Good vibrations.

Wie schon mehrfach in diesem Blog erwähnt, bin ich derzeit recht viel unterwegs und das manchmal wegen eigenem Urlaub, meistens aber doch aus beruflichen Gründen.
Reisen an sich klingt natürlich erstmal recht glamurös, schließlich kommt man an einige durchaus nette Plätze auf dieser Erde und hat zudem oft die Möglichkeit in schicken Hotels zu übernachten und lecker Essen bei exklusiven Abendveranstaltungen zu genießen. Aber, auch wenn das natürlich schwer wie „Jammern auf hohem Niveau“ klingt, so ist das ganze doch auch immer mit einem nicht unerheblichen Arbeits- und Stressanteil verbunden. Daher ist es mal wieder an der Zeit einen kleinen Einblick in den für Außenstehende eher mysteriösen Bereich des Destinationsmarketings zu geben.

Und so gibt es heute mal wieder einen kleinen Bericht über einen Teil meines Berufsalltags: Die „Sales Mission“.

Aber „Sales Mission“ – was ist das eigentlich?

Bezieht man es speziell auf den Touristikbereich ist es im Grunde eine Art Verkaufstour, die in einem bestimmen Quellmarkt durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Rundreise, die uns in diesem Jahr vorwiegend durch den Westen und Norden Deutschlands geführt hat (Frankfurt-Köln-Hannover-Hamburg), kommt eine Gruppe von Partner aus dem entsprechenden Zielgebiet nach Deutschland. Ziele dieser Übung, die je nach Kunde jährlich oder jedes zweite Jahr durchgeführt wird, sind gleich mehrere:

a) Treffen mit den Produktmanagern von Reiseveranstaltern tagsüber und abends
b) Training von Mitarbeitern der Reservierungs- und Produktabteilungen bei Reiseveranstaltern tagsüber
c) Wohlfühlevents für Reisebüromitarbeiter mit Werbe-/Trainingsaspekten am Abend

Eine solche Delegation umfasst dabei -im Optimal- aber auch im Maximalstressfall ;-)- eine Reihe unterschiedlichster Partner: Vertreter des Tourism Office, Sales Manager von Hotels der Region, Vertreter von lokalen Fremdenverkehrsbüros sowie Anbieter von Dienstleistungen, wie Tourenorganisatoren.

Dies hat dann den Vorteil, dass man in den Präsentationen, bei den Trainings, ein sehr schönes Spiegelbild der Vielfältigkeit einer Destination abgeben zu können – birgt aber natürlich auch den Nachteil, zum Beispiel bei mehreren Hotelpartner aus der gleichen Region, dass ein gewisses Konkurrenzverhalten an den Tag tritt bzw. treten kann. Das ist dann natürlich eine unserer Aufgaben, hier für möglichst ausgeglichene Verhältnisse zu sorgen und wenn möglich diplomatisierend eingreifen zu können. Quasi der soziale Aspekt unserer Tätigkeit. =)

Auch wenn die Reiseveranstaltertermine die eigentlich wichtigeren Bestandteile der Reise sind, da es hier darum geht, neue Ziele, Hotels und Dienstleistungen in die Programme zu bekommen, bzw. die Mitarbeiter über die Destination zu schulen, sind es doch vor allem die Abendveranstaltungen, die am aufwändigsten sind. Schließlich handelt es sich hierbei in der Regel um Events, die für eine Zahl von ca. 60-80 Gäste ausgelegt sind und zudem auch noch zwei nahezu grundverschiedene Anspruchshaltungen erfüllen sollten:

Den Delegationsmitgliedern geht es hier natürlich vor allem darum, dass möglichst viele Reisebüroleute erreicht werden und diese mit möglichst vielen Informationen über die eigenen Produkte und Dienstleistungen versorgt werden können. Dies darf aber natürlich auf der anderen Seite nicht zu einer trockenen Informationsveranstaltung geraten, schließlich wollen die Reisebüromitarbeiter ja auch ein wenig unterhalten und „gepampert“ werden, damit man es schafft neben sachlichen Argumenten für das Reiseziel vor allem positive Assoziationen im Kopf der Reisebüroleute zu erzeugen. Und die müssen „uns“ schließlich an der Front verkaufen.

Damit sind wir dann auch beim Kernpunkt meiner/unserer Arbeit. Denn Tourismus bzw. das Verkaufen von Reisen ist vor allem das Verkaufen von positiven Emotionen – egal ob es sich dabei um den Endkunden, den Reisenden, handelt oder um den „Vermittler“, der die Reise verkauft. Schließlich ist der letztlich auch nur Mensch. Für uns kommt es dann bei solch einer „Sales Mission“ zusätzlich noch darauf an, auch unseren Partnern ein möglichst gutes Gefühl zu geben, denn schließlich wollen auch die, wenn auch auf etwas andere Art, „gepampert“ werden, so dass man bei allem logistischen Aufwand und Stress, den man bei sowas hat, immer gute Laune verbreiten muss. Etwas, was doch sehr ermüdend sein kann, auch wenn es großen Spaß macht, vor allem wenn es so gut läuft, wie in der eben rumgebrachten Woche.

Im nächsten Teil wird es dann etwas ausführlicher um den sogenannten „Fam-Trip“ (oder auch: Inforeise) gehen.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Work & Travel

Eine Antwort zu “Good vibrations.

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