Work-Life-Balance.

Einer der Vorteile meines Jobs, und da möchte ich gar nicht groß lamentieren, ist natürlich, dass ich regelmäßig die Gelegenheit habe, in ziemlich geile Ecken dieser Welt zu reisen und dort dann Zeit zu verbringen.

Die ständigen “Vorwürfe” meiner Freunde, ich würde ja doch nur Urlaub machen, versuche ich dann allerdings doch immer ein wenig zu entkräften, schließlich ist und bleibt es am Ende dann halt immer auch Arbeit.

Bei meinem letzten Trip allerdings, das muss ich dann auch mal zugeben, war der “Freizeitwert” dann doch derart hoch, dass der Arbeitsanteil -zumindest bei den 3/5 des Trips, die ich nicht im Kongresszentrum von Orlando verbracht habe- eher in den Hintergrund gedrängt wurde.

Zugegeben, der Hinflug war jetzt alles in allem kein richtig großer Spaß, da die Aschewolke auch noch am 11. Mai ihre Spuren in der Atmosphäre und dementsprechend im transatlantischen Flugverkehr hinterließ. In Anbetracht der nach wie vor leicht durcheinander gerüttelten Flugpläne musste mein United-Flug nach Chicago unglücklicherweise erst in einen eineinhalb Stunden späteren Abflugsslot verschoben werden und dann dauerte der Flug auch noch knapp eine Stunde länger als gewöhnlich, da wir Island auf einer nördlichen Route umfliegen mussten.

Immerhin, der Flieger war verhältnismäßig leer, so dass ich nicht nur einen Economy-Plus-Sitz genießen konnte, sondern auch zwei frei Plätze zu meiner Rechten, was den langen Flug doch einigermaßen komfortabel gestaltete. Leider gab es kein In-Seat-Entertainment und das Filmprogramm war eher mau mit Leap Year (extremst vorhersehbar), The Last Station (hauptsächlich gedöst), The Young Victoria (nicht schlecht, aber auch nicht überragend) und Did you hear about the Morgans (auch ziemlich lahm).

Insgesamt kam der Flieger dann leider fast 3 Stunden später als geplant in Chicago an, glücklicherweise hatte ich allerdings ursprünglich schon etwa 5 Stunden Umstiegszeit vor Ort, so dass selbst die wieder mal langen 100 Minuten Wartezeit an Immigration und Zoll unter dem Strich nicht verhindern konnten meinen, natürlich auch noch mal um 40 Minuten verspäteten, Anschlussflug noch zu erwischen.

Alles in allem lief der Flug allerdings komplikationsfrei und auf die Verspätungen war ich schon vorbereitet, so dass mich das alles nicht wirklich aus der Verfassung bringen konnte. Ändern kann man eh nix dran.

Inklusive Mietwagenabholung, der gut eine Stunde dauernden Fahrt bis nach Key Largo und kurzer Hotelsuche, wurde es dann zwar leider doch noch 2 Uhr morgens bis ich letztlich in meinem Hotelbett im Marina del Mar lag, aber dank des Jetlags hat das ja am nächsten Morgen ja ohnehin keine Auswirkung. =)

Frühstück gab es dann im sehr “einheimischen” und durchweg empfehlenswerten Diner “Mrs. Marc’s Kitchen” (furchtbare Website, aber gutes Essen), bevor der Vormittag dann mit ein paar Hotel-, Motel- und anderen Besichtigungen gemeinsam mit einem Kollegen rumgebracht wurde. Besonders das Drop Anchor Motel empfand ich als sehr empfehlenswert, auch wenn der Eigentümer nicht gerade ultrakooperativ wirkte, was meine eigenen beruflichen Zwecke anging. Aber das steht dann ja auch wieder auf einem anderen Blatt…

