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UnGlücksfall Twitter.

Auch wenn ich als bloggender Mensch ja nicht gerade im Verdacht der Technikfeindlichkeit stehe, so war mir Twitter [eine Art „Mikroblogging“-Plattform für Mitteilungen, die maximal 140 Zeichen lang sind] bisher immer relativ suspekt, bzw. habe ich in dieser Software keinen wirklichen Mehrwert gesehen. Natürlich sind so Geschichten wie bei allesaussersport, wo Kai sie als Quasi-Ticker nutzt, schon ganz praktisch, aber sicherlich nichts was den Hype legitimiert, der sich teilweise darum entfacht hat, in den vergangenen ein, zwei Jahren. Für mich war das im Prinzip weitestgehend einfach nur kommunikatives Grundrauschen, das mir viel zu aufwändig wäre, um da nun auch noch über diesen Kanal regelmäßig mit eher weniger relevanten „Meldungen“ zugekleistert zu werden. Auch ein Grund, warum ich mich beispielsweise auch auf nur eine Social Networking Plattform beschränke, die zudem auch nur recht sporadisch gepflegt wird (zumindest muss man ja Gesicht zeigen).

Nun habe ich aber natürlich auch mitbekommen, dass Twitter immer mal wieder im Zusammenhang mit Unfällen, Umweltkatastrophen und ähnlichem (bspw. die Notwasserung auf dem Hudson River) genannt wurde und auf einigen, nennen wir sie mal „technikfreundlichen“, Blogs gerne als ultimatives Medium für die schnelle und authentische Informationsvermittlung bezeichnet wurden, die traditionelle Medien und deren Internetportale aber mal ganz locker in die Tasche stecken könnten.

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PR-Berater(in) gesucht.

Einer der Aspekte des vor kurzem geendeten US-Präsidentschaftswahlkampfs, der mich einerseits am meisten gruselte, aber andererseits sicherlich auch für die meisten und besten Unterhaltungsmomente gesorgt hat, war sicherlich die Nominierung der vorher weitgehend unbekannten Sarah Palin als McCains Kandidatin für den Vizepräsidentinnen-Job und deren daraufhin folgenden Auftritte in der Öffentlichkeit.

Bisher habe ich weitestgehend darauf verzichtet, dies hier zum Thema zu machen, wie ja auch insgesamt der Wahlkampf keine große Rolle hier gespielt. Zwar habe ich diesen Wahlkampf alleine schon aus beruflichem Interesse äusserst intensiv verfolgt, aber mir fehlt es dann doch an politischer Eloquenz, um mich hier fundiert zu äussern. Und die Fehler Palins wurden ja selbst hier in deutschen Blogs zur Genüge ausgebreitet.

Heute aber stieß ich dann doch wieder auf einen kleinen Clip mit Palin im Mittelpunkt, der mich einmal mehr sprachlos zurückließ. Wobei es hier gar nicht so sehr Palin selbst ist, sondern mehr die Tatsache, dass ihr Beraterteam (und sie ist schließlich immer noch Gouverneurin Alaskas) scheinbar nicht mal ansatzweise eine Ahnung von seinem Job hat.

Der Clip an sich ist schon absurd-komisch auf eine sehr morbide Art und Weise (die im Prinzip so auch in einer South Park-Folge hätte vorkommen können). Wenn man sich aber dann noch vergegenwärtigt, was die Begleitumstände dieses Interviews eines lokalen TV-Senders aus Alaska sind, dann schlackert man nicht nur als im PR- und Marketing-Bereich Arbeitender gehörig mit den Ohren.

In den USA gibt es die Tradition im Weissen Haus, dass der jeweilige Präsident jedes Jahr zum Thanksgiving einen Truthahn „begnadigt“, der dann doch nicht zum Fest verspeist wird. Eine Tradition, die der Legende nach bis zu Abraham Lincoln zurückreicht, und die mit der Zeit auch von niedrigeren Politikern übernommen wurde.

Wie eben beispielsweise die Gouverin des Bundesstaates Alaska, die sich nun also vor wenigen Tagen zu einer Truthahnfarm begab, um diese Tradition zu zelebrieren und natürlich auch die Möglichkeit zu nutzen, dies medial in Form eines bodenständigen Interviews auszuwerten.
Nun, wie gesagt, der Anlass des Interviews ist also die Bewahrung eines Truthahns vor dem Tod und das sollte man dann mal im Hinterkopf behalten, wenn man sich (lange Vorrede) dieses Video anschaut:

[via]

Wie gesagt, es geht mir nicht um einen Fehltritt von Palin (davon hatte sie während des Wahlkampfs schon mehr als genug) und auch nicht um Aufregung über die Tötung der Truthähne (die müssen nun mal irgendwoher kommen). Aber, dass das PR-Team einer sehr hochgestellten politischen Persönlichkeit ein solches weit über drei Minuten dauerndes Interview so zulässt, ist mir unerklärlich. Da gehört m.E. jemand ganz schnell gefeuert (oder aber zumindest gehörig der Kopf gewaschen).

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