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Einreise in die USA: Keine Impfung gegen Schweinegrippe notwendig!

Okay, es ist mal wieder an der Zeit was aus dem Bereich „Kundenservice“ hier im Blog anzubieten und ein bisschen von meinem guten Google-Ranking im Themenbereich „Einreise in die USA“ zu profitieren.

Ziel der Übung hier ist natürlich auch, mir (und meinen Kollegen) die Arbeit etwas zu erleichtern, denn in den letzten Tagen trafen bei uns im Büro verstärkt Anrufe von Reisenden und Reisebüros ein, die gehört haben wollten, dass die USA es verlangen würden, eine Impfung gegen die Schweinegrippe machen zu müssen, um in das Land einreisen zu können. Und dass man dies auch noch schriftlich belegen können müsste.

Das ist, wie die Überschrift dieses Eintrags schon vermuten lässt, absoluter Bullshit!

Scheinbar hat ein deutscher Radiosender  [Update: laut seriösen Quellen war es wohl der Deutschlandfunk] behauptet, dass Touristen gegen den H1N1-Virus geimpft sein müssten oder ihnen andernfalls die Einreise verweigert werden würde. Dies passierte wohl vor rund zwei Wochen und hat sich anscheinend wohl mittlerweile etwas breitgemacht – ist nur eben „leider“ völlig ohne Grundlage in der Realität. Ebenso gibt es keine standardisierten „Gesundheitskontrollen“, die an US Airports bei der Einreise angeblich durchgeführt würden (oder sagen wir besser, dass dies zumindest nicht bei Flügen aus Deutschland in die USA Standard ist – wie ich im Oktober selbst erlebt bzw. eben nicht erlebt habe).

Dementsprechend kann ich nur noch mal wiederholen: Für Reisen in die USA ist es NICHT verpflichtend, eine Impfung gegen die Schweinegrippe zu machen!

Sollten Sie, lieber Leser, durch eine themenbezogene Anfrage über eine Suchmaschine zu diesem Eintrag gelangt sein und die Glaubwürdigkeit des Autors (also von mir) erst einmal bezweifeln -was ich natürlich nachvollziehen kann-, dann haben Sie nun drei Möglichkeiten:

a) Sie vertrauen mir einfach mal so trotz der Anonymität des Internets
b) Sie lesen sich andere Einträge zu diesem Themenkomplex auf meinem Blog durch (z.B. zum ESTA-Formular) und können danach meine Fachkenntnis besser einschätzen
c) Sie tun das, was Sie in diesen Fällen immer tun sollten: Auf die Webseite des Auswärtigen Amtes* schauen und dort die Hinweise zur Einreise in die USA lesen – was dort nicht steht, existiert auch nicht!

Zu guter Letzt noch der Hinweis, dass es in diesem Eintrag rein um die Einreisebestimmungen zum Thema Schweinegrippeimpfung geht. Selbstverständlich möchte ich niemandem raten, die Impfung gegen den H1N1-Virus nicht doch zu machen – aber das muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden und soll auch gar nicht Gegenstand des Postings hier sein.

PS: Ich versuche noch rauszufinden, welcher Radiosender diese Unwahrheiten verbreitet hat. Sollte ich die Info über diese Idioten bekommen, dann wird das selbstverständlich nachgereicht.

——

*) Persönliche Empfehlung: Die Startseite der Homepage des Auswärtigen Amtes würde ich meiden, wenn man nicht Schwarz-Gelb gewählt hat! (Westerwelle-Overkill!)

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Linkübersicht zum Thema „Einreise in die USA“.

Da am gestrigen Tag, den 12. Januar, die neuen Einreisebestimmungen mit der Online-Registrierung per ESTA-Formular in Kraft getreten sind, möchte ich den Massen an Lesern, die hier derzeit über diverse Suchmaschinen landen, einen kurzen Überblick über alle Einträge geben, die sich zu diesem Thema mittlerweile auf dem Blog angesammelt haben.

Die offizielle Webseite, wo man das ESTA-Formular ausfüllen kann, findet sich unter folgendem Link: https://esta.cbp.dhs.gov/

1. Eine allgemeine Einführung zum Thema Einreise & Sicherheitskontrollen gibt es hier.

2. Ein paar Hintergrundinformationen zur Einführung des ESTA-Formular gibt es hier.

3. Eine detaillierte Analyse des ESTA-Formulars Schritt für Schritt gibt es hier.

4. Ein paar Backgroundinformationen zu ESTA, sowie eine Warnung vor unseriösen Anbietern gibt es hier.

5. Alle Einträge zum Thema Reisen, die auf diesem Blog veröffentlich worden sind, finden sich in der Kategorie „Work & Travel„.

 

Zudem möchte ich hier noch ein paar externe Links hier aufführen, die hilfreiche Informationen geben können, für Reisen in die USA.

Für die bessere Übersichtlichkeit sind alle Links auch nochmal in einem Menü der Sidebar aufgeführt.

Ich hoffe, ich kann damit allen suchenden Lesern ein wenig weiterhelfen.

Bei Fragen stehe ich natürlich jedem gerne zur Verfügung – einfach in den Kommentaren unter einem der Einträge zu diesem Thema melden und ich versuche dann so schnell und so gut es geht zu antworten.

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ESTA Update.

Es gibt mal wieder eine halbe Handvoll Neuigkeiten mittleren Grades zum Thema „Einreise in die USA„, bzw. zum Online-Registrierungsformular ESTA im Speziellen.

Vor kurzem wurden nämlich die ersten statistischen Daten zum Formular bekannt gegeben. So liegt nämlich die Approval-Rate (also die Quote aller direkt genehmigter Anträge) seit Live-Stellung des Formulars vor knapp 3 Monaten bei 99,6% – von 1000 Anträgen mussten also jeweils 4 den Weg über US-Botschaft bzw. Konsulat gehen. Damit liegt man laut offizieller Stellungnahme deutscher Verantwortlicher aus der Reiseindustrie bislang über den Erwartungen.
Ob sich diese Daten nur auf Anträge aus Deutschland beziehen oder auf Anträge aus sämtlichen 27 Ländern, die am Visa Waiver Program partizipieren, besagt meine Quelle allerdings leider nicht. So oder so ist es aber, denke ich, ein guter Wert, der für die Komplikationsfreiheit dieses Verfahrens spricht.

