Ein bisschen spät, aber muss hier auf jeden Fall noch rein.

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Titel: Galaxy of the lost
Künstler: Lightspeed Champion
Album: Falling off the lavender bridge
Highlights:
 Galaxy of the lost, Tell me what it’s worth, Dry Lips, Midnight Surprise
Referenzen: Bright Eyes, Tom Petty, Ryan Adams, Ben Kweller
Hörproben: http://www.myspace.com/lightspeedchampion
Notizen: Devonte Hynes, ehemals Gitarrist/Keyboarder/Sänger der Hardcore-Punker Test Icicles, steht hinter “Lightspeed Champion” und hat mit seinem Solo-Debüt eine wunderbare Mischung aus Indie, Americana, Folk, Singer/Songwriter und Country hingelegt - auch super als Auto-Soundtrack geeignet! Zudem sehr schöne, leicht abgedrehte Videos, besonders die Full Version von Midnight Surprise (s.o.) sehr empfehlenswert. Allerdings nix für chronisch Depressive.

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Wie vielleicht dem einen oder anderen meiner fünf aufmerksamen Leser aufgefallen sein mag, habe ich meine Blogroll etwas umarrangiert, ausgemistet und ergänzt.

Vor allem möchte ich da kurz auf den wunderbaren Blog von Armin hinweisen, der sich quasi einzig und allein mit der traumhaften, bezaubernden und einfach nur wunderschönen, schottischen Insel Islay (gesprochen “Ei-lah”) befasst: www.islayblog.com
Damit habe ich dann auch meinen ersten englischsprachigen Blog in dieser Liste aufgenommen. An dieser Stelle auch noch mal herzlichen Dank an seine individuelle Beratung für die Planung unserer Reise im März, die uns auch noch Islay führte. Wer mal nach Schottland reisen sollte, dem seien ein, zwei Tage auf diesem wunderbaren Eiland dringend ans Herz gelegt.

Hinzu gekommen sind zudem auch noch eine Reihe an tollen Fußball- und Sportblogs, die für die meisten nichts Neues sein dürften. Eine spezielle Erwähnung soll aber noch www.dugehstniemalsallein.de finden, der aus dem wunderbaren EM-Blog von ghostdog aka Spielmacher und nolookpass entstanden ist, der mich großartig durch die Europameisterschaft begleitet hat. Und da es an wirklich guten Nicht-Verein-fixierten Fußballblogs fehlt, bin ich sehr froh darüber, dass sich die beiden für eine Weiterführung auf dieser Ebene entschieden haben.

Auch ansonsten kann ich nur empfehlen, die dort aufgeführten Blogs mal beizeiten durchzugehen - sofern sie nicht ohnehin schon bekannt sind.

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Titel: Monsters under the bed
Künstler: Eugene McGuinness
Album: The Early Learnings of Eugene McGuinness
Highlights: High Score, Bold Street, Monsters under the bed
Referenzen: The Shins, Badly Drawn Boy, Rufus Wainwright
Hörproben: http://www.myspace.com/eugenemcguinness85
Notizen: Mit 28 Minuten und 8 Tracks leider nur sehr kurz, aber als Debütalbum eines 22jährigen wirklich klasse.

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Kops
Komödie, Schweden 2003

Irgendwo in der schwedischen Provinz sorgt eine 6köpfige Polizeiwache für Ruhe und Ordnung in ihrer kleinen Gemeinde - ohne dabei vor wirkliche Hindernisse gestellt zu werden, ist die Kriminalitätsrate dort doch bei quasi Null. So bleibt also ausreichend Zeit, um die eine oder andere ausgebüchste Kuh einzufangen und es sich ansonsten gut gehen zu lassen oder den eigenen Tagträumen hinzugeben.

Doch eines Tages bekommt die Wache Besuch aus Stockholm von einer Mitarbeiterin des Polizeistabs, die die Dorfpolizisten über die baldige Schließung der Wache informiert. Schließlich gäbe es ja ohne Kriminalität keinen Grund hier weiterhin eine Wache zu unterhalten.

Aber da die Jungs (und die Dame) nicht wirklich auf den Kopf gefallen sind, scheint es noch einen Ausweg zu geben, um die Schließung zu vermeiden: Kriminalität muss her! Und wenn man ohnehin schon selbst nicht allzu viel zu tun hat, dann kann man ja eigentlich auch direkt selbst dafür sorgen…

Der Regisseur mit dem typisch schwedischen Namen Josef Fares sorgte 2000 zum ersten Mal für Aufsehen mit seiner hervorragenden Culture-Clash-Comedy “Jalla Jalla“. Drei Jahre später legte er dann, teilweise mit dem gleichen Team, mit dieser “Provinzbullen”-Komödie nach, die in Schweden zu einem Riesenhit wurde und auch in anderen Ländern veritable Erfolge verzeichnen konnte - und das durchaus zurecht. Zwar nimmt sich der Film auch ab und mal seine Auszeiten, aber insgesamt ist Fares Fares auch hier wieder ein unterhaltsamer Film, voll mit verschrobenen Charakteren gelungen. Durchaus empfehlenswert für einen amüsanten Abend ohne größere Ansprüche. Sehr gut gefiel mir im Übrigen auch die Art und Weise, wie das Ganze zu Ende gebracht worden ist. Mal schauen, was von der schwedischen Fares-Clique demnächst noch so kommt. Allmählich wird es mal wieder Zeit.

