Reihenweise.

Meinen Einstieg in die „Blogosphäre“ möchte ich mit dem vollziehen, was mich momentan am meisten begeistert:  TV-Serien.

Lange Zeit habe ich mich dem Kinofilm gewidmet und das aktuelle Geschehen ausführlich verfolgt, doch mittlerweile, auch bedingt durch Umzug und Berufseinstieg, hole ich mir meine Dosis visueller Popkultur immer mehr im Serienbereich. Zwar gab es schon immer die eine oder andere Serie, die ich regelmäßig verfolgt habe, aber in den vergangenen Jahren wurden doch, gerade von den amerikanischen Sendern und Networks, verstärkt qualitativ hochwertige (und/oder einfach sauunterhaltsame) neue Serien herausgebracht.

Stellvertretend sei hier GILMORE GIRLS genannt, die für mich die intensivere Auseinandersetzung mit dem aktuellen Seriengeschehen bedeutet hat, da sie eine einfach anbetungswürdige Mischung aus liebenswerten Geschichten, brillanten Dialogen, hervorragenden Darstellern und einem unschlagbaren Soundtrack bildet bzw. leider, leider bildete…

Aber bevor ich hier ins Nostalgische abdrifte, versuche ich schnell die Kurve zum Grund meines Postings zu kommen. Und zwar möchte ich Euch, anlässlich des Starts der US-TV-Season gerne ein paar Kurzeinschätzungen zu den Serien geben, die ich in den nächsten Wochen und Monaten verfolgen möchte. Beginnen möchte ich mit den Serien, die in dieser Season neu starten bzw. gestartet sind. In den nächsten Tagen werden dann die Serien folgen, die ich schon vorher verfolgt habe.

Pushing Daisies

Ohne allzu viel verraten zu wollen: Es geht in PUSHING DAISIES um Ned, der die Gabe hat, Menschen zum Leben zu erwecken – für eine Minute. Diese Fähigkeit wird von einem Privatdetektiv entdeckt, der dies nutzt und mit Ned zusammen Morde aufklärt, um anschließend die Belohnung zu kassieren.

 *Die* neue Serie der Season 07/08 

Diese neue ABC-Serie steht hier eindeutig an erster Stelle, denn was im Pilot von PUSHING DAISIES gezeigt wird lässt mich niederknien vor Euphorie und Begeisterung. PD verkörpert so viele Dinge, die ich an Film & TV so liebe. Traumhafte Bilder, eine bezaubernd kreative Geschichte und geschärfte Dialoge – es reisst einem das Herz sperrangelweit offen. Natürlich orientieren sich die Produzenten Fuller (u.a. Heroes) und Sonnenfeld (u.a. Get Shorty) sehr am Inszenierungsstil von Regie-Ikone Tim Burton. Aber was soll an einer solchen Referenz schon verwerflich sein? Seinen Affenfiasko mal ausgenommen…

Der einzige Schwachpunkt, den ich nach dem Piloten noch ausmache, ist die fehlende Ausstrahlung des Hauptdarstellers Lee Pace, der mir etwas zu blass wirkte. Aber andererseits ist es vielleicht auch Methode, einen Kontrast zur sonst so bonbonbunten Welt des Pie-Makers zu bilden. Und es ist leicht zu verschmerzen, schließlich gibt es ja noch den angenehm knurrigen Chi McBride, die bezaubernde Anna Friel und nicht zuletzt den Star der Serie: die umwerfenden Bilder.

Bleib nach Ansicht des Pilots lediglich die Frage übrig, ob diese Serie überhaupt die Chance hat erfolgreich zu werden!? Die nächsten Wochen werden es zeigen, ich würde es mir wünschen, denn PUSHING DAISIES ist exakt mein Ding!

 Nach Deutschland wird die Serie es wohl kaum schaffen… [VOX: Überrasch mich!]

Chuck

Der zweitinteressanteste Serienstart war für mich dann CHUCK. Diese NBC-Produktion handelt von … nun  ja … von Chuck eben, einem durchschnittlichen Computer-Freak, der denn auch seinen Lebensunterhalt mit einem Job in der Service-Abteilung eines Elektronik-Supermarkts bestreitet. Diesem „Slacker“ werden zufällig sämtliche Geheiminformationen von FBI und NSA ins Gehirn „gespeichert, wodurch er natürlich prompt zur Zielscheibe dieser Geheimdienste wird, da kurz vorher das gemeinsame Rechenzentrum komplett zerstört wurde.