Ein weiterer Schritt zur Vereinfachung des gesamten Prozederes ist auch die Einführung der Fremdsprachenversionen, die wohl irgendwann in den letzten zwei, drei Wochen stattgefunden hat. So ist das Formular nun neben der englischen Sprachversion auch in 15 weiteren Sprachen wie Spanisch, Holländisch, Isländisch (whatever…) und natürlich auch Deutsch verfügbar.

Ebenfalls äußerst vereinfachend wird sich ein weiterer Entschluss auswirken. Denn man hat sich dazu entschieden, die Angabe der Adresse des ersten Aufenthaltsortes in den USA zukünftig nicht mehr als verpflichtenden Bestandteil des Formulars zu lassen. Daher kann man sich nun also wirklich problemlos frühzeitig einfach so registrieren, wenn man weiß, dass man in die USA reisen, aber noch nicht wann bzw. wohin genau man reist. Das halte ich für eine sehr kluge Entscheidung und wird den Prozess definitiv einfacher und kundenfreundlicher gestalten.

WARNUNG

Apropro Kundenfreundlichkeit: Wo es etwas Neues gibt, versuchen natürlich auch immer Leute, die sich für clever halten, Profit aus der Unwissenheit der Leute zu schlagen. Gibt man nämlich den Begriff „ESTA“ bei google ein, dann erscheint bei den Anzeigen ganz oben direkt ein Eintrag der Seite http://www.esta.us, die nicht nur eine offiziell erscheinende URL sondern auch ein sehr offiziell erscheinendes Design besitzt.
Auf dieser Seite gibt es dann eine ganze Reihe von Informationen rund um das ESTA-Formular, die allerdings allesamt eher allgemeiner Natur sind.
In der Navigationsleiste gibt es dann einen Menüpunkt „Submit ESTA Application“, der allerdings nicht -wie man vielleicht erwarten sollte- zum KOSTENLOSEN Online-Formular auf https://esta.cbp.dhs.gov/ führt, sondern zu einem Formular, welches den Eindruck erweckt man hätte im Grunde nur zwei Möglichkeiten.
a) Man bestellt sich einen „ESTA Application Guide“ für $49,90, der einem erklärt wie man das Formular ausfüllt und was man zu beachten hat
b) Man bestellt den „Premium Processing Submission Service“ für schlanke $249,90, wodurch man dann einen „Travel Professional“ damit beauftragt, das ESTA-Formular für einen auszufüllen – wohlgemerkt diese 250 Dollar gelten pro Person!

Wirklich ein purer Napp, der hier betrieben wird, um die Unsicherheit der Leute auszunutzen. Denn auf der ganzen Seite findet sich kein einziger Hinweis darauf, wo man den Registrerungsprozess denn durchführen kann – alleine das spricht schon eine deutliche Sprache, wo hier der Zweck der Seite liegt.

Also Finger weg von http://www.esta.us!

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ESTA – Ein Selbstversuch. [Updated]

Nachdem das neue Online-Formular, das man ab kommendem Jahr vor der Einreise in die USA ausfüllen muss, am vergangenen Freitag freigeschaltet worden ist, wird es nun mal Zeit, dass ich selbst austeste, wie das ganze eigentlich funktioniert.

Nochmal zur Erinnerung:
Ab dem kommenden Jahr muss jeder, der in die USA, einreisen möchte, bis spätestens 72h vor Abreise eine Art „Online-Registrierung“ vornehmen, bei der er einige Daten angeben muss und darüber hinaus einige Fragen zu beantworten hat.
Mittelfristig soll diese Online-Registrierung, das „grüne Blatt“ ersetzen, das man bislang bei jeder Einreise ausfüllen muss. Der große Vorteil dabei: Ist man einmal online registriert, ist dies dann direkt für 2 Jahre gültig (oder bis zum Ablauf des aktuellen Reisepasses) – so dass man als regelmäßiger USA-Besucher nicht jedesmal den gleichen Kram ausfüllen muss.
Eine detailliertere Auseinandersetzung mit der ganzen Thematik findet sich hier.

Nun aber zu meinem Selbstversuch.

Beginnen tut es… sagen wir mal… suboptimal. Wenn die ESTA-Webseite aufgerufen wird, erscheint erstmal ein dicke Warnung vom Department of Homeland Security (DHS), die den Besucher darauf aufmerksam macht, dass das DHS sämtliche im Zusammenhang mit dem Formular generierten, gesammelten, abgegebenen Informationen „zum Zwecke der Sicherheit“ überwachen und auswerten darf. Ist natürlich irgendwo logisch, da es ja genau darum geht (Kontrolle der Menschen, die von aussen in die USA reinkommen), aber es hat doch eben ein Geschmäckle von Big Brother.

Bestätigt man dieses Warn-Fenster, gelangt man auf die Startseite, die recht simpel und übersichtlich strukturiert ist. Direkt ins Auge springt eine Grafik, die die 4 Schritte des Formulars in einer Art „Prozesskette“ darstellt, so dass man schon mal grob sieht was einen erwartet:
1) Ausfüllen des Formulars
2) Abschicken
3) Erhalt der „Application Number“
4) Bescheid über Annahme/Ablehnung/Wartestatus der „Application“

Oben im Kopf sieht man dann auch schon eine Möglichkeit zur Sprachenwahl – dies wird allerdings wohl noch einige Monate bis zur Umsetzung dauern. Bislang ist es nur in Englisch verfügbar, aber Deutsch, Spanisch und einige andere Sprachen sind schon angekündigt – Deutsch als eine der Hauptsprachen, der USA-Reisenden ist ja auch nur sinnvoll.
Ebenfalls im Header (und damit während des ganzen Registrierungsprozesses direkt zugänglich) ist ein Link zur Hilfe-Seite, die im Grunde eine Art FAQ-Rubrik ist, in der alle relevanten Fragen beantwortet werden – auch weiterführende Erklärungen über die Hintergründe des VISA Waiver-Programms.

