Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: The Big Bang Theory / IT Crowd

In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.

Bisher besprochene Serien:

Back to you
Welcome to the Captain

Samantha Who?
Aliens in America

The Simpsons
Scrubs

My Boys
Reaper

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The Big Bang Theory

Heute kommen wir zur Abwechslung mal wieder zu klassischen Sitcoms, nachdem wir zuletzt doch recht viele eher untypische Vertreter des Comedy-Serien-Genres hatten.

Aber es gibt sie durchaus noch, die klassischen Sitcoms, die trotz des etwas angemieften Laughtracks durchaus Klasse haben und auf hohem Niveau amüsieren können.

Eine solche Serie ist The Big Bang Theory, die von einer 4 köpfigen Nerd-Clique handelt. Hauptfigur ist das junge Physik-Genie Leonard Hofstaedter (Johnny Galecki), der sich mit dem noch begabteren, aber extrem neurotischen Leonard Sheldon (großartig: Jim Parsons) eine Wohnung teilt. Das zentrale Motiv, und dadurch natürlich der Quell vieler Gags, ist dabei das Aufeinanderprallen von Geek-Ansichten und Mainstream-Welt – in diesem Fall repräsentiert durch die optisch durchaus reizende Nachbarin Penny, die das komplette Gegenteil zum nerdigen Universum der beiden Jungs und ihrer zwei nicht minder weltfremden Kumpels darstellt.

Meinen Standpunkt zur Qualität dieser Serie habe ich hier eigentlich schon mal relativ ausführlich kundgetan, und auch wenn dies damals gerade mal nach einem Drittel der Staffel war, so ist meine Meinung doch im Grunde immer noch die Gleiche: Eine wirklich klasse und sehr witzige Serie, mit gut geschriebenen Figuren und einem Humor, der erfreulicherweise oft auf mehreren Ebenen funktioniert. Vordergründig oftmals recht platte, direkte Gags, aber eben im Hintergrund (oder auch manchmal etwas deutlicher, Stichwort „Doppler-Effekt“) immer wieder viele, sehr wunderbare Anspielungen auf die Welt der Wissenschaft oder des generellen Geektums.

Immerhin hat sich etwas geändert, im Vergleich zum Zeitpunkt meines damaligen Postings, und zwar das Standing der Serie bei vielen. Denn beim Start hat der Pilot doch gehörig auf die Fresse bekommen und wurde recht vernichtend von vielen beurteilt – etwas, was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Doch erfreulicherweise wurde die Serie nicht nur im Laufe der Zeit immer besser, sondern dies wurde auch von immer mehr Leuten honoriert. Figuren wie die von Sheldon sind dazu einfach auch zu gut geschrieben, als dass man sie nicht weiterverfolgen wollen könnte.

Für mich definitiv eines der absoluten Highlights unter den diesjährigen Comedy-Neustarts, das mit “How I Met Your Mother” (zu der ich natürlich noch kommen werde) ein wirklich starkes Comedy-Doppel geben – auch wenn die Quoten beider Serien leider nur maximal mit dem Attribut „zufrieden stellend“ zu belegen sind.

Warum hat ProSieben hier eigentlich noch nicht zugeschlagen für seinen Comedy-Samstag?

Meine Bewertung: Sehr gute 8 von 10 Gabeln [für Season 1]

IT Crowd

Und wenn wir schon grad beim Thema “Nerds vs. Reality“ sind, dann ist der Sprung zu IT Crowd natürlich mehr als nahe liegend, sind doch auch hier die Hauptfiguren zwei eher weltfremde Nerds, in deren Leben plötzlich eine „normale“ Frau tritt und dadurch den Alltag der beiden ordentlich durcheinander wirbelt. Zudem handelt sich auch hier um eine konventionelle Sitcom mit dazugehörigem Laughtrack – der Unterschied: Diese Produktion ist britisch.

Die erste Season sorgte 2006 durchaus für einigen Buzz in der Internet-Community, stehen hier doch zwei absolute Computer-Freaks im Mittelpunkt des Geschehens, die wirklich so ziemlich alle Nerd-Klischees erfüllten. Zudem wurden die Serien legal im Internet zum Download verfügbar gemacht, was natürlich zusätzlich für einiges Aufsehen sorgte.

Natürlich reicht das aber alleine nicht, sondern hier kam dann auch noch hinzu, dass die Qualität der Serie auch absolut hervorragend ist. Dies liegt vor allem an den großartigen Darstellern, allen voran Richard Ayoade, der den neurotischen Morris Moss einfach nur wunderbar verkörpert. Aber auch Chris O’Dowd als sein Kollege Roy und Katherine Parkinson als die fachfremde Abteilungsleiterin Jen, stehen ihm kaum nach. Alle drei legen ein wunderbares Timing an den Tag, setzen die von den Machern um Graham Linehan geschriebenen Dialoge perfekt um.

Wer mir nicht glaubt, der schaut sich einfach mal an, wie die beiden ausgestrahlten Folgen des deutschen Remakes (die im Grunde nur eine Kopie mit anderen Darstellern war) aussehen – und schon wird man sehen, wie ungemein wichtig Schauspieler und Regie auch in einer simplen Sitcom sind. Wirklich ein (abschreckendes) Paradebeispiel, das sich alle Filmstudenten mal anschauen sollten.

