Die Spätzlegabel – Bundesliga, ST 25: Hertha BSC Berlin.

spatzlegabel2-0Wir haben wieder gewonnen. Gegen den Tabellenführer. Sogar zu Null. Und das durchweg überzeugend. Ich bin verwirrt – oder auch: Wundertüte strikes back.

Bundesliga, 25. Spieltag:
VfB Stuttgart – Hertha BSC Berlin 2:0 (0:0)

Okay, beim Interview mit Enno hatte ich ja auf einen Sieg gegen die Hertha getippt. Aber wenn ich ehrlich bin, dann war da eher der Wunsch Vater des Gedankens und weniger die Überzeugung. Schließlich haben wir zwar schon häufiger in dieser Saison gegen die Teams der oberen Hälfte ordentlich bis gut ausgesehen, aber immer wenns wichtig wurde, dann patzte man meist im großen Stil (UEFA-Cup, DFB-Pokal). Und dann war da schließlich auch noch das Debakel des vergangenen Spieltags und die Ergebnisse der anderen Teams, die dem VfB gar nicht zuträglich waren.

Dementsprechend hatte ich denn auch am gestrigen Samstag eher Befürchtungen als Erwartungen, die sich auch so schnell nicht zerstreuen wollten. Zwar war der VfB in Halbzeit 1 absolut überlegen und die Hertha hatte, bis auf einen Schuss von Voronin in der Frühphase, so gut wie keine eigenen Chancen (Torschussverhältnis 13:3 für die Schwaben) – aber da es 0:0 stand, drohte es wieder einer dieser typischen Auftritte des Tabellenführers zu werden, die dann mit ein, zwei Kontern in Halbzeit Zwei die eigentlichen Kräfteverhältnisse auf den Kopf stellen.

Doch soweit kam es erfreulicherweise erst gar nicht, da Babbel wieder einmal in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben schien und der VfB nahtlos an der Leistung der ersten Hälfte anknüpfte und schon nach eineinhalb Minuten mit einem überzeugenden Angriff die Führung erzielte: Langer Abschlag Lehmann, starke Kopfballverlängerung von Gomez und ein perfekt unperfekt getroffener Schuss von Cacau, der sich dann glücklicherweise in die lange Ecke des Berliner Tores senkte – so einfach kann das manchmal sein mit dem Fußball.

Ein Grund zum Entspannen bot dies dennoch noch nicht, schließlich hatte ja schon Enno selbst eine Führung des VfB (wenn auch durch Gomez selbst) vorausgesagt.

Erfreulicherweise machte der VfB aber nur vier Minuten später das, was er sonst schon häufig versäumte: Nachlegen.
Ein Freistoß von Hitzlsperger aus dem rechten Halbfeld und ein großartiger Kopfball von Khedira aus ca. 14 Metern Entfernung, der Drobny keine Chance ließ. So einfach kann… Ach, lassen wir das.

Schließlich war der Schlüssel heute nicht die Effizienz sondern vielmehr das gesamte Auftreten der Mannschaft, die allesamt viel rannten, kämpften und vor allem über weite Strecken glänzendes Direktpassspiel an den Tag legten. Vor allem in der ersten Halbzeit war das richtig gut anzusehen.

Nach dem Doppelschlag zu Beginn der zweiten Hälfte stiegen dann auch die Berliner wieder ins Spiel ein, die aber auch nur zwei wirklich nennenswerte Szenen für sich verzeichnen konnten. So hatte der VfB in der 64. Minute ziemliches Glück, dass der ansonsten gute Kinhöfer nach einem sehr dämlichen Einsteigen von Boulahrouz gegen Pantelic nicht auf Elfmeter entschied. Ich möchte ihm aber zugute halten, dass es in Echtzeit eher nach Abheben des Serben aussah.

Danach war von der Hertha aber erstmal wieder Flaute angesagt, während sich der VfB mehrfach gut über Konter vor das Hertha-Tor schob – aber einige richtig gute Chancen versiebte. So wie es dann auch Pantelic kurz vor Schluss nochmal tat, als er frei vor dem Tor ziemlich kläglich abschloss und nur den Fuß von Lehmann traf.

Unter dem Strich müssen aber selbst die Hertha-Fans zugeben, dass der VfB gestern das klar bessere Team war und der Sieg wirklich absolut verdient war. Zwar hätte es mich persönlich gefreut, wenn die Bayern nicht parallel selbst gewonnen hätten, aber noch sind sie ja nur Zweiter und zudem noch insgesamt drei andere Teams in der Verlosung um den Titel. Ausserdem gehts ja primär um unsere eigene Mannschaft. Und da stellt sich natürlich nun wieder -bzw. noch immer: Wohin wird der Weg diese Saison führen?