Im Hauptteil der Startseite befindet sich dann ein grün unterlegter Bereich, wo man sich entscheiden kann ob man mit der Online-Registrierung beginnen will, oder aber eine schon getätigte Registrierung aktualisieren will (z.B. Fluginformationen oder die erste Aufenthaltsadresse). Für zweiteres benötigt man sein Geburtsdatum, seine Reisepass-Nummer und natürlich die Bestätigungsnummer, die man bei der Registrierung erhalten hat. Über diesen Link kann man zudem auch den Status seiner früheren Registrierung checken, falls diese nicht unmittelbar bestätigt worden ist.
Zudem ist auf dieser Seite auch eine Emailadresse angegeben, an die man sich bei Problemen wenden kann.


1) Ausfüllen des Formulars

Klickt man dann auf „Apply“, gelangt man erst einmal zu einem „Disclaimer“ – im Grunde so wie man es von anderen Online-Angeboten kennt, muss man hier bestätigen, dass man den Disclaimer gelesen (und verstanden) hat. Der Disclaimer fasst noch mal die wichtigsten Informationen über ESTA zusammen:
– Jeder Reisende aus Ländern des VISA WAIVER Programs (wie Deutschland) *muss* die Online-Registrierung vornehmen
– Die abgegebenen Daten werden mit Kriminaldatenbanken abgeglichen
– Eine genehmigte Online-Registrierung bedeutet nicht zwangsläufig, dass man bei der Einreise auch tatsächlich ins Land gelassen wird
– Eine abgelehnte Online-Registrierung bedeutet allerdings auch nicht zwangsläufig, dass man nicht über einen normalen Antrag beim zuständigen US-Konsulat ein Visum bekommt
– Alle Angaben müssen korrekt sein und der Wahrheit entsprechen
– Wer bewusst falsche Angaben macht, der kann dadurch strafrechtlich belangt werden
Im Grunde also das Übliche. Auch hier findet man wieder eine Kontaktemailadresse, für den Fall dass es Probleme gibt, sowie Verlinkungen zur Datensicherheitserklärung der Seite und zur entsprechenden Seite des amerikanischen Zolls (CBP).

Bestätigt man diese Erklärung, gelangt man zur ersten Eingabeseite des Online-Formulars, wo man nun die üblichen Eingaben tätigen muss, die man auch vom grünen Formular I-94W kennt:

a) Persönliche Daten (Vorname, Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Wohnsitz/Land, Email, Telefonnummer)
=> Email & Telefonnummer sind dabei OPTIONAL und müssen NICHT eingegeben werden

b) Reisepassbezogene Informationen (Passnummer, Ausstellungsland, Ausstellungsdatum, Gültig bis)
=> Sämtliche Informationen müssen direkt abgegeben werden für eine gültige Registrierung

c) Fluginformationen (Abflugsland, Airline, Flugnummer)
=> Diese Informationen sind allesamt OPTIONAL

d) Aufenthaltsort in den USA (Anschrift, Stadt, Staat)
=> Diese Informationen sind zwar verpflichtend, können allerdings nachträglich aktualisiert werden

e) Die sieben Fragen
Hier kommen wir dann zu dem Punkt, der wohl am meisten für Aufsehen und Unverständnis sorgt und auch jetzt gerne als großer Aufhänger von deutschen Medien genommen wird – dabei ist das im Grunde ein alter Hut, da diese Fragen auch schon auf dem grünen Formular immer zu beantworten waren.
Der Reisende wird hier nämlich nach ansteckenden Krankheiten, Drogensucht, Teilnahme an Völkermorden, Spionage oder terroristischen Aktivitäten gefragt. Ebenso muss man darauf antworten, ob man in den USA nach Arbeit sucht, das Kind eines Amerikaners entführt hat, schon einmal ein VISA-Antrag abgelehnt wurde, oder ob man schon mal einen Antrag auf Schutz vor Strafverfolgung gestellt hat.
Dass die Fragen dabei natürlich irgendwo Quark sind, da will ich gar nicht widersprechen – schließlich würde wohl niemand, der ernsthaft böse Absichten hegt, hier wissentlich mit „Ja“ antworten. Aber das hat sicherlich den Hintergrund, dass falls dann doch ein ausländischer Tourist bei kriminellen oder sonst wie gearteten negativen Aktivitäten schneller haftbar und aus dem Land geschmissen werden kann. Schließlich ist er ja unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in das Land eingereist.
Jeder, der keinen Dreck am Stecken hat (und keine ansteckende Krankheit, wie z.B. Syphillis oder Typhus), der muss also bei jeder Frage einfach „No“ anklicken.

Hat man alle Informationen korrekt eingegeben und alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet, kommt dann am Ende der Seite noch ein „Waiver of Rights“ sowie eine „Certification“.
Der „Waiver of Rights“ besagt, dass man mit der Registrierung einwilligt, dass die Entscheidung ob man zugelassen oder abgelehnt wird nicht rechtlich anfechten wird. Zudem stimmt man zu, dass die Abgabe von biometrischen Daten bei der Einreise in den USA diese Verzichtserklärung noch einmal bestätigen wird.
Die „Certification“, der man dann per Check-Box zustimmt, besagt dann nochmal, dass man alle Angaben wahrheitsgetreu getätigt hat, und sich auch allen rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst ist.
Danach kann man dann wählen, ob man doch lieber abbrechen möchte, die bisher gemachten Eingaben wieder löschen will oder weiter vorangehen möchte.

 

 

Hier kann man noch einmal sämtliche abgegebenen Informationen und Antworten überprüfen, ob alles seine Richtigkeit hat. Zudem kann man sich hier die Seite ausdrucken – dies ist allerdings kein Muss, da bei der Einreise kein Schriftstück vorgezeigt werden muss, dass man die Online-Registrierung getätigt hat.
Bevor man das Dokument dann absenden kann, muss man noch zwei Sicherheits“hürden“ überwinden.
Zum einen muss man noch einmal seine Reisepass-Nummer eingeben (kann man natürlich einfach aus dem Formular rüberkopieren), zum anderen gilt es noch ein Captcha einzugeben (also eine Grafik in der ein verfremdetes Wort zu erkennen ist). Kann man dieses Captcha nicht erkennen, gibt es zudem die Option, sich die enthaltene Buchstabenkombination vorlesen lassen. Hat man dies getan, kann man nun das ganze Formular abschicken.