Im Anschluss daran konnte ich mich alleine auf den Weg machen und das genießen, was mir an den Florida Keys im Grunde am meisten Spaß macht: Die Fahrt zwischen Islamorada und Key West.
Das Teilstück könnte ich wirklich immer und immer wieder fahren und mich doch nicht daran sattsehen…

Quelle: Werbefoto - aber sieht tatsächlich so da aus

Quelle: Werbefoto - aber sieht tatsächlich so da aus

Unterwegs gab es dann noch einen rund zweistündigen Zwischenstopp in Marathon, wo ich endlich eine Aktivität abhaken konnte, die ich schon lange auf meiner Liste hatte: Ein Besuch des Turtle Hospitals, dem einzigen Schildkrötenkrankenhaus der Welt.

Ursprünglich mal ein Motel, hat man vor einigen Jahren den Herbergsbetrieb komplett eingestellt und widmet sich dort jetzt ausschließlich der Pflege erkrankter und verletzter Meeresschildkröten, die dem Turtle Hospitals vorwiegend aus Florida aber auch durchaus von weiter weg zugeliefert werden.

Die Tour des Geländes dauert alles in allem etwa 100 Minuten, wobei die erste Hälfte hauptsächlich damit verbracht wird einem Vortrag über das Krankenhaus sowie die diversen Bedrohungen für die Tiere zu lauschen, sowie sich die Operationssäle anzuschauen. Da das auf Englisch stattfindet ist die Geschichte in diesem Teil natürlich nur so bedingt familientauglich, sofern man nicht Englischsprachler ist, aber es ist kurz genug, um die Kinder halbwegs ruhig halten zu können bis zu dem Teil, weswegen man dort überhaupt hingeht: Schildkröten gucken.

Meeresschildkröte nach OP im Reha-Becken

Früher Motelpool, jetzt Pflegestation für verletzte und kranke Schildkröten

Zwei Wochen junges Schildkrötenbaby, leider nur drei Flossen

Insgesamt 44 Schildkröten haben hier derzeit ihr Zuhause - teils temporär, teils dauerhaft (je nach Schwere von Krankheit bzw. Verletzung)

Einen Besuch im Turtle Hospital kann ich auf jeden Fall nur empfehlen, alleine schon weil die Einrichtung auf die Einnahmen durch die geführten Touren dringend angewiesen ist. Das relativiert dann in meinen Augen auch die Eintrittspreise von $15 (bzw. die Hälfte für Kinder bis 12 Jahren) für die knapp zweistündige Tour, die mit einer kleinen Fütterung der Schildkröten beschlossen wird.
Touren werden dreimal am Tag durchgeführt (10, 13, 16 Uhr), das Education Center ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Nach der Tour ging es flugs wieder zurück ins Auto und die restlichen rund 50 Meilen runter nach Key West, wo ich dann erst ins Wicker Guesthouse, ein kleines nettes B&B direkt an der Duval Street, eincheckte und im Anschluss einen weiteren Punkt von meiner “Liste” abhaken konnte: Das Hemingway Home & Museum.

Obwohl eine der größten Attraktionen für Besucher Key Wests, hatte ich es bei meinen bislang rund 5 Besuchen in den Keys bislang noch nicht dort rein geschafft.

Mit $12 (bzw. $6 für Kinder) liegt der Eintritt mehr oder weniger im halbwegs normalen Bereich für solche Museen, muss man letztlich selbst für sich entscheiden, ob es einem das wert ist. Wenn man den Besuch macht, sollte man meiner Meinung nach aber auf alle Fälle das Angebot einer geführten Tour wahrnehmen, da man nur so auch wirklich was über die Geschichte(n) lernt und sich nicht nur Möbel anschaut. Und da gibt es über Hemingways Leben in Key West und darüber hinaus ja auch durchaus einiges interessantes und amüsantes zu erzählen. Beispielsweise warum im Garten ein Männerpissoir herumliegt.