Wie ganz zu Beginn schon angemerkt, bin ich wieder mal verwirrt und habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wo es enden wird. Klar ist erstmal, dass die Lücke zur Ligaspitze groß geworden ist, mit nun insgesamt 6 Zählern Rückstand auf das Führungsquartett. Dennoch sollte man sich beim VfB eher nach vorne orientieren, schließlich hat man auf die siebtplatzierten und momentan doch schwächelnden Leverkusener ein erstmal brauchbares Polster von 4 Punkten, während die gerade extrahart in der Realität landenden Hoffenheimer gerade mal zwei Zähler entfernt sind.

Natürlich liegt es mir auch eher fern, die Klappe groß aufzureissen und Ansprüche zu stellen, aber wenn wir weiterhin unser Ding machen und vor allem an das heutige Spiel anknüpfen können, dann muss derzeit bei der tabellarischen Situation einfach Platz 5 das Ziel sein. Ob es letztlich dazu reicht mag fraglich erscheinen, aber ich denke, diesen Anspruch muss das Team momentan an sich stellen und das darf man dann auch als Fan so formulieren.

Take me down to paradise city!


Nationalstürmer-Effektivitäts-Watch

Da ich in der vergangenen Woche nichts vom Bremen-Spiel sah, dies auch nicht mehr nachholen konnte/wollte und sowieso keine große Lust darauf hatte, mich intensiver mit dem Spieltag auseinanderzusetzen, gibt es nun direkt eine Aktualisierung, die zwei Bundesliga- und zwei UEFA-Spieltage umfasst.
Große Veränderungen haben sich dabei allerdings auch nicht ergeben. Lediglich die beiden Bayernstürmer im Ranking konnten sich, vor allem aufgrund des Schützenfests gegen Lissabon jeweils verbessern. Podolski schob sich so endlich wieder an Kuranyi ran -der allerdings auch wieder traf-, während Klose kurz vor seiner Verletzungspause nochmal seine Quote aufpolieren konnte. Nun heisst es für ihn abwarten, was Helmes und Gomez machen, für die nun auch in der Nationalelf die Chance winkt sich zu etablieren.

1. Patrick Helmes – 31 Spiele / 20 Tore / 5 Torvorlagen => NEW-Faktor 2,10
2. Miroslav Klose – 39 / 23 / 12 => 2,10
3. Mario Gomez – 40 / 25 / 7 => 2,08
4. Stefan Kiessling – 29 / 11 / 7 => 1,38
[Kevin „Kneifer“ Kuranyi – 36 / 12 / 7 => 1,19]
5. Lukas Podolski – 27 / 10 / 1 => 1,15
6. Jan Schlaudraff* – 18 / 6 / 2 => 1,11
7. Sebastian Freis* – 27 / 8 / 0 => 0,89
7. Cacau* – 18 / 4 / 4 => 0,89
9. Mike Hanke* – 21 / 4 / 1 => 0,62
10. Aaron Hunt* – 23 / 2 / 3 => 0,39

*= derzeit nicht im Nationalmannschaftskader

3 Kommentare

Eingeordnet unter Ballgefühl

3 Antworten zu “Die Spätzlegabel – Bundesliga, ST 25: Hertha BSC Berlin.

  1. in der Tat: so einfach kann das manchmal sein.

    Im Ernst: hat Spaß gemacht am Samstag, was bei allen Beteiligten -ganz offensichtlich inklusive dem Betreiber dieses Blogs- zu einer breiten Brust geführt hat… wie Du völlig zurecht sagst: „diesen Anspruch muss das Team momentan an sich stellen und das darf man dann auch als Fan so formulieren.“

    Bleibt zu hoffen, dass die Wundertüte so schnell nicht wieder zurückschlägt. Bochum ist so ein verflixtes Spiel, wo man von der Tabellensituation her eigentlich gewinnen muss, wo aber die Punkte gegen einen sehr soliden Gegner hart erarbeitet werden wollen.

  2. Pingback: Bundesliga: Das war der 25. Spieltag - Bayern, HSV & Wolfsburg kommen ran | Heimkabine.de

  3. Ich leite den Anspruch ja auch weniger aus der Leistung des Teams ab, als aus der aktuellen Tabellensituation.
    Bei vier Punkten nach hinten und nur zwei Punkten nach vorne, ist es alleine von der Mathematik her schon logisch, dass der Blick nach vorne/oben gehen muss.
    Und beim Spiel HSV gegen Hoffenheim kann ja alles passieren – und egal was, es ist auf jeden Fall positiv für uns.

    Klar ist natürlich, dass wir gegen Bochum gewinnen müssen. Und auch das sollte unser Anspruch sein, wenngleich es garantiert nicht einfach wird, da stimme ich Dir auf jeden Fall zu.
    Motto des Tages wird dann wohl sein: Arbeitssieg.

    Immerhin schon mal positiv, dass die das letzte Spiel gewonnen haben – dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch gegen uns gewinnen. =)

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