3) Application Number

Hat man das Formular abgeschickt, kommt man nun also zu Schritt drei, wo man seine „Application Number“ erhält, also einen Code, der aus 17 Zeichen besteht und quasi eine „Vorgangsnummer“ ist. Dies sollte man unbedingt ausdrucken, oder sonst irgendwie abspeichern, da man nur mit dieser Nummer (siehe oben) wieder Zugriff auf seinen Registrierungsvorgang hat, um gegebenenfalls Daten zu aktualisieren oder natürlich falls man die Bestätigung nicht direkt erhält, um den Status später noch einmal zu checken. Zudem würde ich empfehlen, zumindest diese Nummer bei der Einreise dann irgendwo auf einem Zettel mit dabei zu haben – nur für den Fall der Fälle…


4) Bescheid

Hat man dann noch mal auf „Next“ geklickt, bekommt man die Information ob der Antrag
a) genehmigt (approved)
b) abgelehnt (travel not authorized) worden ist oder
c) noch überprüft wird (pending)

Diese Information erhält man wohl in der Regel sofort, zumindest hat es bei mir (approved) nur die übliche Ladezeit einer Seite gedauert, grob gesagt also etwa eine Sekunde.
Wenn der Antrag genehmigt worden ist, kann man sich hier nochmal sämtliche Informationen (inkl. Application Number) ausdrucken – auch wenn dies wie gesagt für den Einreiseprozess nicht notwendig ist.
Befindet sich der Antrag noch im Überprüfungsstatus, sollte man den Status noch einmal einige Tage später überprüfen (als Regelzeit werden maximal 72 Stunden angegeben, bis eine Antwort vorliegt).
Wird der Antrag abgelehnt, dann bedeutet dies, wie schon erwähnt, keine generelle Ablehnung der Einreise in die USA, sondern „nur“, dass man nicht innerhalb des VISA-Waiver-Programms einreisen darf, sondern ein entsprechendes Visum beantragen muss. Informationen hierzu finden sich unter www.travel.state.gov oder unter www.us-botschaft.de

Von dieser Seite aus kann man nun den Vorgang abschließen (über „Exit“), noch mal einzelne Informationen aktualisieren (wie z.B. Fluginformationen oder erste Adresse) oder aber einen anderen Reisenden registrieren.
Das Formular kann man nämlich auch für Mitreisende (wie z.B. die eigenen Kinder) ausfüllen (oder falls man ein Reisebüro ist für seine Kunden).

Fazit:Ich finde das Formular wirklich übersichtlich gestaltet, überall gibt es Hilfen oder Hinweise, wie man was auszufüllen hat. Erfreulicherweise werden nicht mehr Informationen als ohnehin schon abgefragt, so dass auch eigentlich den großen Kritikern (speziell unsere lieben deutschen Medien) der Wind aus den Segeln genommen werden dürfte.
Zudem ist der Ablauf wirklich äußerst schnell, vor allem wenn man weiß, was einen erwartet. Der ungeübte Reisende dürfte ca. 10 Minuten benötigen; falls die englische Sprache eine größere Herausforderung ist, dann könnte man natürlich durchaus etwas länger brauchen (wobei ja demnächst die deutsche Sprachvariante kommen wird).
Wer aber das grüne Formular kennt und in Englisch fit ist, der dürfte mit dem ganzen Prozess problemlos in unter 5 Minuten durchkommen.
Wenn dann durch die Online-Registrierung tatsächlich das grüne Formular irgendwann wegfällt und es zudem das versprochene „Notfall-System“ für kurzfristig Reisende gibt, dann ist das unter dem Strich eine wirklich sinnvolle Neuerung, die die Einreise vereinfachen dürfte und zudem für weniger Bürokratie sorgen sollte.

 

Weitere Beiträge von mir zum Thema „Einreise in die USA“:
Neue Einreisebestimmungen – ESTA
Ablauf der Einreise und Sicherheitskontrollen

Link zum Formular: https://esta.cbp.dhs.gov/
Nachtrag, 25.10.2008
Mittlerweile ist das Formular in deutscher Sprache verfügbar (wie auch in diversen weiteren Sprachen wie Spanisch, Norwegisch, Holländisch oder sogar Isländisch…). Habe es noch nicht im Detail angeschaut, aber scheint auf den ersten Eindruck gut zu sein.
Zudem schaut es so aus, dass man wohl zukünftig eine verpflichtende Angabe der ersten Adresse in den USA abschaffen wird und dies nur noch als optionale Angabe aufführt. Sehr positiv das!
Ausserdem ist es wohl so, dass in den bisherigen knapp drei Monaten seit Einführung des ESTA-Tools die Approval-Rate (also die Quote derer die unmittelbar eine Genehmigung erhalten haben) bei sehr anständigen 99,6% liegen – ein Wert der wohl über den vorherigen Erwartungen lag.
Allerdings besagt meine Quelle nicht, ob sich diese 99,6% nur auf die deutschen Einreisenden bezieht oder auf Antragssteller aus sämtlichen Ländern des Visa Waiver Programs.

WARNUNG: Es gibt Internetseiten (wie bspw. http://www.esta.us), die ein offizielles Aussehen haben, aber in keinster Weise etwas mit dem ESTA-Formular zu tun haben. Dort wird angeboten für sehr viel Geld einen „Guide“ mit Erklärungen zum Registrierungsprozess zu bestellen oder sogar für einen völlig astronomischen Preis (250 Dollar pro Person) die Registrierung von einem „Travel Professional“ durchführen zu lassen. Finger weg, denn das ist pure Geldschneiderei!
Der Prozess wird durch wirklich detaillierte Hilfeangaben begleitet, die mittlerweile zudem ja auch in deutscher Sprache verfügbar sind!
Ausserdem sollte ein gutes Reisebüro, in dem man seine Buchungen vornimmt, diesen Prozess auch kostenlos für oder mit einem durchführen – oder zumindest nur gegen eine geringe Servicegebühr. 250 Dollar pro Nase (für einen Vorgang der gerade mal 10 Minuten dauert) sind wirklich mehr als astronomisch!

