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Reisen in die USA – Einreise & Sicherheitskontrollen. -{UPDATED}-

Okay, eigentlich wollte ich hier mit der Zusammenfassung meiner USA-Reise beginnen, aber da der Teil über die Einreise in die USA etwas ausgeufert ist und zudem eher allgemeiner Natur ist, habe ich mich dazu entschlossen, diesem Thema einen eigenen Eintrag zu widmen. 

Fliegt man in die USA, wie ich vergangene Woche von Frankfurt über Chicago nach Denver so ist am ersten Flughafen, an dem man US-Boden betritt, (in meinem Fall Chicago) das fällig, was für viel Entrüstung und auch viel Verwirrung sorgt: die Einreise.

Chicago O’Hare Airport

Viele Legenden ranken sich darum, und gerade von vielen Menschen, die im letzten Jahrzehnt nicht in die USA gereist sind, wird die Einreiseprozedur als ein Hauptgrund angeführt, erst einmal nicht dorthin zu reisen. Doch wie ist es wirklich?

Nun, es ist in erster Linie vor allem eins: Sehr lästig.
Gerade wenn man, wie ich in diesem Fall, einen Anschlussflug innerhalb der nächsten 1,5 Stunden erreichen muss, dann ist es schon sehr lästig, wenn man sich erst einmal in die Warteschlangen vor der Immigration Booth einreihen muss.
Und an diesem Punkt liegt dann auch der Vorwurf, den ich dem System machen muss.
Hat man nämlich nicht zufällig das Glück, dass der eigene Flug gerade der einzige ist, der aus Übersee am entsprechenden Flughafen eingetroffen ist, dann muss man sich zumeist mit sehr vielen Menschen gleichzeitig in eine Warteschlange stellen. Und es ist dann einfach ärgerlich, wenn man dann sehen muss, dass nur ein Bruchteil der Schalter geöffnet ist. Dies musste ich bisher vor allem in Washington so erleben, zumal dieser Flughafen auch noch aufgrund der Gebäudestruktur etwas suboptimal für einen Umstieg ist. In Chicago hat man dies aus logistischer Sicht erfreulicherweise recht gut gelöst, wo man dann auch schon mal spontan die Schalter für internationale Besucher öffnet, die eigentlich für US-Citizens gedacht sind.

Hier habe ich auf jeden Fall die Hoffnung, dass sich die Abläufe so allmählich mal mehr in Richtung Servicegedanken orientieren, als nur unter dem Aspekt der „inneren Sicherheit“ ausgerichtet zu sein. Dies äußerte sich diesmal z.B. auch darin, dass ich bei dieser Einreise in Chicago sogar mehrfach auf freundlich LÄCHELNDE Sicherheitsleute traf. Etwas, was ich bisher noch gar nicht erleben durfte und schwer überfällig war.

Wie aber läuft die eigentliche Einreise in die USA ab?
1. Noch im Flugzeug bekommt man zwei Formulare, die man während des Flugs ausfüllen sollte
a) Ein (grünes) VISA-Formular, bei dem man seine Ausweisnummer, die erste Adresse in den USA und einige weitere Angaben einträgt
b) Ein (blau-weißes) Zollformular, bei dem man Infos über die mitgeführten Güter (Waren/Geld) einträgt – sofern man irgendetwas ungewöhnliches dabei hat
2. In die Warteschlange vor der Immigration einreihen
3. Wenn man dann dran ist und tatsächlich in die USA „einreist“, hat man folgendes vor sich:
a) Reisepass und das grüne Formular (VISA) vorzeigen
b) Zwei, drei allgemeine Fragen beantworten (i.d.R. über Anlass der Reise, Dauer des Aufenthalts und Reiseziele in den USA)
c) Sich Fotografieren lassen
d) Fingerabdrücke abgeben (bislang umfasst das beide Zeigefinger; in naher Zukunft wird dies allerdings sämtliche 10 Finger betreffen)

Die meisten Touristen stören sich vor allem an den beiden letzten Dingen. Umgibt die Kombination von „Fotografiert werden“ und „Fingerabdrücke registrieren“ doch immer die Aura von Kriminalität – schließlich kennt man sowas sonst nur aus einschlägigen Fernsehkrimis (zumindest wenn man ein unbescholtener Bürger ist).
Ich persönlich empfinde das als nicht ganz so schlimm, erkenne ich doch den Sicherheitsgedanken dahinter und auch den Nutzen den diese Erfassung bei der Einreise hat bzw. haben kann.

Andererseits kann ich natürlich auch verstehen, wenn jemand sich von dieser Art der Erfassung unangenehm behandelt fühlt. Wenn man es allerdings nüchtern betrachtet, wird es aller Voraussicht nach über kurz oder lang dazu kommen, dass die Einreiseprozesse allgemein eher in diese Richtung gehen werden – egal in welche Region man einreist.

