Das große Tauch-Reit-Fahr-Spektakel – Teil Eins (Komma Fünf).

Wie es immer nach den USA-Reisen (und im Grunde auch den meisten anderen Trips) und ganz besonders nach einer derart langen und intensiven Reise ist, befindet sich meine Schreibmotivation (und nicht nur die) gerade in eher überschaubaren Bereichen. Neben dem Kräfteverschleiss (ja, es ist halt letzten Endes eben doch Arbeit – wenn auch vor meist toller Kulisse…) und dem berüchtigten Jetlag (den man auch erst dann zu schätzen weiss, wenn man ihn mal wirklich erlebt), kommt dann in diesem Fall auch mal wieder der ominöse „soziale Kater“ zum Tragen. Schließlich war ich die letzte Woche des Trips mit einer Gruppe unterwegs, die nicht nur größtenteils sehr sympathisch war, sondern die einen in dieser Zeit eben auch nahezu ununterbrochen umgeben hat. Gut, zumindest hatte ich als „Escort“ den Vorteil, dass ich durchgängig Einzelzimmer hatte – was allerdings auch ein Vorteil für meine Mitreisenden ist, zähle ich doch grundsätzlich eher zu den nicht-leisen Schläfern…

Anyway, da ich als Blogherrscher natürlich auch eine gewisse Bringschuld meiner Leserschaft gegenüber habe, möchte ich selbstverständlich gerne noch ein paar weitere Eindrücke mit Euch teilen. Schließlich haben wir ja beim letzten Mal aus Zeit- und Akkugründen etwas frühzeitig abbrechen müssen.

Und, ob man es glaubt oder nicht, es waren gerade mal Fotos von 2 meiner insgesamt 24 Reisetage – die beiden Impressionen vom Miami-Monsun mal ausgeklammert-, die ich bisher mit Euch geteilt habe. Dementsprechend gibt es noch einiges aufzuarbeiten. Also packen wir es an. Oder so.

Stehengeblieben waren wir ja beim Weg von der ersten Station in Key Largo nach Key West, beides Bestandteile meines ersten Reiseabschnitts, der aus der Begleitung von mehreren Reiseveranstaltern auf die Florida Keys bestand. Man nennt das gemeinhin Inforeise oder „Fam Trip“, was dazu dient einer bestimmten Zielgruppe (i.d.R. entweder Produktmanagern von Reiseveranstaltern, Reisebüromitarbeitern oder aber Reisejournalisten) ein spezifisches Reiseziel näherzubringen.

In dem Fall war es wie gesagt eine Gruppe von Reiseveranstaltern, die (was eher untypisch ist) aus verschiedenen Märkten kamen. Neben meinem, wirklich sehr gut harmonisierenden, Trio aus Deutschland und der Schweiz, waren jeweils auch noch drei Veranstalter aus Großbritannien und Frankreich dabei. Es stellte sich dabei auch mal wieder eines heraus: die Deutschen und die Briten kommen doch sehr gut miteinander klar! Und die Franzosen… naja… waren halt Franzosen…

Whatever. Nach zwei Nächten in Key Largo ging es also  mit Zwischenstopps zum Frühstück auf Islamorado, beim Dolphin Research Center (leider kein Delfinschwimmen), beim Mittagessen auf Marathon und am preisgekrönten Strand von Bahia Honda, ging es also für zwei Übernachtungen ins schnuckelige Key West.

Cypress House - eines von Dutzenden für Key West so typischen Bed & Breakfasts im viktorianischen Stil

Cypress House - eines von Dutzenden für Key West so typischen Bed & Breakfasts im viktorianischen Stil

Auch das typisch für Key West: viele Pflanzen und Bäume - besonders schön im Frühjahr

Auch das typisch für Key West: viele Pflanzen und Bäume - besonders schön im Frühjahr

Der Southernmost Point, noch 90 Meilen bis Kuba - das wohl begehrteste Fotomotiv von Key West.

Der Southernmost Point, noch 90 Meilen bis Kuba - das wohl begehrteste Fotomotiv von Key West.

Klassische Key West Aktivität: Segeltörn zum Sonnenuntergang.

Klassische Key West Aktivität: Segeltörn zum Sonnenuntergang.

Entspannte Stimmung beim Käpt'n. Noch...

Entspannte Stimmung beim Käpt'n. Noch...

Ein Key West Sunset Ale zum Key West Sunset.

Ein Key West Sunset Ale zum Key West Sunset.

Der zum Bier gehörende Sonnenuntergang.

Der zum Bier gehörende Sonnenuntergang.

Die Bootsschönheit...

Die Bootsschönheit...

Das ist übrigens die USS Vandenberg, ein ca. 170m langer Missile Tracker - eine Woche bevor er versenkt wurde. Im Meer. Absichtlich.

Das ist übrigens die USS Vandenberg, ein ca. 170m langer Missile Tracker - eine Woche bevor er versenkt wurde. Im Meer. Absichtlich.

