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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Being Erica, Better Off Ted, The Big Bang Theory, Breaking Bad.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“

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Being Erica

Ich bin mir gar nicht mehr sicher, wo genau ich auf diese kleine kanadische Serienperle aufmerksam gemacht wurde, aber es könnte sogar tatsächlich ein guter Freund gewesen sein, der mich in der relativen Ödnis der Winterpause darauf hinwies. Dafür sei Dir gedankt, Marcel (falls Du es warst…)
Sei es drum. In „Being Erica“, ausgestrahlt auf dem kanadischen Sender CBC, geht es überraschenderweise um eine junge Frau namens Erica, deren Leben nicht so ganz verläuft, wie sie es sich erhofft hatte. Obwohl gut ausgebildet, wurde sie jüngst von einem (an sich schon nicht erfüllenden) Job gefeuert, zudem ist sie mit Anfang 30 zur Zeit Single und beginnt ein wenig verbittert zu werden, und hadert mit ihren Entscheidungen in der Vergangenheit.
An diesem Punkt tritt auf mysteriöse Weise der nicht minder mysteriöse Dr. Tom in Ericas Leben und nimmt sie als „Patientin“ auf, um Erica wieder aufzubauen (oder was auch immer seine Motive sein mögen). Dr. Toms Therapieansatz ist dabei etwas spezieller: Mittels Zeitreisen bekommt Erica nämlich die Gelegenheit kritische Situationen ihres Lebens noch einmal zu durchleben und gegebenenfalls sogar korrigierend einzugreifen.

Zeitreisen, das kennen wir nicht zuletzt aus den „Zurück in die Zukunft“-Filmen, bringen immer zwei Aspekte ein, die besonders hervorstechen: Zum einen natürlich einen optisch-nostalgischen Faktor, da man doch sehr schön mit Ausstattung, Kostümen und natürlich auch popkulturellen Elementen spielen kann – und das wird, trotz eher überschaubarem Budgets, bei „Being Erica“ auch immer wieder richtig exzessiv ausgelebt, was als Zuschauer wirklich sehr großen Spaß macht – vor allem für mich, der ich die behandelten Jahrzehnte (80er, 90er, neues Millenium) alle halbwegs bewusst miterlebt habe.
Zum Anderen ist dann natürlich noch die Sache mit der Logik. Wenn Personen in ihre eigene Vergangenheit reisen und diese, in welcher Weise auch immer, beeinflussen, dann kann das schon mal etwas schwierig für die Autoren werden – was aber hier durchaus ganz vernünftig klappt. Man muss halt die Sache mit dem Zeitreisen an sich für sich akzeptieren.

Wie schon erwähnt, macht mir „Being Erica“ wirklich sehr viel Spaß und ich folge Erica immer sehr gerne bei ihren Trips in die Vergangenheit und bei ihren kleinen Dramen, die sich im Heute und im Gestern abspielen. Denn auch wenn es oft um eher tragische Themen geht (gerade beim Roten Faden der Serie – Tod ihres Bruders Leo), so ist die Serie doch sehr locker und positiv inszeniert, mit viel Witz und Charme. Herauszuheben ist natürlich vor allem auch Hauptdarstellerin Erin Karpluk, die wirklich sehr wandelbar ist und in den unterschiedlichen Epochen ihres Lebens immer wieder sehr anders wirken kann.

Es stellt sich die Frage, wie es in Season 2 jetzt weiter gehen wird, nachdem viele zentrale Aspekte „abgearbeitet“ zu sein scheinen. Allerdings bleiben weiterhin viele Fragezeichen offen, was es mit Dr. Tom auf sich hat und wie die Mythologie der Serie tatsächlich begründet ist – bislang wurde das halt meist, auch von Erin, als gegeben hingenommen. Das Ende der Season deutete allerdings stark darauf hin, dass hier etwas mehr Licht ins Dunkel geworfen werden wird.

