Hirngabels ultimater Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: 30 Rock / How I Met Your Mother.

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

Samantha Who?
Aliens in America

The Simpsons
Scrubs

My Boys
Reaper

The Big Bang Theory
IT Crowd

My Name Is Earl
Californication

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30 Rock



 

Eine der großen Überraschungen der Season 06/07 war sicherlich die NBC-Comedy 30 Rock, die vor allem, aber nicht nur, von Kritikern kräftigst abgefeiert wurde – und das durchaus zu Recht. So gab man, trotz „nur“ ordentlicher Quoten, denn auch recht frühzeitig bekannt, dass die Serie auf jeden Fall in eine zweite Season gehen sollte.

 

Die Serie 30 Rock -Kurzform der Adresse des NBC-Gebäudes (30 Rockefeller Square)- handelt von Liz Lemon, die als Haupt-Autorin der Sketch-Show „The Girlie Show“ tätig ist, wo sie mit einem äußerst anstrengenden Chef (fantastisch: Alec Baldwin), einem sehr verschrobenen Mitarbeiter-Team und ihren eigenen Neurosen zu kämpfen hat.

 

Man kann bei 30 Rock wohl von einer Art „Meta-Serie“ sprechen. Denn Tina Fey spielt nicht nur die Autorin der fiktiven Show, sondern schreibt auch noch das Skript von 30 Rock – und verarbeitet dabei augenscheinlich ihre eigenen Erfahrungen, die sie als Autorin und Schauspielerin der bekannten Sketch-Show „Saturday Night Live“ war, die mehr als eindeutig Vorbild der „Girlie Show“ ist. Und als wäre das nicht schon „Meta“ genug, werden in 30 Rock zudem auch noch jede Menge bekannter Schauspieler und anderer Showbusiness-Persönlichkeiten durchgeschleust – manche spielen sich dabei selbst (Jerry Seinfeld, Conan O’Brien, Al Gore), manche aber auch nur eine Rolle.

Nur bei einem kann man sich in diesem Zusammenhang garantiert sein: Die Celebrities benötigen eine gehörige Portion Selbstironie, denn in der Regel werden ihre Auftritte dort zumeist auf ihre in der Öffentlichkeit eher negativ wahrgenommenen Eigenschaften/Ticks konzentriert.

 

Und in dieser „Metahaftigkeit“ der Serie (es lebe der Neologismus…) liegt denn auch ihre größte Stärke, da sich alleine schon durch die Platzierung der Serie bei NBC schon jede Menge sehr schöner Show-Biz und Politanspielungen ermöglicht werden. Und dies wird erfreulicherweise denn meist auch mit voller Konsequenz ausgereizt.

Dies wird durch die Karikaturenartige Anlage der Serie unterstützt, denn hier ist beinahe alles gnadenlos überzeichnet, die Figuren, die Storylines und meistens auch die Art der Inszenierung. Dies mag nicht jedem gefallen, ich aber finde es großartig, da es genau meinen Nerv trifft. Wunderbar auf die Spitze getrieben wird dies beispielsweise in den wirklich exzellenten Episoden „Greenzo“, „M.I.L.F. Island“ oder „Succession“ – wobei auch die restlichen Folgen nur selten wirklich abfallen. Alleine schon durch diese Panoptikum an skurrilen Figuren, denen Fey immer wieder wunderbare Subplots zugesteht, die ein ums andere Mal begeistern können (wie z.B. die Koffeinsucht von Kenneth oder „The World’s Greatest Porn Video Game“).

 

Meine Wertung: Starke 9 von 10 Gabeln [für Season 2]

 

Sidekick: The Middleman

 

Wo wir gerade bei stark überzeichneten Serien sind, muss ich mal kurz noch auf die ebenfalls ganz wunderbare Serie The Middleman hinweisen. Zwar fällt diese Show nicht in den Zeitbereich, den ich mir für diesen Guide gestellt habe, aber dennoch möchte ich kurz eine Sehempfehlung abgeben, bevor diese Serie womöglich bald abgesetzt wurde. Zumindest wurde die Staffelorder für Season 1 von ABC Family um eine Episode gekürzt. Kein wirkliches Wunder, denn The Middleman ist nicht unbedingt Konsensfernsehen, sondern ein ziemlich überdrehtes Comic-Spektakel über zwei Special Agents, die die Welt vor Aliens, Zombies und klassischen Cartoon-Bösewichten beschützen. Und dabei ist das ganze auch noch ziemlich camp angelegt, eine Art Mischung aus Men In Black, Scrubs, Austin Powers, sowie Mit Schirm, Charme und Melone. Letztere Referenz ist dabei gar nicht so ungewöhnlich, denn für das Remake dieser Klassiker-Serie (das zugegeben nicht wirklich gut ankam) zeichnete sich auch schon Lost-Autor Javier Grillo-Marxuach verantwortlich, der hier nicht nur die der Serie zugrunde liegenden Graphic Novels erfunden hat, sondern auch die Serie selbst schreibt.

