Die Spätzlegabel – Bundesliga, ST 29: SG Eintracht Frankfurt.

spatzlegabel2-01. VfL Wolfsburg – 57 Punkte / +26 Tore
2. Hertha BSC – 55 Punkte / +8 Tore
3. FC Bayern – 54 Punkte / +22 Tore
4. VfB Stuttgart – 54 Punkte / +15 Tore
5. Hamburger SV – 54 Punkte / +2 Tore
6. FC Schalke 04 – 49 Punkte / +16 Tore
7. Borussia Dortmund – 49 Punkte / +14 Tore

Bundesliga, 29. Spieltag:
VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)

Wenn man es realistisch betrachtet, dann sind es -nach den Resultaten dieses zumindest weichenstellenden Spieltags- die oben gelisteten sieben Teams, die sich an den kommenden fünf Spieltagen um die fünf verfügbaren internationalen Plätze, sowie natürlich den Meistertitel streichen werden. Zwar haben die beiden Ruhrpottclubs immerhin noch 5 Zähler Rückstand, dafür aber sicherlich das berühmtberüchtigte Momentum derzeit auf ihrer Seite, da von den davor stehenden Teams alle Mannschaften in den letzten drei Spielen mindestens einmal gegen schlechter stehende Teams verloren haben – mit Ausnahme des VfB Stuttgart, der derzeit ebenfalls einen Lauf hat und dadurch grade scheinbar alles dafür tut, um wieder einen Überraschungscoup am Ende der Saison landen zu können. Zumindest wenn man den Aussagen der meisten Experten (egal ob Blogs oder „normale“ Medien) Glauben schenken darf.

Punktestandsmäßig stehen wir zwar sogar besser da als vor zwei Jahren (je ein Punkt Rückstand weniger auf 1 und 2) – allerdings sind die Bayern diesmal vor und nicht hinter uns, und wir dadurch nur Viertplatzierter. Auch deswegen interessiert mich aber erst einmal mehr der Blick nach hinten.

Bei 15 noch zu verteilenden Punkten sind schließlich 5 Zähler nicht die Welt und trotz all der Holprigkeiten dieser Saison wäre letztlich eine Zielankunft auf Platz 6 oder 7 nach dem 34. Spieltag doch eine Enttäuschung. Ich denke, diesen Anspruch müssen wir an uns und das Team in der jetzigen Lage auf jeden Fall haben.

Da kommt es ganz gelegen, dass wir am kommenden Samstag bei den überwiegend harmlosen Bielefeldern antreten dürfen. Drei Punkte tun da nämlich auf jeden Fall Not, schließlich haben die Schalker (gegen LEV) und auch die Dortmunder (in FRA) ebenfalls recht dankbare Aufgaben, so dass ein Sieg Pflicht zu sein scheint, um den Abstand auf Rang 6 gleich bleiben zu lassen.

Der angenehme Nebenaspekt wäre natürlich in diesem Falle, dass wir dann auf Hamburg und/oder Hertha Punkte gut machen würden – die spielen schließlich dann am Sonntag gegeneinander. Hingegen haben Wolfsburg und Bayern mit den glücklosen Hoffenheimern bzw. den abstiegsbedrohten Mönchengladbachern eher überschaubare, aber auch potentiell gefährliche Aufgaben vor der Brust. Es wird also auch am nächsten Spieltag wieder eine hochinteressante Angelegenheit werden – und soweit wollen wir ja schließlich auch nur denken.

[Vorsicht Delling!]  Denken wir aber auch noch mal an den gestrigen Auftritt gegen die Frankfurter zurück.

Okay, das reicht eigentlich auch schon. Denn überragend war’s nicht, eher unterkühlt und „ressourcenschonend“, vielleicht auch ein wenig glücklich, wenn man an den Pfostenschuss von Fenin kurz vor der Halbzeitpause denkt. Unter dem Strich war es aber, denke ich, trotz der gut aufspielenden Frankfurter ein insgesamt verdienter und doch auch relativ souveräner Sieg.

Besonders positiv aufgefallen ist mir niemand – was vorwiegend damit zusammenhing, dass ich auf die Premiere-Konferenzschaltung angewiesen war, in der diese Begegnung so gut wie gar nicht stattfand. Wirklicher Höhepunkt war allerdings, wie schon üblich, die „“Halbzeit“-„Analyse““ (eigentlich gehören da noch vielmehr Anführungszeichen drumherum) des Pay-TV-Senders, die wieder mal 5 Minuten für das Bayern-Spiel aufwendete, für die restlichen Spiele hingegen nicht mal zwei Minuten übrig hatte (und rund 4 von 7 Toren erst überhaupt nicht zeigte) – wenn es nicht so üblich wäre, müsste man das als Fan eines Clubs, der nicht FC Bayern München heisst (oder zufällig gegen diese spielt) eigentlich als Schlag ins Gesicht empfinden. Aber was reg ich mich auf – beim DSF ist es ja auch nicht anders, da ging heute auch wieder mal über 50% der Sendezeit für Bayernberichterstattung drauf (aber da wurde immerhin die absolut lächerlich-reisserische Berichterstattung vor allem der Schalte zum „Bayern“-„Experten“ erfrischend kritisch von den Gästen attackiert (war auch einfach eine Wohltat, dass Lattek nicht da war).

