Archiv der Kategorie: Television Madness

Simon says: Sing.

Zugegeben, sich über trashige Reality-TV-Formate aufzuregen und auszukotzen hat eigentlich sooo einen Bart und es gibt nun wirklich mehr als genug Medienblogger, die in schöner, vorhersehbarer Regelmäßigkeit die entsprechenden Beiträge veröffentlichen. Aber ist ja auch okay, lese ich ja selbst immer mal wieder ganz gerne.

Und dennoch widme ich heute einmal einen kurzen Beitrag dem Sängerwettstreit „Deutschland sucht den Superstar“, der vergangene Woche wieder auf RTL gestartet ist. Denn wie es der Zufall will, hat es sich ergeben, dass ich am Samstag erst die 20.15h-Folge von DSDS gesehen habe und am selben Abend auch noch die erste Episode der 9. Staffel von American Idol, der amerikanischen Variante des britischen Erfolgshits.

Dabei war der Unterschied dann eben derart frappierend, dass es mich doch schon etwas schockiert hat.

Bei DSDS stößt ja besonders vielen Kritikern immer wieder die bloßstellende Art und Weise auf, wie Menschen jenseits der Norm durch die Inszenierung der Lächerlichkeit Preis gegeben werden. Die Macher bei RTL reden sich dann gerne damit heraus, dass ja mittlerweile jeder wissen müsste, worauf er sich da einlässt und mit einer gewissen humoristischen Aufarbeitung rechnen muss.

Das entspricht natürlich durchaus ein bisschen der Wahrheit, da RTL in den letzten Jahren den Weg der Bloßstellung immer weiter beschritten hat. Und ebenso wahr ist, dass dies dennoch immer wieder Leute in Kauf nehmen, mehr oder weniger bewusst (nimmt man mal an, dass da nichts gestellt ist – was ich nur bedingt glauben mag, aber das ist mein Problem). Wahr ist zudem leider, leider auch, dass dies durchaus sein Publikum findet und selbst in meinem Freundeskreis wurde sich in diesem Jahr explizit zum Fremdschämen getroffen – weswegen ich eben am Samstag auch zugeschaut habe.

Teil dieser Wahrheit ist allerdings auch, dass es eigentlich auch beinahe ganz anders funktionieren kann. Das zumindest zeigt die amerikanische Variante American Idol, die vergangene Wochen mit beinahe 30 Mio. Zuschauern absolute Spitzenwerte erreicht hat. Bei einer Nettosendezeit von knapp 90 Minuten wurden gerade einmal drei eher freakige Kandidaten gezeigt (wenn ich mich nicht groß verzählt habe), was ich doch relativ erstaunlich fand. Gut, eine Kandidatin kam dabei direkt als Erste, aber das will ich mal vernachlässigen, denn der Schwerpunkt beim vorangegangenen Satz liegt auf dem Wörtchen „gezeigt“. Nicht verarscht, wie es bei DSDS der Fall ist.

Und das hat mich, neben dem großen Schwerpunkt auf den musikalischen Aspekten, vor allem erstaunt: Auch bei AI gibt es zwar private Interviews, in denen sich schräge Kandidaten selbst bloßstellen können, aber das wird dann auch tatsächlich meist der Wahrnehmung des Zuschauers selbst überlassen. Eher subtil wird zwar ein bisschen mit Musik gearbeitet (wie bei dem eher spirituellen Kandidaten, der mit Enigma – Return to Innocence unterlegt wurde – ein Song, den ich seitdem im Ohr stecken habe…), aber vor allem verzichtet man nahezu komplett -bis auf einen Adlerschrei beim Auftritt des Spiritualitätstypen- auf irgendwelche cartoonistischen Soundeinspielungen und komplett auf irgendwelche grafischen Unterstützungsmittel zur Lächerlichmachung der Kandidaten.

Das geht mir persönlich nämlich am meisten auf den Keks: Wenn sich Leute im Fernsehen lächerlich machen wollen, dann lasst sie es meinetwegen gerne tun, aber doch bitte nicht mithilfe primitiver Geräuscheinspielen und eingeblendeten Cartoongeruchswolken. Besonders bei diesem exzessiven Gebrauch durch RTL, wo beinahe bei jedem einzelnen Kandidaten irgendwas eingespielt wird, fühle ich mich in einer unangenehmen Weise genötigt, diesen oder jenen Kandidaten lächerlich zu finden.
Wieso muss ein Programm unbedingt auf den kleinstmöglichen Verstand potenzieller Zuschauer ausgerichtet sein? Traut RTL seinen Zuschauern nicht zu, dass sie ihre eigene Bewertung eines Auftritts vornehmen können? Ob sie einen Kandidaten wirklich lächerlich, lustig – oder eben vielleicht doch eher bemitleidenswert finden wollen, sollte doch eigentlich jeder selbst entscheiden können, oder nicht?