Garten des Hemingway-Anwesen

Ernest Hemingways Schreib-Studio

Die berühmten Hemingway-Katzen mit 6 Zehen pro Tatze

Nach kurzem Spaziergang über die Duval Street habe ich den Abend dann gemütlich bei einem Sandwich und Baseball sowie Eishockey Conference Finals in Jack Flats Sportsbar ausklingen lassen (10 Leinwände, lecker Essen – empfehlenswert), da es am nächsten Morgen ziemlich früh rausgehen sollte.

Der Donnerstag stand nämlich erneut im Zeichen des “Dinge von der LISTE abhaken”, dieses Mal mit dem einzigen Nationalpark, der komplett zu den Florida Keys gehört (die Everglades gehören zu einer kleinen Ecke zu “uns”):

Dry Tortugas National Park

Die Dry Tortugas sind ein kleines (also wirklich ziemlich überschaubares) Atoll, etwa 80 Seemeilen westlich von Key West gelegen, auf deren Hauptinsel Mitte des 19. Jahrhunderts von der Unionsarmee (wohlgemerkt: Union, nicht Konföderierten) ein Militärfort gebaut wurde, um den Zugang zum Golf von Mexiko von hier aus zu kontrollieren.

Die Tortugas sind lediglich per Fähre (2,5h Fahrzeit pro Strecke) oder seit kurzem auch wieder per Wasserflugzeug erreichbar. Oder natürlich mit eigenem Boot, wer ein solches besitzt oder sich gemietet hat.
Ich habe den “normalen” Weg gewählt, mit einer von zwei Katamaranfähren – und hätte, wie ich auf der Rückfahrt dann später feststellen sollte, vor dem Ablegen um 8.00h das Angebot annehmen sollen, ein Medikament gegen Seekrankheit zu nehmen.

Auf der Hinfahrt, bei wesentlich angenehmerem Seegang, gab es erst mal ein typisch amerikanisches Frühstücksbuffet mit Bagels, Cereals und Co, so dass man sich die Wartezeit während der Überfahrt etwas verkürzen konnte. Auf der Überfahrt werden zudem, ebenfalls im Preis von $160 inbegriffen wie die Mahlzeiten und die Tour, Schnorchelausrüstungen an alle verteilt, die schnorcheln möchten.

Ankunft ist um kurz nach 10 Uhr, um viertel vor 11h beginnt die geführte Tour, die man auf jeden Fall mitmachen sollte und etwa eine gute Dreiviertelstunde dauert. Zwischen 11 und 13 Uhr hat man zudem die Möglichkeit, Lunch auf dem Schiff zu bekommen, der aus einem recht klassischen Sandwich-Buffet besteht. Im Anschluss daran, so habe ich es zumindest gehandhabt, kann man sich dann noch für 1-2 Stunden an den kleinen Strand hauen bzw. Schnorcheln gehen, was sich allemal lohnt, da im flachen Gewässer an der Westseite des Forts sehr viele wunderschöne Korallen anzufinden sind.

Der "Burggraben" vor Fort Jefferson

Bis zu 2000 Soldaten haben hier mal gelebt

Schön is' schon.

Garden Key, die Nachbarinsel, ist Vogelschutzgebiet - und wirklich voll mit Vögeln.

Wasser, türkis. Himmel, blau.

Ungefähr 50 Mio. Backsteine wurden im Fort verbaut. Zum Teil aus New England angeliefert.

Größtes Problem war (natürlich) die Wasserversorgung - daher der Zusatz DRY bei Tortugas

Ein bisschen Baden und Schnorcheln im glasklaren, unbelasteten Wasser sollte man sich nicht entgehen lassen.

Wer sich das ultimative Erlebnis geben will, der kann auf den Dry Tortugas auch campen - rund 100km von jeglicher Zivilisation entfernt.

Spaziergang entlang des "Burggraben" rund um Fort Jefferson

Die Rückfahrt habe ich dann fast komplett an Deck verbracht. Besser so.

Um etwa 15 Uhr legt die Fähre dann wieder ab und kehrt zwischen 17 und 17.30 Uhr etwa wieder in den Hafen von Key West zurück.