7 von 10 Gabeln

 

Kung Fu Panda

Komödie/Animation, USA 2008

 

 

 

 

 

 

 

Mittlerweile gehören Animationsfilme ja zum alltäglichen Kinogeschäft und dass die Animationstechnik fast jedes Mal großartig aussieht ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Von daher geht es also demnach eigentlich vorwiegend um Geschichten.

Eben jene ist allerdings nicht wirklich die Stärke von Kung Fu Panda, in dem es um den eher tollpatschige Pandabären Po geht, der durch einen Zufall (es gibt keine Zufälle!) auserwählt wird, der nächste Drachenkrieger zu werden und das heimische Tal vor dem drohenden Überfall durch den bösen KungFu-Meister Tai Lung zu bewahren. Leider geizten die Drehbuchautoren an wirklichen Wendungen, so dass das Geschehen weitestgehend überraschungsarm bis zum großen Finale so vor sich hinplätschert.

Nun würde man natürlich erwarten, dass ich den Film somit hier ordentlich abstrafe und eine miese Bewertung gebe - tue ich aber nicht. Denn unter dem Strich habe ich mich nämlich so gut wie gar nicht gelangweilt, sondern mich wirklich unterhalten gefühlt. Denn während bei der Story weitestgehend gespart wurde, ist es immerhin hervorragend gelungen, den Film mit einer ordentlichen Portion Humor und Witz anzufüllen, so dass die Sequenzen zwischen den Kampfszenen sehr kurzweilig gestaltet werden.

Hinzu kommt -und jetzt führe ich mein eingangs getätigtes Statement schon ad absurdum-, dass die Optik von KFP wirklich großartig gelungen ist. Einerseits natürlich State-of-the-art-Animationstechnik, aber andererseits auch immer wieder eingestreute Szenen im klassisch-asiatisch angehauchten Zeichentrickstil, die wirklich toll eingebaut sind und dem Film so sein ganz eigenes Flair verleihen.

Ohnehin sind auch die immer wieder mal auftauchenden Referenzen an die klassischen Kung Fu-Filme (von denen ich die wenigsten kenne, aber zumindest einige vermuten kann) eine wunderbare Auflockerung, die den Film so insgesamt sehr kurzweilig werden lässt.

Im Grunde also ein Film wie ein Glückskeks: Nicht gerade nahrhaft aber durchaus mal für ein wenig Amüsement gut.

7 von 10 Gabeln

Nach all dem unwichtigen BlaBla über Fußball, TV-Serien und ähnlich unwichtiges Zeug, ist es mal wieder an der Zeit, dieses Blog mit hartem, faktenbasierten Content zu füttern.

Und da das Thema USA-Einreise nicht nur eines der meistbegehrtesten auf diesem Blog ist, sondern es zudem neue Entwicklungen gibt, die definitiv einer Erläuterung bedürfen, gibt es heute mal einen kleinen Exkurs über “ESTA” (Electronic System for Travel Authorization).

Sollten Sie, lieber Leser, über eine Google-Anfrage hier gelandet sein, um etwas über die Abläufe und die Sicherheitskontrollen bei der Einreise in die USA zu erfahren, dann werfen Sie bitte auch einen Blick in dieses Posting, wo das generelle Prozedere erläutert wird.

Hier nun aber geht es um das Thema “ESTA”, das in den vergangenen Wochen nach der Bekanntgabe schon einige Wellen in der deutschen Presse geschlagen hat. Denn hinter ESTA verbirgt sich die neue Bestimmung, dass USA-Reisende aus Ländern, die zum sogenannten “Visa Waiver Program” gehören (und eines dieser Länder ist Deutschland), sich ab kommendem Jahr vorab online registrieren müssen.

Selbstverständlich sorgte dies natürlich für einen Aufschrei in diversen deutschen Medien - schließlich bedeutet dies ja sozusagen eine “Vorabanmeldung” und man befürchtet eine Art “Visum durch die Hintertür”. Und außerdem ist das Thema “Datenschutz”, speziell hier in Deutschland natürlich auch kein einfaches, schließlich werden hier so einige Daten aufgenommen, von denen man nun nicht wirklich einschätzen kann, wie sie verwendet werden.

Betrachtet man die ganze Geschichte allerdings etwas nüchterner (ein Adjektiv, welches dem deutschen Journalismus aber leider per se schon mal eher fremd ist), dann wird man ganz schnell sehen, dass die Daten, die bei dieser Registrierung aufgenommen werden, ohnehin schon seit Jahren von jedem Reisenden verlangt werden - bislang allerdings in Form des kleinen grünen I-94W-Formulars, welches man bei der Anreise im Flugzeug ausfüllen muss und dann an der Immigration Booth abgibt.

