Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Drama: Gossip Girl / Heroes / House, MD.

Nachdem ich in den letzten Wochen nach und nach meine Eindrücke zu den Serien aus dem Bereich „Comedy“ formuliert habe, fehlen nun natürlich noch die Serien, die grob der „Drama“-Kategorie zuzuordnen sind. Natürlich ist wie immer alles rein subjektiv, aber ich hoffe dennoch vielleicht die eine oder andere Anregung geben zu können.

In diesem Abschnitt werde ich es allerdings so handhaben, dass ich dieses Mal keine grob aufsteigende Reihenfolge wähle, sondern die alphabetische Order. Zudem werden die Einzelkritiken einen ganzen Schlag kürzer ausfallen, da die neue Season schon begonnen hat und ich das ganze auch nicht mehr zu lange herauszögern will.

Bisher besprochene Serien:

Breaking Bad
Burn Notice
Damages

Dexter
Dirty Sexy Money
Greek
Grey’s Anatomy

 

Und hier sind alle Serien aus dem Bereich „Comedy“ zu sehen.

 

 

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Gossip Girl

 

 

In der englischen Sprache gibt es den schönen Ausdruck „Guilty Pleasure“ für Dinge, die man genießt, die einem aber ein wenig peinlich sind bzw. bei denen man ein etwas schlechtes Gewissen hat. Dies gilt für den Genuss von „schlechten“ (sprich ungesunden) Lebensmitteln ebenso wie für den Genuss von popkulturellen Erzeugnissen, sei es Musik oder eben Serien. Und um genau so etwas handelt es sich –zumindest bei mir als männlichem Mittzwanziger- bei der Serie Gossip Girl.

 

Denn Gossip Girl basiert auf der gleichnamigen Bücherreihe von Cecily von Ziegesar, deren Zielgruppe recht klar umrissen sein sollte: Mädchen im Teenageralter – also nicht gerade ich…

 

Das „Gossip Girl“ ist eine Art Bloggerin, die Klatsch und Tratsch aus der glamourösen Welt (meist) steinreicher Teenager aus der Upper East Side New Yorks verbreitet, ohne dass sie allerdings jemals selbst in Erscheinung tritt.

Im Fokus der Handlung stehen dabei im Wesentlichen fünf Teenager, von denen drei Sprösslinge reicher Familien sind, während die anderen beiden aus etwas bescheideneren Verhältnissen stammen und sich versuchen als Aussenseiter zu etablieren.

 

Thematisch wie auch stilistisch bewegt sich die Serie dabei in recht bekannten Gewässern: Meist recht zügig inszeniert, begleitet von modernster, zeitgenössischer Popmusik geht es in der Regel um Intrigen, pubertäre Machtspielchen, Sex & Liebe und natürlich „Standeskämpfe“.

 

Das alles macht aber durchaus Spaß, denn die Figuren sind wie die Geschichten meist herrlich überzeichnet und generell recht „over the top“, ohne dabei aber komplett den Kontakt zur Realität zu verlieren. Zudem bereitet es hier wirklich Vergnügen einer ganzen Reihe talentierter (und natürlich meist gut aussehender) Jungdarsteller zuzuschauen. Vor allem natürlich Blake Lively

 

Wer etwas ausführlicher über die Serie lesen will, dem darf ich hier die Besprechung der ersten Season von Rudi ans Herz legen.

 

Meine Wertung: 7 von 10 Gabeln

 

 

Heroes

 

 

Eine der Serien, die in den letzten zwei Jahren wohl für den meisten Buzz gesorgt hat, war sicherlich die NBC-Serie Heroes. Sehr aufwändig produziert, spannend erzählt und mit der notwendigen Mystik inszeniert, sorgte diese Geschichte über gewöhnliche Menschen, die übernatürliche Fähigkeiten besitzen bzw. entwickeln für einige Aufmerksamkeit.
Die erste Staffel fand dabei weltweit eine große Zahl begeisterter Anhänger, die dann aber zu großen Teilen enttäuscht waren vom wenig spektakulären Finale. Ich fand es dabei gar nicht so enttäuschend, denn natürlich kann ein Finale, in dem der Weltuntergang verhindert wird per definition schon mal nicht mit einem großen Knall enden. Dennoch haben meiner Meinung nach die Macher um Tim Kring einiges rausgeholt aus der Geschichte und ein sehr gutes Finale abgeliefert.

