Spielplatz.

Heute war ich endlich mal wieder im Kino. Naja, okay, eigentlich war es ein Globetrotter-Geschäft, hier in Köln. Aber immerhin war es endlich mal wieder ein Film in Kinolänge, den ich auf einer großen Leinwand zu sehen bekam:
Und zwar Warren Miller’s Playground.

Zugegeben, dieser Filmtitel wird nun den meisten von Euch nicht wirklich etwas sagen, da er auch nie regulär in den deutschen Kinos gezeigt werden wird. Vielleicht wird es aber den einen oder anderen geben, dem zumindest der Name „Warren Miller“ etwas sagt. Denn Warren Miller bringt seit knapp sechs Jahrzehnten so ziemlich jedes Jahr einen Skifilm raus, der die Faszination des Wintersports in all seinen Facetten zeigt.

Gut, mittlerweile stellt der gute alte Mann nur noch seinen Namen zur Verfügung und greift nicht mehr wirklich aktiv in den Produktionsprozess mit ein. Stattdessen entstehen die Filme mittlerweile mehr dadurch, dass der in Boulder, Colorado, ansässigen Produktionsfirma (verbandelt mit Time Warner) Filmmaterial aus aller Welt zugesendet wird, woraus dann am Ende ein Film „zusammengebastelt“ wird. Okay, das klingt jetzt negativer, als es dem Endergebnis gerecht werden würde, denn zumindest gewisse Videosequenzen und Ideen werden nur als Anregung genommen und dann mit professioneller Technik und Inszenierung für die Filme aufgenommen.
Dementsprechend erzählen die Filme dann auch keine durchgängige Geschichte, sondern bestehen, wie hier im Fall von Playground aus etwa einem Dutzend kleiner Episoden, die mehr oder weniger lose aneinandergereiht werden und so mehr einer Kurzfilmsammlung ähneln als einem Spiel- oder Dokufilm. Für mich als Nicht-Skifahrer war dies durchaus in Ordnung, da man so viele unterschiedliche Eindrücke bekam und sich nicht an einem Aspekt „überfressen“ konnte.

Wie kam es nun, dass ich mir als Nicht-Skifahrer einen solchen Film, der eindeutig auf Ski-Freaks ausgerichtet ist, angeschaut habe? Nun, das hatte in erster Linie berufliche Gründe. Denn einer unserer Kunden, Colorado (bzw. das Colorado Ski Country) tritt bei der diesjährigen Warren Miller Filmtour als Hauptsponsor (neben dem Reiseveranstalter DERTOUR) auf. Aus diesem Anlass begleitete eine Delegation von Repräsentaten diverser Skiresorts in Colorado (u.a. die bekannten Aspen und Vail, aber auch die Insider-Tipps wie Telluride und Copper Mountain) die erste Woche dieser Tour, die am vergangenen Abend eben in Köln Station machte.

Was gibt es nun aber zum Film selbst zu sagen? Ich muss sagen (und das nicht nur aus beruflichen Gründen ;-)), dass ich durchaus angetan war von dem knapp zweistündigen Werk, dass hier gezeigt wurde. Denn ich bin zwar kein Ski-Fahrer aber doch ein absoluter Landschaftsfreak. (Was meine Ex-Freundin vor einiger Zeit mit dem Kommentar „kritisierte“, dass auf meinen Fotos nie Menschen zu sehen wären…)
Und traumhafte Landschaftsaufnahmen gibt es in Playground en masse!

Aspen Mountain

Sei es eben die faszinierenden Landschaften von Colorado, die auf unterschiedlichste Art beeindruckenden Regionen Utahs, die unberührten Weiten Alaskas oder die Schönheit Kanadas, die hier alle Kulisse für atemberaubende Wintersportaufnahmen verschiedenster Couleur sein dürfen. Aber auch Gebiete außerhalb Nordamerikas, wie der Berg Jungfrau in den Schweizer Alpen (hier gab es wohl die spektakulärsten Bilder, die ein Speedrider-Duo zeigen – Paragliding mit Skiern an den Füßen – AWESOME!), Skigebiete auf der japanischen Halbinsel Hokkaido und sogar Dubai sind Drehorte einzelner Episoden dieses Warren Miller Films, so dass man hier sehr unterschiedliche Geschichten präsentiert bekommt. Viele der Segmente drehen sich hier natürlich um junge Menschen, die ihren Alltag damit verbringen, ihren Traum von unberührter Natur, wildem Sport und endloser Weite auf ganz verschiedene Weise zu leben. Aber auch Profisportler, wie Bode Miller, Gretchen Bleiler und Jon Olsson, oder helfende Personen am Rande des Skizirkus‘ sind hier Hauptdarsteller einzelner Episoden, so dass man neben all den tollen Bildern, auch einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Facetten dieser Sportart(en) bekommen, die oft mehr einer Lebenseinstellung gleicht. Eine der sympathischsten Episoden, war aber sicherlich das Segment, in dem es um eine Gruppe von Kindern (ca. 7-14 Jahre alt) ging, die mit purer Freude das Spiel im Schnee genießen und dabei schon die ganzen Manierismen ihrer älteren Vorbilder adaptieren – was gerade bei einem 14jährigen schon etwas putzig wirkt, wenn er nach einem Heli-Skiing-Trip sagt, dass er gerade gemerkt hat, dass er „all die Jahre“ wirklich etwas verpasst hätte. Dies wird dann auch dementsprechend süffisant vom Off-Sprecher kommentiert.

