Das Tauch-Reit-Fahr-Spektakel – Teil Drei (Zwei Tage Denver).

Es ist mal wieder an der Zeit, die Geschichte voran und damit auch zu einem baldigen Ende zu bringen. Die Rückkehr liegt ja auch schließlich schon einen Monat zurück.

Es ging also von Miami wieder mal nach Washington und dann weiter nach Denver. Trotz anfänglicher Komplikationen lief dann letztlich alles recht problemlos ab, so dass ich am frühen Nachmittag genau passend am Denver International Airport an, wo nur kurz vorher schon eine Kollegin aus Deutschland eingetroffen war, die mich in den nächsten Tagen begleiten sollte. Flugs den Mietwagen von Alamo übernommen und noch ein Navi dazu genommen -in fremden Städten kann das ja nie so richtig schaden- und schon ging es los für unseren Zwei-Tage-Denver-Kennenlern-Trip.

Welcome to the Mile High City!

Welcome to the Mile High City!

Da wir beide nämlich Denver noch nicht kannten, nutzten wir die Zeit von Montag nachmittag bis Mittwoch Abend, um auf halbwegs eigene Faust die Stadt kennenzulernen, bevor dann am Abend des Mittwochs unsere Reisegruppe aus Deutschland eintreffen sollte, die wir dann auf eine Inforeise durch Colorado nehmen sollten.

Erstmal aber stand eben unser „eigenes“ Programm an, so dass wir (halbwegs) verpflichtungsfrei ein wenig Zeit hatten, die Stadt zu entdecken. Blöderweise war allerdings auch hier das Wetter alles andere als zufriedenstellend und am Montag vorwiegend von Regen geprägt. Und das ist etwas was doch eher untypisch für Denver ist – denn obwohl die Stadt auf 1.600m Höhe liegt (=> daher der Nickname „The Mile High City“) gibt es hier tatsächlich im Jahresschnitt mehr Sonne als in Miami oder San Diego! Unglaublich aber wahr – es gibt hier deutlich über 300 Sonnentage im Jahr.

Zweiter kleiner Stimmungsdämpfer war für mich dann, dass es leider ein Opfer gab: Meine geliebte blaue Casio Exilim segnete aus irgendwelchen Gründen irgendwo auf der Strecke von Miami nach Denver das Zeitliche. Genauer gesagt fuhr beim Anschalten der Kamera das Objektiv raus – und gleich wieder rein: „Lense Error“. Sehr ärgerlich. Und das hatte dann leider zur Folge, dass die ersten Highlights leider ohne entsprechende Fotodokumentation von statten gehen musste.

Gut, nach dem Check In im Comfort Inn & Suites (alt und leider mit einem kaputten Lift, aber dafür riesige Zimmer und natürlich sehr zentral gelegen), stand dann abends immerhin nicht mehr so richtig viel auf dem Programm. Lediglich ein wenig Soziales mit unserer Ansprechpartnerin von Denver, die uns dann zum Essen in ein mexikanisches Restaurant namens Tamayo eingeladen hat, das sich direkt am Larimer Square befindet, quasi die Fressmeile Denvers. Schickes, recht modernes Restaurant mit nicht ganz billigen Preisen – aber das Essen war wirklich Bombe. Vor allem kann ich es empfehlen für den Tisch vorab Nachos und Guacamole zu ordern. Habe noch nie so gute gegessen.

Im Anschluss ließen wir uns dann vom Shuttlebus eines anderen Hotels abholen und zu einer Bar fahren, da es mittlerweile recht stark angefangen hatte zu schütten (ja, es lohnt sich dann halt doch Leute zu kennen, die Connections haben – und die gute Dame  kennt alles und jeden; und jeder kennt sie…).

Wenn es nicht so geschüttet hätte (bzw. wir einen Regenschirm dabei gehabt hätten), dann wären wir sicherlich zu Fuß gegangen, denn das ist wirklich das Tolle an Denver: Es hat eine sehr kompakte Innenstadt, die wirklich sehr gut zu Fuß zu erschließen und entdecken ist. Vor allem die innere Downtown mit der so genannten „16th Street Mall“ als Herz ist wirklich sehr fußgängerfreundlich, da sich hier in unmittelbarer Nähe ein Großteil der Attraktionen, Hotels, Restaurants und Bars befinden und auf jener 16. Straße ein kostenloser Shuttle-Bus verkehrt, der von morgens früh bis ca. Mitternacht alle paar Minuten fährt (hybridbetrieben selbstverständlich).

