Traumurlaub.

Poppitz

Satire, Österreich 2002
Laufzeit: 99 Min.
Regie: Harald Sicheritz
Darsteller: Roland Düringer, Marie Bäumer, Alfred Dorfer, Kai Wiesinger, Oliver Korritke

Gerry Schartl (Roland Düringer) ist ein erfolgreicher Autoverkäufer aus Wien und ist auf dem Weg, mit seiner Familie -Frau Lena (Marie „Uschi“ Bäumer) und Tochter Patrizia (Nora Heschl)- in den wohlverdienten Urlaub im Südseeinselparadies Cosamera zu fliegen. Seine Gedanken allerdings kreisen vor allem um die Arbeit in der Heimat, nachdem kurz zuvor der alte Chef gestorben ist und der Junior-Chef (Alfred Dorfer) andauernd mit einem mysteriösen Deutschen namens Poppitz telefoniert hat. Derart angeschlagen durch die Sorgen um die plötzlich unsichere Zukunft nimmt in dem All-Inclusive-Resort der ganz normale Touri-Wahnsinn seinen Lauf. Der Koffer geht verloren, das Appartement ist Kakerlakenverseucht, das Personal unfähig, die Frau wird von einem DEUTSCHEN angebaggert und vor allem ist nicht herauszukriegen, wer dieser verdammte Poppitz ist!

Zugegeben, ich bin kein wirklicher Freund von Pauschalurlaub, sondern liebe vor allem individuellen Urlaub, wo ich etwas von der Gegend sehe und etwas vom Alltag der Menschen mitbekomme. Daher bin ich natürlich besonders empfangsbereit für eine solche Satire, die diese schrecklichen Pauschal-Club-Urlaube komplett auseinandernehmen und den Zynismus einer abgeschotteten „luxuriösen“ Anlage in einer eigentlich ärmlichen Region wunderbar auf den Punkt bringt. Dies gelang 1995 schon in dem sehr unterhaltsamen Fernsehfilm Club Las Piranjas mit Hape Kerkeling und in dieser Tradition steht denn auch die österreichischische Produktion Poppitz.

Bei Poppitz allerdings kommt noch ein etwas… nennen wir es mal surrealistischer Einschlag, mit vielen Einschüben wo sich Schartl verschiedene Szenarien ausmalt oder sich mit dem Publikum unterhält (Scrubs wäre da eine recht gute Referenz).

Manchmal schießen diese Einschübe ein wenig übers Ziel hinaus und dämpfen damit etwas die Wirkung und auch nicht jeder Gag zündet wirklich, zudem ist das Ende, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig.
Aber wer auf böse, zynische Satiren steht und Cluburlaub auch nicht so mag (oder als Fan mal geheilt werden möchte), der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen, falls er mal darüber stolpern sollte. Allzu wahrscheinlich ist eine Ausstrahlung im Fernsehen auch nicht wirklich.

Wer mehr dazu lesen will, kann gerne auch meine Kritik von der Erstsichtung lesen, die noch in etwa so gültig ist und bei kino.de hier zu finden ist.

Auf der DVD gibt es als Special eher wenig. Lediglich Filmografien von Darstellern, und Regisseur, sowie Trailer und ein Making Of. Einzig erwähnenswert ist vielleicht die deutsche Sprachfassung, die ich auch geschaut habe, da die Originalversion mit teilweise sehr starkem Dialekt doch manchmal etwas schwierig zu verstehen ist.

7 von 10 Gabeln

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