Nach der Rückkehr ging es für mich dann wiederum weiter, wieder die Keys hinauf nach Islamorada, wo ich zum Abendessen mit meiner Chefin, sowie zwei Reiseveranstaltern aus Deutschland bzw. der Schweiz zum Abendessen verabredet war. Es gab lecker knackfrisches Sushi im Restaurant Nikai, das zur wunderschönen Cheeca Lodge gehört. Wo wir natürlich auch übernachtet haben.

Vollkommen richtig, das ist eine Badewann auf dem Balkon mit Meerblick. Zugang übrigens durch die (sehr geräumige) Dusche. Und links daneben passen übrigens ganz bequem 5 Erwachsene, ein Tisch und eine Wodka-Flasche auf den Balkon. Theoretisch gesprochen.

Die Cheeca Lodge zählt durchaus zur höheren Hotelkategorie, wie man sich angesichts dieses kleinen Bildes oben schon denken kann – und genau auf dieser Ebene haben wir uns dann auch erst einmal weiter bewegt. So gab es dann am darauffolgenden Morgen direkt mal eine Besichtigung des direkten Nachbarn The Moorings Village, einer Anlage mit 18 kleinen Häuschen, absolut idyllisch auf einer Kokosnusspalmenplantage, direkt am Strand gelegen.

Wie gesagt, sehr idyllisch. Und gar nicht so teuer für das gebotene.

Die ins Meer hinein ragende Palme im Hintergrund dürfte übrigens der meistfotografierteste Baum auf den Keys sein. Vor allem mit Models drauf. Ohnehin war das Moorings schon Ort von zig professionellen Photoshootings von Victoria's Secret bis Jennifer Lopez. Einmal sogar mit Elefanten.

Wenn ich groß bin, verbring ich hier auch mal ein Wochenende.

Aber leider durften wir hier nicht übernachten, sondern haben nur eine kurze Führung durch die, sehr schönen, Appartments bekommen. Stattdessen ging es direkt im Anschluss weiter zu einem anderen Hotel – das in Sachen Exklusivität noch mal zwei bis elf Schippen drauf legt.

Schließlich liegt Little Palm Island, wie man anhand des Namens vielleicht vermuten kann, auf einer eigenen Insel.

Eine Insel. Ohne Berge.

Der Blick auf die Insel bei der Ankunft.

Sonst nur sehr schwer zu finden: Hier läuft das Key Deer direkt im Dutzend rum.

Neugierige Viecher. Das ist übrigens ein ausgewachsenes Tier.

Lässt sich schon aushalten hier. Preislich liegt man hier allerdings in Dimensionen - zum mit den Ohren schlackern...

Das Boot mit dem man anreist. Oder man halt selber eine Yacht, wie die im Hintergrund.

Auch hier haben wir dann leider nicht übernachtet, stattdessen ging es weiter nach Key West, wo wir wieder ins Wicker eincheckten, wo ich schon zwei Nächte zuvor untergekommen bin. Den Nachmittag verbrachten wir dann mit ein paar weiteren Besichtigungen anderer Gästehäuser, verpackt in einen ausführlichen Spaziergang quer durch Key West. Was bei den Temperaturen und der hohen floridianischen Luftfeuchtigkeit schon beinahe an Sport grenzte und mit dem Sonnenbrand auf dem Rücken vom Schnorchelausflug nicht das überaus angenehmste überhaupt war…

Am Abend ging es vor dem Essen in einem eher einfachen, aber nichtsdestotrotz guten Restaurant an der Duval Street noch kurz zum Sonnenuntergang auf den Mallory Square, wo jeden Abend die Sunset Celebration stattfindet – ein Event, dem ich unfassbarer Weise bis dahin immer noch nicht beigewohnt hatte. Auch wenn der Sonnenuntergang an diesem Abend leider nicht ganz so spektakulär wie sonst oft war, so ist die Ansammlung von Straßenkünstlern und teils durchaus schrägen Charakteren doch überaus unterhaltsam.