Aber da es diesmal eben stark regnete (wofür sich bei uns in den ersten zwei Tagen übrigens ca. 10 Menschen entschuldigten, weil es soooo ungewöhnlich wäre), ging es per Exklusiv-Shuttle in die erst zwei oder drei Tage zuvor eröffnete PrimeBar (ganz gemütlich eingerichtet, adäquate Preise und recht hohe Ansprüche an sich selbst) um dort etwas sehr wichtiges zu erledigen: Basketball gucken!
Ausgerechnet an diesem Abend spielten nämlich die Nuggets im Conference Final ihr zweites Spiel gegen die L.A. Lakers, was die ganze Stadt recht elektrisierte, da die immerhin fünf Profiteams der Stadt in den letzten Jahren vor allem durch eines glänzten: Sportliches Versagen.
Für die beiden letzten Viertel wechselten wir dann noch in eine weitere Bar, die etwas näher am Hotel lag, das earls – Ableger einer kanadischen Kette, die so ein bisschen Sportsbar-Charakter hatte (wobei in amerikanischen Bars viele Fernseher ohnehin eigentlich die Regel sind) und insgesamt sehr geschmackvoll eingerichtet und sehr lebendig war. Hat mir gut gefallen und würde ich definitiv weiterempfehlen – und das nicht nur weil die Nuggets an diesem Abend eine sehr gute Leistung hinlegten und die Serie ausgleichen konnten (am Ende sollte es dann leider doch nicht reichen gegen Kobe Bryant & Co).

Der Dienstag wurde dann schon von etwas mehr Aktivität und Sightseeing geprägt. Naja, okay, los ging es natürlich erstmal mit Essen: Und zwar mit einem anständigen Breakfast Burrito im Dixons Downtown Grill – für 9 Dollar kann man da echt nicht meckern bei so einer Riesenportion. Für einen langen Ausflugstag muss man schließlich gut gestärkt sein.

Zuerst stand schließlich mein absolutes Highlight an – ein Besuch des „Red Rock Amphitheatre“ westlich von Denver. Gut, eigentlich war ja mein großer, nein, sehr großer Wunsch ein Konzert an diesem legendären Ort mitzuerleben, doch da meinte es das Schicksal leider nicht gut mit mir, denn an beiden Abenden in Denver lag leider kein Konzerttermin dort an. So blieb halt nur ein Besuch, um es sich anzuschauen – und da meinte es das Schicksal schon wieder alles andere als gut mit mir: Graue Wolken hingen tief und es nieselte. Na prima.
Das Red Rock Amphitheatre ist, wie der Name fast schon vermuten lässt, ein Amphitheater, das inmitten roter Felsen am Rande der Rocky Mountains in den Fels gehauen wurde und Konzertort für so ziemlich alle Bands und Künstler von wirklichem Rang und Namen in den vergangenen Jahrzehnten war. Und neben dieser Historie und der dramatischen Lage, bringt letztere zudem auch mit sich, dass man von den Sitzbänken nicht nur die Bühne sieht – sondern im Hintergrund auch noch die Skyline Denvers. Spektakulär! Nur halt weit weniger atemberaubend, wenn es alles wolkenverhangen und verregnet ist…
Wie gut, dass wir zwei Tage später nochmal da sein sollten bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.

Red Rock Amphitheatre (Symbolbild)

Red Rock Amphitheatre (Symbolbild)

Wie blöd, dass auch dann wieder das Schicksal eine kleine Ohrfeige setzte – aber dazu dann später mehr.

Nach der leichten Enttäuschung (beeindruckend war es dennoch, und auch das Visitor Center mit eingebautem RocknRoll-Museum ist definitiv einen Besuch wert) ging es dann zum nächsten Programmpunkt weiter, dem Grab von Buffalo Bill, einen Namen, den man auch in unseren Breitengraden mindestens schon mal gehört hat und zumindest diffus mit dem Wilden Westen in Verbindung bringen kann. Buffalo Bill ist auf einem Berg kurz vor Denver begraben, zu dem eine wirklich spektakuläre Serpentinenstraße hinaufführt (man sollte in dem Fall zumindest eine Strecke nicht den „schnellen“ Weg über die Interstate fahren!).
Die wirklich bewegte Geschichte von Buffalo Bill (bürgerlich: William Cody) ist dort oben auf dem Lookout Mountain zudem in einem wirklich schnuckeligen und leicht kitschigen, aber sehr liebevoll eingerichteten Museum dargestellt, dessen Besuch ich wirklich nur empfehlen kann.

Buffalo Bill Museum (Symbolbild)

Buffalo Bill Museum (Symbolbild)

Das nächste Museum, dass danach auf dem Programm stand ist durchaus auch empfehlenswert, zumindest wenn man ein bisschen Begeisterung für Eisenbahnen aufbringen kann: Das Colorado Railroad Museum in Golden.
Privilegiert wie wir sind, gab es für uns dann eine private Führung vom Chef des Museums (der lustigerweise vorher in der Oper gearbeitet hat und ein begnadeter Sänger ist, mit Eisenbahnen aber eigentlich gar nix am Hut hatte), der uns einige der beeindruckend restaurierten Schätzchen zeigte. Eine wirklich faszinierende Sammlung an Modellen aus den unterschiedlichsten Epochen der Eisenbahngeschichte ist dort versammelt und für Besucher zugänglich. Sehr imposant auch, dass die meisten Restaurationsarbeiten durch ehrenamtliche Helfer zustande kommt, die hier in ihrer Freizeit Jahrzehnte alte Loks und Waggons wieder in Stand setzen.