 

Zum Abschluss noch eine wirklich gelungene, sehr amüsante Auseinandersetzung mit der Thematik „Einreisekontrollen“ aus einer israelischen Sketch-Show, die wirklich empfehlenswert ist:

http://link.brightcove.com/services/link/bcpid1640183354/bctid1640167178

Kommentare über Erfahrungen mit dem Registrierungstool sind natürlich wie immer sehr gerne gesehen!

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Reisen in die USA – Neue Einreisebestimmungen (ESTA)

Nach all dem unwichtigen BlaBla über Fußball, TV-Serien und ähnlich unwichtiges Zeug, ist es mal wieder an der Zeit, dieses Blog mit hartem, faktenbasierten Content zu füttern.

Und da das Thema USA-Einreise nicht nur eines der meistbegehrtesten auf diesem Blog ist, sondern es zudem neue Entwicklungen gibt, die definitiv einer Erläuterung bedürfen, gibt es heute mal einen kleinen Exkurs über „ESTA“ (Electronic System for Travel Authorization).

Sollten Sie, lieber Leser, über eine Google-Anfrage hier gelandet sein, um etwas über die Abläufe und die Sicherheitskontrollen bei der Einreise in die USA zu erfahren, dann werfen Sie bitte auch einen Blick in dieses Posting, wo das generelle Prozedere erläutert wird.

Hier nun aber geht es um das Thema „ESTA“, das in den vergangenen Wochen nach der Bekanntgabe schon einige Wellen in der deutschen Presse geschlagen hat. Denn hinter ESTA verbirgt sich die neue Bestimmung, dass USA-Reisende aus Ländern, die zum sogenannten „Visa Waiver Program“ gehören (und eines dieser Länder ist Deutschland), sich ab kommendem Jahr vorab online registrieren müssen.

Selbstverständlich sorgte dies natürlich für einen Aufschrei in diversen deutschen Medien – schließlich bedeutet dies ja sozusagen eine „Vorabanmeldung“ und man befürchtet eine Art „Visum durch die Hintertür“. Und außerdem ist das Thema „Datenschutz“, speziell hier in Deutschland natürlich auch kein einfaches, schließlich werden hier so einige Daten aufgenommen, von denen man nun nicht wirklich einschätzen kann, wie sie verwendet werden.

Betrachtet man die ganze Geschichte allerdings etwas nüchterner (ein Adjektiv, welches dem deutschen Journalismus aber leider per se schon mal eher fremd ist), dann wird man ganz schnell sehen, dass die Daten, die bei dieser Registrierung aufgenommen werden, ohnehin schon seit Jahren von jedem Reisenden verlangt werden – bislang allerdings in Form des kleinen grünen I-94W-Formulars, welches man bei der Anreise im Flugzeug ausfüllen muss und dann an der Immigration Booth abgibt.

Die einzige Ausnahme wird unter Umständen sein, dass zu den üblichen Angaben wie Name, Adresse, Passnummer, sowie (ggfls.) erste Übernachtungsadresse und einigen eher überflüssigen Fragen, auch noch die Angabe einer Emailadresse hinzu kommt – dies ist aber noch nicht wirklich geklärt und ich halte es derzeit auch für etwas illusorisch, dass dies tatsächlich eine verpflichtende Angabe wird.

Wie aber wird der Ablauf sein?

Die ESTA-Webseite wird ab August 2008 freigeschaltet werden. Bis Ende des Jahres KANN sich jeder USA-Reisende dort eintragen und anmelden – muss er aber nicht. Verpflichtend wird dies dann ab dem 12. Januar für alle deutschen USA-Besucher.

Ab dann muss sich jeder Tourist vor Reiseantritt auf der Webseite mit den oben erwähnten Angaben eingetragen haben – als Frist ist von „bis spätestens 72h vor Abreise“ die Rede. Interessanterweise ist das ganze auf dem offiziellen ESTA-Handout folgendermaßen ausgedrückt:
DHS [Department of Homeland Security; Anm. d. Autors] empfiehlt, dass dies spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt erfolgt.
Interessant ist das natürlich deshalb, da sich an der 72h-Frist die meiste Aufregung entzündet hat. Hier muss man, der Formulierung nach zu urteilen, also nochmal abwarten, wie strikt dies dann tatsächlich gehandhabt wird. Zumal im nächsten Satz auf dem Formular auch davon die Rede ist, dass es ein „Eil-Verfahren für Notfälle“ geben wird. Hier bleibt dann natürlich auch wiederum die Frage offen, wie eng die Definition für „Notfälle“ gefasst wird.
Grundsätzlich gehe ich aber mal davon aus, dass es also auf jeden Fall auch weiterhin möglich sein wird, kurzfristig in die USA zu reisen – für die kleine Gruppe an Personen, für die dies tatsächlich relevant ist.

Wenn man es nämlich mal realistisch betrachtet, dürften 95% der Personen, die auch mal sehr kurzfristig in die USA reisen müssen, ohnehin häufiger in die USA reisen. Und da kommen wir dann zu dem großen Vorteil dieser neuen Online-Registrierung: Die Gültigkeit der Anmeldung für insgesamt 2 Jahre

Dies bedeutet nämlich, dass man, wenn man sich einmal dort registriert hat, für die danach folgenden 48 Monate „einreiseberechtigt“ ist und nicht jedes Mal wieder die gleichen Formulare bei der Einreise ausfüllen muss. Ein erheblicher Pluspunkt für all diejenigen, die häufiger in die USA reisen – also Leute wie mich.

Zusätzlicher Pluspunkt ist, dass man keine konkreten Reisepläne haben muss, um sich dort einzutragen – was zum Einen bedeutet, dass die Angabe der Adresse der ersten Übernachtung schon mal nicht verpflichtend sein kann und zum Anderen, dass diejenigen, die häufig spontan in die USA reisen müssen, sich problemlos „pro forma“ eintragen können und dadurch 2 Jahre lang auch kurzfristig einreisen können, obwohl sie zum Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht wissen wann oder ob sie überhaupt demnächst in die USA reisen werden.