FOX, sonst ja doch gerne mal im Fokus der Kritiker, scheint dies zumindest seinen Zuschauern zuzutrauen, wodurch die ganze Show doch weit weniger Fremdschämfaktor hat und weit mehr einem echten Gesangswettstreit ähnelt. Klar, mit Sicherheit gibt es in einem Land mit einer fast viermal so großen Bevölkerung weit mehr gute Talente, mit denen man Sendezeit füllen kann und doch muss es eigentlich auch für RTL möglich sein, den Schwerpunkt auch bei den Castings auf das Musikalische zu legen.

Es gibt natürlich noch weitere Aspekte, die erwähnenswerte Unterschiede darstellen. Bei American Idol wird beispielsweise noch jede Folge ein Casting behandelt, während bei RTL mittlerweile lustig Ausschnitte aus den verschiedensten Orten zusammengeschnitten werden, um so vermutlich die vermeintlich optimale Mischung aus Freaks und Schicksalschlägen zu garantieren. Leider bedeutet dies gleichzeitig auch eine gewisse Beliebigkeit, die den Effekt nur verstärkt, dass den Machern der Gesangswettbewerb eigentlich egal ist.
Vielleicht ist das sogar aufrichtiger, denn auch bei American Idol geht es letztlich schließlich nur um Show, Quote und Kohle – aber Spaß macht mir das nicht mehr sonderlich.

Zu guter Letzt liegt sicherlich auch ein gewisser Unterschied in den beiden Jurys. Abgesehen davon, dass bei American Idol ein vierter, prominenter Gastjuror dem ganzen doch noch etwas mehr Glamour verleiht (wie dieses Mal Victoria Beckham), ist eben ein Dieter Bohlen auch kein Simon Cowell, der insgesamt eben einfach etwas eleganter, charmanter rüberkommt, als der Dieter, der eben doch vorwiegend eine Sprüchemaschine ist (wofür das Schimpfwort-Schweinderl nur ein weiteres Indiz ist).

Aber okay, es funktioniert beides in den entsprechenden Märkten durchaus hervorragend und mir muss es ja nicht gefallen. Dennoch wollte ich zumindest mal kurz mein Erstaunen über die extremen Unterschiede in beiden Fassungen niederschreiben.

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Eingeordnet unter Hast du Töne!?, Television Madness

Und wenn Du denkst es geht nicht mehr…

Was passiert da eigentlich gerade auf RTL?? Ist das ein echtes Showkonzept? Oder einfach nur möglichst viel Bloßstellung von unbekannten Gesichtern?

Sorry, aber da ich nicht twittere muss der Blog hier grad mal herhalten…

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Voll verplant.

Die Thematik des Urheberrechts ist neben der Datenschutzproblematik im Internet wohl an den meisten Stellen Thema Nummer 1, wenn es um grundsätzliche Sachen und Rechtsfragen im World Wide Web geht. Das Eisen „Datenschutz/-handel“ ist ja derzeit wieder mehr als heiß, einerseits in Bezug auf das unsägliche „Datenvorratsspeicherungsgesetz“ und andererseits im Zusammenhang mit den neuen AGBs im StudiVZ, wo ich ja schon vor kurzem hier im Blog drauf hingewiesen habe.

Ein mindestens so großer Dauerbrenner ist aber natürlich das Thema Urheberrecht. Hier ist es vor allem der Bereich Musik, der lange Zeit an vorderster Front des Themas stand, und dann mit zunehmender technischer Entwicklung auch immer mehr die unrechtmäßige Verbreitung von Filmen, egal ob Kurzclip, Kinofilm oder TV-Show.
Dass diese Produkte allesamt zumindest eine gewisse kreative Leistung voraussetzen, die auch honoriert werden sollten – darüber muss man eigentlich nicht diskutieren. Wie hoch und in welcher Form, darüber ließe sich sicherlich streiten. Aber es sind nun mal Künstler, Regisseure, Autoren, Musiker, Schauspieler, etc. an diesen Werken beteiligt, die hierfür auch belohnt werden müssen.

Um die Einhaltung der Rechteabgaben zu gewährleisten, haben die einzelnen „Kunstbereiche“ (bzw. Branchen) jeweils ihre eigenen Interessenvertretungen, die sich darum kümmern, dass möglichst niemand, die Urheberrechte verletzt. Am bekanntesten ist hier sicherlich die GEMA, die das Geld für Künstler aus dem Musikbusiness eintreibt.