Der übliche Trubel zur Sunset Celebration

Der Mann mit den Katzen - eine Institution mittlerweile.

Leider unscharfes Bild, aber diese beiden Jungs waren mal richtig klasse.

Nach lecker Conch Fritters und einem Salat mit frischem Thunfisch bei Caroline’s starteten wir noch kurz einen Versuch Nachtisch im leider aber hoffnungslos überfüllten Better than Sex zu kriegen, bevor der Abend dann in meinem Lieblingsrestaurant/Bar 915 mit ein, zwei Drinks relativ früh beendet wurde.

Relativ früh, denn am Samstag morgen stand wieder ein relativ früher Beginn an für einen Tag, den ich im Nachhinein als so etwas wie “Der perfekte Florida Keys Tag” bezeichnen würde.

Los ging es wie erwähnt relativ früh, noch vor 8 Uhr mit einem Frühstück in schöner, karibischer Atmosphäre unter Palmen am Pool unseres Gästehauses in Key West.

Pool des Wicker Guesthouse, Duval Street in Key West

Veranda des Wicker Guesthouse - linke Flagge ist übrigens die der "Conch Republic"

Im Anschluss an das leichte Continental Breakfast wurden wir dann von meiner Kollegin abgeholt und fuhren raus zur Sugarloaf Marina, einem kleinen, leicht abgeranzten Hafen auf der gleichnamigen Insel Sugarloaf Key, rund 20 Minuten Fahrzeit von Key West entfernt.

Dort wurden wir dann auch schon von Andrea erwartet, um uns mit ihrem kleinen Motorboot sowie drei Kayaks im Gepäck auf eine Tour ins so genannte “Backcountry” der Lower Keys mitzunehmen, wo wir den Großteil des Samstags zu verbringen planten.
Mit “Backcountry” wird übrigens die dem Golf von Mexiko zugewandte ufernahe Region der Keys genannt, die von hunderten kleinerer und größerer Mangroveninseln in viel flachem Gewässer geprägt ist, aber… ach… seht einfach selbst…

Rund 15 Minuten ging es mit dem Motorboot in die Kanäle durch die Mangroven

Madame Captain

Mehr Mangroven und Meer

Nach einer guten Viertelstunde Fahrt haben wir dann Anker gesetzt und sind von der motorisierten Fortbewegung auf die manuelle umgestiegen. Da das Kayaken allerdings nicht die trockenste Variante ist, habe ich aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet meine Kamera mitzunehmen. Daher gibt es von diesem Teil der Tour leider keine Bilder. Es hat allerdings wirklich richtig viel Spaß gemacht!
Wir dürften alles in allem rund 3 Stunden unterwegs gewesen sein, wobei wir nicht nur gepaddelt sind, sondern einen Teil (ca. einen knappen Kilometer) auch zu Fuß hinter uns gebracht haben, mit den Kayaks an Seilen im Schlepptau. Relativ easy, da große Teile, wie schon erwähnt, einfach extrem flach sind. Dort haben wir dann auch eine geraume Zeit angenehm im Meer rumgelegen und uns die Sonne auf den Pelz brennen lassen – bzw. in Anbetracht meiner vorbelasteten Rückenhaut auf mein T-Shirt…

Nach der windbedingt etwas anstrengenderen Rückkehr zu unserem Boot gab es dann erst einmal lecker Sandwiches zum Lunch auf dem Boot – eine Sache, die das ganze Erlebnis ordentlich abrundete. Bevor wir dann auf dem Rückweg nochmal halt an einer der flacheren Flächen machten und noch einmal eine gute Stunde zum Sonnenbaden und Plantschen ausnutzten.