Wichtig zu wissen ist auf jeden Fall auch noch, dass man das Formular auch für Angehörige ausfüllen kann und dass zudem auch (gerade wichtig für Leute ohne Internetanschluss) Reisebüromitarbeiter das Formular für ihre Kunden ausfüllen dürfen werden.

Das schon erwähnte grüne Formular (I-94W) wird zwar aller Voraussicht in den ersten Monaten noch bleiben, aber mittelfristig wird es sicherlich für Touristen, die nicht über den Landweg (also z.B. mit dem Mietwagen aus Kanada) in die USA einreisen, wegfallen und damit wird der ganze Einreiseprozess schon mal ein ganze Stück weit entbürokratisiert und vereinfacht. Zumindest hoffe ich, dass ich mit diesem Posting die Mär von „drastisch verschäften Einreisebedingungen“, wie sie zum Beispiel das führende deutsche Nachrichtenportal „Spiegel Online“ in die Welt setzt, etwas entkräften konnte.

Zum Schluss sei hier noch mal der Link erwähnt, unter dem das ESTA-Formular ab Anfang August zugänglich sein wird: https://esta.cbp.dhs.gov/
Derzeit ist dort nur ein Link zu einer Infoseite über ESTA zu finden, aber ab August wird man sich dort dann registrieren können. Ab Oktober soll es dann zudem die Seite auch in deutscher Sprache (und natürlich auch in mehreren anderen) geben – die Antworten werden allerdings grundsätzlich in Englisch gegeben werden müssen (wobei dafür eigentlich keine wirklichen Sprachkenntnisse notwendig sind).

Ich werde auf jeden Fall an dieser Stelle noch mal ein paar Worte verlieren, wenn ich mich im August dann zum ersten Mal selbst registriert habe.

Auch weise ich nochmal gerne auf meinen Eintrag „Einreise & Sicherheitskontrollen„, wo ich vieles rund um Umsteigedauer auf USA-Flughäfen, erlaubte Dinge im Handgepäck und Abläufe an Immigration Booth und Zoll schon mal erläutert habe.

Und natürlich auch gerne ein Auge auf meine übrigen Einträge in der Kategorie „Work & Travel“ werfen. Da gibt es u.a. ein paar Eindrücke aus dem wunderschönen Bundesstaat Colorado zu finden.

Sollten noch irgendwelche Fragen offen geblieben sein, dann beantworte ich diese natürlich sehr gerne in den Kommentaren! Keine Scheu! =)

-EDIT, 3. August 2008-

So wie es ausschaut, ist die ESTA-Seite im Grunde seit dem Beginn des Monats so gut wie die ganze Zeit down. (Zumindest bei allen Versuchen, die ich bisher gestartet habe) Schaut mir fast so aus, als sei man da nicht so wirklich auf einen weltweiten Ansturm vorbereitet gewesen, was die Serverkapazitäten angeht.
Werde das natürlich im Auge behalten, und meine Meinung hier kund tun, sobald es möglich ist.

Allerdings gibt es schon seit geraumer Zeit eine Preview des Fragebogens, die man sich anschauen kann. Hier kann man die Präsentation runterladen: esta_webtool_preview
Sieht vom ersten Eindruck sehr gut aus, leicht und schnell zu bedienen und auch ziemlich verständlich und übersichtlich. In Sachen benötigter Angaben sieht es demnach auch tatsächlich so aus, als ob wirklich keine zusätzlichen Fragen hinzu gekommen sind, was definitiv als sehr positiv zu bewerten ist.

-EDIT, 4. August 2008-

Wie ich gerade festgestellt habe, hat man den Link zum Formular an einer kleinen, aber entscheidenden Stelle geändert im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen. Daher hat der Link, der von hier direkt kam, auch nicht funktionieren können. Somit gab es wohl auch kein Problem mit dem Server, wie zuerst von mir vermutet. Nun ja, Link ist korrigiert und ich werde dann heute mal einen Test-Ballon starten.

Falls jemand schon Erfahrungen gemacht hat, ist er herzlich dazu eingeladen, sich hier in den Kommentaren dazu zu äußern!

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Reisen in die USA – Einreise & Sicherheitskontrollen. -{UPDATED}-

Okay, eigentlich wollte ich hier mit der Zusammenfassung meiner USA-Reise beginnen, aber da der Teil über die Einreise in die USA etwas ausgeufert ist und zudem eher allgemeiner Natur ist, habe ich mich dazu entschlossen, diesem Thema einen eigenen Eintrag zu widmen. 

Fliegt man in die USA, wie ich vergangene Woche von Frankfurt über Chicago nach Denver so ist am ersten Flughafen, an dem man US-Boden betritt, (in meinem Fall Chicago) das fällig, was für viel Entrüstung und auch viel Verwirrung sorgt: die Einreise.

Chicago O’Hare Airport

Viele Legenden ranken sich darum, und gerade von vielen Menschen, die im letzten Jahrzehnt nicht in die USA gereist sind, wird die Einreiseprozedur als ein Hauptgrund angeführt, erst einmal nicht dorthin zu reisen. Doch wie ist es wirklich?

Nun, es ist in erster Linie vor allem eins: Sehr lästig.
Gerade wenn man, wie ich in diesem Fall, einen Anschlussflug innerhalb der nächsten 1,5 Stunden erreichen muss, dann ist es schon sehr lästig, wenn man sich erst einmal in die Warteschlangen vor der Immigration Booth einreihen muss.
Und an diesem Punkt liegt dann auch der Vorwurf, den ich dem System machen muss.
Hat man nämlich nicht zufällig das Glück, dass der eigene Flug gerade der einzige ist, der aus Übersee am entsprechenden Flughafen eingetroffen ist, dann muss man sich zumeist mit sehr vielen Menschen gleichzeitig in eine Warteschlange stellen. Und es ist dann einfach ärgerlich, wenn man dann sehen muss, dass nur ein Bruchteil der Schalter geöffnet ist. Dies musste ich bisher vor allem in Washington so erleben, zumal dieser Flughafen auch noch aufgrund der Gebäudestruktur etwas suboptimal für einen Umstieg ist. In Chicago hat man dies aus logistischer Sicht erfreulicherweise recht gut gelöst, wo man dann auch schon mal spontan die Schalter für internationale Besucher öffnet, die eigentlich für US-Citizens gedacht sind.

