer werdenden Erfolg ist.

Ihr merkt sicherlich meine Begeisterung für die Wise Guys und ich kann es nur wirklich jedem absolut ans Herz legen, mal ein Konzert des Quintetts besuchen. In den nächsten Wochen werden sie unter anderem in Hamburg, Siegen, Bayreuth, Kempten, Augsburg und Wien auftreten – also einfach mal auf die Webseite schauen und sich einen Ruck geben! Ich habe bisher noch niemanden erlebt, der einen Besuch bereut hätte (und ich habe schon einige „First timer“ mit dabei gehabt – auch heute wieder).

Um sich einen Eindruck zu verschaffen empfehle ich auf jeden Fall einen intensiveren Besuch auf der Homepage der fünf Jungs, wo sich u.a. alle Videos befinden – die ich aber leider hier nicht einbinden kann. Besonders empfehlenswert sind:
Sonnencremeküsse – einer meiner absoluten Lieblinge
Es ist nicht immer leicht – die letzte „Single“
Ohrwurm – ein absoluter äh Ohrwurm (dafür verbürge ich mich)

Der absolute Klassiker „Jetzt ist Sommer“ (von 2001) ist immerhin auch auf youtube zu finden und wird daher hier selbstverständlich eingebunden:

Um einen Einblick zu erhalten, wie denn so ein Live-Auftritt von den Wise Guys ausschaut, empfehle ich folgende Aufzeichnung eines Konzerts bei 3sat. Der Song ist eine… naja… Ballade namens „Nur für Dich“ – sicherlich einer der besten Texte, den sie je geschrieben haben.

Auch zum Abschluss einfach nur noch mal der Hinweis: Traut Euch, wagt Euch an Acapella-Musik heran – vor allem eben an die wunderbaren Wiseguys!

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Einreise in die USA: Keine Impfung gegen Schweinegrippe notwendig!

Okay, es ist mal wieder an der Zeit was aus dem Bereich „Kundenservice“ hier im Blog anzubieten und ein bisschen von meinem guten Google-Ranking im Themenbereich „Einreise in die USA“ zu profitieren.

Ziel der Übung hier ist natürlich auch, mir (und meinen Kollegen) die Arbeit etwas zu erleichtern, denn in den letzten Tagen trafen bei uns im Büro verstärkt Anrufe von Reisenden und Reisebüros ein, die gehört haben wollten, dass die USA es verlangen würden, eine Impfung gegen die Schweinegrippe machen zu müssen, um in das Land einreisen zu können. Und dass man dies auch noch schriftlich belegen können müsste.

Das ist, wie die Überschrift dieses Eintrags schon vermuten lässt, absoluter Bullshit!

Scheinbar hat ein deutscher Radiosender  [Update: laut seriösen Quellen war es wohl der Deutschlandfunk] behauptet, dass Touristen gegen den H1N1-Virus geimpft sein müssten oder ihnen andernfalls die Einreise verweigert werden würde. Dies passierte wohl vor rund zwei Wochen und hat sich anscheinend wohl mittlerweile etwas breitgemacht – ist nur eben „leider“ völlig ohne Grundlage in der Realität. Ebenso gibt es keine standardisierten „Gesundheitskontrollen“, die an US Airports bei der Einreise angeblich durchgeführt würden (oder sagen wir besser, dass dies zumindest nicht bei Flügen aus Deutschland in die USA Standard ist – wie ich im Oktober selbst erlebt bzw. eben nicht erlebt habe).

Dementsprechend kann ich nur noch mal wiederholen: Für Reisen in die USA ist es NICHT verpflichtend, eine Impfung gegen die Schweinegrippe zu machen!

Sollten Sie, lieber Leser, durch eine themenbezogene Anfrage über eine Suchmaschine zu diesem Eintrag gelangt sein und die Glaubwürdigkeit des Autors (also von mir) erst einmal bezweifeln -was ich natürlich nachvollziehen kann-, dann haben Sie nun drei Möglichkeiten:

a) Sie vertrauen mir einfach mal so trotz der Anonymität des Internets
b) Sie lesen sich andere Einträge zu diesem Themenkomplex auf meinem Blog durch (z.B. zum ESTA-Formular) und können danach meine Fachkenntnis besser einschätzen
c) Sie tun das, was Sie in diesen Fällen immer tun sollten: Auf die Webseite des Auswärtigen Amtes* schauen und dort die Hinweise zur Einreise in die USA lesen – was dort nicht steht, existiert auch nicht!

Zu guter Letzt noch der Hinweis, dass es in diesem Eintrag rein um die Einreisebestimmungen zum Thema Schweinegrippeimpfung geht. Selbstverständlich möchte ich niemandem raten, die Impfung gegen den H1N1-Virus nicht doch zu machen – aber das muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden und soll auch gar nicht Gegenstand des Postings hier sein.

PS: Ich versuche noch rauszufinden, welcher Radiosender diese Unwahrheiten verbreitet hat. Sollte ich die Info über diese Idioten bekommen, dann wird das selbstverständlich nachgereicht.

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*) Persönliche Empfehlung: Die Startseite der Homepage des Auswärtigen Amtes würde ich meiden, wenn man nicht Schwarz-Gelb gewählt hat! (Westerwelle-Overkill!)

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