Der für mich persönlich wirklich lästige Teil kommt allerdings erst nach der eigentlichen Einreise. Ist man nämlich durch die Immigration durch muss man -egal ob der betreffende Flughafen Endziel oder nur Umstiegsairport ist- erst einmal sein Gepäck vom Baggage Claim abholen. Hat man sein Gepäck, geht man damit dann durch die Zollkontrolle (wo man das blau-weiße Formular abgibt) und verlässt anschließend entweder den Airport oder, wenn man noch einen Anschlussflug hat, gibt das Gepäck hinter der Zollkontrolle wieder ab und begibt sich in Richtung des Abflug-Gates.

Warum ist dies nun lästig?
Das Problem liegt dabei in der Unberechenbarkeit der Dauer, wie lange man auf sein Gepäck warten muss. Wie weiter oben schon angedeutet hat man meist eher kurze Umstiegszeiten, so dass sich die Wartezeit an der Immigration plus die Wartezeit am Gepäckband (wenn das eigene Gepäck erst sehr spät rauskommt) schon zu einem ziemlichen Zeitproblem auswachsen können – wie es auch dieses Mal bei mir der Fall war.
Zumal bei mir auch hinzu kam, dass ich an der Zollkontrolle herausgepickt wurde und mein Koffer individuell untersucht wurde. In diesem Fall empfiehlt es sich dann aber immer freundlich zu bleiben und zu sagen, dass man unter Zeitdruck steht und seinen Flieger erwischen muss. In der Regel wird das Gepäck dann recht zügig untersucht (solange man nix Verbotenes dabei hat) und man wird schnell weitergelassen.

Hat man das Gepäck nach dem Passieren der Zollkontrolle wieder abgegeben, stehen dann eigentlich nur noch zwei Dinge an:
Eine persönliche Sicherheitskontrolle und möglichst schnell das eigene Gate finden.

Zum Thema Sicherheitskontrollen noch ein paar Worte:
In den USA (wie auch im UK oder in einigen anderen Ländern) zieht man bis auf die Hose, Shirts, Pullis und natürlich die Unterwäsche i.d.R. alles aus. Sprich: Jacken/Mäntel, Schuhe und Gürtel, sowie Oberteile mit Reissverschluss.
Sollte man einen Laptop dabei haben, ist es, wie auch fast überall anderswo, notwendig, diesen aus der Tasche zu nehmen und in einer eigenen Kiste durch die Röntgenmaschine laufen zu lassen.
Immer wieder Fragen wirft auch das Thema „Feuerzeug“ auf. Was ich auch nicht wusste (und weswegen mir dieses Mal auch zwei Feuerzeuge aus dem Koffer genommen worden sind): Feuerzeuge NICHT in den Koffer sondern wenn man eines mitnehmen möchte, dann sollte man dies im Handgepäck mitnehmen!
Ich habe mich extra erkundigt und das ist die aktuelle Anweisung im Januar 2008 – im vergangenen Mai war dies bspw. noch anders…

Zum Thema „Flüssigkeiten im Handgepäck“ gibt es genügend Informationen anderswo. Ich halte es immer so, dass ich einfach gar nichts Flüssiges durch die erste Sicherheitskontrolle mitnehme, so bin ich auf der sicheren Seite. Sollte aber jemand doch etwas mitnehmen müssen, so finden sich in der Regel auf den Homepages der Airlines, wie auch der deutschen Flughäfen immer ausführliche Beschreibungen dessen was man mitnehmen kann und wie man es verpacken soll.

Dass man frische Lebensmittel wie Obst, Fleisch, o.ä. nicht auf einen anderen Kontinent mitnimmt sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber da ich dies nicht erst einmal anders erlebt habe, wollte ich es an dieser Stelle doch noch einmal erwähnen. (Dinge wie eingeschweisste Müsliriegel und ähnliches sind hingegen normalerweise kein Problem!)

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte über das Thema „Reisepass“ verlieren.
Denn dies ist eine der am häufigsten gestellten Fragen, die USA-Reisende stellen, die aber dabei  eigentlich mit am einfachsten zu beantworten ist.
Hat man einen bordeauxroten Reisepass, der maschinenlesbar ist, kann man einreisen. Punkt. Dies gilt natürlich für die in den letzten Monaten ausgestellten Pässe, die ohnehin schon biometrisch ausgelegt sind, aber dies gilt ebenso für die Reisepässe der vorangegangenen Jahre mit dem bordeauxroten Cover und dem maschinenlesbaren, laminierten Pass innen.

