Monatsarchiv: September 2009

Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Burn Notice, Californication, Chuck, Crusoe.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad

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Burn Notice

Ab dem 28. September, also Montags, wird der mittlerweile nicht mehr ganz so kleine Sender VOX wieder mal eine tolle US-Serie ins Programm nehmen (übrigens aus dem auch nicht mehr ganz so kleinen USA Network), was mich persönlich sehr freut, handelt es sich doch um eine Serie, die ich ziemlich mag: Burn Notice. Ein kleiner Wermutstropfen ist leider die Startzeit von 22.05Uhr, Primetime wäre natürlich super gewesen – aber man will in diesen Zeiten ja nicht zu unrealistisch werden. Hoffen wir mal, dass sie einer breiteren Zuschauermasse zugängig wird, die Kriterien für einen breiten Erfolg sind zumindest meiner Meinung nach gegeben, schließlich ist „Burn Notice“ reinstes Popcorn-Kino im besten Sinne des Wortes. Hohes Tempo, witzige Dialoge, ordentlich Rabatz in Sachen Action und dazu noch schicke Bilder aus dem allzeit sommerlichen Miami.

Auch um die deutsche Synchro mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen, da der Spaß in den seltensten Fällen auf subtilem Wortwitz basiert, sondern eher aus den Situationen heraus und Michaels Kommentaren aus dem Off dazu. Die Hauptfigur Michael Westen ist sicherlich auch die einzige Figur, wo man wirkliche Exzellenz in der Synchro haben muss. Schließlich spielt Hauptdarsteller Jeffrey Donovan nicht nur ziemlich genial, sondern eben auch sehr abwechslungs- und facettenreich, wenn es mal wieder darum geht, dass er eine andere Coveridentität annimmt und dies oftmals auch sprachlich mit verschiedensten Dialekten und Akzenten unterstützt – das muss auch auf Deutsch gut rübergebracht werden. Aber schauen wir mal. [Für inhaltliche Beschreibungen verweise ich einmal mehr auf den Eintrag aus dem letzten Jahr]

Unabhängig von der deutschen Erstauswertung bin ich nach wie vor von „Burn Notice“ sehr angetan. Klar, die Serie stellt keine besonders hohen Ansprüche an den Zuschauer, aber es bleibt weiterhin auf sehr hohem Niveau unterhaltsam, da es gelingt den Bogen zwischen dem „Case of the week“ und dem Vorantreiben des Serial-Elements ganz gut zu schlagen, ohne einerseits die Ausgangsposition (Michael ist „verbrannt“ und steckt in Miami fest) zu weit zu verlassen und andererseits allzu redundant zu werden. Klar ist allerdings auch, dass, wo man sich mittlerweile in der Mitte der dritten Staffel befindet, es bald schon ein wenig weitergehen muss, beim Bemühen Michaels um Aufklärung. Immerhin haben sich da bis zur „Herbstpause“ der dritten Staffel wieder einige interessante Entwicklungen ergeben, die die Serie im Winter weiterbringen können.

Meine Wertung: 8 von 1o Undercover-Gabeln
[für Season 2 und schon ein wenig Season 3]

Californication

Letztes Jahr habe ich an dieser Stelle gefragt, ob Californication in Deutschland ein ähnlich starkes Medienecho hervorruft, wie im prüden Amerika – dem war natürlich nicht so, auch wenn es David Duchovny immerhin schaffte, durch seine Sexsuchttherapie zumindest ein paar der deutschen Klatschspalten zu colorieren.

Immerhin lief die Serie auch ohne Skandalisierung erfreulich erfolgreich auf RTL2 (und vorher auf AXN) an und das ist auch gut so, schließlich hat „Californication“ wirklich einiges an Qualität zu bieten.

Auch in der zweiten Staffel promiskuiert sich Autor Hank Moody, mittlerweile von seiner Schreibblockade geheilt, wieder recht fröhlich durch diverse Betten (und andere Liegemöglichkeiten), versucht immer noch ein besserer Vater zu sein, versucht immer noch irgendwie seine Beziehung zu Karen nicht dauerhaft zu zerstören. Dazu gibts noch eine Sterilisation, einen Pornodreh, Drogentote und eine neue tolle Hauptfigur namens Lew Ashby, über den Hank eine Biographie schreibt. Die Dialoge sind immer noch exzellent, der Stil ist weiterhin wunderbar locker in der Balance zwischen Drama und Comedy. Einfach eine Serie, die rundum gelungen ist und richtig großen Spaß macht.

