Rückblick kann doch wirklich jeder – Der Best of 2009-Sampler [CD1].

Ein frohes neues Jahr, liebe Lesergemeinde! Ich hoffe, ihr hattet alle einen guten Rutsch mit einem anständigen Kater.

Um hier mal wieder ein bisschen mehr Leben reinzubekommen, schließen wir heute mal thematisch direkt an den letzten Eintrag von 2009 an und widmen uns wieder der Musik. Und wie der Titel des Eintrags schon vermuten lässt, beschäftigt sich dieser Post mit der musikalischen Ausbeute des abgelaufenen Jahres. Allerdings nicht als schnöde Liste sondern als richtiger Sampler, der auch in diesem Jahr (wie schon 2007) wieder 2 CDs beinhalten wird.

Die Regeln sind dabei ganz simpel:

1) Die Songs müssen ihren offiziellen Release im abgelaufenen Kalenderjahr in Deutschland gehabt haben (entweder auf einem Album oder als Single – oder wahlweise auch als Download)!
2) Der Sampler muss auf eine oder auf zwei Audio-CDs passen – also max. eine Laufzeit von 60-80 Minuten pro CD!
3) Nur ein Song pro Künstler!

Selbstredend sollte man natürlich bei der Zusammenstellung der Trackliste auf einen gewissen Hörfluss achten und darauf dass die Songs jeweils zusammenpassen. Regelwerke dafür wurden ja schon zuhauf zusammengestellt (sei es bei High Fidelity oder bei How I Met Your Mother [„All Rise!“]). Aber das ist natürlich eigentlich Ehrensache eines Mixtape-Machers.

Wer sich selbst einmal daran versuchen möchte, der sei hiermit herzlichst eingeladen. Da ich selbst daran Interesse haben, wie andere Sampler ausschauen und vor allem, was ich alles so verpasst habe, würde ich mich über einen Trackback natürlich freuen.

Wie schon erwähnt wird der Sampler insgesamt 2 CDs umfassen, heute kümmern wir uns aber nur um den ersten Teil des Samplers, der mehr die „untypische“ Seite meines Geschmacks reflektiert und Ausflüge in die Genres Rap, HipHop, Elektro und Mainstream-Pop machen wird. Die zweite CD wird dahingehend wesentlich straighter und gitarrenbezogener sein.

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Wer parallel zum Lesen den Sampler hören möchte der klicke bitte hier,
um zur entsprechenden Playlist (jetzt komplett!) bei grooveshark zu gelangen.

1) Samy Deluxe – Musik um durch den Tag zu kommen (4:48 min)
Album: Dis wo ich herkomm

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=MgZJaV7AuYw
Myspace: http://www.myspace.com/bigbaus

Keine Diskussion gab es für mich in diesem Jahr, womit dieser Sampler eingeleitet wird: Selbstverständlich mit Samy Deluxe’s „Ode“ an die (gute) Musik. Ich bin wirklich kein großer Fan von Rap und HipHop, aber Samy Deluxe hat mich mit seinem neuen Album erneut sehr begeistern können. Sehr abwechslungsreich, tolle Texte und sogar einem richtig swingenden Song (Sprech wie ich Sprech). „Dis wo ich herkomm“ kann ich wirklich jedem ans Herz legen, der sich von sonstigem deutschen Rap meist abgestoßen fühlt (also so wie ich).
Dies hier ist nur Musik, um durch den Tag zu kommen
Dein „Morgens früh aufsteh und auf dem Weg zur Arbeit“-Song

2) K-Os – I Wish I Knew Natalie Portman (3:10 min)
Album: Yes!