Auch die zweite Staffel kann erfreulicherweise das hohe Niveau der Debüt-Season halten und hat in seinen leider, leider wieder nur 6 Episoden wieder unglaublich viele Highlights verpackt. Besonders großartig z.B. die Episode „Moss and the German“, mit der genialen Parodie auf die Anti-Filmpiraterie-Spots der Filmindustrie, oder auch die völlig aus den Fugen geratende Dinnerparty. Und wenn es nicht nur eine Serie mit lediglich 6 Episoden pro Staffel wäre, dann würde ich die Serie wohl auch etwas später hier auflisten. So kommt sie halt jetzt schon und muss einigen anderen mit mehr Folgen den Vortritt lassen.

Eine dritte Staffel soll angeblich für 2008 angekündigt sein – genauere Bestätigungen dafür konnte ich allerdings bislang nicht ausfindig machen. Zu hoffen wäre es jedenfalls!

Meine Bewertung: 9 von 10 Gabeln [für Season 2]

Sidekick: Black Books

An dieser Stelle bauen wir mal kurz einen kleinen Seitenblick ein und widmen uns kurz der Serie Black Books, die das Vorgängerwerk von IT Crowd-Schöpfer Linehan ist und deren drei Staffeln ich vor einigen Wochen mal geschaut habe.
Auch hier steht ein Trio aus zwei Männern und einer Frau im Mittelpunkt – damit hat es sich dann storytechnisch (nicht humor- und machart-technisch) schon mit den Gemeinsamkeiten.

Das titelgebende „Black Books“ ist ein kleiner abgewrackter Buchladen in London, der von der Hauptfigur Bernard Black (Dylan Moran, gleichzeitig auch Mitschöpfer) geleitet geführt besessen wird, dem allerdings sämtliche Verpflichtungen, die mit der Leitung eines Geschäfts verbunden sind (Kundenservice, Buchbestellungen, Hygiene), zutiefst zuwider sind. Konkret gesagt: Bernard hasst Menschen und ist zudem ein saufender, Kette rauchender Choleriker.

Glücklicherweise hat er mit Manni Bianco (Bill Bailey) –einem ehemaligen Steuerberater, den er mal vor einem Trupp Skindheads gerettet hat- einen Angestellten, der all diese Tätigkeiten mit absoluter Hingabe erledigt und dabei die Charakterschwächen seines Chefs an sich abprallen lässt. Das Trio wird komplettiert durch Fran Katzenjammer (ja sie heisst so im Original), die Besitzerin eines benachbarten Ramschladens, die allerdings vorwiegend mit Trinken beschäftigt ist.

Wer britische Sitcoms, wie eben IT Crowd oder auch das wunderbare und absolut empfehlenswerte Spaced von Simon Pegg (der, wie auch sein Kompagnon Nick Frost, einen Gastauftritt in BB hat) mag, der wird auch hier nicht unglücklich werden. Einzig, der notorische Misanthrop Bernard ist zwar einerseits definitiv ein Highlight, kann aber in seiner konsequenten Verachtung seiner Mitmenschen auf Dauer etwas anstrengend sein.

Meine Bewertung: 7 von 10 Gabeln [für die Seasons 1-3]

PS: Linehans erster größerer Serienerfolg Father Ted über einen auf eine Hebriden-Insel strafversetzten Pfarrer habe ich übrigens auch mal angefangen – sagte mir allerdings nicht wirklich zu.

Coming up: Sex mit Minderjährigen und eine Schicksalsschlampe.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

4 Antworten zu “Hirngabels ultimativer Serienguide zur Season 07/08 – Comedy: The Big Bang Theory / IT Crowd

  1. Vollste Zustimmung zu TBBT – die Serie kommt bei mir sogar noch einen Tick besser weg. IT Crowd habe ich bisher leider noch nicht gesehen und Black Books stand auch schon öfter auf meiner Einkaufsliste, befürchte aber nach wie vor eine Enttäuschung nach dem genialen Spaced.

  2. Du kennst tatsächlich „IT Crowd“ noch nicht? Dann solltest Du das definitiv umgehend nachholen, denn es ist wirklich, wie oben geschrieben, einfach eine exzellente Serie! Und durch die Kürze mit insgesamt lediglich 12x 22min-Episoden ist das ja auch recht leicht/schnell nachzuholen.

    „Spaced“ ist natürlich wirklich großartig gewesen! „Black Books“ ist da zwar deutlich schwächer, aber doch schon ein Stück weit anders gelagert, so dass man da jetzt nicht unbedingt direkt Vergleiche ziehen muss. Kann man auf jeden Fall auch gut gucken (nur halt nicht unbedingt alles in einem Rutsch durch, wird sonst aufgrund des konsequenten Overacting von Dylan Moran etwas anstrengend) – aber IT Crowd sollte definitiv erstmal Priorität besitzen!

    Hängt Euch doch nicht dauernd an den konkreten Wertungen auf *nöl* – die sind ja nur aus Nächstenliebe gegenüber Rudi hier aufgeführt. =) Die Serie gehörte immer zu denen, die ich, sobald verfügbar, als erstes geschaut habe – und das ist immer ein sehr gutes Qualitätsmerkmal.

  3. Gut, Deine wiederholte Werbung für „IT Crowd“ ist nun auch bei mir angekommen und ich setzte sie auf meine imaginäre Must See-Liste. „Black Books“ sagte mir bisher nix. Mal sehen!

    Huh, was für eine Coming Up-Ankündigung ist das denn?!😉

  4. Ich denke, Du wirst IT Crowd definitiv nicht bereuen, denn Du dürftest damit einiges anfangen können.

    BB kannst Du sicherlich ruhigen Gewissens auf die Sommerpause im kommenden Jahr verschieben, wenn Du vielleicht etwas mehr Zeit und Ruhe hast. =)

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