Meine Wertung: 8 von 10 Fluxkompensatorgabeln [für Season 1]

Better Off Ted

Es gibt Serien, Comedy-Serien, die atmen so einen gewissen anarchischen Humor, den ich wirklich sehr liebe, aber bei dem ich auch immer wieder erstaunt bin, dass die Entscheider bei den TV-Sendern diese überhaupt finanzieren – denn wenn man ehrlich ist, erreichen sie meist nicht die wirklich breite Masse. Aber gut, auf der anderen Seite sind das meist auch die Serien, die bei den Snob-Fans (wie mir) ebenso geschätzt werden, wie bei den Kritikern. Und Serien, die mit Preisen überhäuft werden machen sich ja immer ganz gut im Programm.

Better off Ted ist eine dieser Serien (okay, das war jetzt eigentlich überflüssig zu schreiben – weshalb sonst hätte ich diese Einleitung so geschrieben??) mit einem wirklich bizarren Humor und einem Setting und Charakteren, die immer wieder absurdeste Situationen und Dialoge passieren lassen. Eine wahre Wonne.

Der Titel-Ted ist in diesem Fall Angestellter eines dubiosen globalen Konzerns, der so ziemlich in allen Industrie- und Service-Bereichen tätig ist, und verantwortlich für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die mit einer Vielzahl an äusserst schrägen Charakteren angefüllt ist. Der Antreiber der meisten Stories ist dabei das Verhältnis zu den beiden Frauen der Abteilung, die eher unschuldig-naive Linda, die sich im großen Konzern etwas verloren vorkommt, und natürlich seine Chefin Veronica (gespielt von der wunderbaren Portia de Rossi), die one hard ass bitch ist. Oder so.

„Better of Ted“ ist wirklich absolut unterhaltsam, wenn man diesem schrägen Humor etwas abgewinnen kann, aber alleine schon wegen der Werbespots für die fiktive Firma „Veridian Dynamics“ muss man sie schon lieben. Mal schauen, wie lange sie uns noch erhalten bleiben wird.

Meine Wertung: 9 von 10 Jabberwocky-Gabeln [für Season 1]

The Big Bang Theory

„Eine wirklich klasse und sehr witzige Serie, mit gut geschriebenen Figuren und einem Humor, der erfreulicherweise oft auf mehreren Ebenen funktioniert. Vordergründig oftmals recht platte, direkte Gags, aber eben im Hintergrund (oder auch manchmal etwas deutlicher, Stichwort „Doppler-Effekt“) immer wieder viele, sehr wunderbare Anspielungen auf die Welt der Wissenschaft oder des generellen Geektums.“

Das schrieb ich vor gut einem Jahr zur Bewertung der ersten Staffel von dieser äusserst sympathischen, klassischen Sitcom über die spleenige Physiker-WG mit der hübschen Nachbarin. Und das gilt auch heute noch uneingeschränkt, wenn es darum geht, Staffel 2 zu bewerten. Mit einer kleinen Änderung: Denn dieses Mal habe ich die Note sogar um eine Kategorie hochgestuft, da ich die Serie einfach sehr liebe und das Erzähltempo, das Storytelling und das generelle Level einfach konstant hoch geblieben sind und auch über das pure „Kriegt er sie oder kriegt er sie nicht“ hinaus genügend zu erzählen hat. Das wird sicherlich nicht jeder so sehen – ich schon, denn sie erfüllt ihren Zweck „Unterhaltung & Amüsement“ absolut perfekt.

Damit ist auch eigentlich schon alles gesagt (wollte mich ja schließlich dieses Jahr was kürzer fassen), nur eins noch: Die Abschlussfrage meiner damligen Serienbesprechung wurde scheinbar von ProSieben erhört und The Big Bang Theory (mit erwartet flacher Synchro, aber immerhin) in den Comedy-Samstag integriert.

Achja und natürlich: Sheldon rockt!