Song bei youtube: Originalvideo nicht verfügbar (aber hier)
Myspace: http://www.myspace.com/kos

Ich bin wirklich kein großer Fan von Rap und HipHop, aber K-Os… Naja, das hatten wir ja gerade schon. Jedenfalls hat mich K-Os 2004 mit Joyful Rebellion ziemlich begeistern können, da sein Rap/HipHop sehr varianten- und abwechslungsreich angelegt war. Vom 2007er Nachfolgealbum „Atlantis – Hymns for Disco“ war ich dann schon nicht mehr ganz so angetan und auch „Yes!“ aus dem vergangenen Jahr konnte mich nicht vollends überzeugen. Die Single „I Wish I Knew Natalie Portman“ ragt dabei absolut heraus, alleine schon wegen diesem furchtbaren Sample des Phantom Planet-„Klassikers“ „California“. Das muss man nicht mögen, ich tu es schon.

3) The Black Eyed Peas – I Gotta Feeling (4:51 min)
Album: The E.N.D.

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=19rG2CHvCQY
Myspace: http://www.myspace.com/blackeyedpeas

Stilistisch ist der Sprung von K-Os zum kommerziell ungleich erfolgreicheren Quartett der Black Eyed Peas ein durchaus naheliegender, da auch sie ihre Musik mit sehr vielen anderen Einflüssen mischen. Das neue Album kenne ich dabei abgesehen von den Singleauskopplungen gar nicht, und „Boom Boom Pow“ bzw. „Meet Me Halfway“ konnten mich jetzt nicht so begeistern, doch „I gotta Feeling“ ist einfach ein absoluter Ohrwurm und Gute-Laune-Kracher und deswegen habe ich auch kaum ein schlechtes Gewissen, dass ich mich derart in den Mainstream-Chartbereich hineinbegebe.

4) Peter Fox – Schwarz zu Blau (3:39 min)
Album: Stadtaffe

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=C1OmGxDyP_4 (Live beim BuViSoCo)
Myspace: http://www.myspace.com/peterfox

Wo wir gerade beim Mainstream-Chartbereich sind, können wir natürlich auch gleich noch Peter Fox mit abfrühstücken, der mit seinem schon 2008 veröffentlichten Album „Stadtaffe“ dieses Jahr aber mal so richtig abräumen konnte. Es gibt auf seinem Album meiner Meinung nach bessere Songs (ich liebe beispielsweise Haus am Meer), aber da stoßen wir dann eben an die Grenzen meiner eigenen Regeln und versuchen es mit der Aufnahme der nichtsdestotrotz tollen Berlin-Hymne „Schwarz zu Blau“ (Single-VÖ in 2009) zu kompensieren, dass ich im letzten Jahr eben leider nicht geschafft habe einen Sampler für 2008 zu erstellen.

5) Ohrbooten – Feuer (3:26 min)
Album: Gyp Hop

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=YE5QxxZrqb4 (kein Video)
Myspace: http://www.myspace.com/ohrbooten

Bleiben wir in der Hauptstadt: Rund um solch trockene Begriffe wie Mahnung, Nachzahlung und Verfahren einen stampfenden, clubtauglichen Dancehall-Reggae-Song zu stricken, das muss man sich erst einmal trauen. Und das dann auch noch gelungen hinzubekommen, ohne dass es parodistisch wirkt – dafür gebührt mein Respekt dem Berliner Quartett Ohrbooten, die ihren Musikstil selbst mit „Gyp Hop“ bezeichnen. 2005 hat mich ihr Debüt „Spieltrieb“ schwer begeistert und u.a. durch meine Jerusalem-Aufenthalte begleitet, während das 2007er Nachfolgealbum quasi komplett an mir vorbeigezogen ist. Das neue Album hingegen knüpft nahezu nahtlos an Spieltrieb an, mit einer wunderbaren Lockerheit, einiger musikalischer Abwechslung und eben kreativen Texten.