Ein bisher weitestgehend unbekannter Verein (außer in der Hotelbranche, wenn man sich mal die Gerichtsurteile auf der Website anschaut) ist die vg.media, die laut Selbstauskunft auf besagter Website „…Rechte und Ansprüche, die sich aus dem Urheberrecht für Medienunternehmen ergeben…“ als Verwertungsgesellschaft wahrnimmt.

Nun gibt es im Netz eine kleine private Internetseite, die eine Software entwickelt hat, die die Programme einer Vielzahl der deutschen TV-Sender zusammenfasst und dadurch eine Art digitale Fernsehzeitschrift bieten. Diese Seite nennt sich www.tvbrowser.org und ist wie gesagt ein vollkommen privates Projekt, das mit einem Open Source-Ansatz arbeitet und völlig ohne Werbung auskommt, und auch darüber hinaus absolut kostenfrei ist.
Ein wirklich guter Service, der bei momentan ca. 170 gelisteten Sendern selbstverständlich alle TV-Zeitschriften in den Schatten stellen dürfte, daher dem Fernsehzuschauer eine perfekte Orientierungsmöglichkeit bietet und daher indirekt den TV-Sendern indirekt als kostenlose Werbemöglichkeit zugute kommt – sollte man zumindest meinen!

Doch die schon erwähnte vg.media hat sich nun in der vergangenen Woche an die Jungs (und evtl. Mädels) von tvbrowser.org gewandt, mit der Mitteilung, dass sie ab dem 1. Januar 2008 eine Art „Schutzgebühr“ auf die genutzten Programmankündigungen zu leisten hätten.
Da diese Schutzgebühr aber keine Pauschale ist, sondern nach Seitenaufrufen abgerechnet wird und tvbrowser.org zu den bekannteren Seiten im Netz gehört, würde dies bei den derzeitigen Nutzerzahlen Kosten von ca. 14.000€ im Jahr bedeuten – für ein Freizeitprojekt ohne kommerziellen Anspruch natürlich ein Ding der absoluten Unmöglichkeit!

Für die Macher von tvbrowser.org gibt es daher erstmal nur eine Konsequenz:
Alle Sender, die durch die vg.media vertreten werden, aus ihrem Service rauszustreichen.
Hierzu zählen sowohl die ProSiebenSat1-Gruppe mit all ihren angeschlossenen Sendern, wie auch die gesamte RTL-Senderfamilie und noch zahlreiche weitere TV-Ausgeburtenstalten, wie z.B. 9Live. Damit fällt also ein nicht unerheblicher Inhaltsinput, der für diesen Service natürlich essentiell ist, einfach so weg – und das alles mit der Begründung, dass hier Urheberrecht geschützt/honoriert werden muss.
Für mich ein absoluter Witz. Und zwar ein ganz schlechter.

Keine Diskussion, eine TV-Sendung, mag sie noch so schlecht sein, wie Big Brother & Co., hat immer eine gewisse „Schöpfungshöhe“ (dies ist zumindest juristisch relevant, wenn es darum geht, ob etwas unter das Urheberrecht fällt), dass aber ein bloßer PROGRAMMABLAUF eine kreative Leistung erfordert, die urheberrechtlich geschützt werden müsste, halte ich für einen vollkommen absurden Ansatz, der derart hirnrissig und kursichtig gedacht erscheint, dass ich am liebsten eine Viertelstunde lang versuchen würde, die Mona Lisa mit dem Kopf in meinen Couchtisch einzuhämmern… Erst recht wenn man bedenkt, dass die Macher von tvbrowser.org ja ihr Projekt nicht „illegal“ durchgeführt haben, sondern dies jahrelang mit schriftlicher Genehmigung der Sender!
Einfach nur vollkommen absurd, diese Geschichte!

Ich kann es mir logisch nur auf zwei Arten erklären, wie sich die Fernsehsender eine derartige Gratiswerbung entgehen lassen wollen:
1) Sie sind einfach komplett kurzsichtig und denken tatsächlich, sie könnten auf diese Art noch ein wenig Zusatzeinkommen generieren, was bei dem privaten Hintergrund dieses Freizeitprojekts für jeden offensichtlich nicht von Erfolg gekrönt sein kann. Dies würde zwar zu der arroganten Selbstübereinschätzung der Macher des „führenden Mediums“ Fernsehen passen, aber da ich ja eigentlich immer an den gesunden Menschenverstand glauben möchte, erscheint mir das irgendwie nicht ganz nachvollziehbar.
Eher schon Punkt
2) Die vg.media hat Druck von Printmedien, sprich Verläge mit TV-Zeitschriften, bekommen, die ihrerseits die Gratiskonkurrenz aus dem Internet fürchten (zurecht), da immer weniger Menschen (vermutet) TV-Zeitschriften kaufen wollen und sich die Informationen lieber gratis aus dem Internet holen. Und diese Konkurrenz einzudämmen würde natürlich über den Weg hoher Schutzgebühren ziemlich gut funktionieren. Eine schlüssigere Erklärung fällt mir auf Anhieb nicht wirklich ein.

