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Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 10/11 – Vol. 1

Da am vergangenen Wochenende kein Bundesligaspieltag war, dachte ich mir, ich könnte die Gelegenheit nutzen, um mal zu schauen, wie viele Leute diesen Blog hier überhaupt noch in ihrem Feedreader haben.

Denn auch wenn ich lange nicht mehr darüber geschrieben habe, bin ich nach wie vor aktiv abhängig in Sachen Serien und das gehört eben beizeiten auch mal wieder verarbeitet. In Anbetracht der krassen Ausmaße, die diese Sucht mittlerweile angenommen hat, habe ich mich dazu entschieden, dieses Mal nur zu Serien etwas zu schreiben, die grob in den letzten 9-10 Monaten mit ihrer ersten Staffel gestartet sind. Andernfalls wäre es mir wirklich zuviel.

Sollte sich dennoch jemand für meine Einschätzungen von „alten“ Serien interessieren, kann er/sie natürlich gerne in den Kommentaren (oder via Twitter) nachfragen. =)

Aber nun konkret zum Thema:

Es gibt, wenn ich nichts übersehen habe, etwa 30 Serien, die in den letzten Monaten angelaufen sind und bei denen ich zumindest mal in den Piloten reingeschaut habe. Zwei davon habe ich nicht gelistet, weil ich sie noch auf der „Warteliste“ geparkt habe: Undercovers, sowie Blue Bloods, wovon ich den Piloten gesehen habe, er mich nicht wirklich begeistern konnte, bevor mir im Nachhinein sehr stark dazu geraten wurde, es doch nochmal zu probieren. Wird also nachgeholt.

Dazu gibt es dann noch eine Reihe von Serien, die ich nach dem Piloten oder der zweiten, dritten Folge gekippt habe und die ich daher hier nochmal separat aufführe:

– Bedlam
Horrorkram in einem neuen Loft/Appartment-Gebäude, in dem sich früher ein Irrenhaus befand. Absolut nicht mein Ding.

– Portlandia
Hier bin ich nach zwei, drei Folgen ausgestiegen. Die Sketch-Comedy-Serie hat zwar durchaus ihre Momente, aber die waren mir dann doch zu rar gesät.

– Off the Map
Shonda Rhimes, die Schöpferin von Grey’s Anatomy und Private Practice, zieht mal wieder ihren Stiefel durch. Diesmal lediglich mit etwas mehr MacGyverismen in kitschigschöner Dschungelkulisse. Nope.

– Outcasts
Ich glaube, das war irgendwas mit Science Fiction. Aber genau weiss ich das jetzt auch nicht mehr.

– Lights Out
Hier gehts um einen alternden Boxer, ehemaliger Schwergewichtsweltmeister, der trotz gesundheitlichen Problemen nochmal ein Comeback wagen will. Grundsätzlich nicht verkehrt, aber der Pilot war mir irgendwie zu mühselig.

– Retired at 35
Ich kann mich schon gar nicht mehr dran erinnern, aber es war eine ziemlich altbackene Sitcom, bei der inhaltlich der Name das Programm vorgab.

– The Chicago Code
Cop-Serie, bei der diverse Polizisten einer Einheit in Chicago begleitet werden. Wirkte komplett uninteressant.

– Detroit 1-8-7
Diese Cop-Serie bekommt im Nachhinein doch einiges an Lob ab, aber der komische Pseudo-Doku-Stil hat mir im Piloten überhaupt gar nicht zugesagt, daher wurde es von mir direkt gekickt.

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Nun aber zu den Serien, die ich tatsächlich gesehen habe. Man kann grob eine aufsteigende Reihenfolge herauslesen, wobei die Feinheiten, gerade wenn es um Serien in der selben Einstufung geht, natürlich nicht in Stein gemeisselt sind, sondern vermutlich morgen schon wieder anders sortiert sein könnten.

Shit my Dad says
Eine Serie, die auf einem Buch basiert, das wiederum auf einem erfolgreichen Twitteraccount basiert?
Zumindest hat das mal für einigermaßen Buzz gesorgt, zumal der grantelnde Dad mit William Shatner sehr aufmerksamkeitswirksam besetzt wurde.
Alleine, das Resultat kann mit dem generierten Hype nicht wirklich Schritt halten. Denn herausgekommen ist eine ziemlich biedere und konventionelle Sitcom, der man anmerkt, dass der Ursprung eben eine lange Liste von Onelinern ist, die mal mehr, mal weniger zünden.

Fazit: 4 von 10 Gabeln

Mad Love
Eine Gruppe von jungen Erwachsenen aus New York deren Beziehungsleben in einer Sitcom behandelt wird – klingt bekannt?
Bei Mad Love drängt sich der Vergleich zu den bekannten Vorbildern Friends und How I Met Your Mother förmlich auf. Auch wenn die Serienschöpfer sich bemühen, die Ausgangslage etwas anders zu gestalten, kommt man nicht umhin, ständig zu vergleichen – und das tut der Serie nicht gut.
Sehr schade, da die Namen Sarah Chalke und Jason Biggs eigentlich für Comedy-Qualität bürgen sollten, aber es ist doch irgendwie alles recht belanglos und mit zu wenig Charme umgesetzt.
Die einzigen guten Momente zieht die Serie im Grunde aus dem Zusammenspiel der beiden besten Freunde, der Hauptfiguren. Das reicht nicht wirklich, um mehr als Nebenbeiunterhaltung zu sein.