6) Julian Casablancas – 11th Dimension (3:49 min)
Album: Phrazes for the young

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=ev5RMiujiQE
Myspace: http://www.myspace.com/juliancasablancas

Vom Soloprojekt des Strokes-Sängers Julian Casablancas habe ich eigentlich so gut wie gar nix mitbekommen, ausser seiner Single „11th Dimension“, die mal so richtig eingängig war. Sie knüpft stilistisch ein wenig an MGMT an, die mit elektronischen Beats und Gitarrenklängen im Jahr zuvor äusserst erfolgreich die Grenzen zwischen Indie und Mainstream aufgeweicht haben. Unglaublich eingängig. Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen, ausser vielleicht dass sein Solo-Sound extrem an den Sound der nächsten Band erinnert.

7) Timid Tiger – Electric Island (3:40 min)
Album: The PMA EP / Electric Island EP

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=3ElDPYcAj6o (kein Video)
Myspace: http://www.myspace.com/timidtiger

Gleich zwei EPs haben die 5 Jungs aus Köln in diesem Jahr veröffentlicht, die erste (The PMA EP) dabei direkt mal für lau zum Download. Dazwischen gab es dann noch einen Wechsel zum Hauptstadtlabel Columbia Berlin – was erfreulicher keinen negativen Einfluss auf den so wunderbar verspielten, gut gelaunten Elektro-HipHop-Rock-Cartoon-Sound hat, den die Jungs schon seit mehreren Jahren pflegen (und mit dem sie live wahnsinnig rocken). Stehen für 2010 mal wieder ganz oben für einen erneuten Konzertbesuch. Die Single Electric Island vereint im Grunde alles das, womit ich so eben die Musik des Quintetts beschrieben habe. Anhören, Spaß haben.

8) Phoenix – Lisztommania (4:09 min)
Album: Wolfgang Amadeus Phoenix

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=MgN5jPns0tE
Myspace: http://www.myspace.com/wearephoenix

Wenn wir gerade beim Thema „eingängiger elektronischer Indie-Sound“ sind, dann können die Franzosen von Phoenix natürlich nicht weit entfernt sein. Ob Lisztomania jetzt der bessere Song ist als 1901, darüber will ich mich erst gar nicht anfangen zu streiten, sind es doch beide einfach klasse Stücke. Danke Knurrunkulus, dass Du mich nochmal eingehender daran erinnert hast!

9) Passion Pit – The Reeling (4:48 min)
Album: Manners

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=qVstHPhaJ6M
Myspace: http://www.myspace.com/passionpitjams

Mit „The Reeling“ kommen wir nun zum ersten von drei Songs auf meinem Sampler, die ich eigentlich nur gewählt habe, weil ich berufsbedingt mit ihnen Kontakt gekommen bin. Und zwar hat mein Kunde Colorado auch 2009 wieder die Warren Miller Filmtour gesponsert, bei der ein aus mehreren Doku-Episoden zusammengeschnittener Ski/Snowboard/Winter-Film durch zig Städte weltweit tourt. Diese Filme zeichnen sich Jahr für Jahr neben tollen Bildern immer auch durch exzellente Soundtracks aus und nachdem ich dieses Mal berufsbedingt ca. 5 Mal zumindest teilweise den 2009er-Film gucken „musste“ sind so einige Songs hängengeblieben. Unter anderem dieser Synthpop-Indiedance-Track von The Reeling, der im Film eine äußerst sympathische Sequenz über ein kleines 8jähriges Mädchen untermalte, die mal Profi-Snowboarderin werden will (und schon einiges auf dem Kasten hat). Ich habe leise Zweifel, ob der Song den Weg auf den Sampler geschafft hätte, wenn es nicht den Film gegeben hätte, da es nicht ganz mein Musikstil ist. Aber es ist doch eben ein gute Stimmung verbreitender und sich schnell ins Ohr fräsender Song.

