Beflügelt.

Im vergangenen Kalenderjahr habe ich dank Geschäftsreisen und einmal Urlaub insgesamt knapp 45.000 Flugkilometer hinter mich gebracht, also quasi gut rund einmal um die Erde inklusive ein-, zweimal den Weg nicht gefunden.

Das ist natürlich schon einiges, aber im Vergleich zu vielen regelmäßig Geschäftsreisenden dann doch wieder auch nicht. Aber es reicht dann doch, dass das Reisen in Flugzeugen für mich mittlerweile ein wenig den Glamour und den Sexappeal verloren hat, den das Fliegen früher natürlich auch auf mich mal ausgestrahlt hat. Es ist zwar noch nicht auf den Stand von Busfahren abgerutscht, aber so ungefähr auf dem Level von Zugreisen…

Während die innereuropäischen Flüge zumeist mit den diversen Lowcost-Carriern ex Colonia (oder Düsseldoof) unternommen wurden, habe ich für die Flüge nach USA eigentlich immer United Airlines genutzt, dank guter Kontakte zu den dortigen, netten Sales-Leuten.

Aber natürlich haben wir auch gute Kontakte zu anderen Airlines und so kam es, dass wir vorletzte Woche im Düsseldorfer Cinestar bei einer VIP-Premiere des neuen George Clooney-Vehikels „Up in the air“ waren, auf Einladung von American Airlines.

Schließlich war American einer der Sponsoren dieses Films (und auch der Premieren-Reihe), gemeinsam im Übrigen mit der Autovermietung Hertz und der Hotelkette Hilton, die (gemeinsam mit dem Popcorntüten-Sponsor Blackberry und Paramount) vor Beginn des Films vorgestellt wurden – und dann lustigerweise nochmal rund zehn Minuten später innerhalb des Films in unmittelbarer Folge hintereinander geschnitten wurde: Erst eine Einstellung mit rangierenden AA-Flugzeugen, Schnitt, Shot auf ein Hilton-Hotelgebäude, Schnitt, Clooney läuft vor einem riesigen Hertz-Schild entlang.

Sehr kurios, wenn man kurz vorher erst genau die Liste an Sponsoren gehört hat – aber immerhin war es auch nicht so penetrant (auch im Rest des Films nicht wirklich), als dass es den Filmgenuss nachhaltig getrübt hätte.

Und der Genuss dieses Films war wirklich groß auf meiner Seite.

Ich muss dabei zugeben, dass ich für die lakonisch-satirische Art, in der Jason Reitman seine Filme inszeniert, sehr anfällig bin. „Thank you for smoking“ hat mir damals schon ziemlich gut gefallen, „Juno“ hat mich dann sogar schwer begeistert.

Relativ nahtlos daran anknüpfen konnte dann auch der dritte Reitman, zumal mir auch das Thema sehr naheliegt: Clooney spielt Ryan Bingham, einen Mann, der an rund 320 Tagen im Jahr auf Geschäftsreisen quer durch die USA unterwegs ist, dadurch kaum Bindungen zu anderen Menschen pflegt und sein Leben hauptsächlich in Hotelzimmern, Flugzeugen oder bei seinem Job (anderen Menschen die Nachricht überbringen, dass sie gefeuert sind) verbringt.

Natürlich bin ich da mit meinen rund 40-60 Tagen, die ich im Jahr geschäftlich unterwegs bin, doch ein ganz schönes Stück entfernt, aber nichtsdestotrotz kamen mir doch viele Einstellungen und Momente „erschreckend“ bekannt vor. Besonderes Highlight war dementsprechend natürlich auch die Einweisung des Newbies Natalie durch Reiseprofi Ryan in die Geheimnisse des Flugreisen – pure Comedy Gold, vor allem wenn man eben selbst mehrfach im Jahr diese Prozeduren durchläuft.

Auch insgesamt bewegt sich der Film irgendwo zwischen bissiger, schwarzhumoriger Satire (Ryan-Natalie) und lakonischer „Love“story (Ryan-Alex) und macht dabei sehr, sehr vieles richtig, wie ich finde.

Dazu kommen viele tolle Luftaufnahmen, zahlreiche sehr stimmungsvolle kleine und große Szenen, witzige, teils Screwball-würdige Dialoge, ein sehr ansprechender Soundtrack, ein für mich sehr schönes Ende – und einfach insgesamt ein Film, in dem ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Sorry für die oberflächliche Kurzfassung, aber ich muss weiterreisen.

Meine Wertung: 8-9 von 10 Gabeln

4 Kommentare

Eingeordnet unter Cinema Paradiso, Work & Travel

4 Antworten zu “Beflügelt.

  1. Und daran sieht man auch, was man von den noch bestehenden Product Placement Beschränkungen im deutschen Fernsehen halten kann: Relativ witzlos, wenn das gesamte eingekaufte Programm sich nicht daran halten muss.

  2. Das stimmt wohl, macht die ganze Regelung ein kleines bisschen hinfällig.

    Und man sieht ja eben, dass Product Placement sich ja auch nicht notwendigerweise negativ auf die Qualität eines Films auswirken muss.

    Interessant fand ich auf jeden Fall noch, dass wohl keinerlei Gelder von American Airlines an die Filmemacher geflossen sind, sondern das ganze Sponsoring in Form von Sachleistungen, sprich Drehgenehmigungen an Flughäfen und in Flugzeugen abgelaufen sein soll.

  3. Lustig, nach meiner Rückkehr aus dem Karnevalswochenende ins Büro hatte ich heute eine Einladung zu einem „Product Placement Tag“ in München auf meinem Schreibtisch liegen.
    Wie passend. =)

    Wäre sogar sehr interessant grundsätzlich, aber logistisch leider nicht machbar.

  4. Flo Lieb

    Ei ei ei, leider gar keine Zustimmung😦

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