Diese Grundkonstellation (solange man sich auf den „Download“ ins Gehirn einlassen kann) bietet meiner Meinung nach schon mal eine wunderbare Ausgangsposition mit viel Potential, das auch im Piloten gut ausgeschöpft worden ist. Denn einerseits ist CHUCK sehr rasant und actionreich inszeniert, hat aber einen ganz eindeutigen Comedy-Schwerpunkt. Am treffendsten wäre vielleicht, die Serie als Mischung aus ALIAS und CLERKS zu bezeichnen.

Die Frage ist allerdings wohin der Weg letztlich gehen wird. Ob es ein richtiges Serial wird, oder doch eher in die Richtung geht, dass es jede Folge einen „Fall“ zu lösen gilt. Es bleibt zu hoffen, dass die Serie auch ein bestimmtes Budget bekommt, nachdem die Action im Piloten schon sehr professionell und breit angelegt inszeniert worden ist und dieses „Kino-Niveau“ schon wichtig für die Serie sein dürfte. 

Reaper

Auch in REAPER geht es um einen Loser, der vor eine übergroße Herausforderung gestellt wird. In dieser CW-Serie ist diese Herausforderung allerdings übernatürlicher Natur, denn Hauptfigur Sam erfährt plötzlich an seinem 21. Geburtstag, dass seine Eltern seine Seele an den Teufel verkauft haben.  Dieser fordert nun Sam’s „Schuld“ ein und verpflichtet ihn als Kopfgeldjäger für aus der Hölle entflohene Seelen, die er fortan, zusammen mit seinen Freunden jagen muss.

Gewisse Parallelen zu CHUCK drängen sich natürlich auf, denn auch hier steht eindeutig der Comedy-Aspekt im Vordergrund. Und erwähnte ich gerade noch die Referenz zu CLERKS, gilt dies hier natürlich erst recht – denn die Pilotfolge wurde von Clerks-Regisseur Kevin Smith inszeniert.

Und auch hier gelten im Grunde die gleichen Vorbehalte, denn auch REAPER muss erst zeigen wie sich die Serie auf Dauer positionieren möchte. Zudem stellt sich ebenfalls die Frage, wie sich ein nach dem Piloten möglicherweise reduziertes Budget auf den Stil der Serie auswirken wird, denn diese übernatürliche Thematik bringt einen hohen Bedarf an Special Effects mit, die dann auch schnell lächerlich wirken können.

Speziell auch nach Ansicht des Piloten, der neben wirklich guten, kleinen Ideen auch einige Schwächen hatte, ist hier meiner Meinung nach noch etwas Luft nach oben vorhanden. Mal schauen ob CW nach den eher mäßigen Quoten der ersten Episode, Reaper diese Chance gibt. Aber alleine schon wegen Ray Wise als charismatischer Teufel würde es sich lohnen.

Back to you

Eine Sitcom ganz klassischer Färbung bekommt man mit BACK TO YOU serviert.  Der bekannte Nachrichtensprecher Chuck Darling (Kelsey „Frasier“ Grammar) muss nach einem Faux-Pas von Los Angeles zu seinem kleinen Heimatsender ins beschauliche Pittsburgh zurückkehren, bei dem er 10 Jahre vorher groß geworden ist. In seiner Heimat muss er nun als ehemals großer Star lernen, wieder kleinere Brötchen zu backen. Und als wäre das nicht schwer genug, trifft er zudem auch noch auf Kelly Carr (Patricia Heaton, „Alle lieben Raymond“), die nicht nur seinen Platz in der ersten Reihe innehatte, sondern zudem auch noch -kurz vor dessen Aufbruch vor zehn Jahren- eine Affäre mit Chuck hatte.

Dieses Set Up gemixt mit einigen interessanten Nebenkriegsschauplätzen, wie dem Außenreporter, der lange auf Nachrichtensprecher-Job geschielt hat und nun verdrängt worden ist, bietet allerlei Potential für gute Sitcom-Momente, was der Pilot auch deutlich unter Beweis stellt. Eigentlich aber auch kein Wunder, denn neben den alten Kämpen Grammar und Heaton vor der Kamera, ziehen auch im Hintergrund Profis mit viel Erfahrung die Strippen, und das merkt man BTY über die ganze Distanz an. Die Dialoge sind clever geschrieben, das Timing sitzt und auch die Jung-Darsteller gehen neben Grammar und Heaton nicht völlig unter.