10) La Roux – Bulletproof (3:28 min)
Album: La Roux

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=NQdC7h609k8
Myspace: http://www.myspace.com/larouxuk

Ins Ohr gefräst [jaja, ich weiss] hat sich natürlich auch der schwerstens 80er-inspirierte Sound Bulletproofs, der in diesem Jahr schwer zu vermeidenden Hitsingle des britischen Elektropop-Duos La Roux. Es spricht eindeutig für den Song, dass er mir nicht ebenso schwer auf den Sack gegangen ist, nach der ganzen Heavy Rotation und es spricht ebenso für ihn, dass er sowohl in Indieclubs als auch in Mainstream-Diskos die Tanzflächen schwer zum Glühen bringen konnte. Daher defintiv ein prägender Song für 2009, der hier mit rauf muss.

11) Chairlift – Bruises (4:02 min)
Album: Does You Inspire You

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=fmyuRLFDobw
Myspace: http://www.myspace.com/chairlift

Ich glaube, wenn Dein Song als Untermalung für einen Apple-Werbespot genutzt wird, dann kannst Du als Musiker fast sicher gehen, dass Du einiges richtig gemacht hast und dass Dir nun zumindest ein bescheidenes Maß an Erfolg sicher sein wird. Und Bruises war natürlich auch ein überaus bezauberndes Stück Musik. Der Rest des Albums „Does You Inspire You“ war solider Elektropop mit teilweise starken Einflüssen aus den 80er Jahren (bspw. Planet Health), der sich ganz gut hören lässt, aber wiederum auch nicht überaus herausragend war.

12) Lily Allen – The Fear (3:27 min)
Album: It’s not me, It’s You

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=11w9hmZc1XA
Myspace: http://www.myspace.com/lilymusic

Bewegen wir uns weiter im Mainstreambereich der Charts und auch der Klatschgazetten: Lily Allen, die junge britische Künstlerin,  bot der Yellow Press im vergangenen Jahr zumindest ebenso viel Futter wie der Musikfachpresse. Was eigentlich schade ist, denn mit „It’s not me, It’s You“ hat sie ein textlich eher simpel strukturiertes, aber musikalisch dafür umso vielfältigeres Album abgeliefert, das variantenreiche Popmusik im allerbesten Sinne abliefert. Und auch ihre Musikvideos waren jeweils sehr gelungen, wie auch das zu ihrer ersten Single „The Fear“.
(Die Wahl des Songs fiel hier übrigens aus konzeptionellen Gründen zum Nachteil meiner eigentlichen Wahl „Fuck You“ – passte so irgendwie besser)

13) Metric – Twilight Galaxy (4:54 min)
Album: Fantasies

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=l41xyYs_dks (kein Video)
Oder auch als tolle Akkustik-Liveversion: http://www.youtube.com/watch?v=R7U8wz78fIM
Myspace: http://www.myspace.com/metric

Mit Twilight Galaxy von Metric kehren wir mal wieder zurück in Synthie- und Elektropo-Gefilde. Der sphärische, und etwas getragene Sound dieses Lieds ist eher etwas atypisch für den sonstigen Stil auf dem vierten Album des kanadischen Quartetts. Zumeist ist nämlich zumindest auch eine Gitarre dominierend auch generell das Tempo etwas höher. Dennoch mag ich den pluckernden nach der Weite des Universums klingenden Song ziemlich gerne. Wer es gerne etwas schneller haben möchte, dem empfehle ich beispielsweise „Stadium“ als Anspieltipp.

14) Franz Ferdinand – Ulysses (3:11 min)
Album: Tonight: Franz Ferdinand

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=vEHksam1ICQ (Cooles Fan-Video)
Myspace: http://www.myspace.com/franzferdinand

