Archiv der Kategorie: Serientäter

Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 10/11 – Vol. 3

Krankheitsbedingt hat sich der letzte Teil meines Serienüberblicks leider doch noch ein wenig verspätet. Immerhin hatte ich so die Zeit noch ein paar „Nachträge“ zu sammeln, die ich im ersten Teil vergessen hatte zu erwähnen. Man kann ja auch nicht immer den kompletten Überblick behalten…

Nachträge, der Serien, die ich kurz begonnen habe im Laufe der Season:

– The Whole Truth
Eine Gerichtsserie, die damals unter der Prämisse an den Start ging „beide Seiten“ zu zeigen und entsprechend sowohl die jeweilige Verteidigung als auch die Anklage eines bestimmten Falls zeigen. War dann aber letztlich doch irgendwie eine recht uninteressante klassische Gerichtsserie mit blassen Figuren. Wurde dementsprechend auch schon nach wenigen Folgen wieder abgesetzt.

– Body of Proof
Eine menschlich kaputte Medizinerin, die schwierige Fälle trotzdem löst. Boooring.

– Monroe
Ein menschlich kaputter Mediziner, der schwierige Fälle trotzdem löst. Britisch. Boooring.

– Camelot
Mal wieder eine Adaption des Ritter der Tafelrunde-Stoffs rund um König Arthur, Merlin & Co. Schaut nicht schlecht aus nach zwei Folgen und hat mit Eva Green und Joseph Fiennes schon mal zwei tolle Schauspieler auf seiner Seite. Muss nur schauen, ob ich auf Dauer Lust auf solchen Historienstoff habe.

– Skins US
Das vielgelobte Original kenne ich nicht. Die US-Version von MTV war mir irgendwie zu blöde. Nicht so meins.

– Outlaw
Den Piloten dieser Serie, in der Jimmy Smits einen frustrierten und neu startenden Ex-Verfassungsrichter spielte, fand ich eigentlich ziemlich gut. Aber bevor ich die Serie zeitlich wieder weiter verfolgen konnte war sie auch schon wieder abgesetzt.

– Lone Star
Ebenfalls rasant abgesetzt wurde diese Serie von FOX, die es auf gerade mal zwei Folgen brachte. Schade, da ich die Serie durchaus mochte, aber auch irgendwie verständlich, da ein „Con Man“, der relativ normale Leute um ihr Vermögen bringt, als Hauptfigur eben nur so bedingt tauglich ist.

– An Idiot Abroad
Ich mag ja Ricky Gervais eigentlich sehr und Extras war nun mal grandios. Aber schon den Zeichentrick  „The Ricky Gervais Show“ mochte ich gar nicht und auch „An Idiot Abroad“ traf nicht so richtig meinen Nerv. Es hatte zwar teilweise seine Momente, aber eben auch viel sehr zähes und mäßig witziges, wenn er und Stephen Merchant Karl Pilkington durch die Welt jagen.

– Treme
Beim Versuch den Piloten der neuen Serie von den The Wire-Macher zu schauen, bin ich leider damals eingepennt. Danach habe ich einen zweiten Versuch aus Zeitgründen aufgeschoben. Die Serie um das Leben in New Orleans steht allerdings nach wie vor auf meiner Liste und wird nachgeholt.

– Chaos
Sehr unterhaltsamer Pilot über eine Spionageabteilung der CIA, die eher unorthodox vorgeht. Hat aber noch Luft nach oben.

– Workaholics
Gerade eben mal in den Piloten dieser Comedy Central-Comedy reingeschaut. Fäkalwitze, Drogenkram – not my cup of tea.

– Being Human
Reingeschaut habe ich in diese US Adaption noch nicht, aber der Pilot liegt hier noch rum. Eine WG bestehend aus Vampir, Werwolf und Geist ist allerdings auch nicht so unbedingt meins…

– The Killing
Noch nicht reingeschaut, aber die Lobeshymnen der letzten Tage waren kaum zu überlesen.

– Breaking In
Auch noch nicht reingeschaut, aber auch hier klangen die ersten Meinungen sehr vielversprechend.

Ein zusätzlicher Nachtrag muss zudem sein, da ich eine Serie, von der ich immerhin zehn Folgen gesehen habe, leider in der eigentlichen Liste vergessen habe.

Haven
Die SyFy-Channel-Serie Haven habe ich ziemlich regelmäßig geschaut, bis es dann an einem Punkt zeitlich nicht mehr passte, woraufhin die weiteren Folgen erst einmal liegen blieben und bis heute nicht nachgeholt wurden. Das ist natürlich kein wirkliches Pro-Argument für die Serie, dennoch fand ich diese Adaption der Stephen King-Geschichte „Colorado Kid“ beileibe nicht schlecht. Sie wird sicherlich weitergeschaut, da es eben eine der wenigen Serien aus dem Mystery-Genre ist, die derzeit läuft und man teilweise durchaus Spaß an der Ermittlung der bizarren Zwischenfälle in der Kleinstadt Haven haben kann.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

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Nun aber zum relevanten Teil, dem oberen Drittel meiner Serienneustarts der TV-Season 2010/11. Aus der angekündigten Top10 ist im Übrigen eine Top12 geworden, da mir doch tatsächlich noch zwei großartige Serien entfallen waren, die schon einige Monate alt sind.

Wie schon vorher erwähnt, kann die Reihenfolge der Serien auch hier als grob aufsteigend interpretiert werden, wobei die Einstufungen sicherlich nur so ungefähr zu nehmen sind und gerne mal nach Tagesform variieren können. Aber zumindest einen Anhaltspunkt sollte es geben. Ansonsten ist die Kommentarfunktion natürlich immer gerne dafür offen, mir weitergehende Fragen zu stellen. =)

=> Teil 1
=> Teil 2

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No Ordinary Family
Schrieb ich vorher davon, dass The Cape sich teilweise zu ernst nimmt, kann man das von No Ordinary Family nicht behaupten – obwohl sich die Serie tatsächlich durchgehend ernst nimmt.
NOF verzichtet allerdings auch grundsätzlich trotz Superkräfte nahezu komplett auf die Comic-Elemente, die bei der NBC-Serie doch sehr dominant sind.
No Ordinary Family ist hingegen zwar eine Superhelden-Geschichte, aber inszeniert als relativ klassisches Familien-Drama in traditionellem US-Vorstadt-Setting.
Die Familie Powell erleidet auf einer Reise im Amazonas einen Unfall, bei dem alle Familienmitglieder auf mysteriöse Art „kontaminiert“ werden und im Anschluss plötzlich jeder Superkräfte entwickelt.
Die Serie zeigt, wie Sie diese Fähigkeiten Stück für Stück kennenlernen und versuchen einerseits im Alltag damit klar zu kommen, aber auch ihre Kräfte zu nutzen. Zudem stellen sie fest, dass sie (natürlich) nicht alleine sind.
Mit Michael Chiklis (The Shield), Julie Benz (Dexter) und Autumn Reeser (The O.C.) bietet die ABC-Serie zudem einen ziemlich beeindruckenden Cast auf. Nur mit Stephen Collins (Reverend Camden aus „Eine himmlische Familie“) kann ich mich immer noch nicht anfreunden.