Sollte es jemanden interessieren, wie das so aussieht, wenn ein Schiff absichtlich im Meer versenkt wird, der kann sich das auch mal gerne auf Video anschauen (Ton vorher ausmachen, ausser man steht auf Evanescence…):

Das Ganze hat übrigens den Hintergrund, dass man damit ein künstliches Riff anlegen will. Als neue Tauchattraktion kurz vor Key West.

Aber weiter im Text, denn die eben noch so kuschelige Atmosphäre auf dem Segeltörn sollte sich binnen kürzester Zeit dramatisch ändern…

[Was man an dieser Stelle wissen sollte: Der Schoner, auf dem wir unterwegs waren, war zum ersten Mal mit einer Gruppe unterwegs – und vor allem zum ersten Mal von dem Dock im historischen Hafen von Key West. 11 Jahre hatte der Kapitän auf die entsprechende Genehmigung für diesen Ablegeplatz gewartet.]

Tja, und wie das halt ist bei Gewässern, die man nicht kennt: Es herrschte Ebbe, es herrschte Ostwind, der das Wasser aus dem Hafen drückte, das zusätzliche Gewicht ließ das Schiff etwas tiefer liegen als gewöhnlich, dazu ein bisschen Unachtsamkeit beim Manövrieren – und schon waren wir auf Grund gelaufen. Etwa 40 Meter von unserer Anlegestelle entfernt.

Pure Panik beherrschte das Geschehen an Bord...

Pure Panik beherrschte das Geschehen an Bord...

Dramatische Rettungsversuche, um das Leben der Passagiere zu sichern.

Dramatische Rettungsversuche, um das Leben der Passagiere zu sichern.

Okay, zugegeben, die Dramatik war nicht so wirklich gegeben. Und wenn ich ehrlich bin, wären wir wohl alle noch länger geblieben, wenn wir nicht noch weitere Termine an diesem Abend gehabt hätten. Schließlich gab es ausreichend Bier, Chicken Wings unter Deck – und darüber hinaus noch nette Live-Musik als Untermalung von der Hafenbar. Aber es musste ja weitergehen… (Was letztlich auch gut war, denn eine gute Stunde später sollte es dann unvermittelt anfangen, auch hier monsunartig zu regnen – was dann leider unseren Empfang auf der Terrasse des mit extra aufgebautem Büffet und eigener Getränkebar aufwartenden Ocean Key Resorts aprupt ins Wasser fallen ließ).

Am darauf folgenden Tag ging es dann mit einem kleineren Zwischenstopp für eine Hotelbesichtigung im Hawks Cay Resort zurück nach Miami [ja, das da oben waren Bilder von zwei Tagen Key West – ich war leider ein wenig foto-faul, was auch damit zusammenhing, dass der erste Abend eher unter die Kategorie „Party-Abend“ fiel, was nun nur bedingt für diesen Blog taugt; immerhin sei soviel gesagt, dass wir einen äusserst unterhaltsamen Besuch bei einer Drag Queen Show hatten und diverse der berüchtigten Bars und Restaurants von Key West ausgetestet haben, wenn wir auch das Hardcore-Programm wie zum Beispiel den Garden of Eden ausgelassen haben – eine „Clothing Optional“ Bar]

Dort in Miami begann dann der zweite Abschnitt meines USA-Trips, denn dort begann am Tag darauf eine US Tourismus-Messe, auf der sich Reiseziele, Reiseveranstalter, Reisedienstleister, Hotelketten, Mietwagenfirmen und so weiter treffen, um dort wichtige (und weniger wichtige) Angelegenheiten von Angesicht zu Angesicht zu besprechen.

Da dort nun natürlich der Sightseeing-Aspekt nicht ganz so im Vordergrund stand, gibt es dementsprechend wenige bis kaum Fotos aus diesem Abschnitt. Wobei auch erschwerend hinzu kommt, dass ich wirklich kein großer Fan von Miami bin. Wenn man Standurlaub machen möchte, ist es da sicherlich ganz gut (dafür bin ich aber wirklich nicht der Typ) – wobei es alleine in Florida zig bessere und auch günstigere Möglichkeiten dafür gibt. Besonders gelobt wird natürlich vor allem das vibrierende Nachtleben der Stadt – speziell im legendären South Beach.

Für mich persönlich ist das aber zu viel behaupteter Glamour, zu viel „Showing Off“, zu viel Gepose. Alleine wenn man mal Samstagabend über den Ocean Drive flaniert – eine reine Parade der Eitelkeiten und des prätentiösen Getues. Klar, sollte man mal gesehen haben – aber nix wo ich persönlich länger Urlaub machen würde. Zumal es insgesamt auch einfach nur schweineteuer ist, wenn man wirklich „dabei sein“ möchte. Alleine die Hotelpreise sind oftmals verdammt hoch und will man etwas günstiger übernachten, dann muss man oft schon drastische Einschnitte in Sachen Komfort und Luxus hinnehmen – weil, die Leute kommen ja eh dort hin, also braucht man sich auch nicht so sehr anstrengen. Eine Mentalität, die sich dann auch zu oft beim Service wiederfindet – kein Vergleich zu den meisten anderen Reisezielen in den USA.