Die einzige Ausnahme wird unter Umständen sein, dass zu den üblichen Angaben wie Name, Adresse, Passnummer, sowie (ggfls.) erste Übernachtungsadresse und einigen eher überflüssigen Fragen, auch noch die Angabe einer Emailadresse hinzu kommt - dies ist aber noch nicht wirklich geklärt und ich halte es derzeit auch für etwas illusorisch, dass dies tatsächlich eine verpflichtende Angabe wird.

Wie aber wird der Ablauf sein?

Die ESTA-Webseite wird ab August 2008 freigeschaltet werden. Bis Ende des Jahres KANN sich jeder USA-Reisende dort eintragen und anmelden - muss er aber nicht. Verpflichtend wird dies dann ab dem 12. Januar für alle deutschen USA-Besucher.

Ab dann muss sich jeder Tourist vor Reiseantritt auf der Webseite mit den oben erwähnten Angaben eingetragen haben - als Frist ist von “bis spätestens 72h vor Abreise” die Rede. Interessanterweise ist das ganze auf dem offiziellen ESTA-Handout folgendermaßen ausgedrückt:
DHS [Department of Homeland Security; Anm. d. Autors] empfiehlt, dass dies spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt erfolgt.
Interessant ist das natürlich deshalb, da sich an der 72h-Frist die meiste Aufregung entzündet hat. Hier muss man, der Formulierung nach zu urteilen, also nochmal abwarten, wie strikt dies dann tatsächlich gehandhabt wird. Zumal im nächsten Satz auf dem Formular auch davon die Rede ist, dass es ein “Eil-Verfahren für Notfälle” geben wird. Hier bleibt dann natürlich auch wiederum die Frage offen, wie eng die Definition für “Notfälle” gefasst wird.
Grundsätzlich gehe ich aber mal davon aus, dass es also auf jeden Fall auch weiterhin möglich sein wird, kurzfristig in die USA zu reisen - für die kleine Gruppe an Personen, für die dies tatsächlich relevant ist.

Wenn man es nämlich mal realistisch betrachtet, dürften 95% der Personen, die auch mal sehr kurzfristig in die USA reisen müssen, ohnehin häufiger in die USA reisen. Und da kommen wir dann zu dem großen Vorteil dieser neuen Online-Registrierung: Die Gültigkeit der Anmeldung für insgesamt 2 Jahre

Dies bedeutet nämlich, dass man, wenn man sich einmal dort registriert hat, für die danach folgenden 48 Monate “einreiseberechtigt” ist und nicht jedes Mal wieder die gleichen Formulare bei der Einreise ausfüllen muss. Ein erheblicher Pluspunkt für all diejenigen, die häufiger in die USA reisen - also Leute wie mich.

Zusätzlicher Pluspunkt ist, dass man keine konkreten Reisepläne haben muss, um sich dort einzutragen - was zum Einen bedeutet, dass die Angabe der Adresse der ersten Übernachtung schon mal nicht verpflichtend sein kann und zum Anderen, dass diejenigen, die häufig spontan in die USA reisen müssen, sich problemlos “pro forma” eintragen können und dadurch 2 Jahre lang auch kurzfristig einreisen können, obwohl sie zum Zeitpunkt der Anmeldung noch nicht wissen wann oder ob sie überhaupt demnächst in die USA reisen werden.

Wichtig zu wissen ist auf jeden Fall auch noch, dass man das Formular auch für Angehörige ausfüllen kann und dass zudem auch (gerade wichtig für Leute ohne Internetanschluss) Reisebüromitarbeiter das Formular für ihre Kunden ausfüllen dürfen werden.

Das schon erwähnte grüne Formular (I-94W) wird zwar aller Voraussicht in den ersten Monaten noch bleiben, aber mittelfristig wird es sicherlich für Touristen, die nicht über den Landweg (also z.B. mit dem Mietwagen aus Kanada) in die USA einreisen, wegfallen und damit wird der ganze Einreiseprozess schon mal ein ganze Stück weit entbürokratisiert und vereinfacht. Zumindest hoffe ich, dass ich mit diesem Posting die Mär von “drastisch verschäften Einreisebedingungen”, wie sie zum Beispiel das führende deutsche Nachrichtenportal “Spiegel Online” in die Welt setzt, etwas entkräften konnte.

Zum Schluss sei hier noch mal der Link erwähnt, unter dem das ESTA-Formular ab Anfang August zugänglich sein wird: http://esta.cbp.dhs.gov/
Derzeit ist dort nur ein Link zu einer Infoseite über ESTA zu finden, aber ab August wird man sich dort dann registrieren können. Ab Oktober soll es dann zudem die Seite auch in deutscher Sprache (und natürlich auch in mehreren anderen) geben - die Antworten werden allerdings grundsätzlich in Englisch gegeben werden müssen (wobei dafür eigentlich keine wirklichen Sprachkenntnisse notwendig sind).

Ich werde auf jeden Fall an dieser Stelle noch mal ein paar Worte verlieren, wenn ich mich im August dann zum ersten Mal selbst registriert habe.

Auch weise ich nochmal gerne auf meinen Eintrag “Einreise & Sicherheitskontrollen“, wo ich vieles rund um Umsteigedauer auf USA-Flughäfen, erlaubte Dinge im Handgepäck und Abläufe an Immigration Booth und Zoll schon mal erläutert habe.