Nationalstürmer-Effektivitäts-Watch

Der Chancentod setzt sich an die Spitze mit vier Toren aus den letzten zwei Spielen, dazu nutzt Cacau die Erfolgswelle des VfB selbst um sich weiter nach oben im NEW-Ranking zu robben. Dazu werden die beiden Leverkusener analog zu den Leistungen ihres Teams selbst weiter nach unten gereicht – zwar noch nicht wortwörtlich bezüglich der Platzierungen aber doch dramatisch in Sachen NEW-Faktor. Und bald werden sie wohl auch von Kuranyi, eventuell sogar von Cacau eingeholt. Ansonsten eher wenig Bewegung – ausser der kleinen Sache vielleicht, dass Mario Gomez nun auch noch Top-Scorer der Bundesliga ist. Aber das nur mal so ganz am Rande an all diejenigen, die sich so gerne das Maul über ihn zerreissen.

1. Mario Gomez – 46 Spiele / 30 Tore / 9 Vorlagen => NEW-Faktor 2,15
2. Miroslav Klose – 39 / 23 / 12 => 2,08
3. Patrick Helmes – 38 / 21 / 5 => 1,79
4. Stefan Kiessling – 34 / 12 / 10 => 1,35
[Kevin „Kneifer“ Kuranyi – 40 / 15 / 8 => 1,33]
5. Lukas Podolski – 32 / 11 / 3 => 1,13
6. Cacau* – 21 / 6 / 5 => 1,10
7.
Jan Schlaudraff* – 19 / 6 / 2 => 1,05
8. Sebastian Freis* – 31 / 9 / 0 => 0,87
9. Mike Hanke* – 23 / 5 / 1 => 0,67
10. Aaron Hunt* – 25 / 2 / 4 => 0,40

*= derzeit nicht im Nationalmannschaftskader

8 Kommentare

Eingeordnet unter Ballgefühl

8 Antworten zu “Die Spätzlegabel – Bundesliga, ST 29: SG Eintracht Frankfurt.

  1. Sehr schön. „Okay, das reicht eigentlich auch schon.“

    Und auch sonst kann ich alles unterschreiben.

  2. Pingback: Bundesliga: Das war der 29. Spieltag - Wolfsburgs verpasste Chance - Heynckes löst Klinsmann als Trainer bei Bayern München ab | Heimkabine.de

  3. Wird ja langsam echt unangenehm mit dieser „Eintracht“ bei uns. =)

    Kann es eigentlich sein, dass der Trainerrauswurf bei uns irgendwie weit weniger „weltuntergängisch“ war, als es jetzt bei den Bazis der Fall ist? Die sollten sich mal ein Beispiel an uns nehmen.

    Auf der anderen Seite interessierts bei uns natürlich auch kaum ein Schwein, wenn der Trainer gewechselt wird.
    Wäre ja mal was gewesen, so ein ARD Brennpunkt zur Entlassung von Meistertrainer Veh…

    Übrigens: Gute Besserung!

  4. Die Münchner Vereinsführung hat bestimmt manches falsch gemacht; dass jedoch die Trainerentlassung zum Weltuntergang wird, würde ich ihnen wohlwollend nur zu einem geringen Teil anlasten. [Selbst wenn es die Herren Hundt und Staudt explizit darauf angelegt hätten, wäre aus dem Veh-Brennpunkt wohl nichts geworden ;-)]

    Danke für die Genesungswünsche. Der Arzt hat mir die Schmerzen fürs Erste weggespritzt😉

  5. Klaro, keine Frage, beide Vereine sind in dieser Hinsicht natürlich nun auch mal so überhaupt nicht vergleichbar. =) Das war auch nicht ganz so ernst gemeint.

    Allerdings muss ich in diesem Jahr wirklich ein Kompliment an unsere Führungsetage zollen. Die hat sich wirklich durchgängig professionell verhalten. Ich musste letztens noch überlegen, wer überhaupt gerade unser Präsident ist.😉
    Und das finde ich doch sehr angenehm, wenn ich mir im Vergleich dazu die Führungsetagen von Bayern und Schalke anschaue, wo ja jeder zu jedem Thema was zu sagen hat – selbst wenn es nicht schlimm läuft.

  6. Cacau dürfte für Deutschland spielen?

  7. Jup, der hat irgendwann um den Jahreswechsel rum die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

    Sehe gerade es war Anfang Februar.

    Und ich sach mal so: In der momentanen Situation würde ich es nicht für ganz ausgeschlossen halten, dass er Ende Mai tatsächlich ein Nationalmannschaftstrikot tragen wird:
    Bei der Asienreise fehlen schließlich auf jeden Fall Helmes und Kießling, zudem ist Klose verletzt und Kuranyi kommt -zurecht- nicht in Frage.

    Dementsprechend kämen dann die beiden Hannoveraner Hanke und Schlaudraff (der zuletzt ja auch angeschlagen war, glaube ich), sowie Sebastian Freis als Ergänzungen zu Gomez und Poldi in die Auswahl.
    Und eben Cacau – der die bessere Quote als alle vorgenannten hat.

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