Als genug geplanscht war ging es wieder zurück in den Hafen und von dort wieder zurück nach Key West, wo als nächster Programmpunkt der Nachmittag dann mit Shopping auf der Duval Street verbracht wurde und ich tatsächlich unter Beweis stellen konnte, dass es möglich ist, in Key West einen Anzug zu kaufen. Sogar ein ziemlich schicker. =)

Abendhimmel über Key West

Am frühen Abend waren wir dann im Westin Key West verabredet, von wo es zum Abendessen in eine Restaurant ging, das ebenfalls nur per Boot zu erreichen ist: Das Restaurant auf Sunset Key, einer kleinen Insel die rund 5 Minuten “vor” Key West liegt, direkt in Richtung Sonnenuntergang.
Die Sunset Key Cottages sind ihrerseits eine Appartmentanlage, die ebenfalls für Reisende offen ist und das wohl exklusivste Übernachtungserlebnis “in” Key West bieten. Und zudem eben ein sehr tolles Restaurant bieten, wo wir dann lecker Fisch gegessen haben (natürlich) und (natürlich) einen Tisch hatten, der direkt am Strand positioniert war und perfekten Blick auf die rotglühende untergehende Sonne bot. In der Tat saßen wir sogar besser als das Pärchen, das gerade seine Hochzeit in Key West feierte…

Strand von Sunset Key

Cottages auf Sunset Key in direkter Strandlage

Cottages auf Sunset Key in direkter Strandlage

Pool unter Palmen, Sunset Key

Nachtaufnahmen sind nicht meins, das gebe ich gerne zu

Wohlgenährt und ohnehin schon ziemlich glücklich, ließen wir uns nach der Rückkehr zum “Festland” (naja, zur Hauptinsel, Key West halt) dazu breitschlagen noch auf ein, zwei Drinks in der Schooner Wharf Bar vorbeizuschauen, einer Outdoor-Bar, die bei Touris und Einheimischen gleichermaßen beliebt ist. Und das vermutlich nicht nur, weil die erste von drei Happy Hours morgens um 8 Uhr stattfindet…

Ein Grund der Beliebtheit dürfte sicherlich auch sein, dass dort jeden Abend Live-Musik und anderes Entertainment (Zauberer!) stattfindet und wie es der Zufall wollte an diesem Abend, als wir reinschauten, wurde die Hausband rein zufällig durch Clarence Clemons verstärkt, der eben einfach mal so da war und Lust hatte, mit der Band zu jammen.

Clarence Fucking Clemons, seines Zeichens Gründungs- und immer noch Mitglied von Bruce Springsteens E Street Band, jammte da einfach so rum.

Glaubt's mir oder lasst es bleiben, da unten auf der Bühne spielt Clarence Clemons gerade Saxophon

Wie gesagt, das war alles in allem einfach ein perfekter Florida Keys Tag:
Frühstück am Pool, Kayaktour mit Reelax Charters in den Mangroven der Lower Keys mit Lunch im Boot, Shopping auf der Duval Street, Dinner auf Sunset Key und Gute Nacht-Mucke von Clarence Clemens. So was gibt es nur in Key West.
Oder zumindest nicht an vielen anderen Orten noch auf dieser Welt.

Am nächsten Morgen war dann, nach erneutem und entspanntem Frühstück poolside, nochmal ein bisschen Arbeit in Form von Besichtigung weiterer Gästehäuser angesagt, bevor es zum Flughafen ging, da unser Flieger nach Orlando wartete. Natürlich nicht ohne nochmal ein paar “keysy” Erlebnisse zu haben, wie beispielsweise die Tatsache, dass ich meinen Alamo-Mietwagen an der Station zurückgab – und dann mit eben jenem Mietwagen wieder zum Flughafen gebracht wurde. Wer braucht schon einen Shuttlebus?

Kurz nach Mittag ging es dann wie erwähnt vom kuschelig-kleinen Flughafen Key Wests nach Orlando, wo dann tatsächlich vorwiegend Arbeit angesagt war, da dort der International Pow Wow stattfand, eine Tourismusmesse, auf der ich dann lustig Termine mit Reiseveranstaltern und anderen wichtigen Menschen hatte.