Und natürlich auch gerne ein Auge auf meine übrigen Einträge in der Kategorie “Work & Travel” werfen. Da gibt es u.a. ein paar Eindrücke aus dem wunderschönen Bundesstaat Colorado zu finden.

Sollten noch irgendwelche Fragen offen geblieben sein, dann beantworte ich diese natürlich sehr gerne in den Kommentaren! Keine Scheu! =)

Le Fazit

Gut, ich mag so jetzt so ziemlich der letzte Mensch der Welt sein, der ein Fazit zu der vergangenen Europameisterschaft zieht und dies (zumindest mehr oder weniger) einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Aber okay, mit irgendwas muss man sich ja rühmen können und das Thema soll hier in diesem Blog zumindest ein Stück weit auch seinen Abschluss finden.

Das Problem ist dabei nur irgendwie: Gefühlsmäßig ist die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz schon ungefähr soweit weg wie der Confed-Cup 2005…

Klar, unter dem Strich war es ein wirklich cooles Turnier mit einigen hervorragenden Spielen und das letztendliche Abschneiden der deutschen Mannschaft war ja auch mehr als positiv zu bewerten. Eigentlich. Schließlich wären wir ja keine Deutschen, wenn wir das nicht doch alles relativieren müssten. Schließlich hat Deutschland zu oft nicht überzeugt, sogar ein Spiel gegen international höchsten 1b-klassige Kroaten. Okay, da war noch das begeisternde Spiel gegen Portugal. Aber wenn man mal ehrlich ist, dann hätte man da auch genauso gut verlieren können, wenn man nicht so viel Glück bei der eigenen Chancenauswertung und zudem hinten mehrfach am Gegentor vorbeigeduselt wäre.

Ohnehin waren wir insgesamt ja total davon begünstigt, dass wir die leichtere Hälfte des Tableaus hatten.
Neben den schwachen Portugiesen hatten wir es schließlich lediglich mit Polen, Kroatien, Österreich und der Türkei zu tun. Wohingegen z.B. die Spanier ja eine wesentlich schwierigere Hälfte hatten, mit den ganzen starken Teams aus Italien, Russland, Griechenland und Schweden…

Und überhaupt ist das deutsche Team eigentlich total Scheisse. Vor 2 Jahren trotz Heimvorteil schon früh im Halbfinale gescheitert und dieses Mal nur aufgrund von glücklichen Umständen gerade so ins Finale gerumpelt - das ist nun wirklich alles andere als eine erstklassige Bilanz.

Wenn man sich dann noch das Team im Detail anschaut, dann kann man für die kommenden Jahre eigentlich nur schwarz sehen.
Im Tor hatten wir mit Lehmann schon einen absoluten Fliegenfänger mit gelegentlichen Ausreissern nach oben stehen, der nun auch noch aller Voraussicht nach durch einen blutjungen Spieler ersetzt werden wird, der im Grunde gerade der F-Jugend entwachsen ist.

In der Abwehr hat schon dieses Mal die Innenverteidigung ein ums andere Mal gewackelt. Man konnte von Glück reden, dass z.B. die Portugiesen es lange Zeit fast nur mit Distanzschüssen probiert haben. Und auch auf den Aussenverteidigerpositionen kann höchstens ab und zu mal ein Lahm halbwegs erstklassigen Ansprüchen genießen - und das auch mehr in der Offensivbewegung als im Defensivverhalten. Damit hat er dann zumindest schon mal Arne Friedrich eins voraus - der ist nämlich nur in der Verteidigung aktiv, und das auf ähnlich schwachem Niveau.

Im Mittelfeld sieht es dann auch nicht besser aus, denn hier hat man einen dauernd rummeckernden Ballack, der nie ein Finale gewinnen wird. Und das ist dann schon das beste, was wir da haben. Ansonsten nur Mittelklasse und zwei Jungspunde, die beide vor allem beim Jubeln nach dem Spiel auffallen.
Gerade die Kreativabteilung MUSS hier Sorgen bereiten, denn es fehlt das spielerische Moment, die Überraschung im Spiel nach vorne.

Und im Sturm hätten wir dann noch ein paar Chancentode, die wir aber nicht austauschen können weil das was dahinter ist, noch viel schlimmer wäre. Ein Rentner, ein Haareschön-Typ und einer der schon ins Mittelfeld verbannt worden ist.

Eigentlich müsste man nach den herben Enttäuschungen in diesem Jahr und beim vorangegangenen Turnier den kompletten Kader austauschen - das Problem ist nur, dass dahinter nichts ist. Wer sollte da denn schon kommen? Ein paar überschätzte Leute, wie Helmes, Marin und Kroos, die von der heimischen Presse hochgeschrieben werden, weil sie versehentlich die eine oder andere auffällige Leistung in der international eher drittklassigen Bundesliga (oder sogar nur im Unterhaus) gezeigt haben.

Deutschland eine Fußballnation? Das ist wohl nur noch in den Träumen Ewiggestriger so.

