Die Spätzlegabel – ST 3: Hannover 96.

Nur drei Spieltage hat es in dieser Saison gedauert, dass ich ein VfB-Spiel weder live noch in der Zusammenfassung verfolgen konnte. Leider standen dem berufliche Pflichten im Weg mit einer USA-Präsentation, die ich vor ca. 45 mehr oder weniger interessierten Menschen in einem hübschen Moselhotel in Koblenz halten durfte. Daher gibt es heute nur ein paar kurze Einschätzungen zum Spiel, zum Team und dem Verein insgesamt.

 

 

 

Bundesliga, Spieltag 3: VfB Stuttgart – Hannover 2:0 (0:0)

Dem Vernehmen nach war es wohl kein glanzvoller, aber unter dem Strich wohl ein verdienter Sieg, den der VfB gegen die nun grausam gestarteten Hannoveraner einfahren konnten. Ich war etwas erstaunt, als ich sah, dass Boulahrouz wieder nicht in der Startelf stand, war doch die Abwehr nicht gerade das Prunkstück unseres Teams in sämtlichen bisherigen Spielen. Und so ging es dann auch dieses Mal sehr wackelig los mit einigen guten Chancen von Hannover, die glücklicherweise den wieder starken Lehmann nicht überwinden konnten. Doch nahezu analog zum ersten Spiel gegen Gladbach überstand man diese schwierigen Anfangsminuten und konnte seinerseits mit einer der ersten gefährlichen Situationen das 1:0 erzielen. Diesmal war es Gomez, der die Führung erzielte.
Kurz vor der Pause konnte dann noch Pardo auf den letztlichen Endstand 2:0 erhöhen, in Form eines Elfmeters, der wohl berechtigt war und nach einem Foul an Lanig zustande kam, der sich tatsächlich schon zu einer ernsthaften Option für die Startelf entwickelt hat, was mich sehr freut.

Sehr erfreulich war auch das Führungstor von Gomez, da Gomez doch eine Menge Kloppe beziehen musste nach seinen schwachen Auftritten bei der EM. Was man hier aber immer noch im Hinterkopf behalten sollte ist die Tatsache, dass er gerad einmal 22 Jahre ist und noch einige große Turniere vor sich hat, wo er glänzen kann und auch wird. 4 Tore in den ersten 4 Pflichtspielen dieser Saison sprechen zumindest wieder eine mehr als eindeutige Sprache!
Und zumindest bei internationalen Top-Vereinen scheint Gomez diesen Ruf weiter zu genießen, wurde doch heute abend plötzlich ein Angebot von Manchester City kolportiert, dass sich irgendwo rund um die 20 Mio. Pfund bewegen dürfte, wenn man dem Buschfunk so trauen darf. Und er befindet sich auf der Wunschliste der neureichen Citizens auch in absolut illustrer Gesellschaft: Europameister Villa, der derzeit wohl begehrteste Spieler Englands, Berbatov, und angeblich sogar Robinho sollen neben Gomez von ManCity umworben werden. Das nur so zur Verortung des Stellenwerts von Gomez – ein Zustandekommen des Transfers kann ich mir derzeit nämlich beim besten Willen nicht vorstellen. Nicht so kurz vor Ende des Transferfensters ohne Chance auf halbwegs adäquaten Ersatz und nicht nach dem Ablehnen der 25 Mio. €-Offerte der Bayern. Da müsste schon ein Betrag in Richtung 40 Mio. € fällig werden, um Horst Heldt in dieser Sache ins Wanken zu bringen, schließlich würde man somit zumindest zum Teil die Hinrunde, wenn nicht sogar die ganze Saison herschenken.
Wobei in diesen Minuten gemeldet wird, dass wohl doch keine richtigen Angebote für Gomez und Villa eingereicht worden sind… Nun ja.

Aber in zwei Stunden wird sich dieses Im-Trüben-Stochern eh schon erledigt haben. Dann wird zudem vielleicht auch feststehen, ob wir noch einen Zugang verzeichnen können. Ende der vergangenen Woche hat nämlich Astrit Aidarevic ein Probetraining beim VfB absolviert und dort wohl auch einen ganz guten Eindruck hinterlassen – zumindest hielt man sich im Verlaufe des Wochenendes relativ bedeckt seitens des Stuttgarter Managements, was wohl darauf schließen lässt, dass man sich derzeit in Verhandlungen mit dem FC Liverpool befindet – dort ist der 19jährige Schwede mit albanischen Wurzeln nämlich derzeit unter Vertrag und hat auch deren Ausbildungsschule durchlaufen, was man durchaus als Qualitätskriterium werten kann. Angeblich soll er allerdings nicht die ganz großen Chancen innerhalb des Vereins sehen und nachdem vor einigen Wochen schon eine Ausleihe innerhalb Englands in der Diskussion war, scheint man nun eher einen Verkauf zu favorisieren und in dieser Hinsicht eben den VfB als erste Adresse. Erst einmal wäre der schwedische Junioren-Nationalspieler allerdings sicherlich nur eine Option für Einsätze in der zweiten Mannschaft, während er mit den Profis trainieren würde – so wird es derzeit bei einigen hoffnungsvollen Nachwuchstalenten praktiziert, wie z.B. bei Sebastian Rudy, der in etwa die gleiche Position wie Aidarevic innehat im offensiven Mittelfeld.