Die DVD zur ersten Staffel wurde gerade in Deutschland veröffentlicht, was ich durchaus empfehlen würde, da auch hier wieder natürlich einiges „lost in translation“ ist. Bald startet die dritte Staffel in den USA und, wenn ich mich nicht vertue, dürfte dann demnächst auch irgendwann Staffel 2 auf RTL2 kommen (auf AXN ist sie im August gestartet).

Meine Wertung: 9 von 10 Penis-Gabeln


Chuck

Jeder, der hier halbwegs regelmäßig reinschaut, dürfte schon mitbekommen haben, dass ich die Serie Chuck mehr oder weniger vergöttere. Dementsprechend erwartet hier hoffentlich niemand ernsthaft, dass ich nun eine objektive und seriöse Besprechung der zweiten Staffel folgen lasse. Wichtig ist nur eines zu wissen:
CHUCK ROCKT DIE SCHEISSE FETT!
Ich liebe einfach diese Mischung aus Comedy und Action, sowie einem guten Schuss Wärme und Gefühl, garniert mit einer überbordenden Fülle an Popkulturzitaten, die einem ein dauerndes Grinsen auf die Lippen zaubern. Dazu sitzt die Mischung einfach mittlerweile so richtig perfekt, dass die Macher um Josh Schwartz schaffen es Woche um Woche wieder spannende Geschichten um diese absolut liebenswürdigen Charaktere herum zu erzählen, die wunderbar kurzweilig sind. Alleine schon für die wahnsinnige Folge „Tom Sawyer“ oder dieses unfassbar geniale Finale der Staffel zum Styx-Klassiker „Mr. Roboto“ muss man diese Serie einfach lieben. Und wer das nicht tut, der hat keine Ahnung. Basta.

Abseits meines Fanboytums, bin ich sehr gespannt, wie sich die neue Situation, die am Ende von Staffel 2, zustande kam, nun auswirken wird. Ein nun „unbesiegbarer“ Chuck würde ja grundsätzlich dem „Underdog ist Held wider Willen“-Motiv der Serie etwas zuwiderlaufen. Glücklicherweise werden wir ja die Gelegenheit bekommen, dies auch wirklich zu sehen, denn Chuck ist tatsächlich verlängert worden, obwohl die Quoten eher den Erwartungen hinterherhinken. Dass es -aller Voraussicht nach- erst im März 2010 so sein wird, ist hart (sehr, sehr, sehr hart), aber eben in Anbetracht der Umstände zu verschmerzen.
Schön auch, dass die Serie es endlich ins deutsche Fernsehen geschafft hat und ProSieben sie seit wenigen Wochen ausstrahlt. Nicht so schön, dass sie sich nicht getraut haben, wie ursprünglich mal angekündigt, sie in die Prime Time zu setzen, wo sie nicht so verschenkt wäre, wie am späten Samstag Nachmittag um 17 Uhr, während Bundesliga noch läuft. Immerhin könnte man an diesem Tag den Video(oder Festplatten-)recorder durchlaufen lassen, weil dort mittlerweile wirklich fast nur hochkarätiges Serienzeug läuft.

Um nicht ganz den Anschein völliger Subjektivität zu erwecken, möchte ich zu guter Letzt noch auf eine etwas ausgewogenere Besprechung der Staffel von TheRudi verweisen – auch wenn der natürlich keine Ahnung hat. Zumindest kann ich im Ansatz seine Kritik am Staffelfinale verstehen und teile sie auch prinzipiell ein wenig.

Aber egal, ich kann nicht ohne Chuck, deswegen kann es für mich nur eines geben.