Fazit: 8 von 10 Gabeln


Terriers
Seit der ebenso kurzlebigen, wie großartigen Serie „Knights of Prosperity“ bin ich ein ziemlicher Fan des damaligen Hauptdarstellers Donal Logue, so dass ich mich immer wieder freue, wenn er in Serien aktiv ist, wie z.B. zuletzt für einige Folgen der ebenfalls leider nicht sonderlich langlebigen Serie Life.
Dementsprechend war ich sehr erfreut, als ich mitbekam, dass er in der Serie Terriers auf dem kleinen Sender FX wieder eine Hauptrolle übernehmen würde. Er spielt hier den klassischen Haudegen-Ex-Cop, dessen Leben in Trümmern liegt und der versucht, seine Alkoholabhängigkeit in den Griff zu bekommen.
Gemeinsam mit seinem besten Kumpel, einem Ex-Kleinkriminellen, macht er sich als unlizensierter Privatdetektiv selbständig.
Die Serie balanciert recht stark zwischen ziemlich witzigen Momenten, wie auch recht harten, teils eher schwer verdaulichen Sequenzen, was die Serie in meinen Augen sehr unwiderstehlich gemacht hat.
Das Gesamtpublikum hat das leider nicht so gesehen und so konnten die Quoten die Senderverantwortlichen leider nicht davon überzeugen, die Serie nach Staffel 1 fortzuführen.
Dennoch würde ich auf jeden Fall empfehlen, hier reinzuschauen, falls jemanden die Beschreibung anspricht.

Fazit: 8 von 10 Gabeln

How TV Ruined Your Life
Der Titel nimmt im Vergleich zu allen anderen in dieser Liste definitiv eine Ausnahmestellung ein, handelt es sich doch um die einzige Show aus dem Bereich „Non Fiction“.
Die BBC Two-Show, die von Charlie Brooker geschrieben, produziert und auch „moderiert“ wird, befasst sich mit den Effekten, die das Fernsehen auf unser Leben hat.
Ich habe es mal mit den Worten bezeichnet „Twitter als Fernsehshow“, was ich auch immer noch einigermaßen treffend finde, da Brooker relativ süffisant und teils recht aggressiv gewisse Auswüchse des TVs kritisiert bzw. sich darüber lustig macht, in einer aneinandergereihten Clip-Schnipsel-Sammlung.
Manchmal macht es sich Brooker natürlich relativ leicht, aber alles in allem ist das doch sehr unterhaltsam und teilweise durchaus ein wenig erschreckend.

Fazit: 8 von 10 Gabeln

 

Raising Hope
Wenn ich Raising Hope als Mischung aus „Malcolm in the Middle“ und „My Name is Earl“ bezeichnen würde, würde ich es mir ziemlich leicht machen – wäre aber vermutlich auch relativ nah an der Wahrheit dran, denke ich.
Das Setting der Serie klingt dabei eher schwer verdaulich und würde man vermutlich nicht unbedingt bei den beiden genannten Referenzen verorten:
„Junger Mann ohne große Ausbildung aus dysfunktionaler Familie schwängert bei einem One Night Stand eine Frau, die sich als Mörderin herausstellt und wird dazu gezwungen, das Kind alleine aufzuziehen, ohne Job und ohne Zukunftsperspektiven.“
Wenn man dann aber berücksichtigt, dass die Serie von Greg Garcia geschaffen wurde, dem Mann hinter „My Name is Earl“, dann sollte man schon eine bessere Idee davon bekommen, wie der Wind hier weht.
Wer also mit den beiden oben erwähnten Serien seinen Spaß hatte, der wird auch hier nicht zu kurz kommen. Zudem spielt Kate Micucci mit.

Fazit: 8 von 10 Gabeln


Mr. Sunshine
Der Titel der besten 22 Minuten-Serie geht allerdings trotz der positiven Worte an eine andere Serie und zwar das neue Matthew Perry-Vehikel „Mr. Sunshine“.
Der frühere Friends-Star Perry hat sich in den letzten Jahren ähnlich rar gemacht wie Kollege Le Blanc, wenn auch mit Studio 60 at Sunset Boulevard in jüngerer Zeit noch einmal recht öffentlichkeitswirksam.
Es steht zu hoffen, dass ihm mit dem neuen Projekt Mr. Sunshine, bei dem er auch als Autor und Produzent involviert ist, etwas mehr Erfolg beschieden ist.
Die Serie, in der es um den Manager einer großen Sport- und Veranstaltungshalle und das dort arbeitende Team geht, hätte es sicherlich verdient – und das nicht nur weil neben Perry auch noch Andrea Anders (Better off Ted) zu sehen ist.
Der Humor ist teilweise etwas schräg, aber eben nicht zu schräg, um eine zu große Zahl von Zuschauern zu verschrecken. Zudem ist sie als Single Cam-Show insgesamt ziemlich frisch inszeniert und wirkt erfreulicherweise wenig abgelutscht.

Fazit: 8 von 10 Gabeln

 

Harry’s Law
Die Namensgeberin der Serie ist Harriet Korn, eine einstmals sehr erfolgreiche Anwältin, die aber die Freude an ihrem Beruf verloren hat und sich mit einer kleinen Kanzlei (die gleichzeitig noch Schuhladen ist) als Verteidigerin in einer recht heruntergekommenen Gegend selbständig macht, um ihrem Leben wieder mehr Sinn zu verleihen.
Keine der Serien von David E. Kelley habe ich dauerhaft verfolgt (am ehesten noch damals den Klassiker Picket Fences im Sat1-Nachmittagsprogramm), aber wohlgefühlt habe ich mich in seinen Serien durchaus immer, egal ob es erwähnte Picket Fences, Boston Public oder Boston Legal war (Ally MacBeal habe ich nie wirklich gesehen).
Harry’s Law ist nun die erste seiner Serien, die ich tatsächlich von Anfang an schaue und fühle mich auch hier absolut wohl. Im Mittelpunkt steht natürlich die grandiose Kathy Bates als äußerst bissige und sarkastische Harriet Korn, aber auch der Support-Cast, vor allem mit Harriets Associates, ist rundum gelungen besetzt.
Sehr gefreut habe ich mich zudem über ein Wiedersehen mit Jordana Spiro, die mir bei My Boys schon sehr gut gefallen hat.
Wenn man Kelley-Serien kennt, dann weiss man was man zu erwarten hat – und bekommt das hier auch absolut geliefert.

Fazit: 9 von 10 Gabeln

 

The Good Guys
Man mag mich vielleicht dafür kritisieren, dass ich The Good Guys so hoch einstufe, aber das ist nun mal die Serie, die mich im vergangenen Jahr am meisten und konstantesten zum Lachen gebracht hat.
The Good Guys ist dabei eine ziemlich klassische Buddy-Comedy, mit Colin Hanks und Bradley Whitford einigermaßen prominent besetzt. Der frühere Star-Polizist Dan Stark (Whitford) lebt nur noch in seiner glorreichen Vergangenheit, muss sich aber im Heute gemeinsam mit seinem jungen pflichtbewussten Kollegen Jack Bailey um Haushaltsdiebstähle und ähnlichen Kleinkram kümmern.
Das Spannungsfeld zwischen dem alten, gerne improvisierenden Haudegen und dem verstockten, korinthenkackenden Jungen ist natürlich klar abgesteckt und dementsprechend einigermaßen aus diversen Vorbildern bekannt.
Und dennoch macht es eben einfach einen Riesenspaß, weil die Chemie in der Serie stimmt, Whitford ein Knaller ist und die Inszenierung absolut gelungen ist. Zudem ist der Soundtrack zum Niederknien. Achja, und Jenny Wade (Reaper) gibt’s ja auch noch.
Der Intro-Song sorgt zudem alleine schon für gute Laune. Schade, dass Fox sie nach Staffel 1 wieder abgesetzt hat.