Nicht nur denjenigen, denen es einfach nach frischem Serienmaterial dürstet, kann ich diese Serie nur wärmstens ans Herz legen. Ein knallbuntes Zitate-Feuerwerk!

 

How I Met Your Mother

 

 

 

Dem durchschnittlichen Leser dieses Blogs muss ich wohl nicht mehr viel über How I Met Your Mother erzählen. Schließlich habe ich schon mehrfach hier in diesem Blog über HIMYM geschrieben und auch schon häufiger an anderen Stellen meine Meinung zu dieser CBS-Serie kundgetan. Und wer das nicht gelesen haben sollte, der wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Serie kennen – und da würde ich dann wohl Gläubigen predigen. Aber gut, ich habe den Weg dieses Serienguides beschritten, also muss ich es auch durchziehen.

 

Daher erst einmal ein kurzer Disclaimer: Ich liebe diese Serie!

 

Mir geht das Herz schon auf, wenn ich die ersten Akkorde des Titelsongs höre, ein Lächeln kommt automatisch auf die Lippen, wenn die Glocken dazu einsetzen und wenn dann das „Ba BaBababaaa“ erklingt, dann fühl ich mich direkt heimisch.

Die erste Staffel habe ich in den vergangenen Jahren schon ca. 4 oder 5 Mal komplett gesehen und auch die zweite Staffel dürfte ich mittlerweile mehrfach durchgeschaut haben – inklusive aller Extras und Audiokommentare. Grob geschätzt dürften wohl zudem ca. 15-20 Leute direkt oder indirekt von meiner Begeisterung angesteckt und in die Abhängigkeit getrieben worden sein. Von daher würde ich der Serie wohl so ziemlich alles verzeihen, denn How I Met Your Mother ist einfach eine ganz vorzügliche, wunderbare, großartig gemachte Serie, die man einfach lieb haben MUSS!

 

Aber geben wir noch mal eine Kurzzusammenfassung, was für eine Serie How I Met Your Mother eigentlich ist: Nun, der Titel sagt eigentlich alles, denn es geht darum, dass Ted Mosby seinen Kindern davon erzählt, wie er deren Mutter kennengelernt hat. Abseits dieses Aufhängers, geht es aber vor allem um das Leben von ihm und seinen vier besten Freunden im New York des frühen 21. Jahrhunderts (sprich: heute).

 

Das Ganze ist also im Grunde eine klassische Sitcom, die ein mehr als deutliches Vorbild hat: Friends. Und wie auch schon der berühmte Klassiker unter den Sitcoms, so ist auch die Stärke von HIMYM eindeutig die liebevolle Figurenzeichnung gepaart mit einem exzellenten Casting. In erster Linie ist da sicherlich Josh Radnor, der genau den richtigen Sympathiegrad für die Hauptfigur besitzt und seine Rolle mit einwandfreiem Timing und einem angenehmen Schuss Verpeiltheit ausfüllt. Dazu hat er eine perfekte Harmonie mit Colbie Smoulders, die die Quasi-Co-Hauptrolle Robin Scherbatski natürlich auch sehr bezaubernd spielt.

Die wahren Stars der Serie sind aber natürlich die „Neben“figuren!

Zum einen hätten wir da das Pärchen Marshal und Lilly, bei denen man nie so wirklich weiß, wer die Hosen anhat… Jedenfalls harmonieren diese beiden, gespielt von Alyson Hannigan (bekannt aus Buffy und American Pie) und Jason Segel (aus dem unbedingt mal gesehen haben müssenden Freaks & Geeks, Nie wieder Sex mit der Ex), derart glänzend, dass man hier wirklich meinen könnte, sie gehörten zusammen. Beide sind einfach mit einem hervorragenden komödiantischen Talent gesegnet.

