In dieser Rubrik gebe ich meine Eindrücke zu den Serien wider, die ich im vergangenen Jahr geschaut habe. Die eine oder andere Serie(nstaffel) kann dabei auch zu früheren TV-Seasons gehören. Man kann aus der Reihenfolge der Auflistung, so man denn möchte, eine aufsteigende Positionierung in meiner Gunst ablesen – allerdings ist diese eher von der Tagesform abhängig und daher habe ich denn auch auf eine konkrete Nummerierung verzichtet.
Bisher besprochene Serien:
Back to you
Welcome to the Captain
Samantha Who?
Aliens in America
The Simpsons
Scrubs
=====================================================
My Boys
Heute besprechen wir hier zum ersten Mal eine Serie, die unter die Kategorie „Sommerpausennachholprogramm“ fällt. Denn auf My Boys bin ich erst durch einen kleinen Text im sablog aufmerksam gemacht worden. Als Serie auf dem kleinen Sender tbs, die zudem während der eigentlichen Sommerpause läuft, war sie bis dato nicht wirklich auf meinem Radar. Zumal sie weder thematisch noch formal besonders für Aufsehen gesorgt hat. Denn My Boys ist im Grunde eine relativ konventionelle Sitcom über die Baseball-Journalistin P.J. und ihren Freundeskreis, der im Wesentlichen aus einer Gruppe von Jungs besteht, die am liebsten miteinander über Baseball spricht und/oder irgendetwas zockt, sei es Poker oder andere Gesellschaftsspiele.
Und auch thematisch bleibt man eher… traditionell, es dreht sich in der Regel um das Liebesleben der Protagonistin, mal mit einem ihrer Freunde, mal mit Unbekannten.
Stellt sich nun also zwei Fragen: Wieso zur Hölle schafft es diese Serie von ProSieben lizensiert zu werden (und wird womöglich sogar irgendwann ausgestrahlt)? Und warum gelingt es dieser unspektakulären Serie in meinem persönlichen Beliebtheitsrating doch verhältnismäßig so weit oben zu landen?
Nun, auf die erste Frage habe ich nun wirklich keine Antwort – gibt es doch eine ganze Handvoll von Serien, die für den deutschen Markt besser zugeschnitten wären und zudem auch noch weit besser zu vermarkten wären, als eine Serie, die so konventionell daher kommt und auch noch einen Großteil seines Humors aus Referenzen an Baseball bezieht – eine Sportart die in Deutschland nun wirklich nicht die breiten Massen begeistern kann. Aber gut, wenn ich jetzt hier wieder anfange über die Programmpolitik bei deutschen TV-Sendern zu philosophieren, dann ufert das doch nur aus. Vermutlich war die Serie einfach nur billig oder man hatte eine US-Serien-Einkauf-Quote zu erfüllen – oder beides.
Etwas einfacher ist da schon die zweite Frage zu beantworten, also irgendwie einfacher zumindest. Klar, ist das, wie oben erwähnt, alles relativ konventionell, aber „My Boys“ weist ein wirklich solides Storytelling auf, hat sympathische Figuren (vor allem natürlich Jordana Spiro als P.J.) und ist mal eine angenehm schnörkellose Abwechslung zum sonstigen aufregenden, möglichst spektakulären TV-Business. Darüber hinaus ist mir die Konstellation mit einem Freundeskreis im Mittelpunkt der Geschichte, der sich hauptsächlich mit Karten- und Gesellschaftsspielen, Bier trinken und rumlabern befasst, persönlich äußerst nahe. Ein bisschen Identifikationspotential kann dem Zugang zu einer Serie halt nur gut tun…
Achja, und die Serie verzichtet, obwohl es eigentlich dermaßen auf der Hand liegen würde, auf Laugh-Tracks – einfach wohltuend!
Meine Bewertung: 7-8 von 10 Gabeln [für Season 1]
Reaper
Einer der Piloten, die vor der letzten Season durch das Netz geisterten und zu den dreien gehörte, die wohl für den meisten Buzz gesorgt haben, war sicherlich der zur CW-Serie Reaper. Schließlich wurde in diesem Pilot Regie geführt von Kevin Smith, einem Mann, den man wohl oder übel als (ich hasse das Wort) Kult-Regisseur bezeichnen kann. Smith machte sich vor allem mit seiner Indie-Perle Clerks über einen Mid-Twen, der sein Leben als unambitionierter Verkäufer in einem Gemischtwarenladen vor sich hinlebt. Smith traf mit diesem Film einen Nerv der Jugendkultur der 90er und setzte dem „Slacker“ damit ein Denkmal.
Von daher war Smith durchaus eine logische Wahl für den Piloten von Reaper, einer Serie, die einen jugendlichen Verkäufer in einem Supermarkt zur Hauptfigur hat und zudem eine komödiantische Ausrichtung hat. Gut, der Aspekt, dass diese Figur vom Teufel verpflichtet wurde, als Kopfgeldjäger für aus der Hölle entflohene Dämonen, zu arbeiten, weil seine Eltern vor der Geburt seine Seele an den Beelzebub verkauft hatten, passt in diese Argumentationslinie nicht wirklich rein – aber auf der anderen Seite machte diese kuriose Ausgangssituation die Serie natürlich noch interessanter.