Fazit: 9 von 10 Gabeln

 

Rubicon
Ebenfalls schon direkt nach der ersten Staffel abgesetzt wurde diese Serie vom kleinen Sender amc, der in den letzten Jahren schon mit den Eigenproduktionen Mad Men und Breaking Bad Aufsehen in der TV-Landschaft erregen konnte.
Auch bei Rubicon lag es, zumindest in meinen Augen (sonst würde sie ja nicht erst hier erwähnt), definitiv nicht an der Qualität.
Das Problem an Rubicon war allerdings mit Sicherheit für viele Zuschauer, dass recht wenig offensichtliches passiert. Rubicon ist in der Tat eine extrem dialoglastige, humorfreie Serie, in der es um Will Travers, einen talentierten politischen und wirtschaftlich Analysten, geht, der für die Firma API Analysen verfasst und im Laufe der Serie immer tiefer in eine mögliche Verschwörung gezogen wird.
Die Serie ist wie gesagt sehr ruhig, sehr dialoggetrieben, besticht aber durch eine extrem dichte Spannung, gute Charaktere und eine dennoch fesselnde Story.
Wer auf Politthriller wie „Die Unbestechlichen“, „Thirteen Days“ oder „Die drei Tage des Kondors“ steht, der sollte auf jeden Fall mal einen Blick in die 13 Episoden von Rubicon werfen.

Fazit: 9 von 10 Gabeln

Trailer:

 

The Defenders
Auch für die Einordnung dieser Serie mag ich vielleicht ein bisschen Prügel beziehen. Aber „The Defenders“ zählt für mich unter den Serienneustarts einfach zu den stimmigsten Unterhaltungsserien.
Das beginnt natürlich in erster Linie mal beim Cast, denn das Hauptduo ist mit Jerry O’Connell und erst recht James Belushi mal richtig hochkarätig besetzt – zudem harmonieren die beiden dann auch noch prächtig miteinander!
Aber auch die sehr temporeiche Inszenierung macht sehr großen Spaß und stellt für mich perfektes „Zurücklehnen und genießen-TV“ dar.
Leider sieht es die Mehrheit der Zuschauer nicht so, so dass eine zweite Season des Remakes einer Serie aus den 60ern momentan sehr unwahrscheinlich ist.
Sehr schade, nicht nur weil es ein (fantastisches) Revival des Duos Belushi und Dan Akroyd zu bestaunen gab.
Achja, bei The Defenders geht es im Übrigen um ein Duo zweier Rechtsanwälte, die in Las Vegas ihre Kanzlei haben, und dementsprechend spezielle Fälle zu lösen bzw. zu verteidigen haben. Ein klassisches Anwalt-Procedural also so gesehen – aber eben eines der unterhaltsamsten seiner Art.

Fazit: 9 von 10 Gabeln

Promo:

 

Sherlock
Der zweitbeste britische Serienneustart der letzten Monate stammt aus der Feder von zwei Doctor Who-Autoren – einer Serie, die wohl eine große Menge von Fans hat, die ich selbst aber nie sah.
Nachdem ich nun Sherlock, das neue Projekt von Steven Moffat und Mark Gatiss, gesehen habe, komme ich durchaus ins Überlegen, dies bei Gelegenheit mal nachzuholen.
Denn die moderne Adaption des klassischen Stoffs von Sir Arthur Conan Doyle, die im vergangenen Sommer auf BBC ausgestrahlt konnte mich wirklich beinahe restlos überzeugen. Vor allem Bendedikt Cumberbatch als Sherlock Holmes brilliert geradezu in seiner Rolle, aber auch die sehr moderne, frische, aber auch intelligente Inszenierung weiß sehr zu überzeugen.
Einziger Wermutstropfen ist lediglich, dass es sich bei „Staffel“ 1 um gerade mal 3 Episoden handelt. Dementsprechend fällt die Serie hier schon ein bisschen aus dem Rahmen, zumal die Lauflänge der einzelnen Episoden mit 90 Minuten im Grunde mehr Spielfilmcharakter hatte.

Fazit: 9 von 10 Gabeln

Trailer:

 

 

Luther
Gerade hatte ich schon erwähnt, dass es für Sherlock nur zu Platz 2 unter den britischen Serienneulingen gereicht hat und das lag an der BBC-Produktion Luther.
Als ich erstmals, eher versehentlich und ohne Vorwissen reinschaute, unterlag ich der Annahme, dass es sich hier um irgendeinen Historienschinken zum Thema Martin Luther handeln würde. Doch weiter hätte ich kaum daneben liegen können, denn Luther entpuppte sich als ziemlich toughe Cop-Serie, in der die namensgebende Hauptfigur ein Kriminalkommisar namens John Luther ist.
Die Serie beginnt im Grunde, als Luther gerade wieder in den Dienst zurückkehrt, nachdem er bei einem früheren Fall einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte, mit dessen Nachwirkungen er nun noch immer zu kämpfen hat, da sie auch sein Privatleben nach und nach zerstört haben.
Nun könnte man meinen, dass es sich hier um ein klassisches „Genius Cope gone rogue“-Schema handelt, bei dem er nun mit jedem Fall wieder sowohl mit inneren Dämonen, als auch mit seinen Vorgesetzten zu kämpfen hat, die Fälle letztlich aber eben doch löst.
Und dem ist tatsächlich zu Beginn der Staffel auch so, doch so grob ab der vierten von 6 Folgen dreht sich der Wind der Serie plötzlich und alles wird auf einmal immer verwobener und in sich zusammenhängender, was mich persönlich doch ziemlich weggeblasen hat, da die Inszenierung der Serie einen doch extrem fesselte.
Schuld daran ist auch hier wieder mal die Hauptfigur, die grandios von Idris Elba (The Wire) dargestellt wird und dem klischeebehafteten gebrochenen Cop ordentlich Tiefe verleiht.
Die Serie Luther ist allerdings auch wieder mal ein Beweis dafür, dass geniale Ermittler durchaus auch von ihren „Gegnern“ profitieren, und so ist das auch hier mit Ruth Wilson, die die sehr seltsame und mysteriöse Alice überragend gut spielt.
Da die Quoten leider nur so mittelmäßig waren gibt es in Season 2 ersteinmal lediglich zwei weitere 60 Minuten lange Episoden.

Fazit: 9 von 10 Gabeln

Trailer:

 

Boardwalk Empire
Während ich bei allen anderen Serien über die jeweilige Einordnung problemlos diskutieren kann, gab es bei einer Serie keine Frage und das ist, vermutlich wenig überraschend, die Nummer 1: Boardwalk Empire.
Die HBO-Serie mit Steve Buscemi in der Hauptrolle hat in der Tat nicht umsonst zwei der wichtigsten Golden Globes in diesem Jahr abräumen können, denn sie ist in der Tat einfach von vorne bis hinten großartig.
Das fängt auch hier wieder mal bei den Darstellern an, aus denen natürlich der wunderbare Steve Buscemi herausragt und nun endlich mal die Lorbeeren einsammeln kann, die er schon lange verdient hätte. Aber auch der Supporting Cast ist durchgängig exzellent.
Aber auch alle anderen Elemente wie das 20er-Jahre-Design, die Story um den korrupten Schatzmeister von Atlantic City zu Zeiten der Korruption, die Dialoge, sind durchgängig hochgradig exzellent und stellen wieder einmal unter Beweis, dass Serien im Gegensatz zu Filmen einfach gewisse Vorteile genießen, was Charakterentwicklungen und Storylines angeht.
Und da ich eben ohnehin ein großer Fan des Mafia-Genres bin, komme ich nicht umhin hier die volle Punktzahl zu zücken. Unbedingte Sehempfehlung.