Meine Wertung: 9 von 10 Cheesecake-Gabeln [für Season 2]


Breaking Bad

Und wir kommen direkt zur nächsten Serie, die mit der zweiten Staffel eine Hochstufung der Wertung bei mir erfährt. „Breaking Bad“ war in der ersten Staffel natürlich schon eine Serie auf wirklich exzellentem Niveau, allerdings habe ich damals zu Beginn auch etwas gefremdelt und mich erst etwas „reinbeissen“ müssen. Zudem war die Länge der Staffel nach einer autorenstreikbedingten Kürzung auf 7 Episoden doch recht überschaubar.

Beides war nun bei Staffel 2 doch deutlich anders. Insgesamt 13 Folgen seines, neben Mad Men bislang zweiten Schlachtschiffs strahlte der kleine Sender AMC diesmal aus und auch ich fand mich diesmal wesentlich schneller ein – kein Wunder, schließlich waren Figuren und Konstellationen der Serie nun schon bekannt und auch die Story an sich legte von Beginn an direkt mal ein höheres Tempo vor, ging es doch direkt zu Beginn mit Entführungen und Shootouts los.

Kurzum: Klasse Serie mit atmosphärisch dichter Inszenierung, sehr überzeugendem Storytelling und exzellenten Darstellern, allen voran natürlich der zurecht mit zahlreichen Preisen bedachte Bryan Cranston.

Wenn dieses halbwegs unkonkrete Gewäsch nun ein wenig neugierig gemacht hat und wer sich nun fragt, worum es hier überhaupt geht (in Kurzform: Lehrer beginnt Drogen zu produzieren), dem lege ich einfach mal meine -spoilerfreie- Besprechung aus dem letzten Jahr ans Herz.

Meine Wertung: 9 von 10 staubigen Gabeln [für Season 2]

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Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Drama: Breaking Bad / Burn Notice / Damages.

Nachdem ich in den letzten Wochen nach und nach meine Eindrücke zu den Serien aus dem Bereich „Comedy“ formuliert habe, fehlen nun natürlich noch die Serien, die grob der „Drama“-Kategorie zuzuordnen sind. Natürlich ist wie immer alles rein subjektiv, aber ich hoffe dennoch vielleicht die eine oder andere Anregung geben zu können.

In diesem Abschnitt werde ich es allerdings so handhaben, dass ich dieses Mal keine grob aufsteigende Reihenfolge wähle, sondern die alphabetische Order. Zudem werden die Einzelkritiken einen ganzen Schlag kürzer ausfallen, da die neue Season schon begonnen hat und ich das ganze auch nicht mehr zu lange herauszögern will.

 

Hier sind alle bisher besprochenen Serien aus dem Bereich „Comedy“ zu finden.

 

 

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Breaking Bad

 

Erfreulicherweise geht in der jüngeren Vergangenheit auch bei vielen kleineren amerikanischen Networks der Trend zu eigenproduzierter Fiction, die sich dann thematisch auch oftmals etwas trauen. Eines dieser kleinen Networks ist der Sender AMC, der schon mit Mad Men für einige Furore sorgen konnte – eine Serie über die Zigarettenindustrie der 50er Jahre, die bei mir allerdings gar keinen Anklang fand.
Das zweite Aushängeschild von AMC ist die Serie Breaking Bad, die bei mir schon ungleich mehr Begeisterung wecken konnte. Die Hauptfigur Walter White wird gespielt von Bryan Cranston, der hierzulande vielen wohl in seiner Rolle des chaotischen Familienvater Hal in der wunderbaren Serie Malcolm Mittendrin bekannt sein dürfte.

Doch von dem Image dieser Serie sollte man sich sofort lösen, da Cranston zwar auch hier Vater einer eher dysfunktionalen Familie spielt, aber „Breaking Bad“ doch in eine gänzlich andere Richtung ausgelegt ist.

Walter White, Chemielehrer am lokalen College, hat schwer zu tragen an seinem Leben und leidet an der erkalteten Leidenschaft in seiner Ehe, muss zudem einen Nebenjob in der Autowäscherei bewältigen, um die Behandlungskosten für seinen behinderten Sohn zu stemmen, der sich zudem grad in einer schwierigen Phase der Pubertät befindet.