Die Meldung zu dieser Geschichte findet Ihr hier auf der Seite von tvbrowser.org, die hier auch noch mal einen zusätzlichen Forenbereich zu diesem Thema eingerichtet haben.
Trotz der Ankündigung, die angesprochenen Sender erstmal aus ihrem Angebot zu nehmen, versuchen die Macher natürlich auf mehreren Ebenen ihren unkommerziellen Service weiterhin in Gänze aufrechtzuerhalten und dies auf zwei Wegen.
Einerseits haben Sie eine Petition gestartet, bei der sich mittlerweile schon über 6000 Menschen eingetragen haben (Stand: 18.12., 0 Uhr) und auch wenn ich die Erfolgschancen von Petitionen generell als nicht allzu groß einschätze, so denke ich doch, dass dies zumindest ein positives Zeichen sein sollte und hoffe, dass ein paar der wenigen Leser hier, sich auch dazu entscheiden, sich dort einzutragen.
Die zweite Ebene halte ich da schon für erfolgversprechender und zwar die Gründung eines Vereins, die das fehlende kommerzielle Ziel des Projekts unterstreicht und so evtl. eine kostenlose Nutzung der Programminformationen ermöglicht.

Ich wünsche den Machern von tvbrowser.org jedenfalls viel Erfolg dabei, damit sie ein Zeichen setzen können. Kein Zeichen gegen das Urheberrecht, sondern ein Zeichen für die sinnvolle Anwendung dieses Schutzes kreativer Arbeit und ein Zeichen gegen die sinnfreie und kurzsichtige Kommerzialisierung solcher kleinster Teilleistungen!

Bitte nehmt an der Petition teil.

[Aufgegabelt bei: allesaussersport.de]
PS: Gerade bei AAS in den Kommentaren zudem noch eine weitere „Verschwörungstheorie“ gesehen, die einen möglichen Erklärungsansatz bieten könnte. Und zwar eine Steigerung der Nutzungszahlen auf den Sender-eigenen Websites, die dann natürlich irgendwann erste Anlaufstelle bei der Programmsuche im Internet wären – wenn diese „Ausblutungs- und Abschreckungspolitik“ konsequent durchgezogen würde…

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Eingeordnet unter Digi-Tales. Stories from the Blog., Television Madness

Angezogen! Das wird LE-GEN-DÄR.

Endlich hat sich mit ProSieben nun ein deutscher Sender gefunden, der die wunderbare Comedy-Serie How I Met Your Mother, in der es -wie der Titel unschwer vermuten lässt- grob darum geht, wie Protagonist Ted Mosby seinen Kindern davon erzählt, wie er deren Mutter kennen gelernt hat.

Im Großen und Ganzen ist HIMYM eine relativ klassische Sitcom um 5 Freunde in New York (ja, Friends-Parallelen durchaus vorhanden). Warum ich die Serie so mag, habe ich an anderer Stelle hier im Blog schon einmal beschrieben.

Nun wirft diese Nachricht vor allem zwei Fragen auf, die unter Serienjunkies schon heiss diskutiert werden:
1) Kann diese Serie synchronisiert überhaupt funktionieren?
2) Und warum musste es ausgerechnet der Absetzsender ProSieben sein?