Aber wie gesagt: In knapp zwei Stunden sind wir schlauer. Es wäre für die Zukunft sicherlich kein schlechter Transfer, der jetzige Kader dürfte aber so oder so ziemlich sicher stehen. Nach der Länderspielpause wird auch Cacau voraussichtlich wieder einsatzbereit sein, so dass wir hier wieder aus dem Vollen schöpfen können. Mit dem in dieser Saison wesentlich stärkeren Marica, sowie dem Talent Fischer in der Hinterhand dürften wir auf dieser Position ausreichend gut und ausreichend breit genug aufgestellt sein. Zur Not gibt es ja auch immer noch Ljuboja.

Das Mittelfeld ist definitiv der Mannschaftsteil in dem wir sowohl in Breite als auch in Qualität sicherlich am Stärksten aufgestellt sind. Vom Prinzip her. Hier wird es einfach darauf ankommen, wie die einzelnen Spieler es schaffen, ihr Potential auch abzurufen. Durch die Tiefe im Kader dürften wir es aber relativ problemlos schaffen können, kurzfristig einen oder zwei schwächelnde Spieler auffangen zu können.

Die Abwehr wird dann nach der Länderspielpause ihre Qualität unter Beweis stellen müssen, wenn zum einen Boulahrouz dann endlich richtig dabei sein wird (der in seinen beiden ersten Kurzeinsätzen zumindest schon mal angedeutet, dass er eine große Verstärkung sein wird)  und zum anderen mit den Hoffenheimer ein ähnlich offensivstarkes Team wie Bayer Leverkusen der Gegner sein wird. Hier wird sich sicherlich zeigen, wie gut das Team wirklich ist, auch wenn die TSG sicherlich erst einmal mit dem ernüchternden Auftritt in der BayArena fertig werden mus. Diese Begegnung wird sicherlich für beide Teams eine Art Standortbestimmung werden.

Bislang können wir mit der Ausbeute von 6 Punkten aus 3 Spielen sicherlich recht zufrieden sein, zumal man tabellarisch ungefähr da steht wo man am Ende auch landen möchte und natürlich darüber hinaus auch recht souverän den UEFA-Cup errreichen konnte. Dies war auf jeden Fall sehr wichtig, und wenn man es schafft aus den nächsten beiden Begegnungen in Hoffenheim und anschließend gegen Karlsruhe mindestens 4 Punkte rauszuholen, dann kann man definitiv von einem gelungenen Saisonstart sprechen.

Ohnehin wird man auch nach dem fünften Spieltag erst ein paar klare Tendenzen in der Tabelle ablesen können, selbst Hannover könnte mit zwei Siegen in Folge den unterirdisch schlechten Start sicherlich wieder halbwegs vergessen machen.

Was sich zum VfB auf jeden Fall schon mal festhalten lässt, ist der starke Verdacht, dass wir auch in dieser Saison wieder wenige Unentschieden zu erwarten haben. Schon in der letzten Saison hatte der VfB mit vier Remis die wenigsten Unentschieden der gesamten Bundesliga und auch dieses Jahr scheint es nach den ersten Eindrücken für den VfB wieder nur „hopp oder topp“ zu gehen. Der Bloggerkollege blogckm hat dies in seiner Saisonprognose mit folgendem Satz sehr gut ausgedrückt:

“Mein Gefühl ist, dass es in der Mannschaft zu viele Spieler gibt, die explodieren wenn es läuft und zu wenige, die dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht, nachdem es schlecht lief.”

Und diese „Qualität“ hat sich in den ersten drei Spielen schon wieder sehr deutlich abgezeichnet und so wird auch in dieser Saison wohl wieder sehr viel davon abhängen, ob es gelingt, das erste Tor in den Spielen selbst zu erzielen. Und das möglichst früh im Spiel. Solange das Verhältnis von Siegen zu Niederlagen noch etwas mehr für den VfB ausschlägt, hätte ich damit natürlich auch kein Problem…
Seitenblick – Dritte Liga: VfB Stuttgart II – Eintracht Braunschweig 4:0 (1:0)

Auch der kleine VfB war am Wochenende erfreulich erfolgreich und konnte gegen Braunschweig den zweiten Saisonsieg feiern und sich damit wieder etwas Luft verschaffen. Erneut ohne den noch angeschlagenen Torjäger Sebastian Hofmann, dafür aber mit dem A-Jugendlichen Didavi, konnte man einen sehr souveränen und ungefährdeten Sieg einfahren. Gerade der junge Didavi begeistertete dabei und glänzte mit gleich zwei Toren, zu denen sich in der zweiten Hälfte dann noch Treffer von U19-Nationalspieler Sebastian Rudy (von dem ich mir für die Zukunft einiges verspreche) und Mittelstürmer Sven Schipplock (ebenfalls noch keine 20 Jahre alt), der ebenfalls eine sehr gute Leistung ablieferte. Hier haben wir wieder einiges an viel versprechenden Talenten, die in nicht allzu ferner Zukunft sicherlich mal an die Türen der ersten Mannschaft klopfen können. Mit sieben Punkten aus den ersten fünf Partien steht das Team nun auf Rang 8, was in etwa der Platzierung entsprechen dürfte, die man sich für den 34. Spieltag ebenfalls erhofft.

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