Zugegeben, ich mag den Pow Wow ganz gerne und auch wenn Orlando nicht wirklich zu meinen Lieblingsstädten gehört, so waren die organisierten Abendevents doch exzellent. Sonntagabend gab es die Auftaktveranstaltung in Disneyworld (Magic Kingdom genauer gesagt), was schon was für sich hat, so ganz exklusiv. Also so exklusiv, wie das mit mehreren Tausend Menschen halt ist…

Leider bietet Magic Kingdom nicht wirklich tolle Achterbahnen (oder zumindest waren für uns keine geöffnet) ausser dem doch schon sehr alten Space Mountain, was etwas schade war.
Was allerdings am nächsten Abend mehr als wieder gut gemacht wurde, als der Abendevent in den Universal Studios stattfand und dort mehr Achterbahnen offen waren, als wir zeitlich in den paar Stunden geschafft haben. Genial war allerdings, dass für uns tatsächlich exklusiv schon der Harry Potter Teil geöffnet war und ich kann nur sagen: Das ist schon verdammt beeindruckend und echt schick gemacht (also, wenn man auf diese künstlichen Freizeitparkwelten steht). Vor allem die Achterbahn “Fight of the Dragons” (oder so ähnlich) war wirklich exzellent!

Der absolute Oberhammer in Sachen Achterbahnen ist allerdings eine Bahn namens Rock It!. Absoluter Knaller!
An sich schon eine gute und sehr schnelle Achterbahn mit ordentlich Steigungen, Loopings, Gefälle, Schraubenziehern und ähnlichem, ist der wahre Clou dieser Bahn, dass in die Kopfstützen Lautsprecher intergriert sind und man mittels eines Touchpads auf der Sicherheitshalterung aus rund 50-60 Songs seine individuelle Musikbegleitung für die Achterbahnfahrt auswählen kann. Geniestreich! Ich habe natürlich direkt mal “Rollin’” von Limp Bizkit gewählt…

Eine weitere Achterbahn gab es dann zwei Tage später bei der Abschlussveranstaltung in SeaWorld noch zu erleben: die relativ neue Bahn “Manta”, in der man tatsächlich eingehängt wird und quasi durch fliegt. Zwarr nicht ultraschnell aber durch die ungewohnte Position doch ein sehr cooles Erlebnis, vor allem das Gefühl in den Loopings ist extrem kribbelig.

Manta @ SeaWorld Orlando

Und natürlich, wie es sich für Orlando und SeaWorld gehört, gab es dann zum Abschluss noch eine Aufführung der Orca-Show “Shamu Rocks!” – ganz ehrlich: nicht so wirklich meins. Wobei natürlich Reihe 5 schon ganz cool ist.

Shamu Rocks! mich jetzt nicht soo sehr

Tja, und das war es dann auch schon.
Falls überhaupt jemand bis hierhin gelesen hat, dann sei noch erwähnt, dass der Rückflug komplikationsfrei ablief und der Flieger zwar diesmal (von Washington nach Frankfurt) quasi voll war, aber dafür insgesamt schlanke 2 Stunden kürzer als der Hinflug nach Chicago und zudem das Entertainment wesentlich besser war. Sowohl System als auch Programm, ich mir aber Länge- und Müdigkeitsbedingt “nur” den sehr guten Invictus mit voller Aufmerksamkeit gönnte. Kleiner Wermutstropfen war dann nur noch, dass ich nach dem Gepäckabholen noch kurz vom Zoll aufgehalten wurde (zum ersten Mal in meinem Leben) und dadurch den Zug eine Stunde später nehmen musste. Dumm gelaufen.

Zu Hause angekommen packte ich dann auch schon eine andere Tasche und wurde gerade mal eineinhalb Stunden später schon wieder eingesammelt, um für ein Campingwochenende nach Holland zu fahren.