 

Bei Staffel 2 (Volume 2: Genesis) bin ich dann schon etwas näher an der Kritik der meisten gewesen, denn auch ich fand bspw. den Story-Arc um Maya und Alejondra nicht wirklich zuträglich für die Geschichte. Man muss den Machern aber immerhin zu Gute halten, dass Maya in der zweiten Hälfte der zweiten Staffel (Volume 3: Exodus), noch eine relativ entscheidende Rolle inne gehabt hätte. Dieser Teil wurde aber Opfer des Autorenstreiks, so dass die Geschichte insgesamt etwas umgemodelt wurde und die Figur von Maya dadurch relativ bedeutungslos für die Gesamtgeschichte wurde.
Auch stellt sich die Frage ob es so klug war, dass man Sylar über die kompletten 13 Episoden „kräftelos“ gelassen hat – denn Sylar ist einfach mal ein genialer Bösewicht, der zudem auch großartig von Zachary Quinto dargestellt wird. Hier bin ich natürlich erst recht sehr gespannt auf die nächste Staffel bzw. Volume, die dann mit „Villains“ betitelt ist.

 

Nichtsdestotrotz hatte auch „Genesis“ wieder einige wirkliche Highlights. So passt der gesamte Hauptbogen rund um die Recherche der „Company“ bzgl. des Shanti-Virus sehr gut ineinander und verpasst der Geschichte ordentlich Drive. Und ich für meinen Teil mochte auch die Reise von Hiro ins antike Japan sehr, die der ganzen düsteren Gegenwart einen angenehm bunten Gegenpol verlieh und so die Dramatik und die Düsternis zwar brach, aber meiner Meinung nach nie soweit ging, dass es der ganzen Atmosphäre der Serie zuwider lief.

 

 

Meine Wertung: 9 von 10 Gabeln [für Volume 2]

 

 

House MD

 

Was soll man zu House noch sagen? Es ist die erfolgreichste Serie in den USA (also so quotentechnisch) und auch in Deutschland ist es in Sachen Fiktion Woche für Woche unangefochtener König der Quoten.

Von daher wird wohl fast jeder schon zumindest mal ein wenig von dieser Serie gesehen haben, in der ein Team von Spezialmedizinern, das angeführt wird von einem misanthropischen aber genialen Chefarzt, hochkomplizierte medizinische Fälle löst, nachdem sie ihren Patienten zwei, drei Mal nahe an den Rande des Todes getrieben haben, bevor sie durch einen Zufall die Lösung des Problems finden.

 

Dieses Prinzip zieht die Serie seit nunmehr vier Jahren mit recht geringen Variationen und dennoch konstant großem Erfolg zu – und selbst ich muss zugeben, das funktioniert tatsächlich prima und wird nur höchst selten einmal langweilig. Dies liegt natürlich in erster Linie an Hauptdarsteller Hugh Laurie, der das grantelnde Genie wirklich par Excellence gibt und es jedes Mal eine wahre Freude ist, wenn er mal wieder alle in Grund und Boden beleidigt.

 

Und die Bühne dafür bekommt er in der vierten Staffel noch einmal zusätzlich bereitet, da House gegen Ende von Staffel 3 sämtliche Mitglieder seines Teams entweder verloren oder gefeuert hatte. Das sich daraufhin entwickelnde „Casting-Spiel“ ist definitiv eines der absoluten Highlights der bisherigen Seriengeschichte und macht wirklich einen Riesenspaß, da hier häufig auf aktuelle Realityshows Bezug genommen wird.

Zudem gelingt es der Serie so, eine ganze Portion frischen Wind in die bisherigen Konstellationen der Serie zu bringen, und sich so für ein paar weitere Jahre interessant zu halten. Denn schon in der vierten Staffel kulminiert die neue Situation in einem wirklich hochdramatischen Finale, welches wieder einmal perfekt inszeniert wurde und zudem auch zurecht mit einem Emmy prämiert worden ist.