Definitiv eine Serie, die man sich gut zwischendurch anschauen kann und garantiert gut unterhalten wird. (Auch wenn das Ganze irgendwie besser in die 90er passt… =))

Gossip Girl

Die Buchadaption GOSSIP GIRL  ist ein weiterer Neustart bei CW, die ja nach dem Ende von u.a. GILMORE GIRLS und VERONICA MARS, ein paar Sendeplätze zu füllen haben. Doch so wie die ersten Quoten zeigen, scheinen weder GOSSIP GIRL noch REAPER die erhofften Erfolge bringen zu können. Wenn man nun fies wäre, könnte man sagen, dass man die Sendeplätze nun mit Serien gefüllt hat, deren Qualität eher auf dem Niveau der Quoten liegen. Okay, das ist unfair, weil einerseits der Vergleich zu den beiden herausragenden Serien der letzten Jahre nicht statthaft ist, und weil auch die Qualität der „Nachfolger“ bei weitem nicht so mies ist wie die Quoten von CW.

GOSSIP GIRL zum Beispiel ist eine visuell glänzende Satire auf die heutige Jugend der High Society Welt, was sicherlich direkt mit Produzent und Autor Josh Schwartz zusammenhängt, der schon für THE OC mitverantwortlich war. Doch leider muss für mich der Inhalt klar hinter der Optik zurückstecken, was in erster Linie daran liegt, dass mir in den ersten beiden Episoden sämtliche Figuren beinahe gänzlich fremd geblieben sind, selbst die designierten Sympathieträger.

Es bleibt abzuwarten, ob die vielen Jungdarsteller dazu in der Lage sind, aus der Serie mehr zu machen, als den klassischen Kampf von HighSociety-Blagen gegen Underdog-Kids.

Californication

Eigentlich interessierte mich CALIFORNICATION nicht die Bohne, doch aus lauter Langeweile habe ich dann auch hier mal in den Piloten reingeschaut (ausserdem ist man ja irgendwo auch Komplettist…) und war erstaunlicherweise sehr begeistert von der Geschichte des misantropischen und dauergeilen Autors Hank Moody, der versucht zwischen Drogen und Jetset mit den Trümmern seiner Ehe im verhassten L.A. zurechtzukommen. Hier wird auch eigentlich schon klar, warum mir diese Serie nicht so zusagte: Verdammt viel schwere Kost!

Doch der Pilot konnte mich nicht nur überraschen, sondern nahezu begeistern, denn CALIFORNICATION war erstaunlich leichtfüßig inszeniert und fand die perfekte Balance zwischen Tragik und Komik, was vor allem am charismatischen David Duchovny liegt, der hier eine Glanzleistung abliefert.

Gut, ein zusätzlicher Pluspunkt ist sicherlich die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Showtime-Serie handelt (Pay-TV) und dementsprechend viele -meist sehr hübsche- Brüste zu sehen sind. Unter anderem die von Madeline Zima (die kleine Gracie aus „Die Nanny“, if you remember…), die verdammt heiss geworden ist…

Für Freunde von SEX AND THE CITY (oder dem tragisch unterschätzten STUDIO 60 AT SUNSET BOULEVARD) gibt es zudem ein Wiedersehen mit dem sympathischen Evan Handler.

So, dies war nun mein erster richtiger Eintrag in diesem Blog und wenn er Euch gefallen hat, oder Ihr kritische Anmerkungen habt, seid ihr gerne eingeladen, dies in den Kommentaren kund zu tun.

In den nächsten Tagen wird es zudem noch ein paar Eindrücke von Private Practice, Life und Dirty Sexy Money geben.

PS: Betrachtet man sich mal die Sender, auf denen die Serien ausgestrahlt werden, dann könnte man sich fragen, was eigentlich mit CBS ist!? Irgendwie haben NBC, ABC, CW und auch FOX die interessanteren Neustarts… Ob CBS frisches Blut nicht nötig hat?

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Serientäter

2 Antworten zu “Reihenweise.

  1. DooMiniK

    Ja, Ja, Ja, Ja und Ja.
    Alles in allem ein gelungener Einstieg in die ‚Szene‘ würd ich meinen =)
    In diesem Sinne, viel Spaß beim Serien verfolgen und beim mit mir Teilen =)

  2. Pingback: Reihenweise. (2) « Hirngabel

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