Antworten wir mal auf Frage 2 zuerst, denn die scheint mir einfacher zu sein.
Schon nachdem ich vorletztes Jahr die ersten Folgen von HIMYM sah, war mir eigentlich direkt klar, dass diese Serie im Grunde nur ins Profil von ProSieben oder aber Kabel1 passen würde. Evtl. hätte ich mir noch ein Erscheinen im Nachmittagsprogramm von RTL2 vorstellen können, aber dass will ich -trotz jüngster Qualitätsoffensive mit dem Ausstrahlen von HEROES und dem Kauf von weiteren Hochkarätern– der Serie eigentlich nicht wünschen. Da die anderen beiden Sender zur selben Familie gehören, liegt es also nahe, dass erstmal ProSieben die Rechte kauft (um sie hinten raus immer noch nach „unten“ abtreten zu können). Denn wenn ein Sender US-Sitcoms im Profil auszuweisen hat, dann ist es natürlich ProSieben, die über Jahre schon zahlreiche Vertreter dieses Genres im Programm hatten.
Laut offizieller Meldung ist ein Start im Sommer 2008 anvisiert, als Sendeplatz wird über den Samstagmittag-Slot spekuliert. Dies würde natürlich absolut in das Umfeld von SCRUBS, MALCOLM MITTENDRIN und Co. passen, wenngleich ich mir zumindest erhoffen würde, dass -wenn der Mystery-Montag mal wieder gefloppt ist oder der Dienstag mal wieder frei wird- vielleicht auch mal wieder ein Primetime-Platz für eine US-Comedy-Serie drin ist. RTL hatte dies ja mal für den gerade in seinen letzten Atemzügen liegenden Herbst 2007 angekündigt, indem sie dort die mindestens genauso wunderbare Comedy MY NAME IS EARL auf einen Primetime-Slot setzen wollten, doch dies ist ja schon wieder auf ’08 verschoben worden und mit der Ankündigung verknüpft worden, dass die Serie Freitags nachts um 23.30 Uhr verheizt ausgestrahlt wird. Also ein Termin, an dem die Zielgruppe garantiert etwas besseres zu tun hat, als vor dem Fernseher zu sitzen…
Aber bevor ich nun abschweife: ProSieben ist rein vom Programmprofil der absolut passende Sender für HIMYM. Die Frage ist halt wie er mit der Serie umgeht und wie erfolgreich die Show werden kann, was dann wiederum auch unweigerlich mit der anderen Frage verknüpft ist, die ich oben gestellt habe, und zwar die Frage der Synchronisierung.

Hier kann ich im Grunde nur mit einem klaren JEIN antworten (alleine schon weil ich am Freitag „Fettes Brot“ sehen werde… =)).
Die Stärke von How I Met Your Mother ist neben den konsequent angelegten Figuren und den toll auserzählten Geschichten vor allem der Wortwitz, der sich immer wieder in vielen wunderbar pointierten Dialogen, Wortspielen und auch einigen Catchphrases zeigt. Wenn dies aber alles übersetzt wird, kann die Stärke sehr schnell zur Schwäche werden.
Denn die Synchro muss hier einiges leisten, um den wunderbaren Wortwitz elegant ins Deutsche rüberzubringen. Einerseits habe ich da meine Zweifel dran, ob wirklich viel Aufwand in die Synchronisation einer Serie gesteckt wird, die am Samstag mittag gesendet wird (und Aufwand ist hier wirklich nötig), und andererseits ist gerade bei englischen Wortspielen oftmals die große Schwierigkeit dies in die deutsche Sprache hinüberzubringen. Ich schätze die vielen Möglichkeiten der deutschen Sprache zwar sehr, aber sie ist halt oftmals auch relativ umständlich und nicht so griffig, wie die Englische. Daher kann ich leider eine gewisse Skepsis nicht verhehlen, was die Herausforderung angeht, den Charme und den „Drive“ der Serie in die synchronisierte Version zu übertragen. Das hat dann auch weniger mit einem elitären „Serien muss man im Original gucken“-Gehabe zu tun, sondern eben schlicht und ergreifend mit dem zuvor angesprochenen Grund.

Dennoch überwiegt trotz der Zweifel ob ProSieben der Serie mehr als 3 Folgen gibt und trotz der Skepsis gegenüber einer deutschen Übersetzung doch ganz eindeutig die Freude darüber, dass die Serie es endlich auch ins deutsche TV schaffen wird. Denn, wenn man eine vernünftige Synchro hinbekommen und der Serie evtl. sogar einen prominenten Sendeplatz einräumen würde, dann bin ich überzeugt davon, dass HIMYM durchaus das Potential hätte, zu einem kleinen Quotenknaller mutieren zu können, da die Themen einfach eine breite Masse ansprechen und die Figuren zudem äußerst sympathisch sind.

Quelle

Nachtrag, 31. Juli: ProSieben hat nun endlich einen Starttermin verlautbaren lassen – und so wird die erste Folge von HOW I MET YOUR MOTHER tatsächlich Samstag nachmittags, ab dem 13. September um 14.10 Uhr zu sehen sein. Den Termin sollte man auf jeden Fall vormerken!

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Emotionsgefasel.