Fazit: 10 von 10 Gabeln

Trailer:

 

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 10/11 – Vol. 2

Trotz der momentanen Ablenkungen durch die Demonstrationen und den mittlerweile schon über zwei Tage andauernden Polizeieinsatz hier in der Straße soll es auch hier wieder weitergehen, mit meinen Einschätzungen der Serienneuling der jetzigen TV-Season.

Teil 1 findet Ihr hier.

Wie schon im ersten Teil erwähnt, kann die Reihenfolge der Serien als grob aufsteigend interpretiert werden, wobei die Einstufungen sicherlich nur so ungefähr zu nehmen sind und gerne mal nach Tagesform variieren können. Aber zumindest einen Anhaltspunkt sollte es geben. Ansonsten ist die Kommentarfunktion natürlich immer gerne dafür offen, mir weitergehende Fragen zu stellen. =)

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Traffic Light
Die letzte im vorangegangenen Teil erwähnte Serie, war die im Dezember abgesetzte Serie Running WildeErsetzt wurde Running Wilde dann lustigerweise von einer Serie, die weitaus massenkompatibler erscheint – aber zumindest bei mir nur auf einem ähnlichen Bewertungslevel landet.
In Traffic Light, der Adaption einer israelischen Serie, geht es um drei Freunde in den Dreißigern, und darum, wie sie sich durch das Leben schlagen.
Roter Faden sind dabei so ein wenig die im Auto, oftmals am Telefon, geführten Gespräche untereinander. Wobei vom Gefühl her dieser Aspekt immer mehr verschwindet, je länger die Serie dauert.
Die Serie erfindet das Rad der Comedy auch nicht neu, ist aber immerhin recht frisch als Single Camera-Show inszeniert und hat, für mich, recht sympathische Charaktere.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

Hellcats
In jeder Season brauche ich ja für mich ein richtiges „Guilty Pleasure“. Dieses Jahr ist das für mich mit Hellcats eine CW-Serie, die -logisch bei CW- klar auf junge Mädels gerichtet ist.
Die junge, toughe Marti will Rechtsanwältin werden, kann sich aber das Studium so nicht leisten und bewirbt sich deshalb für ein Stipendium als Cheerleaderin – obwohl das gegen ihre indidualistische Natur gerichtet ist.
Begonnen habe ich mit der Serie mal als meine Footballbegeisterung ein akutes Hoch hatte, wobei sie letztlich, trotz teilweise sehr moralingeschwängerter Subtexte, tatsächlich nicht ganz übel ist.
Und halbnackten Frauen bei rhythmischen Tanzbewegungen zuzuschauen – da ist man nun mal Mann… Wobei man der Serie auf jeden Fall zugute halten kann, dass man im späteren Verlauf der ersten Staffel durchaus das Thema Sportfixierung im College und seine Auswüchse recht kritisch anpackt.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

Endgame
Zugegeben, mit gerade mal 2 gelaufenen Episoden, kann man die Serie Endgame, die beim kanadischen Sender Showcase läuft noch nicht wirklich vernünftig einstufen.
Dennoch würde ich sie hier ungefähr einordnen vom Gefühl her, schließlich kann man nach den ersten beiden Folgen dieses Crime-Procedurals schon ungefähr einordnen, wie der Hase läuft.
Endgame ist eine von den klassichen Ermittler-Serien, bei denen jemand aufgrund seiner speziellen Kenntnisse, Verbrechen aufklärt, wie man es so ähnlich von Numbers, Bored to Death (in anderem Genre) oder Monk kennt.
Ausnahme ist hier, dass es sich beim Protagonisten um ein Schachgenie handelt, dass nach einem traumatischen Erlebnis sein Hotelzimmer in Vancouver nicht mehr verlässt und so quasi aus der Ferne und indirekt Fälle löst (und dabei in der Regel nicht der Polizei hilft, sondern mit Helfern auf eigene Faust ermittelt).

Fazit: 6 von 10 Gabeln [unter Vorbehalt]



The Cape
Mit Fantasy- und Superheldenserien wurden die wenigsten großen Networksender in den letzten Jahren glücklich. Ausnahme war lediglich NBC mit der ersten Staffel von Heroes.
Dementsprechend einigermaßen logisch, dass ausgerechnet NBC mal wieder eine Superheldenserie ins Programm dieser Season nahm.
The Cape spielt in der fiktiven Stadt Palm City und handelt von einem ehrlichen Polizist, der unschuldig für ein Verbrechen verantwortlich gemacht wird und dadurch in den Untergrund muss, wo er dank eines Capes und Training quasi Superkräfte erhält.
In der durch den privaten Sicherheitsdienst ARK regierten Stadt, in der zahlreiche Superschurken ihr Unwesen treiben, versucht er daraufhin mit mehreren Unterstützern für Recht und Ordnung zu sorgen und gegen ARK zu kämpfen.
Die hat teilweise das Problem, dass sie sich etwas zu ernst nimmt und dadurch teils etwas unfreiwillig komisch bis trashig rüberkommt. Dennoch war sie insgesamt eine Abwechslung im Serienallerlei und ich habe mich über diverse Schauspieler gefreut, wie natürlich Summer Glau und Vinnie Jones, aber auch zahlreiche Gastrollen wie Thomas Kretschmann oder Mena Suvari.

Fazit: 7 von 10 Gabeln

Episodes
Nachdem er als Darsteller von Friends enorme Erfolge feierte und im Anschluss daran mit seiner eigenen Show floppte, machte sich Matt Le Blanc auf den TV-Bildschirmen als Darsteller absolut rar.
Doch nun, fünf Jahre nach dem Ende von Joey, kehrt Le Blanc erstmals wieder zurück als Schauspieler mit einer zentralen Rolle in der Serie „Episodes“.
Die showtime-Serie kann man wohl am besten als „Meta-Serie“ bezeichnen: Le Blanc spielt hier eine entfremdete Version seiner eigenen Person – ähnlich wie bei Pastewka oder dem Vorbild Curb Your Enthusiasm, allerdings mit dem Unterschied, dass Episodes nicht aus seiner Perspektive erzählt wird.
Im Zentrum der Show steht allerdings ein britisches Pärchen, die nach Hollywood ziehen, um dort ein Pilot für die Adaption ihrer britischen Erfolgscomedy zu drehen, deren Hauptfigur mit Le Blanc besetzt werden soll.
Episodes ist dabei in seinen besten Momenten nahezu brillant, vor allem wenn das Showbiz aufs Korn genommen wird, allerdings schlägt die Serie über die meiste Zeit doch ein relativ gemächliches Tempo an.

