Das Spätzleorakel mit Pillengeschmack – Bundesliga, ST19: Bayer 04 Leverkusen.

spatzlegabel2-2Auf die Initiative von Jens, Autor des sehr lesenswerten Bayer-Blogs catenaccio, hin, haben in den letzten Tagen besagter Jens, sowie die geschätzten VfB-Fan-Blogger-Kollegen heinzkamke von angedacht und Dusan vom VfB-Fanpod, sowie natürlich meine Wenigkeit, unsere prophetischen Fähigkeiten in einen Topf geschmissen und im Rahmen eines kleinen Mini-Blog-Projektes (wenn man das denn so nennen kann) den Verlauf des heute nachmittag stattfindenden Duell zwischen den Leverkusenern und dem VfB vorhergesagt.

Die Regeln waren dabei recht simpel: Jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit nach und nach insgesamt 4 Spielszenen zu beschreiben, in denen maximal jeweils 2 Tore fallen durften. Im Laufe der letzten zwei Tage sammelten wir uns so nach und nach den unten folgenden Spielverlauf zusammen, an dessen Ende tatsächlich ein schiedlich-nichtganzsofriedliches 2:2-Unentschieden steht – was zwar einerseits sehr passend zur Stuttgart-Leverkusener-Fanfreundschaft passt – aber doch auch bezeichnend für die Erwartungshaltung von uns VfB-Fans ist. Schließlich hätten wir drei Schwaben-Sympathisanten immerhin 6 Tore für den eigenen Verein gutschreiben können. Aber schauen wir mal, wie nah die Realität an unserer Wahrsagung sein wird.

Ich danke jedenfalls schon mal allen drei Teilnehmern und natürlich besonders Jens für diese unterhaltsame Idee und wünsche schon mal allen ein gutes Spiel – das ich mir hoffentlich noch spontan im Stadion anschauen werde. Daher wird der heutige Live-Blog im catenaccio für mich wohl leider ausfallen… Und wer Spaß dran hat, kann natürlich gerne ein wenig rumrätseln, zu wem welcher Eintrag gehört. =)

Bundesliga, 19. Spieltag: TSV Bayer 04 Leverkusen – VfB Stuttgart 2:2 (0:0)

1.Minute: Stefan Kießling und Angelos Charisteas führen den Anstoß
aus. Charisteas erhielt überraschend den Vorzug vor Patrick Helmes,
der nur meinte: „Ist gut – ich schon mich für die Nationalelf.“
Übrigens sehen wir Rene Adler heute in seinem Tor mit einer hübschen
grauen Schlabberlook-Trainingshose und einer Kurhaarfrisur. Da ist der
Einfluss der Neuankömmlinge in Leverkusen bereits gut zu erkennen.

4. Minute: Nachdem Angelos Charisteas die ersten dreieinhalb Minuten
seit dem Anstoß völlig erstaunt im Mittelkreis verbracht hat und sich
über das irre hohe Tempo im Leverkusener Offensivspiel wunderte, packt
ihn der Ehrgeiz und er versucht sich an einem Sprint in Richtung
VfB-Strafraum. Unglücklicherweise bleibt er aber an einer kleinen
Rasenunebenheit hängen und zieht sich einen Syndesmosebandanriss zu.
Er wird daraufhin durch Patrick Helmes ersetzt.

5. Minute: Rolfes und Hitzelsperger verwechseln das Spiel mit einem
Match der Nationalmannschaft und spielen sich gegenseitig die Bälle
zu.

12. Minute:
Wieder eines dieser Blitztore von der Werkself. Bayer legt
los wie die Feuerwehr. Rene Adler überlobt die eigene Abwehr und
spielt auf Hitzlsperger, der zu Rolfes, der wiederum auf Renato
Augusto. Der Brasilianer tanzt Samba am Stuttgarter Strafraumrand mit
Arthur Boka, der heute noch engere Hosen an hat als sonst, Renato
flankt, Kießling köpft, der Ball flutscht Jens Lehmann durch die
Hosenträger. 1:0! Kießling dreht ab und küßt sein neues Tattoo „Jogi“
auf dem rechten Arm. Jetzt darf Stefan ja endlich Nationalmannschaft
spielen. Derweil atmet Jens Lehmann ganz tief durch.