Und der Pilot hat dann auch ordentlich reingeschlagen, mit Tyler Labine als Sock einen der coolsten Sidekicks der letzten Jahre eingeführt und mit Ray Wise als Teufel einen absoluten Volltreffer in Sachen Casting gelandet.
Das Problem kam dann allerdings in den nächsten Episoden. Man bekam ein wenig den Eindruck die Serie hätte mit eben jenem Piloten schon ihr Pulver verschossen und es kam der übliche Hype-Kater. Doch dank der oben erwähnten Nebenfiguren (und natürlich schon auch wegen der ganz coolen Grundidee) blieb ich weiter dran und mit der Zeit fand das Team um die Macher Tara Butter und Michele Fazekas seinen „Groove“. Die Serie pendelte sich auf einem sehr anständigen, meistens durchgängig unterhaltsamen Niveau ein, schmiss eher schwache Running Gags hinaus, legte (etwas) weniger Wert auf den eher unspannenden Nebenplot „Andi“ und stattdessen den Schwerpunkt mehr auf Mystery-Comedy, sowie auf das Verhältnis von Sam und Teufel – sicherlich der Part, der dem ganzen Spaß am ehesten etwas Tiefe verleiht.
Hier kann ich also durchweg eine Sehempfehlung geben, da insgesamt die Melange sehr gut funktioniert und gerade die Nebenfiguren dem ganzen eine spezielle Note geben. Leider wird es erst im kommenden Jahr zur Midseason für Reaper weitergehen und das auch nur mit 13 Episoden – obwohl die Quoten zumindest im Senderinternen Vergleich recht akzeptabel waren.
Den Weg nach Deutschland hat die Serie immerhin schon gefunden, wenn auch nur für den vermutlich eher übersichtlichen Kundenkreis des neu gegründeten Fox Channels.
Meine Bewertung: 8 von 10 Gabeln [für Season 1]
In der nächsten Ausgabe: Nerds, Nerds, Nerds und ein paar Brüste.


23. Juli 2008 at 11:36
Die beiden Serien möchte ich mir irgendwann auch noch einmal zu Gemüte führen. Im Moment komme ich aber serientechnisch zu gar nichts – und wenn, dann würde erst einmal die zweite Buffy-Season fertig geguckt. Achja und Farscape steht auch noch auf dem Programm…
23. Juli 2008 at 11:44
Sind definitiv zwei Serien, die man sich beruhigt anschauen kann. Aber kann natürlich durchaus verstehen, dass Du dafür grad nicht wirklich Zeit hast. =) Auch an dieser Stelle nochmal “Herzlichen Glückwunsch”.
Und ich muss heut abend mal rausfinden, warum die Formatierung hier wieder dermaßen im A… ist!?
23. Juli 2008 at 3:07
MY BOYS interessiert mich nicht wirklich. Zustimmung zu REAPER, obwohl ich vielleicht noch einen Punkt mehr abziehen würde. Auf mich wirkt die Serie irgendwie nicht ganz “gar”, die vorhandenen Möglichkeiten werden zu wenig genutzt. Der Subplot mit Andi ist zwar nett, kommt aber nicht von der Stelle. Missy Peregrym ist aber schon etwas für’s Auge!
23. Juli 2008 at 11:30
Wie oben schon erwähnt, “My Boys” muss man sich auch nicht wirklich für interessieren. Wenn man aber mal ne freie Lücke dafür hat, ist das absolut ordentliche Kost.
Joah, ich hab ja schon im anderen Posting erwähnt, dass ich ungern Staffeln bewerte, daher ist das mehr eine grobe Orientierung.
Reaper habe ich aber einfach sehr gerne gesehen und so ca. ab Episode 6 kommt die Serie auch richtig schön ins Rollen, daher find ich die Bewertung schon in Ordnung. Wir sind ja auch noch nicht mal in meiner Top 5 – das muss man dabei immer noch
bedenken.
Klar, ein Eyecandy ist die gute Missy definitiv.
25. Juli 2008 at 12:53
[...] Back to you Welcome to the Captain Samantha Who? Aliens in America The Simpsons Scrubs My Boys Reaper [...]
1. August 2008 at 9:16
[...] to you Welcome to the Captain Samantha Who? Aliens in America The Simpsons Scrubs My Boys Reaper The Big Bang Theory IT [...]
8. Oktober 2008 at 5:18
[...] Colbert als durchgeknallter Sportreporter Jay Kell; Jim Gaffigan, der einigen vielleicht aus der hier schon besprochenen schönen Serie My Boys bekannt ist, als seriöserer Co-Kommentator; und Omid Djalili als einer der [...]