Bee Movie

Animation, USA 2007
Laufzeit: 91 Min.
Regie: Steve Hickner, Simon J. Smith
Synchronsprecher: Jerry Seinfeld (Bastian Pastewka), Renee Zellweger (Miriam Weichselbraun)

Aufgrund des Feiertagsstresses (den es zwar gar nicht gibt, aber es ist einfach ZU anstregend mit vollgefressenem Bauch lange Texte zu tippen), gibt es heute mal nur eine kurze Filmbesprechung. Aber da der Chronistenpflicht selbstverständlich Rechnung getragen werden muss, will ich Euch natürlich meine Eindrücke zum letzten Kinobesuch nicht vorenthalten. Denn am Vorabend von Heiligabend gab es zur Abwechslung mal wieder Kino und zwar Bee Movie.

Grundsätzlich schaue ich sehr gerne Animationsfilme, so ist beispielsweise Shrek der Film, den ich bisher am häufigsten in meinem Leben gesehen habe. Wichtig ist für mich nur immer, dass sie etwas aus den technischen Möglichkeiten machen und Geschichten aus Umgebungen erzählen, die man mit einem Realfilm nicht oder nur sehr begrenzt darstellen könnte. So wurden zuletzt mal Ratten, mal Autos oder eben Märchenfiguren zu Hauptdarstellern, um die herum dann in der Regel ziemlich menschliche Geschichten erzählt worden sind.

Bei „Bee Movie“ stehen nun -wie der des Englischen mächtige Leser schon längst erkannt hat- selbstverständlich Bienen im Mittelpunkt der Geschichte. Genauer gesagt eine adoleszente Biene namens Barry Bee Benson, die gerade auf dem Sprung von der Schule ins Berufsleben steht, was sie in eine mittelschwere Identitätskrise stürzt. Auf der Suche nach einem Sinn ergreift Barry die naheliegendste Möglichkeit: die Flucht aus dem Bienenstock, um etwas von der Welt zu sehen und den Horizont zu erweitern.

Auf seinem Ausflug kommt er aber nicht nur in Kontakt mit Menschen und vor allem einer bestimmten Frau -und bricht dabei die honiggoldene Bienenregel, nie mit Menschen zu sprechen-, sondern entdeckt auch, dass diese Menschen seit Jahren fieserweise das Erzeugnis der Bienenarbeit (für die weniger intelligenten: Honig) einfach so kommerziell für sich nutzen. Logische Konsequenz: Die Biene verklagt die Menschheit.

Und da sind wir dann auch schon bei der Crux des Films: seine Aussage im letzten Drittel des Films.
Natürlich ist Bee Movie, wie die meisten Animationsfilme an erster Stelle mal ein Unterhaltungsfilm, was er auch über weite Strecken mehr als passabel leistet, mit einigen guten Gags und einigen netten Anspielungen auf Popkultur und Politik – ohne sich dabei aber zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Auch die optische Komponente ist recht passabel gelöst. Die Darstellung des Bienenstocks ist dabei sehr comicartig bunt angelegt, was recht nett aussieht, Highlight allerdings waren, wie ich fand, die Flugsequenzen außerhalb des Bienenstocks, die sehr gelungen waren. Die restlichen Animationen, gerade auch der Menschen, waren relativ durchschnittlich und erinnerten sehr an die Animation vom wunderbaren „Die Unglaublichen“. Wenn man bedenkt, dass dieser Film drei Jahre alt ist, und die Animationstechnik sich weiterentwickelt hat, ist dieser Kommentar nicht so richtig als Kompliment zu werten…

Allerdings störte mich vor allem eines an Bee Movie: Die Aussage. Barry begibt sich also, wie gesagt, auf die Sinnsuche, weil er nicht auf ewig in die Mühlen des Bienenstocksystems eingespannt werden möchte, sondern sein Leben selbst bestimmen möchte. Mit der Zeit erkennt er nun erst wie wertvoll, dass Produkt der Arbeit seines Volks ist, und kämpft dafür, dass den Arbeitern dieses Produkt gehört.
Und dann erkennt er zudem auch noch, dass die Tätigkeit der Arbeiter nicht nur einen Wert hat – sondern vielmehr noch entscheidend für den Fortbestand der Welt ist, und eigentlich nicht die individuelle Biene wichtig ist, sondern vor allem das Kollektiv insgesamt stark ist.

Und da musste ich dann irgendwann sagen, dass mir diese kommunistischen Aussagen irgendwann einfach zu viel wurden. Es ist ja okay, wenn Barry erkennt, dass auch er seinen Teil für die Gesellschaft leisten muss, aber dies in der Form darzustellen, hat für mich den Filmgenuss doch etwas getrübt.

Daher kann ich am Ende nur zu folgendem Urteil kommen:  6 von 1o Gabeln

PS: Yeah, kein einziges Mal Jerry Seinfeld im Review erwähnt… =)
PPS: Warum der Film auf jeden Fall einen Stein bei mir im Brett hat, ist der Winnie Pooh-Gag! Der war großartig und fast schon Shrekesk im besten Sinne…