Meine Wertung: 10 von 10 Objektivitätsgabeln [für Season 2]

Crusoe

Die Geschichte von Robinson Crusoe, im 18. Jahrhundert von Daniel Defoe als Roman veröffentlicht, wurde seitdem in bestimmt an die 100 Filmen, Operetten, Musicals, Theaterstücken und Serien verwustet. Die jüngste Adaption kommt dabei als internationale Co-Produktion in Form einer  TV-Serie mit dem schlichten Titel „Crusoe“ daher und wurde gegen Ende des vergangenen Jahres ohne allzu viel Aufsehen zu erregen bei NBC ausgestrahlt. Und zählt mit Sicherheit nicht zu den besseren Adaptionen.

Da stellt sich natürlich nun die Frage, warum ich diese 13 Episoden dauernde Serie bei meinem Gesamtpensum überhaupt weiterverfolgt habe. Zum Einen hatte sie sicherlich den Vorteil, dass sie auch während der Winterpause hindurch ausgestrahlt wurde und relativ wenig Konkurrenz in diesem Zeitraum hatte (abgesehen von dem, was in der ersten Seasonhälfte so „ungesehen aufgelaufen“ war und einzelnen Serien wie Leverage).

Aber da gibt es dann noch einen anderen Punkt. Viele Serien, gerade auch von denen, die ich schaue, haben gewisse Überlappungen, thematisch und/oder inszenatorisch und wenn man beispielsweise die vierte Mediziner- oder Krimi-Serie mit im Programm hat, dann wird man, auch unabhängig von der Qualität, irgendwann doch auch mal etwas übersättigt von OP-Sälen und Forensiklaboren.

Dementsprechend bot Crusoe in diesem Fall einfach etwas Abwechslung vom sonstigen „Serien-Alltag“ mit hübschen bunten Bildern und ein bisschen Piraten- und Abenteuerfeeling. Klar, das Produktionsniveau war irgendwo zwischen passabel und alten RTL-Sonntag-Nachmittag-Serien (Herkules, Xena & Co) und die Geschichten, die man da erfunden hat, um ein wenig Action-Element reinzubringen waren leidlich okay (und grenzten manchmal schon ein bisschen an Verzweiflung, wenn man sah, wie versucht wurde, neue Menschen auf die Insel zu bringen, ohne dass Crusoe die Chance bekam, die Insel wieder zu verlassen). Aber es reichte mir, meistens, um mal ein bisschen sehr leichte Kost zu haben. Und so ein bisschen McGyverismus hat ja schließlich auch noch selten einer Serie geschadet.

Ihr seht, ich versuche eher zu rechtfertigen, als zu erklären und zu beschreiben. Ihr könnt die Serie also getrost vergessen, wenn ihr mögt. Eine Fortsetzung steht wohl ohnehin eher nicht zu erwarten. Also, kurzum zum Punkt.

Meine Wertung: 5 von 10 verschollene Gabeln [für Season 1]

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7 Kommentare

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Einfach mal Mithypen.

Zu meiner Schulzeit war ich aktives Mitglied der Musical-AG (Anatevka, Grease). Und auch in einer Art Kirchenchor habe ich mehrere Jahre lang von Gründung bis (zwischenzeitlicher) Auflösung mitgewirkt, deswegen bin ich natürlich sehr anfällig für vieles, was film- und serientechnisch in diesem Bereich so veröffentlicht wird.

Und so ist es auch bei dieser Serie:

Mich nervt zwar beispielsweise die deutlich erkennbare, elektronische Glattpolierung diverser Gesangsstimmen und auch die Charakterzeichnung im Piloten war recht hölzern und ein klitzekleines bisschen zu stereotyp – aber hey, alleine das abschließende Cover des alten Journey-Klassikers „Don’t Stop Believing“… Gänsehaut…
Dazu die geniale „Rehab„-Einlage, die wirklich beeindruckend choreographiert war – das schlägt das Musical- und Chor-Herz doch ziemlich hoch.
Wer für solch Mädchen- und Kinderkram auch was übrig hat, dem sei diese Serie unbedingt an eben jenes Herz gelegt.

