Unlucky Strike.

Eigentlich hatte ich ja vor heute einen entspannten Bericht über meine „Bahnstreik“-Erfahrungen abzugeben, und zu schreiben, wie wunderbar das doch eigentlich funktioniert, wenn man sich vorher nur ein wenig vorbereitet. Und dass es während eines Streiks eigentlich viel geschickter ist, wenn man Bahn fährt, als sich wie die Hunderttausend anderen Lemminge in die Staus auf den Straßen zu stürzen.

Aber Pustekuchen.
Seit Donnerstag abend hatte ich mich auf die Heimfahrt von Köln ins Bergische Land vorbereitet und habe Radioberichte sowie die aktuellen Notfallpläne auf www.bahn.de/ris beobachtet und daraus erkennen können, wie wohl die Abläufe waren und feststellen dürfen, dass einer von den drei Zügen, die in meine Richtung fahren immer ausfällt, einer immer verspätet kommt (der, den ich normalerweise nehmen müsste) und einer immer grob pünktlich ist. Letzterer war also mein Kandidat, da ich somit noch ausreichend Puffer hatte, um den anschließenden Bus zu nehmen.

Also verließ ich am Freitag abend, ca. 30 Minuten früher als sonst, um 17.30h das Büro um die S11 in Köln-Deutz um 17.50h zu bekommen. Alles klappte soweit ganz gut, und ich war nach Beschaffung des entsprechenden 4er-Tickets um 17.43h an meinem Gleis, das -wie erwartet- erfreulich leer war. Noch schnell in der gelben Quadratbox eine Zigarette geraucht und dann war auch schon 17.50h und die Bahn kam – natürlich nicht. Also hingesetzt, Laptop aufgeklappt, die jüngste Folge „Pushing Daisies“ (tolltolltoll!) angeschmissen und gewartet…

Tja, und wie das so ist, wenn man sich mal auf die Bahnnotfallpläne verlassen möchte, kam die Bahn nicht. Auch nicht die um 18.10h, die gereicht hätte um meinen Bus um 18.33h zu bekommen. Und natürlich erst recht nicht die um 18.30h, die zumindest noch gereicht hätte um den Alternativ-Bus zu nehmen, der mich zwar nicht nach Hause, aber in die Stadt gebracht hätte, in der ich später verabredet war.

Stattdessen kam dann um 18.48h endlich eine S11, nachdem ich also schon eine Stunde in der Kälte des zugigen Bahngleis rumgehockt hatte. Die PD-Folge war mittlerweile auch zu Ende und ich ging dann über zur letzten Reaper-Episode (wirdauchimmerbesser!), als dann kurz nach Einstieg in die Bahn der Akku des Laptops leerging. Da ich es aber hasse ohne irgendwelche Ablenkung Bahn/Bus zu fahren, stöpselte ich die Kopfhörer direkt vom Laptop wieder zum MP3-Player um – dessen Batterien selbstverständlich leer waren. Ersatz hatte ich selbstverständlich keine… Naja, Murphy’s Gesetz halt…
Und wenn dem natürlich nicht schon genug gewesen wäre, passierte dann natürlich wieder das, was immer passiert, wenn sich eine S11 deutlich verspätet – man wird 2 Haltestellen vor Ende rausgeschmissen!

Das letzte Teilstück ist nämlich eingleisig und wenn dann eine Bahn so sehr verspätet ist, dass direkt dahinter die nächste, pünktliche Bahn kommt, darf man an der vorvorletzten Haltestelle umsteigen und auf den nachfolgenden Zug warten. Also raus aus dem Zug, runter in die Katakomben, wieder hoch, ans andere Gleis und rein in den nächsten Zug.

Als ich dann um 19.14h an der Endhaltestelle in Schäbbisch Gläbbisch ankam, waren natürlich alle sinnvoll verfügbaren Busse schon weg. Der nächste Bus, der in mein Heimatdorf fuhr, würde erst in einer Stunde um 20.17h fahren, während alle anderen Busse der Linien 426 und 427, die zwischendurch abfuhren leider nur knapp 2/3 der eigentlichen Strecke fahren – ein Erfindung wohl wirklich grausamer Fahrplaner der WupperSieg.

Glücklicherweise fand sich dann noch ein netter Kumpel, der sich freundlicherweise erbarmte und mich dann an besagter Haltestelle nach 2/3 der normalen Strecke abholte – natürlich knapp 10 Minuten verspätet, da der Busfahrer mit eben jener Verspätung in Gladbach erst losfuhr…

Nun ja, wie gut, dass sich die beiden Verhandlungspartner Bahn und GDL am Sonntag wieder treffen.
Nein, leider nicht am Verhandlungstisch sondern bei Anne Will in der ARD. Herzlichen Glückwunsch!

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Menace to Reality

Eine Antwort zu “Unlucky Strike.

  1. 😀 Jaha, die Bahn. Bei der kleinsten Störung bricht bei denen alles zusammen. Das muss nicht mal ein Streik sein. Normale Bauarbeiten reichen schon. Mir ist da schon Ähnliches mit der Berliner S-Bahn passiert. Habe daraufhin eine schöne Mail geschrieben, die ich ja mal auf meinem Blog veröffentlichen kann.

    Bin ja selbst gerade „ut of kapitl sity“ (neues Euro-Englisch). Meine Fahrten bestreite ich dabei aber nur mit Konkurrenzunternehmen der Bahn, die auch noch wesentlich preiswerter sind.

    p.s.: PD muss man im Warmen schauen! Banause!! 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s