Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Drama: Dexter / Dirty Sexy Money / Greek / Grey’s Anatomy.

Nachdem ich in den letzten Wochen nach und nach meine Eindrücke zu den Serien aus dem Bereich „Comedy“ formuliert habe, fehlen nun natürlich noch die Serien, die grob der „Drama“-Kategorie zuzuordnen sind. Natürlich ist wie immer alles rein subjektiv, aber ich hoffe dennoch vielleicht die eine oder andere Anregung geben zu können.

In diesem Abschnitt werde ich es allerdings so handhaben, dass ich dieses Mal keine grob aufsteigende Reihenfolge wähle, sondern die alphabetische Order. Zudem werden die Einzelkritiken einen ganzen Schlag kürzer ausfallen, da die neue Season schon begonnen hat und ich das ganze auch nicht mehr zu lange herauszögern will.

 

Bisher besprochene Serien:

 

Breaking Bad
Burn Notice
Damages

 

Und hier alle Serien aus dem Bereich „Comedy“

 

 

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Dexter

 

Dexter arbeitet als Experte für „Blutmuster“ in der forensischen Abteilung des Miami Dade Police Department und hilft bei der Aufklärung von Morden mit.

Das klingt nun in der Tat mehr als gewöhnlich – schließlich haben die Forensikerserien spätestens mit den Erfolgen von CSI und seinen diversen Ablegern einen wahren Boom erlebt. Doch Dexter würde nicht bei Showtime laufen, wenn es hier nicht einen Kniff geben würde: In diesem Fall ist es dieser, dass Dexter nachts Mörder, die man gerichtlich nicht haftbar machen konnte, zur Strecke bringt und anschließend fein säuberlich zerlegt.

 

Ein wenig wie bei Leon – Der Profi stürzt das den Zuschauer natürlich in eine Art moralischen Zwiespalt, sucht er doch grundsätzlich nach einer Identifikationsfigur, die i.d.R. natürlich die Hauptfigur ist – was hier mit einem Serienkiller als zentrale Figur etwas schwierig ist, wenngleich sich dieser hehren Zielen verschrieben hat. Schließlich wurde ihm von seinem Adoptivvater, selbst ein Polizist, ein harter Verhaltenscode eingebläut, nachdem dieser feststellte, dass Dexter eine Art innerlichen Tötungstrieb besitzt.

 

Die speziellen psychologischen Komponenten dieser Konstellation machen natürlich einen ganz erheblichen Teil des Reizes dieser Serie aus, die oftmals mit den Erwartungshaltungen und den Sehgewohnheiten der Zuschauer jongliert. Dies wird natürlich unterstützt von einem wunderbaren Storytelling, kann doch Dexter gerade in Sachen Story-Arcs sehr überzeugen. Lediglich das Ende der zweiten Staffel war für meinen Geschmack nicht ganz glücklich gelöst – was aber nur sehr gering ins Gewicht fiel wenn man das Gesamtwerk betrachtet.

 

Hinzu kommt natürlich noch die glänzende technische Seite der Serie. Dies fängt bei dem wunderbar sinistren Soundtrack an und hört bei der exquisiten Kameraarbeit auf. Deutlich wird dies schon im Vorspann, der sicherlich zu den besten gehört, die man derzeit im TV sehen kann, aber auch insgesamt zieht sich eine wunderbare Detailverliebtheit durch viele Kameraeinstellungen, die immer wieder zu wirklich tollen Bildern führt. Michael C. Hall ist sowieso großartig. Oder will da jemand ernsthaft widersprechen?