15. Minute: Auch Khalid Boulahrouz wird nun ein Opfer des irre hohen
Anfangstempos der bayerischen Zauberoffensive und übergibt sich neben
der eigenen rechten Eckfahne. Das medizinische Team der Stuttgarter
reagiert sofort und bringt dann doch den an Rückenproblemen leidenden
Delpierre. Bei Boulahrouz wird später in der Neusser Landesklinik ein
mittelschweres Schleudertrauma festgestellt.

27. Minute:
Nach einem unglücklichen Zusammenprall zwischen Jens
Lehmann und Stefan Kießling entscheidet Schiedsrichter Günter Perl auf
Stürmerfoul. Der Ex-Nationaltorhüter bedrängt den Unparteiischen,
Kießling „aus erzieherischen Gründen“ zu einer Entschuldigung
aufzufordern. Vorher werde er nicht in sein Tor zurückgehen. Perl
verbittet sich derlei Eingriffe in seine Entscheidungshoheit und zeigt
Lehmann die fünfte gelbe Karte.

42. Minute: Da der VfB wie so häufig in der Saison die erste Halbzeit
ziemlich verschlief und offensiv einmal mehr harmlos blieb, häufen
sich die Unmutsbekundungen im Gästeblock (also dem der Stuttgarter,
nicht der Leverkusener Gäste) zusehends. Aufmerksame Kameramänner von
Premiere konnten sogar schon ein erstes „Wir wollen Ljuboja
zurück!“-Banner ausmachen. Der „Fan“, der das Plakat hochhält, weist
dabei allerdings etwaige optische Ähnlichkeiten mit einem kurz zuvor
in Ungnade gefallenen serbischen Stürmer auf – nur mit einem dicken
schwarzen Schnurrbart im Gesicht…

46. Minute:
Nachdem die Leverkusener vom Anpfiff weg nach vorne
stürmten und beinahe in Führung gegangen wären (Osorio klärte in
letzter Not), fängt Jens Lehmann die Ecke ab und leitet mit einem
weiten Abwurf auf Thomas Hitzlsperger den Gegenangriff ein.
Hitzsperger chippt (was sonst?) den Ball auf die rechte Flanke, wo der
eingewechselte Hilbert die aufgerückte Abwehr überlaufen kann. Mit
ungeahnter Übersicht legt er den Ball auf den mitgelaufenen Sami
Khedira zurück, der aus 16 Metern überlegt zum 1:1 einschiebt und so
dem VfB einmal mehr den Weg weist.

54. Minute:
Der VfB kam sehr gut in die zweite Halbzeit rein, so dass
das 2:1 durch Ciprian Marica nach einem tollen Sololauf von Khedira
nur folgerichtig war. Derweil führt übrigens Toni Kroos mit 7:4 im
Playstation-Duell mit Lukas Podolski, das beide dank neuester Technik
von ihren jeweiligen Tribünenplätzen aus zocken.

70. Minute: Jens Lehmann stößt vor einem Eckball wutentbrannt Sedar
Tasci um, weil er ihm im Weg steht. Wegen diesem unsportlichen
Verhalten zeigt ihm Schiedsrichter Perl die zweite gelbe Karte. Tasci
muss nach der Attacke vom Feld. Das Wechselkontingent von Babbel ist
allerdings schon erschöpft, er musste ja als letzten Wechsel
Hitzelsperger vom Platz nehmen und Alexander Stolz einwechseln. Zu
diesem Zeitpunkt steht es 2:1 für die Roten.

