Die Spätzlegabel – ST5: Karlsruher SC.

Nachdem mir bei unserer nachmittäglichen Doppelkopf-Runde eine völlig unverständliche Dummheit unterlaufen ist, die mich 40 Punkte kostete (eigene Hochzeit übersehen – falls das jemandem was sagt), musste ich leider länger spielen, als ich plante, um die Scharte auszuwetzen und so verpasste ich dann leider die erste Hälfte des BaWü-Derbys. Und zum ersten Platz hats dann für mich leider auch nicht gereicht, nachdem die letzten beiden Spiele sehr ungünstig verliefen und ich den zuvor mühsam zurückerkämpften Spitzenplatz wieder abgeben musste. Und das ausgerechnet an Ass-Weg-Andi…

 

Bundesliga, Spieltag 5: VfB Stuttgart – Karlsruher SC 3:1 (1:1)

Nun ist es ja so, dass ich kein gebürtiger Schwabe bin, sondern nur durch meine Mutter ein wenig schwäbisches Blut in mir trag, und ich zudem auch nie im Schwabenland gelebt habe, sondern relativ weit davon entfernt – dementsprechend ist die innige Feindschaft zu den Badensern natürlich nicht wirklich tief in mir verwurzelt. Und dennoch prickelt es bei solchen Begegnungen doch auch immer bei mir ein wenig, denn ein Sieg gegen Karlsruhe ist und bleibt halt eine schöne Angelegenheit, erst recht natürlich nach den Vorfällen im letzten Jahr, die ja nun auch wieder zur Genüge in den diversen Berichterstattungen herhalten mussten um das Spiel noch ein wenig mehr hochzujazzen.

Am Ende wurde es dann aber doch nur ein „normales“ BaWü-Derby: Ein intensiv geführtes, durchaus zweikampflastiges aber nie brutales Spiel bei exzellenter Stimmung, das am Ende wie beinahe üblich wieder mal der VfB als Sieger abschließen konnte.

Dabei fing es nicht wirklich gut an, denn schon in der 8. Minute geriet der VfB in Rückstand, nachdem die Abwehr wieder einmal recht kopflos agierte. Erst wurde draußen Alexander Iashvili von zwei Leuten nicht wirklich souverän gestellt, sondern flanken gelassen und dann verhielt man sich im Strafraum völlig amateurhaft und ließ Sebastian Freis dort so einsam herumstehen wie sonst nur ein Glühweinverkäufer im Juli. Der konnte dann diese Einladung nicht ablehnen und machte wohl eines der leichtesten Tore seiner Karriere. Erst mit zunehmender Dauer fand dann der VfB etwas mehr ins Spiel, konnte sich aber nie wirklich eine Dominanz erarbeiten, woran auch das sehenswerte Kopfballtor von Khedira nicht viel ändern konnte. Denn der KSC blieb in der ersten Halbzeit mindestens ebenbürtig. In der zweiten Halbzeit wurde der VfB zwar nicht wirklich besser, aber der KSC einen ganzen Schlag schwächer und das Spiel insgesamt etwas zerfahrener und unstrukturierter. Beim VfB haperte es vor allem im offensiven Mittelfeld an konkreten Ideen, wie man die aggressive Karlsruher Defensive knacken könnte, so dass die Angriffsbemühungen recht häufig in unnötigen Ballverlusten endeten. Immerhin machten es die Karlsruher selbst nicht wirklich besser und verbreiteten ungefähr die Torgefahr, die man zuletzt meistens Mario  Gomez nachsagte: Nämlich keine.
Jenem Mario Gomez, der schon das 1:1 vorbereitete, war es dann aber vorbehalten dann doch das erlösende 2:1 zu machen, nachdem Hitzlsperger wieder einmal den entscheidenden Pass in die Spitze spielte, der dann von Gomez in gewohnt cooler Manier vollendet wurde. Vom KSC kam anschließend nicht mehr viel, auch dadurch, dass Becker nicht mehr wirkliche Alternativen von der Bank bringen konnte. Stattdessen gelang dann dem eingewechselten Marica kurz vor Ende sogar noch das 3:1 – erneut nach einem exzellenten Zuspiel von Hitzlsperger, der eben mehr ist als nur „The Hammer“.

Das System war diesmal wieder das klassische 4-4-2 mit dem wieder genesenen Cacau an der Seite von Gomez. Man merkte ihm zwar noch die fehlende Wettkampfhärte und ein wenig mangelnde Spritzigkeit in einigen Szenen an, aber man sah ebenso auch in einigen Situationen, wie wertvoll er als Sturmpartner von Gomez ist. Wenn er in zwei, drei Wochen wieder seine volle Leistungsfähigkeit erreicht hat, dann werden beide wieder zu einer großen Herausforderung für die gegnerischen Abwehrreihen. Wenn dann auch noch Bastürk zurückkehrt und/oder Simak endlich das einlöst, was er verspricht, dann dürfte der momentane dritte Tabellenrang sicherlich nicht nur eine Folge des nicht überaus schweren Auftaktprogramms gewesen sein, sondern ein ernsthafter Trend.