Dies tut er in der Regel alles ohne groß zu murren – bis bei ihm eines Tages tödlicher Lungenkrebs diagnostiziert wird. Diese Diagnose führt dann bei ihm dazu, dass er mehr oder weniger „durchdreht“. Statt aber wie zum Beispiel William Forster „klassisch“ Amok zu laufen, ergreift White eine sich ihm bietende Gelegenheit und beginnt damit, zusammen mit einem ehemaligen Schüler an, in einem mobilen Labor in der Wüste New Mexicos, Crystal Meth zu produzieren.

 

Der gerade angedeutete Film Falling Down ist ohnehin auch nicht nur wegen der grob ähnlichen thematischen Ausrichtung eine gute Referenz, sondern auch der Stil der Inszenierung erinnert durchaus an den Film von Joel Schumacher. Denn auch Breaking Bad besticht durch eine heisse, stickige Atmosphäre, die wie ein bleierner Schleier auf dem ganzen Geschehen lastet. Sehr passend dazu die Ansiedelung der Geschichte in der staubigen Chihuahua Wüste bei Albuquerque, die hier sehr dreckig, staubig und durch und durch gelb-braun inszeniert wird. Zudem besticht die Serie auch immer wieder durch sarkastische und zynische, beissende Gesellschaftskritik und selbstverständlich vor allem durch einen der besten Hauptdarsteller einer Serie im vergangenen Jahr.

 

Meine Wertung: 8 von 10 Gabeln [für die gerade mal 7 Folgen kurze Staffel 1]

 

PS: Eine zweite Staffel mit insgesamt 13 Episoden ist für Anfang 2009 angekündigt.

 

 

Burn Notice

 

Ebenfalls auf einem der kleineren Networks -nämlich dem USA-Network, das vor allem für die auch in Deutschland sehr erfolgreich laufende Serie „Monk“ bekannt ist-, läuft seit dem Sommer 2007 Burn Notice.

Eine Burn Notice nennt man das Statement eines Geheimdienstes an andere vergleichbare Organisationen, dass ein Agent nicht mehr „vertrauenswürdig“ ist – also quasi eine Art Kündigungsschreiben für Geheimagenten.

Und genau darum geht es denn auch in der so betitelten Serie: Der Top-Agent Michael Westen (klasse: Jeffrey Donovan) wird mitten in einer Operation „gefeuert“ und wird daraufhin nach Miami verfrachtet und dort mehr oder weniger auf Eis gelegt, ohne Zugriff auf sein Vermögen oder seine früheren Kontakte.

Um sich dennoch über Wasser zu halten etabliert er gemeinsam mit seiner Waffenliebenden Ex-Freundin Fiona (einer ehemaligen IRA-Terroristin) und dem Geheimagent und Navy-Seal a.D. Sam (gespielt von B-Movie-Legende Bruce Campbell), eine Einsatzteam, dass für die „Kleinen“ kämpft, die durch unglückliche Umstände oder Dummheit in kriminelle Machenschaften verwickelt worden sind. Mit seinen Fähigkeiten aus seiner Zeit als Geheimagent „löst“ er so also von Woche zu Woche einen Fall, beinahe im Stile eines modernen „A-Teams“, wodurch die Serie im Grunde zu einem klassischen „Case of the week“-Procedural wird. Die große Klammer, die sich dabei über die komplette Staffel spannt, ist natürlich die Ursachenforschung, wie es zur Burn Notice für Westen kam, wer ihm da an den Karren fahren will und warum überhaupt.

 

Das alles ist sicherlich keine ganz große Kunst (und wäre zudem eigentlich im Comedy-Bereich besser angesiedelt – aber hab erst vor kurzem die erste Staffel abgeschlossen, daher muss es hier rein), aber es macht vor allem eines: höllischen Spaß.

Es kracht und wummst ordentlich, es ist wunderbar locker flockig inszeniert, Donovan glänzt dabei als wirklich wandlungsfähiger Darsteller – und darüber hinaus gibt’s auch noch jede Menge leichtbekleideter Strandschönheiten zu sehen, die immer mal wieder als optische Leckerbissen irgendwo reingeschnitten werden.