81. Minute:
Alexander Stolz lenkt einen Foulelfmeter von Patrick
Helmes an den Pfosten, Sascha Dums satter Nachschuss landet auf der
Tribüne. Während sich bei den Gastgebern Resignation breit macht,
fiebert Jens Lehmann nach seiner Ampelkarte am Autoradio mit.

87. Minute: Bruno Labbadia kann es nicht mehr mit ansehen. Noch immer
liegt Bayer hinten und das obwohl inzwischen drei Stürmer mit
Kießling, Helmes und Sukuta-Pasu auf dem Platz stehen. Dafür spielen
in der Abwehr nur noch Kadlec und Castro. Labbadia begründet die
Entscheidung für die Herausnahme der beiden Innenverteidiger, mit
einem Tipp von Rene Adler, dass die beiden gar nicht Fußball spielen
können. Gerade in diesem Moment wird Dum angeschossen, der Ball
trudelt gegen den Stuttgarter Pfosten, Helmes zieht direkt ab, trifft
aber nur die Latte, von der der Ball dem völlig verdutzten Arturo
Vidal auf den Kopf tropft und von da ins Tor springt. Der Ausgleich.
2:2!

90. Minute: Markus Babbel will nochmal wechseln und bedrängt deswegen
den vierten Schiedsrichter heftig. Der versucht ihm zu erklären, dass
er bereits dreimal gewechselt hat und mehr erlaubt die Regel nicht.
Babbel erwidert, er kenne diese Regel nicht und würde erst im
kommenden Sommer auf die Trainer-Schule gehen. Für sein Verhalten
verweist ihn der Schiedsrichter auf die Tribüne. Durch seine
Diskussionen bekommt Babbel nicht mit, dass der VfB sooo nah am
Siegtreffer ist. Denn Rene Adler stolpert beim herauslaufen über seine
Schlabberhose, als Mario Gomez völlig frei auf ihn zuläuft. Dabei
reißt er Gomez zu Boden. Alle Beschwörungen helfen nicht, es gibt
Elfmeter. Unglücklicherweise schnappt sich Ludovic Magnin den Ball.
Ganz seinem Stil entsprechend semmelt er den Ball in die Tribüne.
Adler stand noch nichtmal in seinem Tor.

91.Minute:
Der bereits gelb belastete Arturo Vidal versucht nochmal
alles, rennt alleine in den Strafraum der Stuttgarter, turnt einen
Flick-Flack, wirft sich theatralisch vor die Füße von Goalie Stolz und
krümmt sich schmerzverzerrt. Leider ist kein Ball in der Nähe des
Chilenen, so dass Referee Perl nicht anderes übrig bleibt, als auf
Schwalbe zu entscheiden und Vidal die gelb-rote Karte zu zeigen. Nun
ist das Spiel aus.

118. Minute: Vor der PREMIERE-Kamera betont Bayer-Sportdirektor Rudi
Völler zunächst, dass er von seiner Mannschaft natürlich erhofft
hätte, gegen nur noch 9 Stuttgarter zielstrebiger und letztlich
erfolgreicher zu agieren. Man müsse aber auch berücksichtigen, dass
der VfB Stuttgart mit Rainer Adrion den designierten Trainer der
U21-Nationalmannschaft in seinen Reihen habe. Auf Nachfrage des
irritierten Interviewpartners führt Völler weiter aus, er deute
keineswegs an, dass die zahlreichen jungen Leverkusener den künftigen
Coach nicht hätten verärgern wollen. Vielmehr liege es im Interesse
des DFB, in dessen Auftrag Günter Perl ja agiere, dass der von Oliver
Bierhoffs Gnaden installierte Juniorentrainer einem erfolgreichen
Verein entstamme: „Das ist doch Teil von Olivers Konzeption.“

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Ballgefühl, Digi-Tales. Stories from the Blog.

2 Antworten zu “Das Spätzleorakel mit Pillengeschmack – Bundesliga, ST19: Bayer 04 Leverkusen.

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