Indian Creek (glaub ich), Miami Beach

Indian Creek (glaub ich), Miami Beach

Aber ich will hier mal nicht den Meckerer vom Dienst spielen. Schließlich hatte ich auch dort eine wirklich tolle Zeit, mit einigen tollen Erlebnissen an teilweise großartigen Locations. Sowohl die Eröffnungsveranstaltung (mit riesigem abgesperrten Areal am Strand von South Beach, diversen Bühnen, zig Fressbuden, unzähligen Showacts und beeindruckendem Schlussfeuerwerk), als auch die Schlussveranstaltung (wieder zig Showacts, Buffet auf der Bühne des Opernhauses, Livemusik im Museum, etc.) waren wirklich großartig. Und Gute Nacht-Drinks auf der Dachterasse des Gaensevoort Hotel (mit Pool, 26. Etage) oder im traumhaften, beinahe komplett in Weiß dekorierten Garten des wirklich sehr schönen Hotel Delano.
Mein Problem ist halt nur: $12,- für eine Dose Heineken zu bezahlen trübt mir doch etwas den Spaß. Selbst bei dem gegenwärtigen Dollarkurs… (Und Alkohol kann ich leider geschäftlich nicht auf die Rechnung setzen, wenn es keinen „richtigen“ offiziell-geschäftlichen Hintergrund hat)

Amerikanisches Geschäftsessen mit dem Chef (Übrigens: Thymian auf Pommes rockt wirklich sehr!)

Amerikanisches Geschäftsessen mit dem Chef (Übrigens: Thymian auf Pommes rockt wirklich sehr!)

Der neueste Schrei in der Hosenmode: Schwarzer Müllsack - nicht schön, aber fluttauglich.

Der neueste Schrei in der Hosenmode: Schwarzer Müllsack - nicht schön, aber

Nach fünf Nächten in Miami war es dann auch schon wieder soweit: Reiseabschnitt 3 begann – mit einer Fahrt runter auf die Florida Keys -genauer: zurück nach Key Largo-, wo dann der semi-private Teil anstand: Mein Tauchkurs.

Aber dazu dann morgen mehr. Oder übermorgen. Oder wann ich wieder Zeit hab und motiviert bin.
What the heck.

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8 Kommentare

Eingeordnet unter Work & Travel

8 Antworten zu “Das große Tauch-Reit-Fahr-Spektakel – Teil Eins (Komma Fünf).

  1. Also wenn ich das so lese kommen mir doch Zweifel, ob du wirklich so dringend richtigen Urlaub benötigst. Außer natürlich von der Massenpanik und den halsbrecherischen Rettungsversuchen… 😉

  2. Glaub mir, so fertig und geschlaucht, wie nach diesen knapp vier Wochen war ich in meinem Leben, denke ich, noch nie.
    Seit meiner Rückkehr am letzten Donnerstag habe ich -neben Arbeiten, Essen und Waschen, sowie ein bisschen Aufräumen und Putzen- vorwiegend eines getan: Schlafen.

    Ich weiß, das ist für Aussenstehende schwer zu verstehen (und es ist natürlich Jammern auf relativ hohem -wenn auch unterbezahltem- Niveau), aber auch wenn die Orte fantastisch sind und die Aktivitäten großartig sind, die man unternimmt: Unterm Strich ist und bleibt es halt Arbeit, und vor allem ist man fast die ganze Zeit „in charge“ und muss sich natürlich grundsätzlich professionell und vorbildlich verhalten.
    Oder zumindest den Anschein erwecken. =)

  3. Ich glaube ich verstehe das schon. Sind ja letztendlich doch Kunden, die du betreust und – wie du sagst – wenn man die Verantwortung trägt kann man den „Arbeitsmodus“ nie abschalten. Wir Außenstehende sehen eben erst einmal nur die schönen Bilder, aber ich glaube dir aufs Wort, dass das in erster Linie Arbeit ist. Dennoch ein schöner Bericht! 🙂

  4. Danke für den Willen zum Verständnis. =)

    Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass ich mir irgendwann ganz zu Beginn meiner „Karriere“ mal als Motto vorgenommen habe, bei den abendlichen „Events“ immer mit bei den Letzten zu sein.
    Gesund war diese Entscheidung nicht so wirklich, vermute ich…

  5. Jup, kann ich nur empfehlen. Thymian und Kartoffeln passen ja ohnehin gut zusammen – da wäre es bei Pommes ja eigentlich auch naheliegend. Kam nur selbst nie auf die Idee.

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