Fazit: 7 von 10 Gabeln


Breakout Kings
Nachdem Prison Break bei Fox ursprünglich ein Riesenerfolg war, dann aber letztlich als Schatten seiner selbst nach vier Staffeln abgesetzt wurde, begab sich Fox auf die Suche nach einem würdigen Nachfolger, den man praktischer Weise bei zwei der Macher von Prison Break fand.
Breakout Kings handelt dieses mal allerdings nicht in erster Linie von den Ausbrechern, sondern von einer Gruppe inhaftierter Krimmineller, die dank spezieller Kenntnisse von der Polizei eingesetzt werden, um entflohene Schwerverbrecher zügig wieder einzufangen.
Nun ist es, ähnlich wie bei Endgame, so, dass nach gesehenen 3 Episoden, ein Urteil eher überstürzt. Zudem hat die Serie eindeutige Schwächen, wie z.B. eine insgesamt sehr oberflächliche Charakterzeichnung. Auch wurde in der Pilotepisode die Grundhandlung zu schnell und überhastet eingeführt, ohne wirkliche Hintergrundinfos zu bieten.
Dennoch ist die Serie eben überwiegend durchaus fesselnd, wodurch ich sie gefühlt schon mal gerne irgendwo hier einordnen möchte.
Die relativ hohe Position ist allerdings vor allem der dritten und bisher letzten Episode geschuldet, in der die Macher doch tatsächlich die Chuzpe hatten einfach mal den genialen Robert Knepper in seiner genialen Rolle des T-Bag auch in diese Serie zu bringen. Das war schon großartig.

Fazit: 7 von 10 Gabeln [unter Vorbehalt]
-EDIT: Nach dem Schreiben des Texts habe ich mittlerweile auch Episode 4 gesehen, die einen recht interessanten Fall bot und sich zudem auch ein wenig Zeit nahm, einen Teil der Figuren etwas näher zu beleuchten und dadurch mehr Tiefe zu geben. Das kann durchaus wirklich noch was werden.

 

Fairly Legal
Nach Ansicht des Piloten, der zwar nett war, aber auch etwas belanglos, entschied ich mich dazu, die Serie, trotz Sarah Shahi (das Leckerchen aus Life), nicht weiter zu schauen. Doch wie das dann oft so ist, kam ich durch Zufall dann doch dazu, auch Folge 2 zu schauen und begann dann irgendwie die Charaktere und den Stil der Serie zu mögen.
Shahi spielt hier eine junge Anwältin namens Kate Reed, die sich nach dem Tod ihres Vaters dazu entscheidet fortan nur noch als Mediatorin in der Kanzlei ihres Vaters zu arbeiten, die jetzt von ihrer Stiefmutter geleitet wird.
Kate legt bei den Mediationen eine eher anarchische Methodik an den Tag, der aber durchaus immer zum Erfolg führt. Auf eine gewisse Art erinnert mich die Serie dadurch lose an House – auch wenn Kate teilweise zwar kaputt, aber sicherlich umgänglicher und nicht so misanthropisch ist.
Die Serie läuft auf dem kleinen Sender USA, der zuletzt durch zahlreiche, sehenswerte Eigenproduktionen Aufsehen erregte, und in diese Reihe fügt sich Fairly Legal mit seinem insgesamt recht lockeren Unterton ziemlich gut ein.

Fazit: 7 von 10 Gabeln


Shameless
Shameless ist die Adaption einer britischen Erfolgsserie, die mittlerweile in der 8. Staffel bei Channel 4 läuft und zahlreiche Preise im Laufe der Jahre abräumte.
Die Rechte für die US-Version hat sich der Pay-TV-Kanal Showtime gesichert, was dank der erlaubten Flucherei und Nacktszenen durchaus eine gute Platzierung war. Schließlich ist Shameless eine insgesamt ziemlich dreckige und teilweise durchaus vulgäre Serie.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die 7köpfige Familie eines alleinerziehenden, arbeitslosen Alkoholikers (genial: William H. Macy), der ein ziemlicher Taugenichts ist und sich wenig bis gar nicht um seine 6 Kinder kümmert.
Durch die Vernachlässigung seitens des Vaters muss die älteste Tochter Fiona (ebenso toll: Emmy Rossum) den absolut chaotischen Haushalt schmeissen.
Wie geschrieben, die Serie ist sehr dreckig und hart, hat aber dennoch eine teilweise sehr unterhaltsame, beinahe lockere, weil lebensbejahende Komponente, die mir sehr gut gefällt.
Da ich allerdings erst 4 Episoden bislang gesehen haben ist auch die Wertung vorläufig und könnte tendentiell noch nach oben rücken.

Fazit: 7 von 10 Gabeln [unter Vorbehalt]

 

Rookie Blue
Schon etwas länger her, dass diese Serie gestartet und gelaufen ist. Ich habe es damals, wenn ich mich recht erinnere, als „Grey’s Academy“ bezeichnet, also im Grunde die klassischen Grey’s Anatomy-Elemente der Anfangszeit (Ausbildung & Beziehungen) statt im Ärzte-Milieu halt im Cop-Milieu angesiedelt.
Hauptfigur ist Andy McNally (gespielt von Missy Peregrym, Reaper), Tochter eines erfolgreichen und hochdekorierten Polizisten, die versucht ebenfalls im Polizeiberuf Fuß zu fassen. Neben ihr stehen noch mehrere weiter Azubis und ihre Ausbilder im Fokus.
Peregrym war -da bin ich ehrlich- ursprünglich der Grund bei der Serie dran zu bleiben, aber relativ schnell habe ich doch durchaus an der kanadisch-amerikanischen Co-Produktion insgesamt Gefallen gefunden. Zumal Toronto als Handlungsort auch mal eine angenehme Abwechslung ist.

Fazit: 7 von 10 Gabeln


Hawaii Five-0
Mit Remakes alter, bekannter Serien ist das ja immer so eine Sache, da sie leichten Erfolg versprechen, aber nach einem kurzen Hype gerne auch mal scheitern.
Bei Hawaii Five-0 könnte CBS allerdings ein ziemlicher Wurf gelungen sein, wenn man sich die Quoten so anschaut. Und das auch durchaus nicht völlig zu unrecht, denn die Serie macht alles in allem ziemlich viel Spaß.
Ähnlich wie im Original handelt die Serie von einer Task Force auf Hawaii, die von der Gouverneurin des Inselstaats eingesetzt wurde, um Schwerverbrechern das Handwerk zu legen.
Natürlich bietet die Serie kein hochgradig anspruchsvolles Drama, aber als actionlastiges Popcorn-TV mit schicken Bildern und ordentlichem Tempo ist Hawaii Five-0 sicherlich eine der passendsten Shows im TV momentan.
Dazu gibt es von Hawaii natürlich jede Menge schicker Bilder und mit dem Duo Alex O’Loughlin & Scott Caan hat man eine ziemlich perfekte Besetzung der Hauptrollen gefunden, die sehr gut miteinander harmoniert.
Beeindruckende Notiz am Rande übrigens, dass es die Serie doch extrem schnell ins deutsche TV bei Sat1 geschafft hat. Würde man sich doch häufiger wünschen.

Fazit: 8 von 10 Gabeln


Weiter geht es irgendwann rund ums Wochenende mit der „Top10“. Versprochen.

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 10/11 – Vol. 1

Da am vergangenen Wochenende kein Bundesligaspieltag war, dachte ich mir, ich könnte die Gelegenheit nutzen, um mal zu schauen, wie viele Leute diesen Blog hier überhaupt noch in ihrem Feedreader haben.

Denn auch wenn ich lange nicht mehr darüber geschrieben habe, bin ich nach wie vor aktiv abhängig in Sachen Serien und das gehört eben beizeiten auch mal wieder verarbeitet. In Anbetracht der krassen Ausmaße, die diese Sucht mittlerweile angenommen hat, habe ich mich dazu entschieden, dieses Mal nur zu Serien etwas zu schreiben, die grob in den letzten 9-10 Monaten mit ihrer ersten Staffel gestartet sind. Andernfalls wäre es mir wirklich zuviel.