Neu bei FOX, jeweils Mittwochs um 21.15h: Glee

Ein Kommentar

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Being Erica, Better Off Ted, The Big Bang Theory, Breaking Bad.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“

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Being Erica

Ich bin mir gar nicht mehr sicher, wo genau ich auf diese kleine kanadische Serienperle aufmerksam gemacht wurde, aber es könnte sogar tatsächlich ein guter Freund gewesen sein, der mich in der relativen Ödnis der Winterpause darauf hinwies. Dafür sei Dir gedankt, Marcel (falls Du es warst…)
Sei es drum. In „Being Erica“, ausgestrahlt auf dem kanadischen Sender CBC, geht es überraschenderweise um eine junge Frau namens Erica, deren Leben nicht so ganz verläuft, wie sie es sich erhofft hatte. Obwohl gut ausgebildet, wurde sie jüngst von einem (an sich schon nicht erfüllenden) Job gefeuert, zudem ist sie mit Anfang 30 zur Zeit Single und beginnt ein wenig verbittert zu werden, und hadert mit ihren Entscheidungen in der Vergangenheit.
An diesem Punkt tritt auf mysteriöse Weise der nicht minder mysteriöse Dr. Tom in Ericas Leben und nimmt sie als „Patientin“ auf, um Erica wieder aufzubauen (oder was auch immer seine Motive sein mögen). Dr. Toms Therapieansatz ist dabei etwas spezieller: Mittels Zeitreisen bekommt Erica nämlich die Gelegenheit kritische Situationen ihres Lebens noch einmal zu durchleben und gegebenenfalls sogar korrigierend einzugreifen.

Zeitreisen, das kennen wir nicht zuletzt aus den „Zurück in die Zukunft“-Filmen, bringen immer zwei Aspekte ein, die besonders hervorstechen: Zum einen natürlich einen optisch-nostalgischen Faktor, da man doch sehr schön mit Ausstattung, Kostümen und natürlich auch popkulturellen Elementen spielen kann – und das wird, trotz eher überschaubarem Budgets, bei „Being Erica“ auch immer wieder richtig exzessiv ausgelebt, was als Zuschauer wirklich sehr großen Spaß macht – vor allem für mich, der ich die behandelten Jahrzehnte (80er, 90er, neues Millenium) alle halbwegs bewusst miterlebt habe.
Zum Anderen ist dann natürlich noch die Sache mit der Logik. Wenn Personen in ihre eigene Vergangenheit reisen und diese, in welcher Weise auch immer, beeinflussen, dann kann das schon mal etwas schwierig für die Autoren werden – was aber hier durchaus ganz vernünftig klappt. Man muss halt die Sache mit dem Zeitreisen an sich für sich akzeptieren.

Wie schon erwähnt, macht mir „Being Erica“ wirklich sehr viel Spaß und ich folge Erica immer sehr gerne bei ihren Trips in die Vergangenheit und bei ihren kleinen Dramen, die sich im Heute und im Gestern abspielen. Denn auch wenn es oft um eher tragische Themen geht (gerade beim Roten Faden der Serie – Tod ihres Bruders Leo), so ist die Serie doch sehr locker und positiv inszeniert, mit viel Witz und Charme. Herauszuheben ist natürlich vor allem auch Hauptdarstellerin Erin Karpluk, die wirklich sehr wandelbar ist und in den unterschiedlichen Epochen ihres Lebens immer wieder sehr anders wirken kann.

Es stellt sich die Frage, wie es in Season 2 jetzt weiter gehen wird, nachdem viele zentrale Aspekte „abgearbeitet“ zu sein scheinen. Allerdings bleiben weiterhin viele Fragezeichen offen, was es mit Dr. Tom auf sich hat und wie die Mythologie der Serie tatsächlich begründet ist – bislang wurde das halt meist, auch von Erin, als gegeben hingenommen. Das Ende der Season deutete allerdings stark darauf hin, dass hier etwas mehr Licht ins Dunkel geworfen werden wird.

Meine Wertung: 8 von 10 Fluxkompensatorgabeln [für Season 1]

Better Off Ted

Es gibt Serien, Comedy-Serien, die atmen so einen gewissen anarchischen Humor, den ich wirklich sehr liebe, aber bei dem ich auch immer wieder erstaunt bin, dass die Entscheider bei den TV-Sendern diese überhaupt finanzieren – denn wenn man ehrlich ist, erreichen sie meist nicht die wirklich breite Masse. Aber gut, auf der anderen Seite sind das meist auch die Serien, die bei den Snob-Fans (wie mir) ebenso geschätzt werden, wie bei den Kritikern. Und Serien, die mit Preisen überhäuft werden machen sich ja immer ganz gut im Programm.