Mit Sportkommentatoren ist das immer so eine Sache. Gerade wenn es um Mannschaftssport wie Fußball geht, dann ist es zumindest auf nationaler Ebene immer sehr schwierig, die notwendige Balance zwischen Enthusiasmus (so es das Spiel hergibt) und Neutralität zu wahren. Fußballkommentatorenlegende Günther Koch, der ja ausgewiesener „Clubberer“ ist, meinte dazu zuletzt bei seinem Auftritt in der wunderbaren Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs„, dass Fans anderer Clubs ihm dies meistens vorwerfen würden. Nürnberg-Anhänger ihm aber andererseits immer unterstellen würde, er wäre gegenüber dem FCN immer extrakritisch.

Ich persönlich würde ja immer Kommentatoren vorziehen, die nicht nur Ahnung von der Sportart haben, die sie kommentieren, sondern eben auch Fans sind und dies auch so „raushängen“ lassen. Solange dies eben nicht in Unsachlichkeit und/oder Schönrednerei abdriftet, kann es einem als Zushauer doch eigentlich nur recht sein, wenn jemand das Spiel lebt und wirklich mitgeht.

Wesentlich leichter ist dies natürlich, wenn es um Begegnungen auf internationaler Ebene geht, wo sich dann auch die Kommentare meist eher trauen, Emotionen zu zeigen und ihre Sympathien durchklingen zu lassen. Eines der besten Beispiele ist da sicherlich Frank Buschmann, der auf dem Gewinnspielsender ursprünglich mal hauptsächlich für Basketball zuständig war und mittlerweile auch immer mehr bei Fußballübetragungen aktiv ist. Ähnlich gut finde ich übrigens Michael Leopold, der sich vor allem als Eishockey-Kommentator einen Namen gemacht hat, und dann in den vergangenen Jahren vermehrt auch im Fußball und beim American Football zu Einsätzen kam.

Heute nun durfte ich ein neues Kommentatoren-Talent bewundern, und zwar bei der seit dem Wochenende in Frankreich stattfindenden Handball-WM der Frauen, die bei Eurosport übertragen wird. Dort ist einerseits Handballkoryphäe Jürgen Höthker als Kommentator aktiv, andererseits aber vor allem Anja Althaus als Co-Kommentatorin.

Die 25jährige Althaus ist eigentlich Kreisläuferin der deutschen Nationalmannschaft in Diensten der dänischen Mannschaft Viborg HK, ist aber derzeit leider verletzt und wurde von Eurosport zur Unterstützung Höthkers engagiert – zum Glück!
Nicht, dass Höthker irgendwie schlecht wäre (eigentlich im Gegenteil, sehr kompetent), aber Frau Althaus ist absolut erfrischend und bringt erfreulich viel Herzblut und Emotion in ihre Kommentare mit ein. Man merkt ihr einfach an, dass sie Bestandteil der Mannschaft ist und sich aufrichtig über jede gelungene Aktion ihre Kollegin freut („supergeil“) oder eben auch mal kräftig flucht, wenn irgendwas nicht so läuft.

Ohne ihr viel Verletzungspech wünschen zu wollen, so hoffe ich doch, dass man sie demnächst noch häufiger beim Handball zu hören bekommt. Erstmal wird dies sicher noch der Fall sein, denn die deutsche Nationalmannschaft hat die Vorrunde nicht nur überstanden, sondern ist auch mit weißer Weste nach Siegen gegen die Ukraine (26:21), das sehr schwache Paraguay (46:12) und heute gegen die eigentlich stark eingeschätzten und ebenfalls schon qualifizierten Südkoreanerinnen (32:26). In der Hauptrunde geht es nun gegen Rumänien, Ungarn, Polen und Spanien. Mal schauen, was noch so drin ist.

Achja, dadurch, dass ich heute übrigens Urlaub hatte, und das nachmittägliche TV-Programm ja eher eine Qual ist, durfte ich mal wieder feststellen, wie sexy Curling sein kann, als ich unser deutsches Team leider gegen die überwiegend sehr gut aussehenden Däninnen verlieren sehen habe…

Aber zum Thema Curling gibt’s vielleicht in den nächsten Monaten mal einen eigenen Eintrag…

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Kleiner TV-Tipp zur Woche.

Ich schaue gerne Casting-Shows.

Und ich bin mir auch durchaus bewusst, dass man mit dieser Aussage meist etwas belächelt wird. Aber da ich selbst gerne (und recht passabel, wenn mir soviel Unbescheidenheit zugestattet ist) singe – egal, wo ich bin, schaue ich mir derartige Sängerwettstreite natürlich immer wieder recht gern an.