Hier habe ich auf jeden Fall die Hoffnung, dass sich die Abläufe so allmählich mal mehr in Richtung Servicegedanken orientieren, als nur unter dem Aspekt der „inneren Sicherheit“ ausgerichtet zu sein. Dies äußerte sich diesmal z.B. auch darin, dass ich bei dieser Einreise in Chicago sogar mehrfach auf freundlich LÄCHELNDE Sicherheitsleute traf. Etwas, was ich bisher noch gar nicht erleben durfte und schwer überfällig war.

Wie aber läuft die eigentliche Einreise in die USA ab?
1. Noch im Flugzeug bekommt man zwei Formulare, die man während des Flugs ausfüllen sollte
a) Ein (grünes) VISA-Formular, bei dem man seine Ausweisnummer, die erste Adresse in den USA und einige weitere Angaben einträgt
b) Ein (blau-weißes) Zollformular, bei dem man Infos über die mitgeführten Güter (Waren/Geld) einträgt – sofern man irgendetwas ungewöhnliches dabei hat
2. In die Warteschlange vor der Immigration einreihen
3. Wenn man dann dran ist und tatsächlich in die USA „einreist“, hat man folgendes vor sich:
a) Reisepass und das grüne Formular (VISA) vorzeigen
b) Zwei, drei allgemeine Fragen beantworten (i.d.R. über Anlass der Reise, Dauer des Aufenthalts und Reiseziele in den USA)
c) Sich Fotografieren lassen
d) Fingerabdrücke abgeben (bislang umfasst das beide Zeigefinger; in naher Zukunft wird dies allerdings sämtliche 10 Finger betreffen)

Die meisten Touristen stören sich vor allem an den beiden letzten Dingen. Umgibt die Kombination von „Fotografiert werden“ und „Fingerabdrücke registrieren“ doch immer die Aura von Kriminalität – schließlich kennt man sowas sonst nur aus einschlägigen Fernsehkrimis (zumindest wenn man ein unbescholtener Bürger ist).
Ich persönlich empfinde das als nicht ganz so schlimm, erkenne ich doch den Sicherheitsgedanken dahinter und auch den Nutzen den diese Erfassung bei der Einreise hat bzw. haben kann.

Andererseits kann ich natürlich auch verstehen, wenn jemand sich von dieser Art der Erfassung unangenehm behandelt fühlt. Wenn man es allerdings nüchtern betrachtet, wird es aller Voraussicht nach über kurz oder lang dazu kommen, dass die Einreiseprozesse allgemein eher in diese Richtung gehen werden – egal in welche Region man einreist.

Der für mich persönlich wirklich lästige Teil kommt allerdings erst nach der eigentlichen Einreise. Ist man nämlich durch die Immigration durch muss man -egal ob der betreffende Flughafen Endziel oder nur Umstiegsairport ist- erst einmal sein Gepäck vom Baggage Claim abholen. Hat man sein Gepäck, geht man damit dann durch die Zollkontrolle (wo man das blau-weiße Formular abgibt) und verlässt anschließend entweder den Airport oder, wenn man noch einen Anschlussflug hat, gibt das Gepäck hinter der Zollkontrolle wieder ab und begibt sich in Richtung des Abflug-Gates.

Warum ist dies nun lästig?
Das Problem liegt dabei in der Unberechenbarkeit der Dauer, wie lange man auf sein Gepäck warten muss. Wie weiter oben schon angedeutet hat man meist eher kurze Umstiegszeiten, so dass sich die Wartezeit an der Immigration plus die Wartezeit am Gepäckband (wenn das eigene Gepäck erst sehr spät rauskommt) schon zu einem ziemlichen Zeitproblem auswachsen können – wie es auch dieses Mal bei mir der Fall war.
Zumal bei mir auch hinzu kam, dass ich an der Zollkontrolle herausgepickt wurde und mein Koffer individuell untersucht wurde. In diesem Fall empfiehlt es sich dann aber immer freundlich zu bleiben und zu sagen, dass man unter Zeitdruck steht und seinen Flieger erwischen muss. In der Regel wird das Gepäck dann recht zügig untersucht (solange man nix Verbotenes dabei hat) und man wird schnell weitergelassen.

Hat man das Gepäck nach dem Passieren der Zollkontrolle wieder abgegeben, stehen dann eigentlich nur noch zwei Dinge an:
Eine persönliche Sicherheitskontrolle und möglichst schnell das eigene Gate finden.

Zum Thema Sicherheitskontrollen noch ein paar Worte:
In den USA (wie auch im UK oder in einigen anderen Ländern) zieht man bis auf die Hose, Shirts, Pullis und natürlich die Unterwäsche i.d.R. alles aus. Sprich: Jacken/Mäntel, Schuhe und Gürtel, sowie Oberteile mit Reissverschluss.
Sollte man einen Laptop dabei haben, ist es, wie auch fast überall anderswo, notwendig, diesen aus der Tasche zu nehmen und in einer eigenen Kiste durch die Röntgenmaschine laufen zu lassen.
Immer wieder Fragen wirft auch das Thema „Feuerzeug“ auf. Was ich auch nicht wusste (und weswegen mir dieses Mal auch zwei Feuerzeuge aus dem Koffer genommen worden sind): Feuerzeuge NICHT in den Koffer sondern wenn man eines mitnehmen möchte, dann sollte man dies im Handgepäck mitnehmen!
Ich habe mich extra erkundigt und das ist die aktuelle Anweisung im Januar 2008 – im vergangenen Mai war dies bspw. noch anders…

Zum Thema „Flüssigkeiten im Handgepäck“ gibt es genügend Informationen anderswo. Ich halte es immer so, dass ich einfach gar nichts Flüssiges durch die erste Sicherheitskontrolle mitnehme, so bin ich auf der sicheren Seite. Sollte aber jemand doch etwas mitnehmen müssen, so finden sich in der Regel auf den Homepages der Airlines, wie auch der deutschen Flughäfen immer ausführliche Beschreibungen dessen was man mitnehmen kann und wie man es verpacken soll.