 

Dexter läuft seit geraumer Zeit übrigens schon in Deutschland auf Premiere Serie, wird aber ab dem 28.9. auch bei RTL2 im regulären Free TV ausgestrahlt werden – man darf gespannt sein, wie sehr die Serie dort geschnitten sein wird…

 

Meine Wertung (mit etwas Wohlwollen): 10 von 10 Gabeln [für Staffel 1 & 2]

 

 

Dirty Sexy Money

 

Wie hier ja schon mal festgestellt wurde, schaue ich ja doch nicht wenige Serien. Und die meisten davon, versuche ich auch so schnell wie möglich zu sehen. Manche aber, die bleiben doch erstmal irgendwie in der Warteschleife und werden dann erst geschaut, wenn nichts mehr anderes da ist und ich Langeweile habe. Solch eine Serie ist Dirty Sexy Money. Denn so richtig konnte ich mit ihr nie warm werden.

 

Im Zentrum der ABC-Serie steht die Familie Darling, eine der mächtigsten und reichsten Familien New Yorks – aber auch eine der dysfunktionalsten der Stadt. Patriarch Trip Darling wacht dabei über ein Konglomerat aus neurotischen, versnobbten und untereinander verkrachten und dabei den Anschein einer glamourösen und skandalfreien Familie zu wahren. Was sich recht schwierig gestaltet bei einem Sohn der nach dem Senatorenamt strebt, aber ein Faible für Transvestiten hat, oder einen Sohn der als Priester arbeitet, aber gerne mal in fremde Betten hüpft obwohl er verheiratet ist. Und so weiter und so fort…

 

Erzählt wird die Geschichte dabei aus dem Blickwinkel von Nick George, dessen Vater lange Jahre Anwalt der Familie war und er selbst dadurch im direkten Umfeld der Darlings aufwuchs. Als sein Vater dann unter mysteriösen Umständen bei einem Flugzeugunglück ums Leben kommt, ändert sich auch bei Nick das Leben schlagartig, der widerwillig dazu kommt nun die Nachfolge seines Vaters anzutreten, wodurch seine Belastungsfähigkeit und vor allem seine Integrität schon bald auf eine harte Probe gestellt werden.

 

Eigentlich ist DSM ja wirklich keine schlechte Serie sondern durchaus gut in Szene gesetzt und auch recht gut erzählt. Großartig besetzt ist sie sowieso – mit Donald Sutherland, Peter Krause, William Baldwin und vielen tollen Schauspielern mehr…

Dennoch blieb ich irgendwie immer seltsam distanziert und konnte mich nie wirklich in die Saga dieser kaputten Familie einfinden. Vielleicht ist das einfach ein Milieu das mir nicht so richtig liegt (schöne Grüße an dieser Stelle auch an Arrested Development).

 

Daher kann ich nur zu einem verhaltenen Urteil kommen.

 

Meine Wertung: 6 von 10 Gabeln

 

 

Greek

 

Mit Greek sind wir bei einer Serie angelangt, die bisher nicht so wirklich viel Beachtung hier in Deutschland bzw. im deutschsprachigen WWW bekommen hat. Zumindest wäre mir das bislang nicht aufgefallen und so hatte ich die Serie auch lange nicht auf dem Radar. Erst eine private Empfehlung (Danke Marc, falls Du das hier liest!) machte mich überhaupt darauf aufmerksam, dass eine Serie namens Greek existiert. Und so nutzte ich dann die Sommerpause, um die erste Staffel dieser Produktion des ABCfamily-Kanals nachzuholen.

 

Der Titel der Serie bezieht sich dabei auf das griechisch inspirierte System der Studentenverbindungen an amerikanischen Colleges, in diesem Fall die fiktiven Verbindungen der fiktiven Cyprus-Rhoden University.

Im Mittelpunkt der Erzählung steht dabei das Geschwisterpärchen Rusty und Casey Cartwright, die beide Studenten an diesem College sind – allerdings in gänzlich unterschiedlicher „sozialer“ Stellung.