Die Endprodukte sind zwar meist überhaupt nicht mein Ding (Alexander Klaws, Overground/Preluders), aber wie so oft im Leben ist ja bekanntermaßen der Weg das Ziel. Und wenn man über die schmalzige Inszenierung diverser Sozialdramen im Leben einzelner Kandidaten hinwegsieht, dann machen die Shows an sich auch relativ viel Spaß, weil meist ziemlich talentierte Menschen dort auftreten. Und das ist einfach schön, diesen Talenten zuzuhören – bevor sie dann in die popkulturelle Gleichmachmaschine reingedreht werden und am Ende ein klassisches 08/15-Produkt rauskommt mit dem man dann i.d.R. ein bis zwei akzeptable Chartplatzierungen feiern kann und Füllmaterial für die nächsten Abendshows in der Sendergruppe hat.

Im Rahmen der vergangenen DSDS-Staffel, aus der der überdurchschnittlich erfolgreiche Bohlen-Favorit Mark Medlock bekanntermaßen als Sieger hervorgegangen ist, ereignete sich ein Vorfall, der relativ viele Wellen im Medienbereich schlug: Der Ausstieg eines Kandidaten, der sich angeblich gegen die künstlerischen Fesseln, die ihm auferlegt wurden, wehren wollte und das nicht weiter mit sich machen lassen wollte. Von RTL-Seite wurde das ganze natürlich etwas anders dargestellt und die genauen Umstände werden wohl auch nie wirklich geklärt werden, aber das tut auch eigentlich nichts zur Sache.

Denn als Konsequenz aus den Vorfällen rund um den Ausstieg -der Sänger durfte laut Vertrag dann nicht im Anschluss bei TV Total auftreten-, rief Moderator Stefan Raab dann dazu auf, sich bei ihm für eine „ehrliche“ Castingshow zu melden.

Und diese läuft nun seit einigen Wochen donnerstags um ca. 22.15h.

Somit wären wir dann auch bei meinem TV-Tipp, denn diese Show möchte ich Euch durchaus ans Herz legen, da sie mir wirklich sehr gefällt. Denn einerseits versucht Raab es dort nicht übertrieben menscheln zu lassen und zum anderen steht die Musik in angenehm unprätentiösem Rahmen im Vordergrund dieser Show. Und diese Musik ist wirklich von großer Qualität, da hier wirklich eine ganze Menge großartig talentierter Leute auf der Bühne stehen und teilweise Eigenkompositionen vorführen.

Einer meiner Favoriten (Marcel aus Düsseldorf) ist zwar in der vergangenen Woche ausgeschieden, aber wenn man ehrlich ist, sind die verbliebenen 6 Sänger alle derart hochklassig, dass jeder, der auf der Strecke bleibt, einen „Verlust“ darstellt.

Selbst Mario, den ich in der vorletzten Show noch eher verzichtbar fand, hat sich mit seiner Rückkehr zum Country-Genre einen großen Gefallen getan und richtig stark aufgetrumpft.

Die zwei Besten sind aber sicherlich einmal Steffi aus der Schweiz, die Raab als „erfrischend untussig“ bezeichnete (was ich bestätigen kann) und eine Wahnsinnsstimme hat. Und zum anderen, der schon etwas ältere Gregor, der eigene, deutschsprachige Song präsentiert, die ein wenig an Laith Al Deen erinnern. Großes Kino, da man die Songs so von der Stelle weg produzieren und verkaufen könnte.

Hinzu kommen dann noch zahlreiche weitere Talente, wie z.B. Sandhy, der ebenfalls eine Mörder-Stimme hat, die leider in den letzten beiden Shows aber nicht ganz so überragend aufgenommen worden ist.

Warum ich nun diesen TV-Tipp schon am Sonntag gebe? Das hat zwei Gründe.
1) Raab lässt die Kandidaten immer schon über die ersten drei TV Total-Sendungen (Mo,Di,Mi) verteilt auftreten und sie dürfen dort ihre Songs vom folgenden Donnerstag in einer Art „reduzierten Unplugged-Version“ präsentieren, was alleine schon meist große Klasse hat.
2) Dies wird bis zum kommenden Wochenende mein letzter Blogeintrag sein, da ich mich morgen auf Geschäftsreise nach Österreich, wo ich an mehreren Veranstaltungen in Velden, Graz, Wien und Linz teilnehmen werde – und dementsprechend wohl keine Zeit fürs Bloggen haben werde. Von daher wünsche ich Euch eine schöne Woche und gebe Euch direkt noch mal einen weiteren TV-Tipp mit, der gerade beim Schreiben im WDR angekündigt wurde:

Topkapi

Ein Klassiker des Rififi-Genres (grob: Ocean’s Eleven) mit Maximilian Schell und Peter Ustinov. Sehr amüsant und sehr klasse inszeniert.
Läuft am Dienstag um 22.10 Uhr im WDR

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Pro Sieben
Donnerstags, ca. 22.15 Uhr

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Sport-Schau.