Sagen wir es mal ganz geradeheraus, wie es ist: Das neue Album „Tonight: Franz Ferdinand“ ist doof! Während ich von den beiden Vorgängeralben jeweils nahezu restlos begeistert war, hat das 2009er-Werk vorwiegend Widerwilligkeit bei mir hervorgerufen. Ein paar vielversprechende Ansätze in einigen Songs gehen in einem Gesamtalbum unter, dass in meinen Ohren leider eine ganz seltsame, unwohlige Stimmung verbreitet, mit dem negativen Höhepunkt der Elektroejakulation in „Lucid Dreams“ und dem direkt daran anschließenden „Dream Again“. Die einzige wirkliche Ausnahme bildet da der Auftaktsong des Albums, der gleichzeitig auch die erste Single war, „Ulysses“. Ein treibender und relativ klassischer (trotz schon vermehrter Elektroelemente) Schrammler in bester Franz Ferdinand-Manier (und übrigens auch einer der drei Songs, die sich dank des Warren Miller Films in mein Gehörgang gespielt haben – wobei ich diesen zumindest schon vorher kannte und gut fand).

15) Jack Penate – Body Down (4:02 min)
Album: Everything is new

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=r0T0hcMea0E (kein Video)
Myspace: http://www.myspace.com/jackpenate

Mit Jack Penate, der 2009 sein zweites Album veröffentlicht hat, bleiben wir vorerst noch kurz auf der britischen Insel, wenngleich seine Musik nicht viel mit dem typisch britischen Indiesound zu tun hat. Penate macht vielmehr Surfer/Skater-orientierten Indierock mit Rockabilly-Einflüssen, was eigentlich kaum dem entspricht, wo man den von mir gewählten Song einordnen kann. „Body Down“ ist vielmehr ein eher ruhiges Stück, dass eher vom Psychedelic Rock der späten 60er Jahre (grob in Richtung Cream) geprägt wird. Die Gitarre steht dabei eher (schrammelnd) im Hintergrund, während das Piano und Gesang sowie Sprechgesang die meiste Arbeit übernehmen.
Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass mir das Debütalbum „Matinée“ insgesamt besser gefallen hat.

16) Regina Spektor – Laughing with (3:18 min)
Album: Far

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=rov3pV9PsRI (sehr schönes Video)
Myspace: http://www.myspace.com/reginaspektor

Mit der bezaubernden Regina Spektor und weiteren Klavierklängen leiten wir nun in das kuschelige Schlusssechstel der ersten Sampler-CD über. Frau Spektor war schon Gast auf meinem Best of 2007 und an meinem Urteil (tolle melodische Popmusik, die erfreulich unpeinlich ist) hat sich nicht viel geändert, ausser dass mir auf ihrem neuen Album das viele „hahahaha“, „huhuhuhu“ usw. ein bisschen auf den Senkel geht, dass zwar eigentlich typisch für sie ist, hier aber doch etwas übertrieben eingesetzt werden. Dennoch trübt das nur den Gesamteindruck des Albums und nicht den einzelner Songs wie „Laughing with“, der mit zu den schönsten gut 3 Minuten Musik des vergangenen Jahres gehört. Vom eindringlichen Text mal ganz abgesehen.

17) Charlie Winston – I Love Your Smile (4:39 min)
Album: Hobo

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=VkJJO9mHxXk
Oder als Akkustikversion : http://www.youtube.com/watch?v=5CmXgK_UggE
(mit Mundharmonikabegleitung und Wahnsinnsstimme!)
Myspace: http://www.myspace.com/charliewinston

Wenn wir über unpeinliche Popmusik sprechen, dann kommen wir 2009 natürlich auch nicht um Charlie Winston herum. Sein „Like a Hobo“ machte in deutschen Radios sogar Musik mit Pfeifen zum ersten Mal seit den Scorpions (oder so) wieder hoffähig. Den Song fand ich damals ganz okay und erfreulich unnervig, machte mich aber nicht so wirklich neugierig auf mehr. Glücklicherweise wurde ich aber von mehreren Seiten dazu gedrängt, mich näher mit dem Album auseinanderzusetzen – was ich dann irgendwann auch tat und es nicht bereuen sollte. Denn „Hobo“ ist ein wirklich extrem vielfältiges Popalbum mit mehr als einem halben Dutzend exzellenter Songs von Reggae (Kick the bucket) bis hin zu Swing, wie in der wunderschönen Ballade „I love your Smile“, die vom Klavier getragen, leicht vom Saxophon umschmeichelt und von Winstons toller Stimme entsprechend festgehalten wird.
Ich glaub den schaue ich mir mal live an, wenn er wieder in der Versenkung verschwunden ist und er in kleinen Clubs auftritt…