 

Während Casey eine der führenden Studentinnen der beliebten und elitären ZetaBetaZeta-Verbindung ist und sich auf dem Sprung zum Präsidentinnentitel befindet, beginnt Rusty gerade sein Studium im Bereich „Polymer Science“ (Werkstoffwissenschaften oder so – die definitive Übersetzung konnte trotz semi-professioneller Unterstützung nicht endgültig geklärt werden). Dennoch gedenkt er sein Image als Geek abzustreifen, dass er zu Schulzeiten anhaften hatte, und versucht sich bei einer der vielen Studentenverbindungen unterzukommen, um die Vorzüge dieser Bruderschaften genießen zu können.

 

„Just another teen soap opera“ könnte man nun denken – und ja, ein Stück weit ist dem tatsächlich auch so. So hatte ich denn auch zu Beginn ein paar Schwierigkeiten, in die Serie reinzufinden, was ich im Nachhinein betrachtet wohl größtenteils meiner Skepsis zuschreiben kann.

Doch im Laufe der ersten zwei, drei Episoden begannen mir die Figuren doch sehr schnell ans Herz zu wachsen und so war ich dann doch bald sehr gut drin in der Serie und all den Geschichtchen, die die jeweiligen Verbindungen so beschäftigen.

 

Besonders gut gefällt mir hierbei die Figurenzeichnung, die im Großen und Ganzen immer sehr ambivalent ausfällt, so dass wirklich alle zentralen Charaktere (gerade für ein solches Genre) auffallend viele Nuancen aufweisen, ohne dass dies aber inkonsequent oder willkürlich wirken würde. Und wenn die Figuren stimmen, dann fällt natürlich auch das Geschichtenerzählen wesentlich leichter – und so wuchs dann die Serie im Verlauf der Staffel immer weiter in meinem Ansehen, zumal auch die Macher ihren Weg mit zunehmender Dauer gefunden zu haben schienen, was dann in der wirklich ganz exzellenten, perfekt getimeten und hochgradig unterhaltsamen Episode „The Great Cappie“ gipfelte, in der zum Beispiel auch Alan Ruck eine etwas größere Rolle als Dekan der Universität innehat. (Ja der Alan Ruck aus „Ferris Bueller’s Day off“ spielt hier den Dekan…)

 

Und wo wir den Namen gerade erwähnen: Definitiv die coolste Figur der ganzen Serie ist sicherlich Cappie, Präsident von Kappa Tau und Rusty’s „Big Brother, der ganz glänzend gespielt von Jungdarsteller Scott Michael Foster wird. Die Figur, die mir wohl als erstes den Zugang zur Serie ermöglicht hat.

 

Meine Wertung: Sehr gute 8 von 10 Gabeln

 

 

Grey’s Anatomy

 

Bei Grey’s Anatomy stehe ich ganz ehrlich gesagt vor einem mittelschweren Problem. Und zwar meine Erinnerung lässt mich gerade äusserst schwer im Stich.

 

Ich weiß, dass ich auch die vierte Staffel wieder sehr gerne gesehen habe – alleine, ich habe keine Ahnung mehr was eigentlich genau in dieser Season vorgefallen ist. Es gab natürlich wieder jede Menge Affären, und andauerndes Hin- und Her in diversen Romanzen und Beziehungen. Und das ganze dann vor dem Hintergrund irgendwelcher mehr oder weniger komplizierter medizinischer Fälle, aber eben vor allem viel social stuff.

 

Die Schauspieler sind im Wesentlichen ja auch die Bekannten (und beliebten) geblieben, mit ein paar Veränderungen im Cast. Irgendwer ist halt nach Kalifornien gegangen und irgendwer noch so ganz generell weg, ohne noch Verbindungen zu halten. Was wohl mit Cast-internen Streitigkeiten zu tun hatte.

 

Der Soundtrack ist wie gewohnt richtig gut und bedient sich nach wie vor bei tollen Bands. Und auch grundsätzlich kann man der Serie aus handwerklicher Sicht nada vorwerfen.