Wer das ganze mal realistisch betrachtet, der muss einfach erkennen, dass Deutschland auf Jahre hinaus fußballerisch nicht mehr als eine Statistenrolle ausfüllen wird. Darüber können der dritte Platz bei einer Weltmeisterschaft und der Vizeeuropameistertitel nun wirklich nicht hinwegtäuschen!!

>| 4 8 15 16 23 42.

Nach einem kleinen mehrtägigen Bildausfall gibt es nun auch mal wieder an dieser Stelle ein paar Einschätzungen zu unser aller Lieblingsturnier. Schließlich stehen wir im FINALE!!!

 

Aber erst einmal ein kleiner Rückblick. Schließlich ist ein bisschen was passiert, seitdem ich hier das letzten Mal meinen Senf zu den Geschehnissen auf den grünen Rechtecken der beiden Alpenländer kundgetan habe. Und keine Sorge, es wird jetzt keine Spiel-für-Spiel-Analyse mehr geben. =)

 

Die restlichen Gruppenspiele

Das einprägsamste der letzten Spieltage war sicherlich der “Gigantenkampf” zwischen den beiden WM-Finalisten in Gruppe C. Es war eine unterhaltsame Begegnung, wenngleich auch sicherlich nicht auf völlig hohem Niveau. Dies lag sicherlich zu nicht unerheblichen Teilen an den fiesen Rückschlägen, die die Franzosen direkt zu Beginn erleiden mussten mit dem Ausfall von Ribery (der sich dann ja zumindest als nicht so langwierig herausstellte) und dem Blackout von Abidal mit anschließendem Platzverweis und Elfmetergegentreffer. Und schwupps waren die Italiener wieder ganz oben auf der Mitfavoritenliste - etwas, was sich, wie so vieles bei diesem Turnier, schnell als Trugschluss erwähnen sollte…
Apropro Trugschluss: Ebenfalls sehr erinnerungswürdig war natürlich die Leistung der Niederländer, die auch bei ihrem dritten Auftritt in Gruppe C eine beeindruckende Offensivstärke gegen die zuvor überraschenden Rumänen an den Tag legten.
Achja, zu erwähnen ist selbstverständlich auch noch “Wien wird Cordoba” - woraus dann doch nix wurde, sondern ein zu erwartender deutscher Sieg, der allerdings vorwiegend von Angst und Verunsicherung geprägt war. Aber wichtig war ja vor allem eins: Der Sieg und der damit verbundene Einzug ins

 

Viertelfinale

Ein Grund, warum ich in den vergangenen Tagen nicht mehr so viel zur EM geschrieben habe, war, dass ich insgesamt ein wenig genervt war. Weniger genervt vom Fußball an sich, sondern vor allem an dem, was so drumherum war. Zum einen nervte mich die furchtbare Bildregie, die schlechten Kommentatorenleistungen, der mehr als mäßige “Journalismus” der deutschen Sender rund um die Spiele - aber ebenso nervte mich das Gemecker darüber. Und wenn ich hier was geschrieben hätte, dann wäre ich unweigerlich auf diese Themenbereiche gekommen. Eine Sache, die mich allerdings auch sehr nervte (und jetzt immer noch ein bisschen nervt), sind die Kommentare derer, die nach den überwiegend schwachen bis mäßigen Auftritten der deutschen Elf ihre Häme in diverse Foren und Blogs gekippt haben bzw. sämtliche bisherigen Leistungen nicht nur in Frage sondern teilweise direkt in Grund und Boden geredet haben. Das war mir einfach zu… typisch Deutsch (auch wenn ich diesen Ausdruck hasse).
Nun ja, mit dem Portugal-Spiel kam dann jedenfalls nicht nur die Begeisterung zurück, sondern auch eine gehörige Portion persönlicher Genugtuung, diesen Panikern gegenüber. Und das hätte meinem Posting hier dann sicherlich auch nicht gut zu Gesicht gestanden. Nun ja, jedenfalls war’s ein geiles Spieles, wenn sicherlich auch nicht alles perfekt war. Immerhin hat der Einsatz und natürlich die Effektivität gestimmt.
Der Einsatz und der unbändige Wille stimmte dann erst recht im zweiten VF bei den Türken. Gut, das war nun wirklich ein grauseliges Spiel - bis zur 117. Minute, wo dann plötzlich ein Gähnkick zu einer der denkwürdigsten Partien der vergangenen Jahrzehnte mutierte.
Denkwürdig war dann ebenfalls das nächste Viertelfinale - weniger aus spielerischen oder aus spannungstechnischen Gründen, sondern einfach, weil man wieder einmal beeindruckend demonstriert bekam, wie krass doch der Unterschied zwischen Gruppenphase und K.O.-Runde ist, und das man erst einmal mit der veränderten Drucksituation umgehen kann. Und so phlegmatisierten die Holländer plötzlich und wurden vom begeisternden Top-Favoriten zur Nullnummer, während die Russen plötzlich bei den Buchmachern nach oben schossen.
Im letzten Viertelfinale wurde dann der vierte Teilnehmer ausgerumpelt in einer ebenfalls höchst mäßigen Partie, in der die Spanier das weniger schwache Team waren und dann im Elfmeterschiessen den Einzug klarmachten.