 

Im Grunde also bestes Popcorn-„Kino“, wie man es sich wünscht, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt und sich aufs Sofa haut. Das muss nicht jedem gefallen, mir aber bereitet es großes Vergnügen.

Einen Bonuspunkt gibt es zudem für Westens wunderbar klischeehafte Mutter, die gespielt wird von Sharon Gless.

 

Meine Wertung: knappe 8 von 10 Gabeln

 

 

Damages

 

Und noch mal befinden wir uns auf einem der kleineren Networks, diesmal geht es um FX und dessen preisgekrönte Serie Damages. Alleine wer schon die Cast-Liste sieht, wird sicherlich direkt erkennen können, dass es sich hier im Grunde nur um eine exzellente Serie handeln kann: Glenn Close, Ted Danson, Rose Byrne, Zeljko Ivanek – alles Namen, die den Kenner mit der Zunge schnalzen lassen sollten (in Season zwei werden sich dazu sogar u.a. noch Timothy Olyphant, William Hurt und Marcia Gay Harden gesellen).

Die zentrale Figur der Serie wird dabei von Rose Byrne dargestellt, die die junge Anwältin Ellen Parsons spielt, die von der kompromisslosen Staranwältin Patty Hewes (Close) für ihre Kanzlei angeheuert wird. Diese Kanzlei befindet sich gerade in einem medienträchtigen Gerichtsverfahren, bei dem sie die Angestellten eines großen Konzerns im Kampf gegen ihren Chef Arthur Frobisher vertritt, der wegen Insider-Handel und Betrugs angeklagt wurde.

 

Der Reiz von Damages zieht sich dabei aus der Erzählweise, die immer wieder zwischen verschiedenen Zeitebenen hin- und herspringt. So wird beispielsweise direkt zu Beginn der Pilotepisode gezeigt, wie Ellen Parsons ca. 6 Monate nachdem sie von Hughes angeheuert wird, halbnackt, blutüberströmt und verwirrt über die Straßen New Yorks läuft und, des Mordes an ihrem Verlobten verdächtigt, von der Polizei verhaftet wird.

Im Verlauf der Serie werden also die Hintergründe dieses Zwischenfalls durchleuchtet und schnell wird klar, dass wenig so ist, wie es scheint – und vieles doch irgendwie anders ist.

 

Damages besticht nahezu durchgängig durch eine wirklich dichte Inszenierung, die einen förmlich in diesen Moloch aus Betrug, Manipulation und Intrigen hineinzieht. Nur selten im Verlauf der dreizehn Episoden langen ersten Staffel gibt es mal so etwas wie Leerlauf.

Die schauspielerischen Leistungen stehen dabei ausserhalb jeglicher Diskussion und sind zurecht mit diversen Emmy- und Golden Globe-Nominierungen bedacht worden. In erster Linie natürlich die beiden Hauptdarstellerinnen Rose Byrne und Glenn Close, die hier als ebenso charismatische, wie manipulative Staranwältin brilliert und damit eine Rolle gefunden hat, die ihr wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint.

Aber mir persönlich hat auch Ted Danson wirklich großartig gefallen, der den meisten Zuschauern in Deutschland vor allem als zynischer Arzt Becker aus der gleichnamigen Comedy-Serie bekannt sein dürfte. Hier ist er von diesem Comedy-Bereich aber wirklich ganz weit entfernt und glänzt als angeklagter Multi-Millionär, der selbst innerlich zerrissen ist über den Schlamassel, in der sich im Laufe der Zeit hineinmanövriert hat.

 

Meine Wertung: Ganz starke 9 von 10 Gabeln

 

PS: Auch hier ist mit Staffel 2 für Anfang 2009 zu rechnen. Durch den Autorenstreik konnte man die Ausstrahlung nicht wieder im Sommer vornehmen – eine Verlängerung hat die Serie übrigens schon für ganze 2 weitere Staffeln bekommen.

 

Coming Soon: Mord, Reichtum, Partys und Affären.

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