Selbstverständlich muss ich an dieser Stelle natürlich auch meine Meinung zum 2:1 kundtun – und natürlich war es Abseits. Aber selbst wenn dieser Treffer so gegen Stuttgart gefallen wäre, dann würde ich dies nicht dem Schiedsrichterteam zum Vorwurf machen. Denn wie soll man das mit bloßem Auge erkennen können? Das ist unmöglich und war selbst auf den TV-Bildern (oder wie der vorzügliche Arnd Zeigler sagte: in der Klugscheisser-Cam) nur mit der Lupe zu erkennen. Fakt ist, der Schiedsrichterassistent hat auf gleiche Höhe entschieden und so wie die zweite Halbzeit lief, wäre der Führungstreffer sonst vermutlich irgendwann später gefallen.

Besonders negativ in diesem Zusammenhang fiel mir übrigens der Kommentator der Partie bei der Premiere-Konferenz auf, Hansi Küpper. Erst wollte er sich nicht festlegen (was ja völlig in Ordnung ist) und als dann das Bild mit Abseits-Hilfslinie eingeblendet wurde, schwenkten seine Kommentare in jeder Schalte immer weiter von seiner anfänglichen Einschätzung (sehr knapp mit Tendenz Abseits aber kaum erkennbar) hin zu einer klaren Benachteiligung durch eine Fehlentscheidung und formulierte dann sogar eine indirekte Forderung nach dem Fernsehbeweis – was bei Ansicht der Bilder, die wirklich nur die Fußspitze von Gomez als „deutlich“ im Abseits stehend zeigen, mehr als lächerlich wäre, weil man beispielsweise den Rumpf von Gomez nicht eindeutig im Abseits verorten kann.
Aber Küpper hatte ohnehin nicht seinen besten Tag und wenn man nur seinen Kommentaren Glauben schenkte musste man den Eindruck haben, dass der KSC die Stuttgarter in Halbzeit 2 an die Wand spielen würde, denn Küpper sprach die ganze Zeit davon, dass der KSC die klar bessere Mannschaft sei – bei 2 Torschüssen in der gesamten zweiten Halbzeit doch eine relativ gewagte Aussage.
Fritz von Turn und Taxis, der auf der Einzeloption kommentierte sah das ganze dann auch etwas anders und sprach von einem letztlich doch verdienten Sieg der Stuttgarter. Man mag sich da wohl seine eigene Meinung bilden. Ich jedenfalls fand die Aussagen von Küpper nahezu absurd bei insgesamt 15-9 Torschüssen und 51% Ballbesitz auf Seiten des VfB.
Nationalstürmer-Effektivitäts-Watch:

1. Patrick Helmes – 7 Pflichtspiele / 7 Tore / 1 Assist
2. Mario Gomez – 11 / 9 / 2
3. Miroslav Klose – 8 / 5 / 0
4. Lukas Podolski – 9 / 5 / 0
5. Kevin Kuranyi – 9 / 3 / 1

Bestandteil dieser Statistik sind nur Einsätze in Pflichtspielen von Verein und Nationalmannschaft. Freundschaftliche Länderspiele wie gegen Belgien zählen nicht dazu (es würde auch nur einen zusätzlichen Assist für Gomez bringen).

 

Seitenblick – Dritte Liga: VfB Stuttgart II – VfR Aalen 0:0

Das Nachwuchsteam des VfB ist nach den zwei hervorragenden letzten Begegnungen diesmal wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen und kam gegen die von Jürgen Kohler trainierten Aalener nicht über ein 0:0 hinaus. Insgesamt war es eine eher enttäuschende Partie, die im Grunde nur zwei Highlights hatte mit einem Lattentreffer von Abwehrspieler Patrick Funk und einer Riesenchance von Stürmer Nico Klotz eine Viertelstunde, der das leere Tor nicht traf, weil er sich den Ball zu weit vorlegte.
Mit 11 Punkten aus 7 Spielen liegt man nun auf Platz 9 und ist sowas wie das Mittelfeld der dritten Liga, bei 5 Punkten Rückstand auf Platz 1 und 6 Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Am kommenden Freitag spielt man dann gegen den Nachwuchs von Werder Bremen, die mit bislang erst 7 Punkten noch nicht sonderlich erfolgreich gestartet sind.

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