Better off Ted ist eine dieser Serien (okay, das war jetzt eigentlich überflüssig zu schreiben – weshalb sonst hätte ich diese Einleitung so geschrieben??) mit einem wirklich bizarren Humor und einem Setting und Charakteren, die immer wieder absurdeste Situationen und Dialoge passieren lassen. Eine wahre Wonne.

Der Titel-Ted ist in diesem Fall Angestellter eines dubiosen globalen Konzerns, der so ziemlich in allen Industrie- und Service-Bereichen tätig ist, und verantwortlich für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die mit einer Vielzahl an äusserst schrägen Charakteren angefüllt ist. Der Antreiber der meisten Stories ist dabei das Verhältnis zu den beiden Frauen der Abteilung, die eher unschuldig-naive Linda, die sich im großen Konzern etwas verloren vorkommt, und natürlich seine Chefin Veronica (gespielt von der wunderbaren Portia de Rossi), die one hard ass bitch ist. Oder so.

„Better of Ted“ ist wirklich absolut unterhaltsam, wenn man diesem schrägen Humor etwas abgewinnen kann, aber alleine schon wegen der Werbespots für die fiktive Firma „Veridian Dynamics“ muss man sie schon lieben. Mal schauen, wie lange sie uns noch erhalten bleiben wird.

Meine Wertung: 9 von 10 Jabberwocky-Gabeln [für Season 1]

The Big Bang Theory

„Eine wirklich klasse und sehr witzige Serie, mit gut geschriebenen Figuren und einem Humor, der erfreulicherweise oft auf mehreren Ebenen funktioniert. Vordergründig oftmals recht platte, direkte Gags, aber eben im Hintergrund (oder auch manchmal etwas deutlicher, Stichwort „Doppler-Effekt“) immer wieder viele, sehr wunderbare Anspielungen auf die Welt der Wissenschaft oder des generellen Geektums.“

Das schrieb ich vor gut einem Jahr zur Bewertung der ersten Staffel von dieser äusserst sympathischen, klassischen Sitcom über die spleenige Physiker-WG mit der hübschen Nachbarin. Und das gilt auch heute noch uneingeschränkt, wenn es darum geht, Staffel 2 zu bewerten. Mit einer kleinen Änderung: Denn dieses Mal habe ich die Note sogar um eine Kategorie hochgestuft, da ich die Serie einfach sehr liebe und das Erzähltempo, das Storytelling und das generelle Level einfach konstant hoch geblieben sind und auch über das pure „Kriegt er sie oder kriegt er sie nicht“ hinaus genügend zu erzählen hat. Das wird sicherlich nicht jeder so sehen – ich schon, denn sie erfüllt ihren Zweck „Unterhaltung & Amüsement“ absolut perfekt.

Damit ist auch eigentlich schon alles gesagt (wollte mich ja schließlich dieses Jahr was kürzer fassen), nur eins noch: Die Abschlussfrage meiner damligen Serienbesprechung wurde scheinbar von ProSieben erhört und The Big Bang Theory (mit erwartet flacher Synchro, aber immerhin) in den Comedy-Samstag integriert.

Achja und natürlich: Sheldon rockt!

Meine Wertung: 9 von 10 Cheesecake-Gabeln [für Season 2]


Breaking Bad

Und wir kommen direkt zur nächsten Serie, die mit der zweiten Staffel eine Hochstufung der Wertung bei mir erfährt. „Breaking Bad“ war in der ersten Staffel natürlich schon eine Serie auf wirklich exzellentem Niveau, allerdings habe ich damals zu Beginn auch etwas gefremdelt und mich erst etwas „reinbeissen“ müssen. Zudem war die Länge der Staffel nach einer autorenstreikbedingten Kürzung auf 7 Episoden doch recht überschaubar.

Beides war nun bei Staffel 2 doch deutlich anders. Insgesamt 13 Folgen seines, neben Mad Men bislang zweiten Schlachtschiffs strahlte der kleine Sender AMC diesmal aus und auch ich fand mich diesmal wesentlich schneller ein – kein Wunder, schließlich waren Figuren und Konstellationen der Serie nun schon bekannt und auch die Story an sich legte von Beginn an direkt mal ein höheres Tempo vor, ging es doch direkt zu Beginn mit Entführungen und Shootouts los.