Nein, ich möchte heute nichts über den wankenden Dinosaurier deutscher Fernsehsportshows schreiben. Denn daraus würde vermutlich ohnehin nur ein Abgesang werden in einer der voraussichtlich letzten Saisons, in denen es die klassische Sportschau um 18(.30) Uhr noch gibt. Über kurz oder lang wird sich Fußball weiter in den Pay-TV-Bereich verabschieden und daran wird auch die derzeit stattfindende (und durchaus gelungene) Imagekampagne nicht viel dran ändern können.

Nein, heute möchte ich ein wenig Werbung für eine kleine, aber sehr, sehr feine Show machen, die eine Art „Abfallprodukt“ der Öffentlich Rechtlichen Bundesligasendungen darstellt und Sonntags abends (0.15 Uhr) auf dem WDR ausgestrahlt wird:

Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs


—Alleine dieser wunderbare Vorspann spricht schon Bände—

Einigen dürfte diese Sendung bislang vor allem aus dem Radio bekannt sein, wo der Bremer Stadionsprecher Arnd Zeigler seit einigen Jahren regelmäßig auf diversen ARD-Rundfunkstationen immer eine humoristische Vorschau auf den aktuellen Bundesligaspieltag gibt.
Seit Beginn dieser Saison hat Zeigler nun auch ein eigenes TV-Format auf dem WDR bekommen und dies zählt für mich trotz nur 30minütiger Laufzeit zu den besten Fußballsendungen, die es derzeit im TV gibt.

ZWWDF ist im Grunde eine Mischung aus kompakter Spieltagsnachbetrachtung, interaktiver Call-In-Show und Kuriositätenkabinett. Grob wird die Sendung nämlich immer unter ein Motto gestellt, dasss einen mehr oder weniger aktuellen Bezug zum Spieltagsgeschehen hat und wozu sich einzelne Zuschauer per Anruf äussern können. Garniert wird das ganze dann mit neuen eigenen Einspielern und vor allem skurrilen und unterhaltsamen Clips aus dem schier unendlichen Sportschau-Archiv. Dies wird von dem schon erwähnten Arnd Zeigler, der auch schon als Autor in Erscheinung getreten ist, herrlich unaufgeregt mit einer lässig-süffisanten Note präsentiert, die sich erfrischend abhebt von der sonstigen Aufgeblasenheit, die sonst hierzulande gerne im Sportjournalismus an den Tag gelegt wird.

Und wenn man dann alleine die bisherige Gästeliste sieht, auf der bislang Namen wie Kultkicker Ansgar Brinkmann, Reporterlegende Günter Koch und the one and only Hans Meyer (wenn auch nur telefonisch), dann sollte das schon genügen um die Herzen eines Fußballfans schneller schlagen zu lassen…

Zu guter Letzt möchte ich dann noch das tolle Design des Studios erwähnen, das natürlich im Grunde nichts anderes ist als eine sehr vollgestellte Kammer in Arnd Zeiglers eigener Wohnung in Bremen, von wo die Sendung immer live gesendet wird. =) Und alleine das verpasst der Sendung schon einen wunderbar ungekünstelten Charakter, der dem ganzen sehr zugute kommt. Zumal das Zimme einfach nur vollgestellt mit allen möglichen kleinen Souvenirs und kleineren Fetischen aus dem Bereich Fußball, die einen immer wieder etwas nettes entdecken lassen. Ganz groß dabei natürlich die Beleuchtung in Form von Flutlichtern.

Und dabei möchte ich es dann auch belassen und euch nur noch ein paar kleine Trailer ans Herz legen, die schon viel über die Art dieser einfachen aber sehr erfreulichen Sendung aussagen.

Und hier noch ein interessantes Interview mit Arnd Zeigler zum Start seiner Sendung, wo Zeigler nochmal etwas besser darstellt, was die Sendung ausmacht und mit welcher Einstellung er an seine Leidenschaft „Fußball“ rangeht.

Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs

An jedem Bundesligasonntag um 0.15 Uhr auf WDR (und bei Bremen 4 zeitgleich im Radio)

Meine dringende Empfehlung an alle Fußballfans, auch wenn’s zu ner unglücklichen Zeit läuft!

PS: Auch unbedint mal ein bisschen auf der Internetseite der Sendung rumwühlen. Da sind einige tolle Schätzchen versteckt, wie diese nette Bildergalerie!

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