Sollte sich dennoch jemand für meine Einschätzungen von „alten“ Serien interessieren, kann er/sie natürlich gerne in den Kommentaren (oder via Twitter) nachfragen. =)

Aber nun konkret zum Thema:

Es gibt, wenn ich nichts übersehen habe, etwa 30 Serien, die in den letzten Monaten angelaufen sind und bei denen ich zumindest mal in den Piloten reingeschaut habe. Zwei davon habe ich nicht gelistet, weil ich sie noch auf der „Warteliste“ geparkt habe: Undercovers, sowie Blue Bloods, wovon ich den Piloten gesehen habe, er mich nicht wirklich begeistern konnte, bevor mir im Nachhinein sehr stark dazu geraten wurde, es doch nochmal zu probieren. Wird also nachgeholt.

Dazu gibt es dann noch eine Reihe von Serien, die ich nach dem Piloten oder der zweiten, dritten Folge gekippt habe und die ich daher hier nochmal separat aufführe:

– Bedlam
Horrorkram in einem neuen Loft/Appartment-Gebäude, in dem sich früher ein Irrenhaus befand. Absolut nicht mein Ding.

– Portlandia
Hier bin ich nach zwei, drei Folgen ausgestiegen. Die Sketch-Comedy-Serie hat zwar durchaus ihre Momente, aber die waren mir dann doch zu rar gesät.

– Off the Map
Shonda Rhimes, die Schöpferin von Grey’s Anatomy und Private Practice, zieht mal wieder ihren Stiefel durch. Diesmal lediglich mit etwas mehr MacGyverismen in kitschigschöner Dschungelkulisse. Nope.

– Outcasts
Ich glaube, das war irgendwas mit Science Fiction. Aber genau weiss ich das jetzt auch nicht mehr.

– Lights Out
Hier gehts um einen alternden Boxer, ehemaliger Schwergewichtsweltmeister, der trotz gesundheitlichen Problemen nochmal ein Comeback wagen will. Grundsätzlich nicht verkehrt, aber der Pilot war mir irgendwie zu mühselig.

– Retired at 35
Ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, aber es war eine ziemlich altbackene Sitcom, bei der inhaltlich der Name das Programm vorgab.

– The Chicago Code
Cop-Serie, bei der diverse Polizisten einer Einheit in Chicago begleitet werden. Wirkte komplett uninteressant.

– Detroit 1-8-7
Diese Cop-Serie bekommt im Nachhinein doch einiges an Lob ab, aber der komische Pseudo-Doku-Stil hat mir im Piloten überhaupt gar nicht zugesagt, daher wurde es von mir direkt gekickt.

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Nun aber zu den Serien, die ich tatsächlich gesehen habe. Man kann grob eine aufsteigende Reihenfolge herauslesen, wobei die Feinheiten, gerade wenn es um Serien in der selben Einstufung geht, natürlich nicht in Stein gemeisselt sind, sondern vermutlich morgen schon wieder anders sortiert sein könnten.

Shit my Dad says
Eine Serie, die auf einem Buch basiert, das wiederum auf einem erfolgreichen Twitteraccount basiert?
Zumindest hat das mal für einigermaßen Buzz gesorgt, zumal der grantelnde Dad mit William Shatner sehr aufmerksamkeitswirksam besetzt wurde.
Alleine, das Resultat kann mit dem generierten Hype nicht wirklich Schritt halten. Denn herausgekommen ist eine ziemlich biedere und konventionelle Sitcom, der man anmerkt, dass der Ursprung eben eine lange Liste von Onelinern ist, die mal mehr, mal weniger zünden.

Fazit: 4 von 10 Gabeln

Mad Love
Eine Gruppe von jungen Erwachsenen aus New York deren Beziehungsleben in einer Sitcom behandelt wird – klingt bekannt?
Bei Mad Love drängt sich der Vergleich zu den bekannten Vorbildern Friends und How I Met Your Mother förmlich auf. Auch wenn die Serienschöpfer sich bemühen, die Ausgangslage etwas anders zu gestalten, kommt man nicht umhin, ständig zu vergleichen – und das tut der Serie nicht gut.
Sehr schade, da die Namen Sarah Chalke und Jason Biggs eigentlich für Comedy-Qualität bürgen sollten, aber es ist doch irgendwie alles recht belanglos und mit zu wenig Charme umgesetzt.
Die einzigen guten Momente zieht die Serie im Grunde aus dem Zusammenspiel der beiden besten Freunde, der Hauptfiguren. Das reicht nicht wirklich, um mehr als Nebenbeiunterhaltung zu sein.

Fazit: 4 von 10 Gabeln


InSecurity
Kanada fiel mir serientechnisch bisher eher selten durch Comedies auf, auch wenn bspw. Being Erica natürlich auch sehr viel Witz besitzt.
Mit InSecurity wird sich dieses Image nicht grundlegend ändern, aber wer auf ein bisschen Zucker-Abrahams-Zucker-esque Unterhaltung mit viel Slapstick und Albernheiten steht, der sollte hier ganz ordentlich bedient werden.
Es geht dabei um eine Abteilung des kanadischen Geheimdienstes namens NISA, die sich mit der Aufklärung von diversen Schwerverbrechen befasst und dabei vor allem durch ziemlich viel Dummheit und Tölpelhaftigkeit auffallen.
Wie gesagt, oftmals regieren Albernheiten und Slapstick, aber dank der Ironie in Bezug auf das kanadische Selbstverständnis ist es teilweise durchaus annehmbar.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Mike & Molly
Bei Mike & Molly war ich im Vorfeld ziemlich skeptisch, spielen die Hauptrollen doch zwei stark übergewichtige Menschen, die sich zu Beginn der Serie kennenlernen und ineinander verlieben.
Dementsprechend befürchtete ich, dass sich der Humor vor allem daraus ziehen würde, dass man sich über die beiden dicken Menschen lustig macht. Dem ist erfreulicher Weise nicht wirklich so, auch wenn gewisse Klischees durchaus mal zur Sprache kommen.
Das Problem der Serie ist allerdings auch hier mal wieder, dass man sich insgesamt zu altbacken und bieder präsentiert und die Gags oftmals recht ausgelutscht sind. Dementsprechend lebt „Mike & Molly“ in allererster Linie von der guten Chemie der beiden Hauptdarsteller, die beide sehr sympathisch rüberkommen und gut miteinander harmonieren.