 

Halbfinale

Und wieder kam vieles anders, als es erwartet worden war. Nach der starken Leistung im Viertelfinale wurden schließlich die Deutschen plötzlich zu den großen Favoriten, natürlich vor allem gegen das Überraschungsteam aus der Türkei, mit denen man in dieser Runde nun wahrlich nicht gerechnet hatte. Doch dann sah man wieder einmal, dass es im Fußball nun mal viel auf Psychologie ankommt. Denn die Deutschen schienen sich, analog zum Kroatienspiel, wieder einmal als sicherer Sieger zu fühlen und wurden einmal mehr von einem aggressiven Gegner zu Beginn quasi überrumpelt. Man konnte in den ersten Minuten quasi zuschauen, wie sich das Selbstvertrauen verflüchtigte und eine kaum gekannte Verunsicherung im ganzen Team um sich griff. Wieder einmal fehlte es vor allem an durchgängigem Attackieren im Mittelfeld, wo ich die Ursache auch schon beim Kroatienspiel ausgemacht habe.
Immerhin gelang es dem deutschen Team zumindest zeitweise den Schalter mal umzulegen, und den Türken auch in Sachen Aggressivität mal Paroli zu bieten. Wenn man es so will, kann man dies schon mal als Fortschritt gegenüber dem Kroatienspiel werten. Gerettet hat uns dann aber die Tatsache, dass es gelang, die Effizienz des Viertelfinals beizubehalten und auch in diesem Fall aus wenigen, sich bietenden Torchancen das zu machen, was man braucht: nämlich 1 Tor mehr als der Gegner. Das gibt zumindest Hoffnung fürs Finale…
Gegner dort werden die Spanier sein, die sich gestern mehr als deutlich gegen die Russen durchsetzen konnten - auch etwas, was man nach den Leistungen des Viertelfinals auch nicht unbedingt so erwarten musste.

 

Aber blicken wir doch mal voraus auf das

 

Finale

 

Deutschland gegen Spanien lautet die Paarung, etwas was trotz insgesamt recht überraschenden Turnierverlaufs nicht wenige vorher so auf ihrem Tippzettel stehen hatten. Betrachtet man die bisher gezeigten Leistungen, dann muss man sicherlich die Spanier als Favorit bezeichnen. Und, so paradox das klingen mag, werden wir dadurch irgendwie auch wieder zum Favoriten. Denn so sind vor allem die Spanier wohl Zugzwang, müssen sie doch das Spiel gestalten. Zudem kommt hinzu, dass die Spanier, trotz einer extrem langen niederlagenfreien Serie, sicherlich eine gehörige Portion Respekt vor Deutschland haben - unser Image haben wir schließlich auch im Laufe dieses Turniers wieder mal mehr als gut gepflegt.
Doch das ist natürlich vorwiegend Kaffeesatzleserei und Küchenpsychologie.

Letzten Endes wird es schließlich nur auf die Einstellung des Teams ankommen, dort wird der Schlüssel zum Erfolg liegen. Genauer gesagt, in der Defensivarbeit des Mittelfelds. Wenn es den Spielern, egal wer letztlich aufgestellt wird und in welchem System das geschieht, dort gelingt von Beginn an, dem spanischen Mittelfeld die Luft zum Atmen zu nehmen, am besten ähnlich dem Portugalspiel schon jenseit der Mittellinie den ballführenden Spanier unter Druck zu setzen - dann werden wir mehr als eine realistische Chance haben das Spiel für uns zu entschieden.
Gibt man aber, wie gegen Türkei und Kroatien, wieder freiwillig die Herrschaft des Mittelfelds an den Gegner ab, dann muss wieder sämtliche Abwehrarbeit an der Strafraumgrenze erledigt werden und das klappte schon mehr schlecht als recht in besagten Partien und wird wohl erst recht schwierig gegen die ballsicheren Spanier.

Schafft man es nicht wieder ein solches Forechecking zu leisten, dann stufe ich die Chancen eher gering ein. Denn dann sind wir wirklich nur von spanischen Fehlern abhängig und darauf angewiesen, dass man erneut eine solch gnadenlose Effizienz in der Offensive auf den Platz bringen kann.

So oder so, es wird ungemein spannend und ich freu mich schon wie Bolle auf das Finale!