Kleiner Tipp zum Abschluss: Um einfach auf der sicheren Seite zu sein, sollte man, so es denn möglich ist (bei mir war es das diesmal nicht), ein Zeitfenster von mindestens zwei bis zweieinhalb Stunden am Umstiegsflughafen einplanen. Damit sollte man eigentlich auskommen. Hat man nur 1-1,5h zur Verfügung kann dies auch klappen – allerdings muss man dann damit rechnen, dass man u.U. ein wenig rennen muss, wenn nicht alles reibungslos abläuft. =)

Allgemeine Visa-Informationen gibt es unter: www.us-botschaft.de
Dort findet man dann auch genauere Infos über die Einreisebestimmungen für Nicht-Deutsche oder über das was man an Lebensmitteln in die USA mitnehmen darf und was nicht.

Nachtrag 14.06.08:
Im vergangenen Monat konnte ich nun auch zum ersten Mal Erfahrungen mit dem Flughafen von Atlanta machen dürfen, über den ich dieses Mal in die USA eingereist bin und ich war ein wenig gespannt. Denn Atlanta ist nicht nur der größte Flughafen der USA sondern der Welt und bei einem Passagieraufkommen von ca. 85 Millionen Menschen pro Jahr -von denen ein nicht unerheblicher Anteil aus anderen Ländern einreist- ist das natürlich ungeheurer logistischer Aufwand der dort tagtäglich erledigt werden muss. Um es kurz zu fassen: Ich war doch insgesamt recht positiv überrascht. An der Immigration gibt es eine große Zahl an Schaltern von denen, soweit ich es gesehen habe, auf die überwiegende Mehrheit geöffnet war. Dementsprechend hielten sich die Wartezeiten auch durchaus in Grenzen, so dass man insgesamt ziemlich schnell durchkam. Auch von der organisatorischen Seite lief alles gut, da überall Personal vorhanden war, die Anweisungen gaben und die Leute „sortiert“ haben, zwar nicht grade mit freundlichem Enthusiasmus, aber doch auch nicht mürrisch-feindselig. Am ehesten passte wohl das Adjektiv „routiniert“ (Ganz im Gegensatz zu meinem sehr miesepetrigen Immigration Officer – aber gut, Spaß würde mir der Job wohl auch nicht machen).
Auch danach lief alles soweit sehr wohlorganisiert, die Abläufe waren gut eingespielt und durch die recht langen Wege waren dann die Wartezeiten am Baggage Claim auch nicht übermäßig lang.
Und damit wären wir dann auch schon bei meiner Empfehlung für Atlanta: 2.15h als  Mindestumsteigezeit würde ich hier auf jeden Fall empfehlen. Denn alleine durch die schiere Größe des Flughafens und die damit verbundenen Wege braucht man einfach eine gewisse Zeit. Ansonsten kann ich aufgrund meiner Erfahrungen aber Atlanta durchaus als Einreiseflughafen empfehlen – ist nur aus meiner persönlichen Sicht meist mit dem Nachteil verbunden, dass man dorthin in der Regel mit Delta Airlines fliegen muss und basierend auf den Erfahrungen, die ich dieses Mal gemacht habe, würde ich diese Airline nun wiederum nicht unbedingt empfehlen. Für Inlandsflüge durchaus – denn da hat man In-Seat-Bildschirme und ein ausgefeiltes Entertainmentprogramm, das amerikanisches Fernsehprogramm und eine breite CD-Auswahl bietet. Auf den Flügen von Deutschland in die USA (und natürlich umgekehrt) hatten wir allerdings sehr alte Flieger mit Fernsehern an der Decke und einer eher begrenzten Auswahl an Musikprogrammen (zumindest für meinen Geschmack). Zudem fiel das Entertainment-System dann auf dem Rückflug auch noch aus, da der Ton nicht funktionierte. Und wäre dem noch nicht genug gewesen hatten wir auf beiden Flügen 2 bzw. 2,5 Stunden Verspätung – auf dem Rückflug verbrachten wir diese Wartezeit sogar auf dem Rollfeld. Aber gut, ich schweife ab und das sind halt letzten Endes auch nur Einzelerfahrungen, die -so hoffe ich für Delta- sicherlich nicht repräsentativ sind.

Zum Thema Online-Registrierung vor Abreise habe ich einen eigenen Eintrag geschrieben, der hier zu lesen ist. Bitte unbedingt durchlesen, da sich durch diese neue Regelung ab kommendem Jahr einige der oben erwähnten Abläufe ändern werden!

Nachtrag, 04.08.08:
Hier bitte auch meinen Test des ESTA-Verfahrens durchlesen und welche Erfahrungen ich dort sammeln konnte.

Falls jemand von Euch Fragen zu diesem Thema haben sollte (gerade auch Besucher, die durch spezifische Suchanfragen hier gelandet sind), beantworte ich diese gerne. Einfach unten in den Kommentaren melden!
Gerne auch meine anderen Einträge zu diesem Themenbereich durchlesen. In der Regel sind diese in der Kategorie „Work & Travel“ abgelegt.

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