 

Meine Wertung: 9 von 10 Gabeln [für Season 4]

6 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

6 Antworten zu “Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Drama: Gossip Girl / Heroes / House, MD.

  1. Ich denke auch, dass „Heroes“ mit am meisten unter dem Autorenstreik gelitten hat. So habe ich die zweite Staffel auch als bedeutend schwächer empfunden, als die erste – aber immer noch sehr gut. Freue mich demnach auch auf Staffel 3 unserer Helden – bzw. Bösewichte…😉

  2. Für Serials, deren kompletter Geschichtenaufbau auf eine ganze Staffel ausgerichtet ist, war der Autorenstreik natürlich ungleich heftiger. Da merkt man das natürlich umso mehr, wenn die Geschichte nicht so erzählt werden kann, wie sie eigentlich erzählt werden sollte. Nichtsdestotrotz war es eben, wie du schon sagtest, immer noch eine exzellente Serienstaffel.

    Einer der Hauptkritikpunkt, der von vielen angebracht wurde, konnte ich übrigens gar nicht nachvollziehen. Nämlich, dass die zweite Staffel so viel weniger Tempo gehabt hätte – gerade zu Beginn. Denn das erste Drittel der ersten Staffel war meiner Meinung nach insgesamt auch eher ereignisarm, sondern bestand hauptsächlich aus Exposition und Positionierung der einzelnen Figuren. Und ähnlich war das eben auch wieder in der zweiten Staffel – nur dass einige Figuren und Konstellationen schon bekannt waren.

  3. Bist dann aber doch ganz schön „hart“ ins Gericht gegangen mit Gossip Girl, wenn man sieht, dass die auch so ein House-Fan bist (DAS ist eigentich guilty pleasure). Das verstehe wer will, aber danke fürs Verlinken🙂

    Und ich für meinen Teil mochte auch die Reise von Hiro ins antike Japan sehr

    Die ging mir viel zu lang, das hätte man, wie auch den Maya-Plot, kürzen müssen – definitiv. 9 von 10 ist dann auch eine erstaunlich gute Bewertung für eine Staffel, bei der mich lediglich die Finalepisode wirklich überzeugt hat. Hauptsächlich weil Peter mal seine Palette an Kräften verwendet, sollte er mal öfters machen. Immerhin hat Volume 3 (Villains) nun ganz interessant begonnen …

  4. Gossip Girl interessiert mich nicht die Bohne, Zustimmung aber zu den anderen Zwei. Das Staffel-1-Finale von Heroes fand ich auch ganz ordentlich und Staffel 2 war ziemlich unterhaltsam. Mich stört aber zunehmend die Peter-Nathan-Story. So wie es aussieht, ist sie größerer Bestandteil der 3. Staffel, was mich doch etwas zweifeln lässt. Zudem sind die neuen bösen Charaktere relativ uninteressant. Mal sehen …

  5. @Rudi
    Also von „hart ins Gericht gehen“ kann ich bei meinem Text nicht wirklich viel erkennen. =) Fand mich da eigentlich insgesamt sehr milde und wohlwollend.

    Und House ist definitiv eine coole Serie und kein „guilty pleasure“. Da steh ich voll zu, vor allem weil Staffel 4 wirklich hervorragend war.

    Die Hiro-Storyline hat mich zuerst etwas irritiert, aber mit der Zeit hab ich sie wirklich sehr gemocht. Und auch den Rest fand ich weiterhin sehr klasse und wirklich gelungene Unterhaltung – daher die (knappe)9er-Wertung.
    Der Auftakt-Doppler zur dritten Season war definitiv wieder sehr interessant. Mal schauen, wo hin diesmal die Reise geht.

    @mediensucht
    Ja, brauch dich ja auch nicht unbedingt zu interessieren. Ist wirklich eine unterhaltsame Serie – aber sicherlich auch verzichtbar.
    Deine Einschätzung zum Staffelauftakt von Heroes teile ich nicht ganz. Aber wie gesagt, mal schauen, wie es sich entwickeln wird. Habe sie definitiv noch nicht zu Grabe getragen, wie scheinbar so einige schon.

  6. Pingback: Hirngabels kleiner Serienguide zur Season 08/09: Gossip Girl, Grey’s Anatomy, Heroes, House. « Hirngabel. Reisen, Leben, Popkultur.

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