Fazit: 5 von 10 Gabeln


Outsourced
Auch bei Outsourced war ich einigermaßen vorsichtig. Prämisse der Serie ist, dass eine US-Firma ihr Call Center nach Mumbai auslagert und dazu einen ihrer Angestellten aus dem tiefsten Kansas als Büroleiter dorthin schickt.
Mit dieser Ausgangslage war die Gefahr relativ groß, dass man sich auch hier vorwiegend mit Stereotypen befasst – was teilweise auch durchaus der Fall ist, aber doch unter dem Strich auf recht charmante Weise.
Zu einer richtig guten Serie macht das Outsourced natürlich noch nicht, aber doch ein relativ bunter Farbtupfer im Einheitsbrei der Comedies. Zudem ist Diedrich Bader ein cooler Hund.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Come Fly With Me
Ich gebs ja nur ungern zu, aber mit Little Britain konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Wobei ich das einfach mal darauf schiebe, dass ich das immer nur in der synchronisierten Fassung gesehen habe.
Nun hat jedenfalls das Team von Little Britain zur Weihnachtszeit eine neue Serie an den Start gebracht, die auch wieder im „Mockumentary“-Stil aufgezogen ist. Die Serie lehnt sich dabei an die Dokus an, die sich mit dem (Arbeits-)Leben an einem Flughafen befassen und so werden Arbeiter am Check-In, am Zoll, Kabinenpersonal und Airline Chefs „begleitet“.
Natürlich ist alles typisch überzeichnet und karikiert, aber im Gegensatz zu LB habe ich hier wirklich meinen Spaß gehabt. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass ich beruflich der Thematik nahe bin.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Better With You
Einmal mehr eine klassische Sitcom über Liebe und Leben in der Großstadt. Dieses Mal mit dem Ansatz, dass hier drei Pärchen in unterschiedlichen Beziehungsstadien gezeigt werden.
Da gibt es das neu verliebte Pärchen, die durch eine ungewollte Schwangerschaft in ein langfristiges Miteinander gedrängt werden. Dazu die ältere schwester, die schon ein paar Jahre in einer festen, aber informellen Beziehung mit ihrem Partner ist.
Und dann natürlich die Eltern des Schwesternduos, die schon seit mehreren Jahrzehnten zusammen sind. Durch die Gegenüberstellung bestimmter Situationen und den unterschiedlichen Umgang ergeben sich immer wieder frischere Momente in einer ansonsten konventionellen Sitcom.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Running Wilde
Dass Running Wilde abgesetzt werden würde, war eigentlich schon nach Ansicht des Piloten klar und in Anbetracht dessen, dass man nun mal auf FOX lief. Der sehr schräge Humor dieser Serie von Arrested Development-Macher Hurwitz war einfach nicht gemacht für den breiten Massenmarkt.
Hinzu kommt, dass die Serie an sich eben auch nicht so überragend war. Sie hatte sicherlich ihre lichten Momente, aber eben auch oftmals Szenen, die mir selbst eher unangenehm waren. Was u.a. z.B. an David Cross liegt, den ich nicht so gerne mag.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

 

Weiter geht es in den nächsten Tagen. Versprochen.

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Der ganze Rest.

Da die Season 2009/2010 mittlerweile schon soweit vorangeschritten ist, dass es wenig Sinn macht, im bisherigen Tempo weiter die vergangene TV-Saison zu besprechen, machen wir es heute mal etwas anders.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

Dollhouse
Drop Dead Diva
Friday Night Lights
Fringe
Gary Unmarried
Greek
Grey’s Anatomy
Gossip Girl
Heroes
House

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Joss Whedon, Du Vollpfosten.

Die erste Staffel von Dollhouse hat mich, wie schon geschildert, ja insgesamt ziemlich kalt gelassen. Auch der Start der zweiten Staffel ist dann eher bescheiden ausgefallen mit 3 soliden Folgen und einer wirklich guten vierten Folge, so dass die Absetzung im November nicht nur nicht überraschend kam, aufgrund sehr schwacher Quoten, sondern mir auch verhältnismäßig egal war.

Dennoch bin ich weiter dran geblieben und plötzlich liefert Joss Whedon sieben Episoden in Reihe ab, die allesamt hochgradig exzellent waren (ich würde sogar soweit gehen und behaupten dass es das zweitstärkste in diesem TV-Halbjahr nach Dexter war) und in mir plötzlich den starken Wunsch hervorruft, dass die Serie doch noch länger geht, als die drei Episoden im Januar!

Mal im Vertrauen, Joss, muss das wirklich sein? Warum nicht gleich so? Warum erst so lange Durchschnittsware abliefern und dann wenn es schon viel zu spät ist, auf einmal solche Episoden aus dem Hut zaubern?

Ich versteh das nicht.

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Gossip Girl, Grey’s Anatomy, Heroes, House.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

Dollhouse
Drop Dead Diva
Friday Night Lights
Fringe

Gary Unmarried
Greek

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Heute mal noch kürzer gefasst als sonst.

Gossip Girl

Dass Gossip Girl schon in der ersten Staffel mehr oder weniger nur als „Guilty Pleasure“ rangierte, hatte ich ja bei meinem damaligen Eintrag schon klargestellt. Bei der zweiten Season hat leider der Pleasure-Faktor für mich etwas nachgelassen, da es für meinen Geschmack doch etwas zu sehr ins „soapige“ abdriftete und es viel aus Off-and-On-Beziehungsgeschichten (Blair & Chuck, Dan & Serena) bestand, die mich zeitweise etwas anödeten. Vielleicht fiel es mir diesmal auch nur mehr auf, weil der Reiz des Neuen dieses Mal im Gegensatz zur ersten Season natürlich weg war. Mal schauen, wie es mit Staffel 3 ausschaut. Die liegt aber derzeit bei mir noch in der Warteschleife.

Meine Wertung: 6 von 10 Gabeln [für Season 2]

Grey’s Anatomy

Zur vierten Staffel schrieb ich, dass ich mich kaum noch an Details der Season erinnern könnte, sie aber dennoch wieder mal gerne geschaut hätte. Gleiches gilt im Grunde auch für die zurückliegende 5. Staffel, wenngleich diesmal ein paar mehr Erinnerungen hängen geblieben sind. Was unter anderem sicherlich damit zusammenhing, dass mit Owen Hunt (Kevin McKidd) und Arizona Robbins (Jessica Capshaw) zwei Charaktere reingeschrieben wurden, die der Gesamtdynamik der Serie ganz gut getan haben. Lediglich die zunehmenden „Erscheinungen“ von Denny Duquette waren zeitweise doch ein wenig störend. Ansonsten ist aber eigentlich alles wie immer: Interessant zu sehen, gut gemacht und ein sehr anständiger Soundtrack.

Meine Wertung: 7 von 10 Gabeln [für Season 5]

Heroes

Wenn wir (also ich) darüber schreiben, dass Serienstaffeln in der Erinnerung doch schnell verblassen bzw. zu einem nicht mehr großartig zuordenbaren Szenenstrom im Kopf werden, dann kommen wir natürlich nicht umhin, auch Heroes zu erwähnen. Denn ganz ehrlich habe ich irgendwann zwischen all den Zeitreisen, Charakterwechseln und sonstigen Wirrungen mal spontan den Überblick verloren und bin an einen Punkt gelangt, an dem ich mich entschieden habe, mich einfach nur noch durch die Handlung treiben zu lassen – was ganz gut funktioniert. Rein in popcorntechnischer Hinsicht macht die Serie nämlich immer noch ziemlich viel Spaß und lässt sich halt ganz gut weggucken, wenn man nicht mehr zwanghaft versucht jeden einzelnen Handlungsfaden versucht in den Fingern zu behalten. Die Schauwerte sind dabei einfach nach wie vor stark genug.