 

Nur, ich hab ums Verrecken keine Ahnung mehr, was in dieser abgelaufenen Staffel eigentlich vorgefallen ist und was in meiner Erinnerung aus früheren Staffeln stammt.

 

Nichtsdestotrotz, ich weiss, dass ich defintiv auch dieses Mal wieder gerne und regelmäßig reingeschaut habe, daher komme ich dennoch rein gefühlsmäßig zu folgendem Rating.

 

Meine Wertung: 7 von 10 verschwommen Gabeln [für Season 4]

In der nächsten Ausgabe: Intrigen, Helden, Zyniker und Stoiker. 

9 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

9 Antworten zu “Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Drama: Dexter / Dirty Sexy Money / Greek / Grey’s Anatomy.

  1. Mit „Dexter“ hast du nun tatsächlich eine der besten aktuellen Serien im Programm. Ganz großes Kino!

    Die restlichen Shows interessieren mich eher nicht und auch deine Kritiken bestätigen mich in meinem Entschluss sie nicht zu schauen („Greek“ wäre eine Ausnahme, doch schaffe ich so oder so kaum mein „Pensum“)…😉

  2. Klar, Dexter ist nahezu über jeden Zweifel erhaben. Wie du schon sagst: „Ganz großes Kino“.

    Greek solltest Du aber auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten. Eine sehr angenehme, unterhaltsame Serie. Vor allem füllt das so ein bisschen das Vakuum im Bereich „College-Serien“, welches ich doch recht gerne mag.

  3. Pingback: Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 - Drama: Gossip Girl / Heroes / House, MD. « Hirngabel

  4. Manfred

    Hi,
    Dexter ist vielleicht von der Idee her interessant, allerdings wird so viel erklärt, die Hinweise, nach denen Dexter feststellt, dass ein Mensch wirklich schlecht ist und es verdinet, sind manchmal ziemlich platt.
    Eigentlich ist die Serie fast immer sehr vorhersehbar, da gibt es wirklich bessere Serien😉

  5. Hallo Manfred!

    Ein Stück weit gebe ich Dir da sogar recht, die Fälle sind in der Tat zumeist nichts zum Rätseln – aber darum geht es der Serie auch gar nicht, denn DEXTER ist keine Crime-Serie, wo es um einen „Case of the week“ geht, wie man es von CSI und Co. kennt. DEXTER ist vielmehr das Portrait eines ungewöhnlichen Serienkillers – und da funktioniert sie meines Erachtens hervorragend. Aber das ist meine bescheidene Meinung. =)

  6. Pingback: Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 - Drama: Life / Lost / Prison Break / Private Practice. « Hirngabel

  7. Dass Dexter die Höchstwertung bekommen hat, freut mich sehr, ich bin höchstgradig abhängig davon. Aber am meisten begeistert hat mich bei der Wertung, dass es noch jemanden gibt, der sich Grey`s Anatomy reinzieht und das auch durchaus gerne und dann hinterher keine Ahnung mehr hat, was dort passiert ist. Danke für das „Gut-ich-bin-doch-normal-Gefühl“ an dieser Stelle!!!

  8. Hi Emmy,

    Ob das jetzt so „normal“ ist, das lasse ich mal dahin gestellt. Mir wurde schließlich auch schon das Gegenteil nachgesagt.😀

    Mag die Serie aber auf jeden Fall und so zwischendurch braucht man ja auch immer mal was Seichtes, wie GA (oder auch Dirty Sexy Money).

    DEXTER ist definitiv großartig und das mit der Abhängigkeit kann ich grundsätzlich nur bestätigen. Allerdings hänge ich derzeit schon einige Episoden hinterher, weil ich irgendwie ein bisschen Überwindung benötige, das mal wieder anzuschmeissen. Und da widme ich mich erst mal anderen Serien.

    Aber sobald ich dann mit dem Nachholen beginne, wird sich der Suchtfaktor sicherlich wieder direkt einstellen, vermute ich.

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