[Müssen

Eben war es endlich mal wieder soweit – ein Live-Konzert. Wir sind Helden.

Zum zweiten Mal nach dem Konzert im März 2004 -oh my gosh, ist es wirklich schon so lange her?- in der Düsseldorfer Phillipshalle hatte ich nun das Vergnügen eine der erfolgreichsten Bands Deutschland zu sehen und mich davon überzeugen, warum dem denn eigentlich so ist.

Wenn man es etwas vereinfacht auf einen Nenner bringen möchte, dann erklärt sich das „Warum?“ durch einen Namen: Judith Holofernes.

Man, was hat diese Frau ein Charisma! Und trotzdem schöne Zähne.

Es ist schon wirklich beeindruckend mit welcher lockeren Leichtigkeit sie da über die Bühne hüpft und kreiselt und -um mal eine Phrase zu vermeiden- mit ihrem Lächeln einfach so das ganze Publikum bezaubert.

Aber eigentlich ist dieser Grund natürlich viel zu kurz gegriffen, denn eigentlich ist es die Harmonie der ganzen Bandmitglieder, denen ihr Auftritt einfach Spaß zu machen scheint, so dass man ihnen ihre Begeisterung ohne wenn und aber abnimmt. Und das schöne ist, dass dies auf dem damaligen Konzert schon ganz genauso war.

Es ist einfach eine wahre Freude zu sehen, wie sich die 4 Helden in ihrer Haut pudelwohl fühlen, so dass der berühmt-berüchtigte Funke da wie selbstverständlich aufs Publikum überspringt – selbst wenn eine solche „Konsensband“ natürlich ein äußerst gemischtes Publikum mit sich bringt, so dass man hinter sich auch mal einen 4 Jährigen mit Ohropax im Ohr stehen hat (bzw. auf den Schultern seines Vaters sitzen hat).  Finde das aber auch irgendwie ganz nett und man muss ja auch nicht immer pogen – nur frage ich dann, weshalb man sich mit einem so kleinen Jungen nur drei Meter direkt vor die Boxen stellt…

Aber bevor ich abschweife, wieder zurück zum Konzert. Denn neben der bandinternen Chemie und den sich daraus ergebenden unterhaltsam bis intellektuell-witzigen Zwischenmoderationen -die man so sonst meist nur von den Ärzten kennt-, überzeugen die Helden auch musikalisch absolut. Auch wenn die Erinnerungen nicht mehr ganz so frisch sind, so würde ich doch schwören, dass die Helden sich musikalisch wirklich auch noch weiterentwickelt haben was das Live-Spiel angeht. Aber das kann auch täuschen.

Ein Gewinn ist definitiv die Unterstützung durch das Bläser-Trio „Die Piloten“ (leider keine Homepage auffindbar), die den Sound der Helden nicht nur wunderbar abrunden, sondern auch ihrerseits absolut die Bühne zu rocken verstehen. Und zudem von den Helden auch schön mit einbezogen werden.

Ich hätte an dieser Stelle nun auch noch gerne eine Setlist aufgeführt, doch leider ist mein Gedächtnis schon seit Jahren derart morsch, dass ich solche Dinge immer ganz schnell vergesse, wenn sie mir nicht jemand aufschreibt. Ich kann nur sagen, dass es eine wirklich gelungene Mischung aus allen ihrer bisherigen Alben war, angefangen von „Heldenzeit“, „Ist das so?“ und „Aurelie“ vom Debüt „Reklamation“ über „Gekommen um zu bleiben“, „Echolot“, „Nur ein Wort“ und „Von hier an blind“ vom gleichnamigen Nachfolger, bis natürlich hin zu den vielen Songs vom starken Neuling „Soundso„. Gespickt mit dem einen oder anderen Cover und zwei denkwürdigen Crowdsurfingeinlagen -beim zweiten Mal „surfte“ während „Nur ein Wort“ gar gleich die komplette Band, und was hatten sie einen Spaß dabei…- reichte dies für ein schön gemixtes Bühnenprogramm von knapp zwei Stunden, das mich prima unterhalten hat.

Der einzige Wermutstropfen des ganzen Abends -abgesehen von diversen emotionalen Wirrungen meinerseits, an denen die Schnulzensongs der Helden natürlich nicht ganz unschuldig waren- war lediglich die Vorband. Hier ging der Punktsieg definitiv an das erste Helden-Konzert, bei dem die damals noch herzlich unbekannten Franz Ferdinand die Einheizer geben durften. Dieses Mal „mussten“ wir leider mit einer 5er-Combo aus Frankreich vorlieb nehmen, die sich „one-two“ nennen [„One for the money, two for the show“… gähn…]. Leider konnte der Live-Auftritt von ihnen nicht mal im Ansatz mit dem mithalten, was die Songs auf ihrer mySpace-Seite teilweise versprachen. Es war musikalisch nicht wirklich ausgereift und Bühnenpräsenz ging den Jungs leider auch weitestgehend ab.  Nur ein, zwei Songs klangen wirklich brauchbar auf der Bühne. Schade eigentlich.

 PS: Und beim nächsten Mal nehm ich auch ne Kamera mit um das ganze mit ein paar Fotos untermalen zu können….

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Hast du Töne!?, Muss man wohl dabei gewesen sein...

2 Antworten zu “[Müssen

  1. DooMiniK

    Der einzige Wermutstropfen war die Vorband … und mir noch sagen, wie blöd Du das findest, dass ich nicht mit dabei bin … Danke Du Penner ! =)

  2. Pingback: Wermutstropfen. « Hirngabel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s