18) Dear Reader – The Same (4:31 min)
Album: Replace Why with Funny

Song bei youtube: http://www.youtube.com/watch?v=zZ87RvDDISY (kein Video)
Myspace: http://www.myspace.com/dearreadermusic

Zum südafrikanischen Trio Dear Reader habe ich mich in diesem Blog im vergangenen Jahr ja schon zwei Mal ausführlichst geäußert, sah ich diese wunderbare Indieband doch gleich zwei mal live  und war beide Mal gleich begeistert. Daher verliere ich gar nicht viele Worte sondern lasse Cherylin MacNeill mit ihrer wunderschönen Stimme und dieser Ode an ihr Heimatland Südafrika ganz einfach selbst den Brückenschlag zwischen meinem musikalischen 2009 und dem WM-Jahr 2010 schlagen.
Vielleicht nur noch zwei Sachen: ALBUM KAUFEN und KONZERT BESUCHEN!

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*) Leider musste ich drei Änderungen an der Playlist bei grooveshark im Vergleich zur hier aufgeführten Tracklist vornehmen: Der Song von Samy Deluxe ist nicht dabei, ebenso wie der Song von den Ohrbooten. Zudem musste ich Timid Tigers „Electric Island“ mangels Verfügbarkeit durch das nicht allzu anders klingende „House of Love“ von derselben EP ersetzen. UPDATE: Playlist ist jetzt komplett wie hier aufgeführt.

9 Kommentare

Eingeordnet unter Hast du Töne!?

9 Antworten zu “Rückblick kann doch wirklich jeder – Der Best of 2009-Sampler [CD1].

  1. Ich mach jetzt mal ein exklusives Geständnis: die CD von Peter Fox fand ich auch klasse. Hip Hop aus Deutschland, der mir als alterndem Metal- und Rockfan gefällt – dass in dem Moment das Universum nicht in sich zusammengefaltet ist, grenzt an ein Wunder.

    Bin gespannt auf die zweite CD, vielleicht kenne ich da etwas mehr von.

  2. Heieiei, sowas aber auch. =)

    Wobei, man muss halt einfach sagen, dass Stadtaffe ein „Konsensalbum“ im absolut positiven Sinne war, quasi so ganz nach dem Motto
    „Qualität setzt sich eben durch“.
    Selbst mein Vater hat an Silvester mit voller Absicht 3sat eingeschaltet, um ein bisschen was vom dort laufenden Konzertmitschnitt zu sehen.

    Für CD2 kann ich schon mal eines versprechen: Eine extreme Steigerung der Gitarrenbeteiligung. =) (Der Metallbereich wird allerdings aussen vor bleiben, ich bin halt dann doch eher eine kleine Indie-Pop/Rock/Folk-Sau)

    Übrigens, so durch die Blume: Ein Sampler von Dir würde mich durchaus auch interessieren…😉

  3. Wann

    Ab Phoenix ist der Sampler gut bis ausgezeichet. Ich würde da zwar wohl fast durchgehend andere Titel wählen, aber egal. The Black Eyed Peas und K-Os würden als erstes fliegen, danach Franz Ferdinand. Würde Haus am See für dieses Jahr gelten? Finde ich deutlich am stärksten von den bisher von Peter Fox gehörten Songs.