Fazit: 4 von 10 Gabeln


InSecurity
Kanada fiel mir serientechnisch bisher eher selten durch Comedies auf, auch wenn bspw. Being Erica natürlich auch sehr viel Witz besitzt.
Mit InSecurity wird sich dieses Image nicht grundlegend ändern, aber wer auf ein bisschen Zucker-Abrahams-Zucker-esque Unterhaltung mit viel Slapstick und Albernheiten steht, der sollte hier ganz ordentlich bedient werden.
Es geht dabei um eine Abteilung des kanadischen Geheimdienstes namens NISA, die sich mit der Aufklärung von diversen Schwerverbrechen befasst und dabei vor allem durch ziemlich viel Dummheit und Tölpelhaftigkeit auffallen.
Wie gesagt, oftmals regieren Albernheiten und Slapstick, aber dank der Ironie in Bezug auf das kanadische Selbstverständnis ist es teilweise durchaus annehmbar.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Mike & Molly
Bei Mike & Molly war ich im Vorfeld ziemlich skeptisch, spielen die Hauptrollen doch zwei stark übergewichtige Menschen, die sich zu Beginn der Serie kennenlernen und ineinander verlieben.
Dementsprechend befürchtete ich, dass sich der Humor vor allem daraus ziehen würde, dass man sich über die beiden dicken Menschen lustig macht. Dem ist erfreulicher Weise nicht wirklich so, auch wenn gewisse Klischees durchaus mal zur Sprache kommen.
Das Problem der Serie ist allerdings auch hier mal wieder, dass man sich insgesamt zu altbacken und bieder präsentiert und die Gags oftmals recht ausgelutscht sind. Dementsprechend lebt „Mike & Molly“ in allererster Linie von der guten Chemie der beiden Hauptdarsteller, die beide sehr sympathisch rüberkommen und gut miteinander harmonieren.

Fazit: 5 von 10 Gabeln


Outsourced
Auch bei Outsourced war ich einigermaßen vorsichtig. Prämisse der Serie ist, dass eine US-Firma ihr Call Center nach Mumbai auslagert und dazu einen ihrer Angestellten aus dem tiefsten Kansas als Büroleiter dorthin schickt.
Mit dieser Ausgangslage war die Gefahr relativ groß, dass man sich auch hier vorwiegend mit Stereotypen befasst – was teilweise auch durchaus der Fall ist, aber doch unter dem Strich auf recht charmante Weise.
Zu einer richtig guten Serie macht das Outsourced natürlich noch nicht, aber doch ein relativ bunter Farbtupfer im Einheitsbrei der Comedies. Zudem ist Diedrich Bader ein cooler Hund.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Come Fly With Me
Ich gebs ja nur ungern zu, aber mit Little Britain konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Wobei ich das einfach mal darauf schiebe, dass ich das immer nur in der synchronisierten Fassung gesehen habe.
Nun hat jedenfalls das Team von Little Britain zur Weihnachtszeit eine neue Serie an den Start gebracht, die auch wieder im „Mockumentary“-Stil aufgezogen ist. Die Serie lehnt sich dabei an die Dokus an, die sich mit dem (Arbeits-)Leben an einem Flughafen befassen und so werden Arbeiter am Check-In, am Zoll, Kabinenpersonal und Airline Chefs „begleitet“.
Natürlich ist alles typisch überzeichnet und karikiert, aber im Gegensatz zu LB habe ich hier wirklich meinen Spaß gehabt. Was natürlich auch damit zu tun hat, dass ich beruflich der Thematik nahe bin.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Better With You
Einmal mehr eine klassische Sitcom über Liebe und Leben in der Großstadt. Dieses Mal mit dem Ansatz, dass hier drei Pärchen in unterschiedlichen Beziehungsstadien gezeigt werden.
Da gibt es das neu verliebte Pärchen, die durch eine ungewollte Schwangerschaft in ein langfristiges Miteinander gedrängt werden. Dazu die ältere schwester, die schon ein paar Jahre in einer festen, aber informellen Beziehung mit ihrem Partner ist.
Und dann natürlich die Eltern des Schwesternduos, die schon seit mehreren Jahrzehnten zusammen sind. Durch die Gegenüberstellung bestimmter Situationen und den unterschiedlichen Umgang ergeben sich immer wieder frischere Momente in einer ansonsten konventionellen Sitcom.

Fazit: 5 von 10 Gabeln

Running Wilde
Dass Running Wilde abgesetzt werden würde, war eigentlich schon nach Ansicht des Piloten klar und in Anbetracht dessen, dass man nun mal auf FOX lief. Der sehr schräge Humor dieser Serie von Arrested Development-Macher Hurwitz war einfach nicht gemacht für den breiten Massenmarkt.
Hinzu kommt, dass die Serie an sich eben auch nicht so überragend war. Sie hatte sicherlich ihre lichten Momente, aber eben auch oftmals Szenen, die mir selbst eher unangenehm waren. Was u.a. z.B. an David Cross liegt, den ich nicht so gerne mag.

Fazit: 6 von 10 Gabeln

 

Weiter geht es in den nächsten Tagen. Versprochen.

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