Kurzum: Klasse Serie mit atmosphärisch dichter Inszenierung, sehr überzeugendem Storytelling und exzellenten Darstellern, allen voran natürlich der zurecht mit zahlreichen Preisen bedachte Bryan Cranston.

Wenn dieses halbwegs unkonkrete Gewäsch nun ein wenig neugierig gemacht hat und wer sich nun fragt, worum es hier überhaupt geht (in Kurzform: Lehrer beginnt Drogen zu produzieren), dem lege ich einfach mal meine -spoilerfreie- Besprechung aus dem letzten Jahr ans Herz.

Meine Wertung: 9 von 10 staubigen Gabeln [für Season 2]

5 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Die „Misfits“.

Hat mich jemand vermisst?

Zugegeben, ich habe diesen Blog leider sehr vernachlässigt – und das wird vermutlich auch noch einige Zeit so bleiben, da mich meine neue Zweigstelle doch ganz gut auf Trab hält.

Das hat leider dazu geführt, dass sich für diesen Blog hier so einige Dinge angesammelt haben, zu denen ich allerdings nicht versprechen werde, dass ich sie jemals wirklich aufarbeiten werde.

Aber zumindest mit den im letzten Jahr gesehenen Serien will ich jetzt endlich mal beginnen.

Dabei werde ich mich aber aller Voraussicht nach dieses Mal nicht ganz so ausschweifend äußern, was verschiedene Gründe hat. Zum Einen natürlich muss ich auch den anderen Blog noch am Laufen halten und zum Anderen sind es in diesem Fernsehjahr noch mal mehr Serien geworden: Insgesamt stehe ich bei 44 Serien, von denen ich mindestens eine komplette Staffel geschaut habe – ohne solche Dinge wie Colbert Report, Daily Show, Tonight Show with Conan O’Brian, Late Late Show with Craig Ferguson oder Saturday Night Live, die auch immer mal wieder geschaut werden (vor allem die ersten beiden finden eigentlich regelmäßig den Weg auf meinen USB-Stick).

Bevor wir ans Eingemachte gehen, wenden wir uns aber erst einmal den Serien zu, die bei mir irgendwann unterwegs früher oder manchmal auch später aus den verschiedensten Gründen verreckt sind.

Castle

Mit Castle haben wir hier direkt mal einen eher untypischen Vertreter dieser „Misfit“-Kategorie, denn ich glaube, unter anderen Umständen, wäre der Funke vielleicht übergesprungen. Unglücklicherweise habe ich mit Castle aber, aufgrund einiger positiver Erwähnungen in anderen Blogs, zu einer Zeit angefangen, als ich schon recht viel im Programm hatte und da ich dann nicht so richtig viel Aufmerksamkeit aufbrachte, schoss ein möglicher Funke irgendwie ins Leere. Ich kann mich nicht mal direkt erinnern, ob ich tatsächlich die ersten zwei oder drei Folgen gesehen habe…

Es geht um einen erfolgreichen und hochnäsigen Krimiautor, dessen geschriebene Mordfälle einen Nachahmer in der Realität finden. Nachdem er bei der Aufklärung helfen kann, hat er plötzlich Gefallen an der Polizei- und Detektivarbeit gefunden, auch wenn er (oder weil er?) mit der zuständigen Polizistin immer wieder aneckt.

Yet another fish out of water Schnüffler-Geschichte, die vielleicht etwas Charme aus den Dialogen zwischen Nathan Fillion und Stana Katic ziehen dürfte. Vielleicht bekommt sie irgendwann mal wieder eine Chance.

Dark Blue

Das immer noch existierende Sommerloch spült immer mal wieder die eine oder andere Serie an die Oberfläche, die man unter anderen Umständen womöglich nicht gesehen hätte. Das ist oftmals durchaus erfreulich, da einem ansonsten mal wieder das „Hidden Gem“ eines kleinen Kabelsenders entgangen wäre – hier ist das leider nicht der Fall.

Ein total geheimes Undercover-Team ermittelt in der Unterwelt von L.A. und übertritt dabei regelmäßig die Grenzen des Gesetzes – aber der Zweck heiligt ja die Mittel.