Colorado Railroad Museum (Symbolbild)

Colorado Railroad Museum (Symbolbild)

Nach einem kurzen Stopp dort ging es dann wieder in die Innenstadt, wo wir in der Cherry Creek Shopping Mall schon sehnlichst erwartet wurden. Nach einem kurzen Dinner im Malleigenen Restaurant hatten wir dort dann Zeit zum Shoppen – nach kurzer Orientierung entschied ich allerdings, dass diese Mall doch eher nix für mich ist. Dieses Shopping Center hat ein eher auf das Oberklassesegment ausgerichtetes Shoppingangebot – und das ist nicht so richtig das, was ich zum Einkaufen brauche und suche. Während meine Kollegin sich also in den Boutiquen austobte, schnappte ich mir den Mietwagen und es ging rüber in den nahegelegenen Target, denn schließlich musste ich mir ja noch eine neue Kamera kaufen. Was denn auch klappte mit einer schicken, silbernen und schlanken Casio Exilim S5 für ca. 170 Dollar. Und da ich natürlich aus den USA nicht ohne DVD zurückkehren kann, gab es noch die erste Staffel von Chuck für sehr sportliche 21 Dollar oben drauf.

Am Abend stand dann ein weiteres Highlight an. Mit meiner Ansprechpartnerin von Colorado Tourism und der Dame vom Denver Fremdenverkehrsamt ging es -nach einem kurzen Zwischenstopp in der Wynkoop Brewing Company, der früheren Kneipe des jetzigen Bürgermeister Denvers (der den lustigen Namen Hickenlooper trägt)- zu einem Baseballspiel der in Denver beheimateten Colorado Rockies gegen die L.A. Dodgers.

Invesco-Field, Heimat der Colorado Rockies

Invesco-Field, Heimat der Colorado Rockies

Nun hatte ich ja weiter oben schon mal kurz anklingen lassen, dass die Profiteams in Denver nicht gerade die stärksten sind und so stand auch an diesem Abend nicht der sportliche Erfolg im Vordergrund (es gab 1:7 auf die Fresse – nachdem man am Vortag gegen das selbe Team schon 6:15 im eigenen Stadion untergegangen war), sondern natürlich das Erleben der sehr speziellen Atmosphäre eines Baseballspiels. Nicht mal im Ansatz vergleichbar mit dem, was man hier in Deutschland beispielsweise aus Fußballstadien kennt – aber wenn man sich drauf einlässt, doch irgendwie ganz witzig. Es hat hier halt eher eine soziale Komponente, wo man mit einer Gruppe ins Stadion geht, sich (im Optimalfall) die Sonne auf den Pelz scheinen lässt, ein Bier trinkt, Hot Dogs isst, Cracker Jacks und Erdnüsse futtert, dabei quatscht – und nebenbei vielleicht noch einen Sieg des eigenen Teams bejubelt. Alleine ein Baseballspiel anschauen würde ich jedenfalls definitiv nicht empfehlen!

Hot Dogs und "Bier" - alles was man so braucht für ein Game.

Hot Dogs und "Bier" - alles was man so braucht für ein Game.

Am nächsten Tag wurden wir dann aber selbst erst mal sportlich aktiv – aber selbstverständlich nicht, bevor es nicht wieder ein exzellentes Früchstück gab. Und das hier ist wirklich ein Tipp, den jeder, der mal nach Denver kommen sollte (und dazu kann ich durchaus nur raten =)), befolgen sollte: Frühstück im „Snooze„.
Stylishes Diner-Retro-Ambiente, überhaupt nicht touristisch und vor allem GENIALE PANCAKES! Dringend empfehlenswert.

Frisch gestärkt und bei an diesem Tage strahlenden Sonnenschein ging es dann per Fahrrad weiter durch Denver – und auch das ist was, was ich wirklich empfehlen kann. Insgesamt sind wir fünf Stunden quer durch diverse wirklich schöne und grüne Wohngebiete und diverse Parks der Stadt geradelt. Eine tolle Möglichkeit, um das wirklich erstaunlich grüne Denver zu erkunden.

Endlich zeigt sich das Wetter, so wie man es aus Denver kennt.

Endlich zeigt sich das Wetter, so wie man es aus Denver kennt.

Die Stufen zum Capitol in Denver

Die Stufen zum Capitol in Denver

Blick vom Capitol über Denver mit den Rockies im Hintergrund

Blick vom Capitol über Denver mit den Rockies im Hintergrund

Blick auf das Capitol mit Bäumen im Vordergrund

Blick auf das Capitol mit Bäumen im Vordergrund

Hirngabel mobil

Hirngabel mobil

Denver City Park

Denver City Park

Auch für Kunst ist Denver sehr berühmt: Hier ein Bild aus dem sehr kruden und vollgepackten Kirkland Museum.

Auch für Kunst ist Denver sehr berühmt: Hier ein Bild aus dem sehr kruden und vollgepackten Kirkland Museum.

Impressionen aus Downtown Denver

Impressionen aus Downtown Denver

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Work & Travel

Eine Antwort zu “Das Tauch-Reit-Fahr-Spektakel – Teil Drei (Zwei Tage Denver).

  1. Nachrichten

    Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen

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