Meine Wertung: 8 von 10 Gabeln [für Season 3]

House, MD

Nach dem kleinen Reboot der Serie in der sehr gelungenen Staffel 4, die von einem grandiosen Finale gekrönt wurde, bewegte sich die 5. Season insgesamt auf einem etwas niedrigeren, aber dennoch konstant zufriedenstellendem Niveau. Es wird wieder etwas mehr der Schwerpunkt auf die wöchentlichen Fälle gelegt, wobei mit der Krankheit von Thirteen, dem „Verschwinden“ von Wilson und Houses Verhältnis zu Cutty natürlich auch noch nebenbei genügend Spannungsfelder vorhanden sind, um die Serie auch im großen Kontext voranzubringen. Erst kurz vor Ende der Staffel wird mit dem plötzlichen Selbstmord eines Teammitglieds aprupt ein völlig neues Moment in die Serie reingebracht. Unabhängig davon bot allerdings Staffel 5 mit der Folge „Locked in“ mit Mos Def in der Hauptrolle eines der absoluten staffelübergreifenden Highlights, das mich wirklich schwer beeindruckt hat. Und auch insgesamt bin ich sehr beeindruckt, wie konstant hoch die Macher das Niveau der Serie nun schon seit über 5 Staffeln halten, obwohl es eigentlich ein relativ klassisches Procedural ist.

Meine Wertung: knappe 9 von 10 Gabeln [für Season 5]

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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Gary Unmarried, Greek.

In dieser Rubrik wird es, ähnlich wie im letzten Jahr, wieder meine Eindrücke zu den Serien geben, die ich in den letzten rund 12-15 Monaten gesehen habe. Meine Einschätzungen sind subjektiv, aber unumstößlich und können sich auch durchaus mal auf Serienstaffeln beziehen, die schon etwas älter sind. In alphabetischer Reihenfolge wird es hier nach und nach kurze Kommentare zu jeder dieser Serien geben.

Bisher besprochen:

Die „Misfits“
Being Erica
Better Off Ted
The Big Bang Theory
Breaking Bad
Burn Notice
Californication
Chuck
Crusoe

Damages
Dexter

Dollhouse
Drop Dead Diva
Friday Night Lights
Fringe

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Gary Unmarried

Der drohende Tod der klassischen Multi-Kamera Sitcoms wurde in den vergangenen Jahren ja gerne immer wieder thematisiert, und einige Beispiele sprachen ja durchaus dafür, dass diese altbackene Variante irgendwann mal aus den Sendeplänen der Networks verschwindet. Vor allem natürlich diejenigen Sitcoms an denen Kelsey Grammer mitwirkte, wie „Back to you“ im letzten oder „Hank“ in diesem Jahr.

Nichtsdestotrotz gab es in den letzten Jahren auch immer wieder positive Beispiele von Sitcoms, die Anklang beim Publikum fanden. Ein Neustart aus dem vergangenen Jahr, dem dies durchaus achtbar gelang, war mit Sicherheit „Gary Unmarried“, eine völlig konventionelle Sitcom über Gary, einen Anstreicher mit zwei pubertierenden Kindern, der sich gerade von seiner Frau Allison geschieden hat. Die Serie thematisiert nun Garys Leben als quasi-alleinerziehender Vater, seiner neugewonnenen Freiheit auf dem „Datingmarkt“ und natürlich dem ewigen Kampf gegen seine Ex-Frau.

Wie soeben erwähnt, ist Gary Unmarried durchweg konventionell, aber dennoch in meinen Augen sehr charmant, was zum Einen mit Sicherheit an Jay Mohr liegt. Sein Gary bringt den Balanceakt zwischen väterlichen Pflichten und den oftmals tapsig wirkenden Versuchen des Hörnerabstoßens überaus sympathisch und glaubhaft rüber, da man Mohr sowohl die Vaterfigur als auch den leichtlebigen „Slacker“ absolut abnimmt. Zudem bietet die Konstellation der Scheidung die Möglichkeit, dass die gegenseitigen, durchaus bissigen Beleidigungen zwischen Gary und Allison authentischer rüberkommen als das normalerweise bei verheirateten Ehepartnern in vielen Sitcoms der Fall ist, die sich die bissigen Kommentare oftmals ebenso an den Kopf werfen – aber eben verheiratet sind, wodurch es manchmal doch etwas übertrieben erscheint.

Machte das jetzt irgendwie Sinn? Naja, jedenfalls mag ich die Serie wirklich gerne und kann sie als kleinen, unterhaltsamen 22 Minuten-Happen wirklich empfehlen. Keine große Kunst, aber das muss man ja auch von Sitcoms nicht unbedingt erwarten. Neben Mohr sind auch die meisten anderen Rollen, gerade auch die beiden Kinder sehr gut besetzt und Erziehungs- wie Beziehungssituationen bieten ausreichend Spannungsfelder für witzige Geschichtchen.

Meine Wertung: 7 von 10 Gabeln [für Season 1]

Greek

Ich muss an dieser Stelle mal ganz ehrlich sein: Es fällt mir sehr schwer, etwas zur zweiten Staffel von Greek zu schreiben, ohne dass ich jetzt allzu sehr in inhaltliche Beschreibungen der Geschichte abdrifte. Schließlich habe ich die wesentlichen Fakten zum Inhalt von Greek, sowie meine gefühlsmäßige, wie sachliche Einschätzung zur Serie (1. und 2. Staffel unterscheiden sich da kaum, gilt also nach wie vor), schon im letzten Jahr ausführlich genug notiert.
Wer sich an diesen Text nicht mehr erinnern kann und die Serie noch nicht kennt, dem sei ein Klick und ein Blick auf jeden Fall nochmal dringendst ans Herz gelegt. Denn so uninspiriert ich beim Verfassen dieses Textes bin, so extrem viel Spaß macht es doch, diese Serie zu gucken.

Es gibt wohl wenig Serien (vielleicht noch HIMYM und CHUCK), die ich so gerne anschaue und so schnell es geht, in den Player schiebe. Ich fühle mich einfach pudelwohl, wenn ich wieder einmal in die Welt der Cyprus-Rhodes University „abtauchen“ kann und mich von den bunten, leichtfüßig inszenierten Geschichten rund um die Studentenverbindungen Kappa Tau, Zeta Beta Zeta und Omega Chi unterhalten lassen kann.

In Season 2 werden selbstverständlich all die Beziehungsgeschichten aus der ersten Staffel weitergeführt, hinzu wird -auf altbekannt unterhaltsame und witzige Weise- dieses Mal ein klassischer Klischee-Geheimverbund a la Skulls & Bones (oder Steinmetze) eingeführt und die ZBZs geraten in ernsthafte politische Schwierigkeiten, nachdem sich ein Teil des Hauses abspaltet und eine neue Sorority gegründet wird.

All das wird Euch vermutlich nichts sagen, da die Serie nach wie vor ein -meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigtes- Schattendasein fristet, aber vertraut einfach meinem Wort: Traut Euch mal an die Serie heran, denn sie füllt, zumindest für mich, thematisch wirklich perfekt ein Loch, da das College-Leben in der momentanen US-Serienwelt quasi gar nicht abgedeckt wird. Die Serie ist teilweise ein bisschen soapig, aber die Charakterzeichnung ist wirklich hervorragend und authentisch, die Musikauswahl ist exzellent und die Inszenierung wunderbar locker, ohne aber die gefühlvollen Momente zu vernachlässigen.

Mal schauen, ob es nach Staffel 3 noch weitergehen wird, da die Quoten zuletzt doch etwas eingebrochen sind und es fraglich ist, ob ABC Family die Serie weiterführen will. Dennoch lohnt es sich, da auch so schon über 60 Episoden zusammengekommen sind (sofern nicht überraschenderweise ein vorzeitiger Abbruch der Serie zustande kommt – aber so mies sind die Quoten dann auch wieder nicht).

Meine Wertung: Starke 8 von 10 Gabeln [für Season 2]

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