Heute mal zwischen “Achtelfinale” und goldener Ananas…

 

Gruppe A

Schweiz - Portugal 2:0 (0:0)

Zweimal Yakin sorgt mit einer schön rausgespielten Passkombination und einem sicher verwandelten Foulelfmeter (der nicht unbedingt hätte gegeben werden müssen) für den versöhnlichen Abschied der Schweizer vom Turnier und für Köbi Kuhn von der Nati(onalmannschaft). Damit ist es dann auch eigentlich schon zusammengefasst. War allerdings ein wirklich unterhaltsames Spiel für son “Goldene Ananas”-Spiel und wenn man ehrlich ist, dann hätten die Portugiesen eigentlich gewinnen müssen, haben sie doch ein Tor wegen Abseits (wars aber nicht) aberkannt bekommen und zudem auch einen Elfmeter nicht bekommen. Damit haben sie, zumindest in der ersten Halbzeit, auf jeden Fall trotz gleich 8 Wechseln in der Startformation eine respektable Leistung abgeliefert und das Spiel nicht einfach nur abgeschenkt. Und selbst in HZ 2 haben sie dann noch die eine oder andere Chance gehabt.
Was man aber auch festhalten muss ist, dass die Portugiesen wieder mal durch einige Unbeherrschtheiten und brutales Spiel aufgefallen sind. Ein bis zwei Situationen wo man dem Gegner ins Gesicht schlug, zudem auch noch ein, zwei harte Grätschen, vor allem von Ferreira gegen Behrami, wo eine rote Karte hätte fallen können. Immerhin konnte der Schweizer dann doch noch weiterspielen.
Und das ist dann schon ganz interessant im Hinterkopf für ein mögliches Viertelfinale GER-POR zu behalten, dass die Portugiesen wieder mal so heissblütig/undiszipliniert sind, obwohl es eigentlich um gar nichts ging.
Aus spielerischer Sicht war die Begegnung dank der völlig “verfälschten” Aufstellung natürlich ein Muster ohne Wert, da man hieraus natürlich wenig Schlüsse für ein mögliches Viertelfinale ziehen kann. Ich bin allerdings eher ein Vertreter derjenigen, dass es nicht unbedingt gut sein muss, den Kader komplett auszutauschen mittendrin - so von wegen aus dem Tritt kommen und so… Aber wir werden sehen; erstmal sind wir in Zugzwang morgen…

Türkei - Tschechien 3:2 (0:1)

Nach dem enttäuschenden Auftritt der Türken im ersten Spiel gegen Portugal scheinen sie mittlerweile zum Garant für die spektakulärsten Begegnungen dieser EM zu werden. War bis heute abend noch das Duell mit den Schweizern die wohl intensivste Begegnung des bisherigen Turniers. Was sich hier abspielte kann wohl kein Drehbuchautor besser entwerfen (um mal eine Standardphrase des Spielberichtswesens zu benutzen…).
In der ersten Halbzeit waren die Tschechen die um Klassen bessere Mannschaft und dominierten das Spiel weitestgehend nach Belieben, wohingegen die Türken kaum einen Fuß auf den Boden bekamen und so auch völlig zurecht 0:1 durch einen tollen Kopfballtreffer von Koller, der völlig überraschend aufgeboten wurde, hinten lagen. Dann kam die Pause. Dann der Wiederanpfiff. Tja, und dann der Regen. Und was sich nun entwickeln sollte war sicherlich etwas, was man getrost als “le-gen-da-ry” bezeichnen kann!
Die Türken waren völlig verändert und spielten jetzt die Tschechen ihrerseits völlig an die Wand, eine Flanke nach der anderen flog von den Seiten in den Strafraum rein und der Ausgleich lag aber mal sowas in der Luft. Die Tschechen hingegen sahen im Regen von Genf überhaupt kein Land mehr und kamen nicht einmal gefährlich vors gegnerische Tor. Zumindest bis zur 62. Minute wo man glücklicherweise wegen Verletzung in Überzahl war und 2 höchst gefährliche Konter fuhr, von denen einer dann durch Plasil erfolgreich abgeschlossen wurde.
Dies schien dann der endgültige Todesstoß für die Türken gewesen zu sein, bei denen hernach für gut 10 Minuten wieder nix mehr zusammenlief. Wohl nicht wenige Experten (oder diejenigen, die sich dafür halten, wie ich) hatten zu diesem Zeitpunkt dann wohl mit dem Spiel abgeschlossen und sich auf eine ruhige Hupkonzertfreie Nachtruhe gefreut. Doch plötzlich kam dann doch mal ein Angriff durch und plötzlich war der Ball dank Arda drin und die Türken schnupperten wieder Morgenluft, fingen wieder an zu drücken und glaubten plötzlich wieder an ihre Chance.
Und war es in der ersten Halbzeit noch “ausgerechnet” Koller, der den Führungstreffer erzielte, war es dann in der 87. “ausgerechnet” der sonst so großartige Peter Cech der eine hohe Reingabe von aussen nicht richtig festhalten/raushauen konnte, so dass er Nihat genau auf den Fuß tropfte, der dann nur noch vollstrecken musste.
So schien es dann also, dass es tatsächlich zu dem Novum kommen würde, von dem vorher alle sprachen: Die Entscheidung durch Elfmeterschiessen in einem Gruppenspiel. Doch das berühmt-berüchtigte “Momentum” war auf Seiten der Türken, die dann erneut eine Chance von der mittlerweile völlig auseinanderbrechenden Defensive der Tschechen bekamen und dank eines tollen Distanzschusses von Nihat genau unter die Latte das Spiel unfassbarerweise tatsächlich noch drehen konnten.
Aber in dem Spiel war dann immer noch nicht Schluss, denn auch die Tschechen warfen dann nochmal alles nach vorne - und Volkan den Koller um. Es gab Rot und dank der vorherigen Ausschöpfung des Wechselkontingents musste tatsächlich mit Tuncay noch ein Feldspieler rein. Leider, leider schafften es die Tschechen dann aber nicht mehr den Ball vor das Tor der Türken zu bekommen, zumal der eigentlich sehr gute Schiedsrichter das Spiel dann doch relativ früh abpfiff. So bekamen wir dann doch kein Elfmeterschiessen gegen einen Feldspieler im Tor zu sehen. Wäre sicherlich ein toller Abschluss dieses geilen Spiels gewesen.
Und jetzt geh ich mir Ohropax suchen, damit ich bei dem ganzen Gehupe hier in Köln-Kalk wenigstens noch ein bisschen Ruhe vor dem morgigen Österreich-Tag zu finden…