Aber ganz ehrlich, das würde nun wirklich den Rahmen dieses Eintrags sprengen, wenn ich darüber auch noch hier berichten würde. Vielleicht gibt’s dazu noch was separat in den nächsten Tagen, vielleicht aber auch erst wenn irgendwann mal das Video zum Wochenende fertig gestellt ist.

In diesem Sinne: Vielen Dank an die 3%, die tatsächlich bis hierhin weiter gelesen haben.

6 Kommentare

Eingeordnet unter Work & Travel

6 Antworten zu “Work-Life-Balance.

  1. Und da wunderst du dich über die Vorwürfe (wahrscheinlich eher Neid) deiner Freunde!? ;)

    Ein wirklich toller Bericht, nach dem ich jetzt unglaubliches Fernweh bekomme, was umso tragischer ist, da ich nun bestimmt ein gutes Jahr erst einmal hier “festsitze”. Alleine schon das Schildkrötenhospital oder die Hemmingway’sche Residenz, vom Meer einmal ganz zu schweigen… hachja!

  2. Wundern tu ich mich natürlich nicht. =)
    Aber dieser Fall hier war in der Tat schon eine Ausnahme, das habe ich ja eingangs direkt zugestanden. ;-)

    Und nichtsdestotrotz muss ich halt bei den anderen Trips doch immer auch darauf bestehen, dass es letztlich Arbeit ist. Nur weil die Umgebung genial und wunderschön ist, wird aus Arbeit nicht automatisch Vergnügen…

    Einerseits tut es mir natürlich sehr leid, dass ich bei Dir für Fernweh sorge – andererseits ist das natürlich genau der Effekt, den solche Bilder hier haben sollten… =) Von daher drücke ich einfach mal die Daumen, dass Du bald wieder einen schönen Urlaub hinbekommst.

    Und ja, das Meer ist der Hammer (bzw. vor allem natürlich seine Farbe). Begeistert mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich das geniale Teilstück zwischen Islamorada und den Lower Keys abfahre…

  3. Tolle Fotos und toller Bericht. Da kann man eigentlich nur neidisch werden. Wahrscheinlich solltest du dich demnächst dafür bezahlen lassen. Ist ja schon fast professionell, wie du Fernweh verbreitest :D

  4. @Jenny
    Vielen Dank fürs Kompliment.
    Und nur um da direkt mit offenen Karten zu spielen: Ich werde dafür bezahlt, Werbung für die Keys zu machen, das ist nämlich mein Job (bzw. ein Teil davon).
    Wenn man meinen Blog seit längerem verfolgt, dann sollte man das eigentlich wissen, aber ich gebe zu, das wird für Erstleser bzw. Leser seit kurzem aus der Einleitung dieses Texts nicht so wirklich klar.

    Der Blog ist hier allerdings grundsätzlich rein privat und in meiner Freizeit geschrieben. Alles was ich hier empfehle, kann ich definitiv aus vollem Herzen empfehlen.
    Und alles was ich scheisse finde, finde ich auch aus ganzem Herzen scheisse. =)

  5. Reinhild

    Vielen Dank für den schönen Bericht. Wir planen auch einen Urlaub in Florida.
    Die Unterkünfte sind schon gebucht, viel zu spät entdeckte ich das Juwel “Moorings” auf Islamorada.
    Kann man sich diese Anlage als Gast ansehen, muss man sich vorher anmelden oder wie haben Sie das gemacht? Sehr gerne würde ich mir bzw würden wir uns das Resort und den Strand ansehen. Die Bilder sind traumhaft.
    Liebe Grüsse
    Reinhild

  6. @Reinhild
    Kann ich Dir nicht genau versprechen, aber ich würde einfach mal vorbeischauen und vor Ort nachfragen. Normalerweise sind die Amerikaner ja sehr freundlich und entgegenkommend. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich das mal anzuschauen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s