Das Problem ist, dass die Serie derart übertrieben ernsthaft ist, dass sie beinahe schon keimfrei wirkt. Dazu ist sie so schrecklich düster, dass einem beim Zuschauen schon fast die Augen zufallen. Aber gut, ich hatte ja schon an Training Day damals keinen wirklichen Spaß.

Was ich aber wirklich überhaupt nicht verstehen kann, ist die Entscheidung des Senders TNT, diese Serie im Doppelpack mit dem ganz vorzüglichen, aber eben locker flockig inszenierten „Leverage“ zu programmieren. Zwei Serien könnten kaum unterschiedlicher von der Grundaussage und der Tonalität her sein. Keine Ahnung, wer hier so besoffen war.

Dirty Sexy Money (S02)

Eigentlich reicht es glaube ich schon, wenn ich zu meiner letztjährigen Besprechung der ersten Staffel verweise, wo ich mein eher unterkühltes Verhältnis zu DSM recht deutlich gemacht hab und auch erklärt habe, dass DSM zu den Serien zählt, deren Episoden ich meist nachhole, wenn wirklich Zeit vorhanden ist.

Dies hat sich mit Staffel 2 nicht gebessert. Im Gegenteil, da aufgrund zusätzlicher Serien die verfügbare Zeit noch knapper geworden ist. Und als DSM irgendwann dann auch noch abgesetzt wurde und die verbliebenen Folgen auf irgendwann im Sommer verschoben wurden, habe ich endgültig den Faden verloren und die Serie Serie sein lassen. Bedauern tue ich es nicht wirklich.

East Bound and Down

Ehrlich gesagt, ist mir erst bei der Recherche zum Serienguide wieder bewusst geworden, dass ich ja auch mal irgendwann im Sommer 2008 den Piloten zur HBO-Comedy East Bound And Down sah und mir dieser damals sogar ziemlich gut gefiel. Da der Pilot damals allerdings sehr frühzeitig als Pre Air-Version geleakt wurde, hatte ich ihn bis zum tatsächlichen Serienstart wieder aus den Augen verloren.

Es war zwar kein überragender Pilot, aber doch eine ganz witzige und HBO-typisch unflätige Geschichte über den abgehalfterten Ex-Baseballprofi Kenny Powers, der wider Willen in seiner Heimatschule als Sportlehrer anheuert, um nach einem deprimierenden Ende seiner Karriere irgendwie versucht über die Runden zu kommen. Danny McBride in der Hauptrolle war schon ziemlich klasse, dazu noch Will Ferrell in einer Nebenrolle und natürlich ganz HBO-like alles schön unzensiert. Wäre vielleicht auch mal wieder einen Blick wert…

Eleventh Hour

Dröge bis zum geht nicht mehr war der Pilot dieser „Bio-Mystery-Ermittler-Serie“, die bei mir so gar keinen Anklang finden wollte. Vielleicht hing es damit zusammen, dass ich kurz zuvor eine von Stimmung, Machart und Ansatz her sehr ähnliche Serie begonnen hatte (Fringe), deren Pilot mich zwar auch nicht vom Hocker riss, aber doch im Direktvergleich gewann (und meinen Mystery-Bedarf schon hinreichend abdecken konnte). In Anbetracht der Absetzung von Eleventh Hour, habe ich dann im Nachhinein wohl auch aufs richtige Pferd gesetzt.

HawthoRNe

Ein weiteres Sommerloch-Spülobjekt war diese Krankenhausserie mit Jada Pinkett-Smith in der Rolle der alles wissenden und immer Lösungen findenden Chefkrankenschwester Christina Hawthorne. Zwar habe ich es bis Folge 7 oder so ausgehalten in Ermangelung von Alternativen, aber dann ging mir diese allwissende Nurse, die immer unfehlbar ist, doch irgendwann kräftig auf den Zeiger. Zumal auch der Rest der Serie dies nicht mal im Ansatz kompensieren kann, da es nur um die gleichen Wer-Mit-Wem-Spielchen geht, die eine Serie wie Grey’s Anatomy viel besser und spannender und mit mehr Sexappeal und Glamour inszeniert. Und mit dem wesentlich besseren Soundtrack.

Eine Serie, die die Welt nicht braucht.