Und ohnehin ist es der Off-Kommentator, der bei diesem Episodenfilm so etwas wie der rote Faden ist, da er durch alle Episoden hindurch, das Gezeigte auf angenehm selbstironische und emotionale Art mit seinen Sprüchen begleitet.

Spricht dieser aber nicht, und das ist ist dann auch die meiste Zeit nicht der Fall, dann kommt die, neben den atemberaubenden Bildern, zweite Stärke von Playground zum Tragen: Der Soundtrack. Und hier ist natürlich alles vertreten, was Rang und Namen in der einschlägigen Musikszene hat. Angefangen bei Linkin Park und The Kooks, über Regina Spektor und Daft Punk, bis hin zu Mando Diao, 30 Seconds to Mars und Muse (sowie noch vielen anderen tollen Bands, die ich mir nicht merken konnte) wird hier der perfekte Score zu den rasanten Sportaufnahmen aufgefahren. Für mich als Freund der gitarrenlastigen Musik natürlich ein Ohrenschmaus, der die ganzen Eyecandys auf der Leinwand wunderbar untermalt hat.

Alles in allem also ein kurzweiliges Spektakel mit fantastischen Bildern, einem tollen Soundtrack und einigen amüsanten Momenten, das gerade für Anhänger des Wintersports ein Must See sein dürfte. (Ausser man kennt schon die meisten anderen Warren Miller-Filme, da sich wohl einiges hier auch wiederholt)

Und wer jetzt Lust bekommen hat, sich diesen Sportdokufilm anzuschauen, der hat durchaus noch einige Gelegenheiten in den kommenden Monaten, da die Tour noch durch zahlreiche weitere Städte in Deutschland, Schweiz und Österreich tingeln wird.

Diese Termine kann man auf der offiziellen Homepage einsehen und umfassen u.a. noch Hamburg, Bremen, Stuttgart, Berlin, Düsseldorf und viele weitere Städte. Der Eintrittspreis beträgt 12 € im Vorverkauf (AK: 14€), und man sollte definitiv auch vorreservieren, da die Veranstaltungen bisher immer sehr, sehr gut besucht waren. Als kleines Goodie gibt’s auch einige Sachpreise wie Klamotten, DVDs, Taschen und Kalender zu gewinnen, sowie am Ende der Veranstaltungsserie (Teilnahme hierfür auch im Internet möglich) wird unter allen Besuchern auch noch eine Reise in eines der Top-Resorts von Colorado, nach Vail, verlost.

Aber jetzt reichts auch mit der Werbung, sonst wird mir hier noch verstecktes Marketing vorgeworfen…

Bin aber nun mal leider sehr überzeugt, von den Regionen die wir vertreten… =)

Daher hier zu guter Letzt noch der offizielle Trailer zum Film.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Cinema Paradiso, Work & Travel

3 Antworten zu “Spielplatz.

  1. Da ich hier in letzter Zeit überall meinen Senf dazu gegeben habe, hier also auch: SENF!

    Nee, ernsthaft: Trotz Deiner glühenden Worte zum Film – interessiert mich nicht die Bohne. Da ginge mir das Gepose und dumme Gequatsche der Pseudosportler auf den Nerv. Die Landschaft interessiert mich brennend, davon wird aber zu wenig zu sehen sein, befürchte ich. Dann lieber eine schöne Doku im TV 😉

  2. Nein, die Landschaft kommt erfreulicherweise nicht wirklich zu kurz, sondern man bekommt schon genug davon zu sehen. Sonst hätte ich den Film auch nicht so positiv bewertet. Aber stimmt schon, eine Doku bietet sich da sicherlich mehr an.

    Oder ein Besuch. 😀

  3. Pingback: Winterkinder. « Hirngabel

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