Dass man frische Lebensmittel wie Obst, Fleisch, o.ä. nicht auf einen anderen Kontinent mitnimmt sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber da ich dies nicht erst einmal anders erlebt habe, wollte ich es an dieser Stelle doch noch einmal erwähnen. (Dinge wie eingeschweisste Müsliriegel und ähnliches sind hingegen normalerweise kein Problem!)

Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Worte über das Thema „Reisepass“ verlieren.
Denn dies ist eine der am häufigsten gestellten Fragen, die USA-Reisende stellen, die aber dabei  eigentlich mit am einfachsten zu beantworten ist.
Hat man einen bordeauxroten Reisepass, der maschinenlesbar ist, kann man einreisen. Punkt. Dies gilt natürlich für die in den letzten Monaten ausgestellten Pässe, die ohnehin schon biometrisch ausgelegt sind, aber dies gilt ebenso für die Reisepässe der vorangegangenen Jahre mit dem bordeauxroten Cover und dem maschinenlesbaren, laminierten Pass innen.

Kleiner Tipp zum Abschluss: Um einfach auf der sicheren Seite zu sein, sollte man, so es denn möglich ist (bei mir war es das diesmal nicht), ein Zeitfenster von mindestens zwei bis zweieinhalb Stunden am Umstiegsflughafen einplanen. Damit sollte man eigentlich auskommen. Hat man nur 1-1,5h zur Verfügung kann dies auch klappen – allerdings muss man dann damit rechnen, dass man u.U. ein wenig rennen muss, wenn nicht alles reibungslos abläuft. =)

Allgemeine Visa-Informationen gibt es unter: www.us-botschaft.de
Dort findet man dann auch genauere Infos über die Einreisebestimmungen für Nicht-Deutsche oder über das was man an Lebensmitteln in die USA mitnehmen darf und was nicht.

Nachtrag 14.06.08:
Im vergangenen Monat konnte ich nun auch zum ersten Mal Erfahrungen mit dem Flughafen von Atlanta machen dürfen, über den ich dieses Mal in die USA eingereist bin und ich war ein wenig gespannt. Denn Atlanta ist nicht nur der größte Flughafen der USA sondern der Welt und bei einem Passagieraufkommen von ca. 85 Millionen Menschen pro Jahr -von denen ein nicht unerheblicher Anteil aus anderen Ländern einreist- ist das natürlich ungeheurer logistischer Aufwand der dort tagtäglich erledigt werden muss. Um es kurz zu fassen: Ich war doch insgesamt recht positiv überrascht. An der Immigration gibt es eine große Zahl an Schaltern von denen, soweit ich es gesehen habe, auf die überwiegende Mehrheit geöffnet war. Dementsprechend hielten sich die Wartezeiten auch durchaus in Grenzen, so dass man insgesamt ziemlich schnell durchkam. Auch von der organisatorischen Seite lief alles gut, da überall Personal vorhanden war, die Anweisungen gaben und die Leute „sortiert“ haben, zwar nicht grade mit freundlichem Enthusiasmus, aber doch auch nicht mürrisch-feindselig. Am ehesten passte wohl das Adjektiv „routiniert“ (Ganz im Gegensatz zu meinem sehr miesepetrigen Immigration Officer – aber gut, Spaß würde mir der Job wohl auch nicht machen).
Auch danach lief alles soweit sehr wohlorganisiert, die Abläufe waren gut eingespielt und durch die recht langen Wege waren dann die Wartezeiten am Baggage Claim auch nicht übermäßig lang.
Und damit wären wir dann auch schon bei meiner Empfehlung für Atlanta: 2.15h als  Mindestumsteigezeit würde ich hier auf jeden Fall empfehlen. Denn alleine durch die schiere Größe des Flughafens und die damit verbundenen Wege braucht man einfach eine gewisse Zeit. Ansonsten kann ich aufgrund meiner Erfahrungen aber Atlanta durchaus als Einreiseflughafen empfehlen – ist nur aus meiner persönlichen Sicht meist mit dem Nachteil verbunden, dass man dorthin in der Regel mit Delta Airlines fliegen muss und basierend auf den Erfahrungen, die ich dieses Mal gemacht habe, würde ich diese Airline nun wiederum nicht unbedingt empfehlen. Für Inlandsflüge durchaus – denn da hat man In-Seat-Bildschirme und ein ausgefeiltes Entertainmentprogramm, das amerikanisches Fernsehprogramm und eine breite CD-Auswahl bietet. Auf den Flügen von Deutschland in die USA (und natürlich umgekehrt) hatten wir allerdings sehr alte Flieger mit Fernsehern an der Decke und einer eher begrenzten Auswahl an Musikprogrammen (zumindest für meinen Geschmack). Zudem fiel das Entertainment-System dann auf dem Rückflug auch noch aus, da der Ton nicht funktionierte. Und wäre dem noch nicht genug gewesen hatten wir auf beiden Flügen 2 bzw. 2,5 Stunden Verspätung – auf dem Rückflug verbrachten wir diese Wartezeit sogar auf dem Rollfeld. Aber gut, ich schweife ab und das sind halt letzten Endes auch nur Einzelerfahrungen, die -so hoffe ich für Delta- sicherlich nicht repräsentativ sind.

Zum Thema Online-Registrierung vor Abreise habe ich einen eigenen Eintrag geschrieben, der hier zu lesen ist. Bitte unbedingt durchlesen, da sich durch diese neue Regelung ab kommendem Jahr einige der oben erwähnten Abläufe ändern werden!

Nachtrag, 04.08.08:
Hier bitte auch meinen Test des ESTA-Verfahrens durchlesen und welche Erfahrungen ich dort sammeln konnte.

Falls jemand von Euch Fragen zu diesem Thema haben sollte (gerade auch Besucher, die durch spezifische Suchanfragen hier gelandet sind), beantworte ich diese gerne. Einfach unten in den Kommentaren melden!
Gerne auch meine anderen Einträge zu diesem Themenbereich durchlesen. In der Regel sind diese in der Kategorie „Work & Travel“ abgelegt.

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