Reihenweise. (Nachtrag)

Nachdem ich mittlerweile auch die Piloten weiterer Serien-Neustarts anschauen konnte, gibt es nun auch dazu noch eine Einschätzung von meiner Seite.

Private Practice

Die erste Folge des Greys Anatomy-Ablegers war kein ganz klassischer Pilot, da es sich eben um ein Spin Off der von mir unerklärlicherweise sehr geschätzten Serie Greys Anatomy handelt (dazu später mehr), das schon zum Ende der vergangenen GA-Staffel durch einen sogenannten „Backdoor-Piloten“ eingeführt worden ist. Es gab durchaus einige Kritik an der ersten Folge von PRIVATE PRACTICE, die ich auch zumindest im Hinblick auf Unübersichtlichkeit und teilweiser Belanglosigkeit durchaus nachvollziehen kann. Doch macht Serienerfindern Shonda Rhimes auch in PP einiges richtig, was ich auch schon an GA mochte, wozu z.B. der exzellente Soundtrack gehört. Zudem überzeugte mich PP vor allem durch die Darsteller. Zwar blieben die einzelnen Figuren insgesamt meist noch etwas flach, was aber irgendwo bei einem solchen Piloten und recht vielen zentralen Figuren unabdingbar ist, aber es gibt eben manche Darsteller, die ich einfach sehr gerne sehe. Dazu zählt gar nicht mal in erster Linie Kate Walsh als Hauptdarstellerin (die ich dennoch mittlerweile gerne sehe), sondern vor allem Paul Adelstein (Dr. Cooper Freedman), den ich schon als Agent Kellerman in PRISON BREAK ganz großartig fand und einfach gerne sehe. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit Chris Lowell den ich in VERONICA MARS schon sehr gerne gesehen habe. Diese drei Schauspieler werden dann für mich auch erstmal die drei Hauptgründe sein, diese Serie bis auf weiteres mitzuverfolgen. Wobei natürlich auch schön wäre, wenn sich PRIVATE PRACTICE auch auf Storyebene noch weiter entwickelt.

Apropros Story: In PP geht es um das Leben und Lieben innerhalb des Teams einer privaten Gemeinschaftspraxis in Los Angeles. Spannend, oder? 😉

PS: Die Quoten sind, trotz kräftiger Verluste in Woche 2, bislang jedenfalls sehr, sehr ordentlich und dürften für recht zufriedenstellende Mienen bei den Senderverantwortlichen sorgen. Und auch GA hat bislang nicht allzu dramatisch unter dem Verlust von Kate Walsh (und auch Isaiah Washington) zu leiden. Sieht auf den ersten Blick nach einem mehr als gelungenen „Experiment“ aus.

Life

Polizist Charlie Crews (Damian Lewis) wurde vor 12 Jahren für einen Mord, den er nie begangen hat, zu lebenslanger Haft verurteilt. Nachdem sich nun aber die Beweislage geändert hat, wurde Crews nachträglich für unschuldig erklärt und seine Freilassung mit einer kräftigen Schadensersatzzahlung in Millionenhöhe versüßt. Doch statt nun das Leben nur noch in vollen Zügen genießen und die Millionen zu verprassen (was Crews dennoch tut), tritt er wieder in den Polizeidienst ein – um den Mord und die Hintergründe seiner Inhaftierung aufzuklären und zu rächen.

Noch bin ich ein wenig unschlüssig, was ich von LIFE halten soll, denn der Pilot wirkt insgesamt ein wenig unausgegoren inszeniert. Ich kann es nicht an konkreten Punkten festmachen, aber diese immerhin erfreulich unaufgeregte und konventionell inszenierte Krimiserie hat mich nicht mit einem durchgehend positiven Gefühl hinterlassen. Gerade die Hauptfigur Crews ist zwar mit dem Hintergrund durchaus interessant, bleibt aber im Piloten noch etwas fremd, was wohl vor allem an dem Zwiespalt zwischen den Rachegefühl einerseits und der von ihm in den Gefängnisjahren antrainierten Zen-Einstellung liegt.

Ich hoffe für die Serie, dass dieser Konflikt im Laufe der Serie noch thematisiert wird und nicht nur als „Dekoration“ für diese Figur genutzt wird, um ihn besonders zu machen. Ebenso fraglich ist, ob die millionenschwere Schadensersatzzahlung zu mehr benutzt wird, als nur dazu, um ab und an ein paar Lacher (Trecker) und Gimmicks (Auto) einzubauen. Ich denke da vor allem an die Figur Bruce Wayne, der als Batman, sein großes Vermögen einsetzt, um auf Verbrecherjagd zu gehen.

Dirty Sexy Money

Anwalt Nick George (Peter Krause) hat in seinem Leben alles getan, um sich möglichst weit von der Tätigkeit seines Vaters zu distanzieren, der als Anwalt für die ebenso reiche, wie skandalumwitterte Familie Darling tätig war und deren Mitglieder sein Leben lang souverän um jede juristische Klippe geschifft hat. Nun ist Nicks Vater unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen und er muss sich wieder mit Familie Darling auseinadersetzen. Dies führt dann auch prompt dazu, dass sich Nick, der sein Engagement vor allem der Wohltätigkeit gewidmet hatte, von Familienoberhaupt Tripp Darling (Donald Sutherland) einwickeln lässt und als Nachfolger seines Vaters engagieren lässt, mit der Aussicht, durch ein mehr als großzügiges Gehalt diese wohltätigen Projekte finanzieren zu können.

Doch schon bald muss Nick feststellen, dass er nicht so ohne weiteres jede Menge Geld bekommt, sondern dafür auch einen 24h-Stunden-Nanny-Service für all die kaputten Mitglieder dieser High Society-Familie bringen muss. Und als wär das nicht genug, muss er auch noch feststellen, dass die Familie vielleicht beim Unfall seines Vaters die Finger mit im Spiel haben könnten…

Ich gebe es zu, ich habe so meine Probleme mit diesen Geschichten über ultrareiche, ultrakaputte Familien, deren Mitglieder alle alleine schon derart problembelastet sind, wie die Bewohner einer mittleren Kleinstadt im Sauerland zusammen. Daran scheiterte leider auch schon die überall sehr gelobte Serie ARRESTED DEVELOPMENT bei mir, deren Qualitäten ich zwar erkannte, aber wo mir das einfach zu viel war. Ähnlich erging es mir dann auch hier, denn all die kleinen und großen Probleme dieser vielen Figuren sind mir schnell über den Kopf hinausgewachsen und haben mich etwas erdrückt. Wirklich schade, da alleine schon das Line Up großartig ist, mit Schauspielern wie den schon erwähnten Peter Krause und Donald Sutherland, aber auch William Baldwin, Seth Gabel, Jill Clayburg und so weiter und so fort…

Dennoch werde ich in meinem Komplettistenwahn auch hier erstmal am Ball bleiben und der Serie zumindest noch ein paar Folgen geben sich in etwa weniger unübersichtliche Bahnen zu gelangen. Zudem gibt es zumindest eine kaputte Familie mit der ich überaus gute Erfahrungen gemacht habe, und zwar den Royal Tenenbaums von Regisseur Wes Anderson. Anderson hat zur Promotion seines neuen Werks „The Darjeeling Limited“ übrigens eine nette Promotion-Aktion gemacht, über die es einen schönen Beitrag bei Coffee & TV gibt. Aber das nur am Rande.

PS: Hmm, schon wieder kein CBS…

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