    Ich würde folgende Blogs bevorzugen, wenn ich noch von 2009 etwas nachholen wollte.

    http://dasklienicum.blogspot.com/
    http://whitetapes.de/

    Bin selber noch am werkeln, allerdings könnte meine Konzertliste schon ein paar Aufschlüsse geben, wer Chancen hat.
    http://www.lastfm.de/user/MrTompkins/journal/2009/12/25/39yqs4_konzerte_2009

  4. Dass Dir das erste Drittel der Sampler-CD nicht so zusagen würde, überrascht mich jetzt nicht so ganz, sondern damit hatte ich schon gerechnet. Von daher freue ich mich auf jeden Fall mal über das Lob für die anderen beiden Drittel. =)

    Wie oben angedeutet, gehört Haus am Meer leider nicht zu 2009, sonst hätte ich den auch gewählt, da es auch mein Favorit ist. Schwarz zu Blau ist nichtsdestotrotz ein guter Song, wenn auch quasi eine Art Platzhalter.

    Danke für die Links zu den beiden Blogs, werde ich mal im Auge behalten. Für neue Musik kann ich übrigens ganz dringend die Seite http://www.wearehunted.com empfehlen. Dort werden die aktuell „heissesten“ Songs aus Twitter, Blogs, u.ä. aggregiert und optisch sehr schick, wie auch überaus bedienerfreundlich aufbereitet.

    Und Deine Konzertliste habe ich mit großem Interesse durchgeschaut. Ist das ganze als geordnete Reihenfolge zu betrachten?

  5. Wann

    Ja, ist eine geordnete Reihenfolge. Wobei die 1 und die letzten beiden fest gemeißelt sind. Der Rest könnte durchaus durcheinander gewirbelt werden, je nach Tageslaune. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich u.a. Dear Reader, Bernd Begemann(Schaufensterkonzert von etwa einer Stunde) und Tele nicht aufgeführt habe. Die wären aber eher im hinteren Drittel zu finden. Was aber nicht unbedingt gegen die Konzerte sondern für die davor liegenden sprechen würde. Nur bei Fever Ray würde ich halt zur CD raten und Die Sterne waren grausig. Bin ja gespannt auf Deine zweite CD. Ich rechne ja mit Keane, aber beim Rest bin ich optimistisch. Sonst geht das Lästern los😉

    Danke für den Link, werde ich mal nachschauen. Obwohl ich auch so schon kaum nachkomme, bei den vielen Musiktipps die ich aufschnappe.

  6. Dear Reader im letzten Drittel… Banause…

    Ich glaube, da absolut jeder Song auf CD 2 eine Gitarre beinhaltet, scheiden Keane aus, oder?
    Abgesehen davon: Keane haben 2009 ein Album rausgebracht? Toll, können sie sich zu Weezer, Kings of Convenience, Maximo Park und Manic Street Preachers gesellen, deren Alben ich allesamt leider komplett verpasst habe und jetzt erst im Nachhinein festgestellt habe, dass sie was veröffentlicht haben.

  7. Sind einige sehr schöne Songs dabei. Übrigens habe ich es tatsächlich hingekriegt und jetzt, wenn auch etwas anders und weniger ausführlich aufgezogen, auch eine Songs-Top10 2009 veröffentlicht. Zu finden unter: http://tinyurl.com/yftgt39

  8. Wann

    Ich weiß nicht, ob Du es schon gesehen hast, aber da dürfte Deine Zusammenstellung hinpassen. http://blog.freeqnet.de/2010/02/16/blogparade-mixtape-revisited/
    Wie sieht denn nun die 2. CD aus?

  9. Wann

    Meine erste Zusammenstellung ist fertig und überraschender Weise gibt es mehr Überschneidungen mit der Liste von Mediensucht. Allerdings hat der ja auch 2 CDs erstellt. Bin überrascht, wer bei mir alles herausgefallen ist (z.B. Phoenix), aber irgendwie hat das halt nicht gepasst. http://listen.grooveshark.com/#/playlist/2009+I/27022002 (Hoffe das klappt.)

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