My Own Worst Enemy


Christian Slater als Hauptdarsteller einer Serie war natürlich schon mal eine Hausnummer. Und auch die Grundidee von Geheimagenten, deren Cover als parallele Identitäten in ihrem Gehirn eingespeichert sind, klang zumindest interessant. Schließlich ist der Ansatz der Serie zu zeigen, wie dieses System nicht mehr fehlerfrei funktioniert und die Identitäten plötzlich und unkontrolliert anfangen zu wechseln.

Die Serie begann dann auch ganz ordentlich mit gutem Tempo, aber mit der Zeit verzettelte sie sich dann leider auch immer mehr. Vieles blieb unklar, ohne dass es aber eine Struktur gab, die die Serie wirklich vorantrieb und zudem konnte man auf der inhaltlichen Seite viele der technischen Dinge nur mit wirklich großem Augenzudrücken akzeptieren.

Dementsprechend kam die vorzeitige Absetzung denn auch nicht ganz so überraschend, denn die breite Masse (inklusive mir) konnte die Serie trotz der relativen Starpower nicht erreichen.

The Ex-List

Eine weitere vorzeitig abgesetzte Serie war „The Ex-List“, eine Comedy, in der es um eine junge Frau geht, der vorhergesagt wurde, dass sie ihren zukünftigen Ehemann schon mal früher gedatet hat. Daraufhin macht sie sich daran, alle ihre „Ex-Freunde“ wieder zu treffen, um herauszufinden, wer dies ist.

Klingt grundsätzlich nicht schlecht, war in der Umsetzung aber maximal leidlich okay und wurde dann auch schneller wieder abgesetzt, als ich mich wirklich einfinden konnte. Lediglich schade vielleicht um Hauptdarstellerin Elizabeth Reaser.

True Blood

Bei True Blood ist es auch eine eher gemischtere Angelegenheit. Tolle Bilder, solide Story, exzellente Produktionsqualität, gute Schauspieler – und doch hat es bei mir nicht so recht gefunkt. Woran es genau liegt, kann ich nicht sagen. Vielleicht, weil mir das Thema der Geschichte an sich nicht so ganz zusagt, da ich mit dieser Vampir-Mystik nur bedingt etwas anfagen kann.

Da halt dann auch eben hier wieder die Zeitlimits griffen, habe ich, trotz der wundervollen und anbetungswürdigen Anna Paquin, so bei Folge 7 oder 8 irgendwann aufgehört weiter zu schauen. Immerhin, die restlichen Folgen der ersten Staffel liegen hier weiterhin noch auf Halde und könnten u.U. durchaus demnächst noch geschaut werden.

Aber deswegen ist dieser Abschnitt eben auch mit „Misfits“ überschrieben und nicht mit „Scheiss-Serien“. Es passte halt einfach nicht.

United States of Tara

Ebenfalls nicht gepasst hat diese ambitionierte Serie mit Toni Colette in der Hauptrolle, die eine Mutter mit multipler Persönlichkeitsstörung spielt und deren Familienleben diese Serie als zentrales Thema genommen hat. Auch hier wiederum wirklich hochwertig produziert, mit guten Schauspielern und schönen Dialogen – aber eben halt nichts, was mich so richtig fesselte, so dass ich hier sogar schon nach drei Episoden die Lust verlor, um weiter dran zu bleiben.

Valentine

Hauptsächlich habe ich damals in den Piloten reingeschaut wegen Hauptdarstellerin Jaime Murray, die mir in ihrer Rolle bei DEXTER schon sehr gut gefiel. Dieses Produkt, das auf CW ausgestrahlt wurde und sich um eine Familie von Göttern dreht, die unter den normalen Menschen lebt, ist allerdings doch eher sehr überflüssig gewesen und insgesamt sehr kitschig und seifig, so dass das Schauen nun wirklich keinen Spaß machte. Auch die Absetzung folgte dann recht bald und auch durchaus zurecht.

Mehr dann demnächst. Irgendwann. Vielleicht morgen. Vielleicht in zwei Monaten. Wir werden sehen. =)
[Dann aber auf jeden Fall mit Sex, Sekretärinnen, Switch-Geschichten, Survivaltalenten und äh Handwerkern]

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