 

Aber bevor ich zum Schluß komme, sollte ich natürlich auch mal kurz auf die dritte Staffel eingehen. Kurz gefasst: Hervorragend wie immer.
Ein wenig viel Stuntcasting mit Gastauftritten von Enrique Iglesias und Britney Spears – aber okay, die Auftritte haben nicht wirklich gestört. Dafür gab es wieder mal jede Menge guter, witziger Einfälle, wie die „Hot-Crazy-Scale“, der „Bro-Code“, „Revertigo“ und das „Sandcastles in the sand“-Video, die gesamte „The Bracket“-Episode, Slapsgiving und alles was dazu gehörte, die „Platinum Rule“, das „Yips“ und und und… Und zu allem Überfluss noch ein paar fiese Wendungen am Ende der Staffel – die aber wiederum Carter Bays und Craig Thomas gute Gelegenheiten geben dürften, die Geschichte noch um ein paar weitere Ecken zu führen. Denn natürlich ist es ein Stück weit ein Problem, dass man bei einem so konkreten Titel das eigentliche Ziel der Serie (die Mutter treffen) ja irgendwann mal erreichen muss (und eine frühzeitige Absetzung wäre in diesem Falle das absolut furchtbarste!).

Für mich aber ist, um mal eine Plattitüde zu vermeiden, der Weg das Ziel – und von mir aus könnte es lange so weitergehen.

 

Losgehen (hach, schöner Delling…) tut es für HIMYM auf jeden Fall endlich auch in Deutschland, und zwar am 13. September um 14.10 Uhr. Wie man an der Uhrzeit schon erahnen kann (sofern einem der Kalender nicht ohnehin geläufig ist), handelt es sich um einen Samstagnachmittag – was meiner Meinung nach die perfekte Programmierung ist. Gut, eine Platzierung in der Primetime wäre natürlich auch irgendwie cool gewesen, aber das Umfeld am Comedy-Samstag sollte perfekt passend sein – ausserdem wissen wir ja wie solche Versuche bei uns oft enden. Zudem dürften die Quotenansprüche auf diesem Sendeplatz nicht so hoch sein, als dass sich die Serie schnell verabschieden wird. Bleibt halt nur die Frage, was die deutsche Synchro aus dem brillanten Wortwitz machen wird, der die Serie so sehr auszeichnet…

 

Achja, Neil Patrick Harris kicks natürlich ass – und zwar Bro’-Style! Aber das brauch ich wohl nicht zu erwähnen, oder?

 

Meine Bewertung: 9-10 von 10 Gabeln [für Season 3]

 

Coming up: Das Leben vor dem Tod im Lala-Land.

7 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

7 Antworten zu “Hirngabels ultimater Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: 30 Rock / How I Met Your Mother.

  1. 30 ROCK habe ich noch nie in den Genuss kommen dürfen, die dritte Staffel von HIMYM fand ich selbst im Gegensatz zur zweiten wieder etwas schlechter, u.a. auch wegen dem Stuntcasting. Aber seiner Lieblingsserie verzeiht man immer gerne mal den einen oder anderen Lapsus.

  2. Ich denke, du solltest Dich mal an „30 Rock“ heran wagen. Kann grad nicht genau einschätzen, ob Dir der sehr überzeichnete Humor gefallen wird, aber alleine schon wegen der ganzen Showbiz-Referenzen und der Politsatire, die immer mal wieder mit reinspielt, sollte es für Dich einen Blick wert sein.
    Noch ist ja Sommerpause. =)

    Ja, HIMYM verzeihe ich gerne mehrere Lapsen. Wobei ich persönlich eigentlich auch nur das (kalkulierte) Buhei um Britney etwas störend fand. Iglesias fand ich bspw. eigentlich ziemlich gelungen besetzt – v.a. weil er auch so eine wunderbar schleimige Figur gespielt hat.

  3. Vollste Zustimmung zu beiden Serien. Einfach grandiose Unterhaltung. Zu „30 Rock“ fällt mir noch ein: Ich war da. 30 Rockefeller Plaza. Ich bin durch den NBC-Eingang marschiert. Ein kleiner Orgasmus für mich Seriengeek. Bilder folgen… (also von dem Gebäude – nicht dem Orgasmus)😉

  4. @bullion

    Freut mich! Also, dass Du auf solche Bilder verzichtest. =)
    Zustimmung hatte ich natürlich erwartet.😉

    Ich hoffe, Du hast auch eine Kiste Hot Dogs auf der Straße vor dem NBC-Gebäude gekauft?

  5. Argh, ich wusste doch ich habe etwas vergessen…

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