Nach großem Kino gestern war heute Magerkost angesagt - immerhin sehr, sehr gut für meine Tipps…

 

Gruppe D

Schweden - Spanien 1:2 (1:1)

Spaß war heute eher ein Fremdwort. Die Spiele heute zu schauen, war eher eine Pflichtaufgabe für  zwanghafte Fußballergucker, wie mich. Immerhin hab ich die ersten 20 Minuten von SWE-ESP schon mal verpasst, da ich noch Einkaufen war - gut, damit sind mir ein Drittel aller Tore des heutigen Tages zwar entgangen, aber so schön war es ja nun auch wieder nicht (zugegeben, war eine schicke Eckballvariante, die sicherlich so ähnlich einstudiert war - nicht wahr, Herr Löw?!). Auf jeden Fall schien mit dem 1:0 von Torres alles seinen erwarteten Gang zu gehen, zumal die Spanier bis dahin auch ein klein wenig überlegen waren. Doch die folgenden 70 Minuten zeigten dann das, was ich schon in einer der vorangegangenen Kolumnen vermutet hatte: der glanzvolle Sieg der Spanier gegen Russland war weniger den -unbestreitbar vorhandenen- Offensivqualitäten der Spanier zuzuschreiben, sondern vielmehr dem stümperhaften Abwehrverhalten der Russen. Die Schweden traten heute hingegen ähnlich kompakt wie gegen Griechenland auf, wagten aber etwas mehr in der Vorwärtsbewegung - wenngleich man nun wahrlich nicht von einem Offensivfeuerwerk sprechen konnte. Dennoch beschränkten sie sich nicht nur darauf, das Mittelfeld dicht zu halten und die Spanier am Spielen zu hindern, sondern kamen gelegentlich zu durchaus gut gespielten Angriffen und deckten dabei auch, besonders deutlich natürlich vor dem Ausgleich durch (wen wohl?) Ibrahimovic, recht deutlich die Schwächen der spanischen Hintermannschaft auf. Sobald im Mittelfeld mal nicht energisch in den Spielaufbau des Gegners eingegriffen wurde, kam die spanische Abwehrreihe ein ums andere Mal in Verlegenheiten. Dadurch dass aber die Versuche an den Strafraum zu kommen nicht allzu häufig war und die Schweden zudem ein Qualitätsproblem im Sturm haben, war das dieses Mal nicht zu problematisch. Und als dann noch zur Halbzeit Ibrahimovic ausgewechselt wurde (bzw. werden musste) war dann auch eigentlich klar, dass die Spanier nicht verlieren würden. Wer sollte denn auch schon das Tor für die Schweden erzielen? Ein Rosenberg garantiert nicht, denn der schien sich heut ein Fernduell mit Charisteas zu liefern um den Titel des ineffektivsten und harmlosesten Stürmers der Gruppe D. Da fehlte völlig die Anbindung an das schwedische Spiel - und wurde er dann mal angespielt verlor er nahezu jedes Mal binnen Sekunden den Ball an einen spanischen Verteidiger.
Die Spanier, das muss man immerhin zugestehen, versuchten wenigstens auf Sieg zu spielen, besonders deutlich wurde das mit der Hereinnahme von Fabregas und Carloza, die nochmal etwas Bewegung in das zu Beginn der zweiten Hälfte extrem statische und einfallslose spanische Spiel brachten. Wohlgemerkt, wir sprechen hier von einer Steigerung auf ziemlich niedrigem Niveau. Und bis auf vereinzelte gute Angriffe, wo es mal gelang, das schwedische Mauerwerk aufzubrechen, sowie sehr seltene Konter der Schweden, gab es denn auch nicht mehr viel berichtenswertes über dieses Spiel zu sagen, abgesehen von einer Situation in Minute 62, wo Schiedsrichter Vink den nicht gegebenen Elfmeter für die Spanier wohl wieder gutmachen wollte und eine Situation weiterlaufen ließ in der Torhüter Isaakson, wenn auch unbeabsichtigt von einem spanischen Knie ausgeknockt wurde und sich für Torres dadurch eine Einschusschance auf das quasi leere Tor ergab, was er aber nicht nutzen konnte. Hier hätte klar unterbrochen werden müssen, deswegen kann man wohl sagen, dass dies -ein wenig- die Benachteiligung der Spanier in HZ 1 wieder ausgeglichen hat. Jedenfalls war die restliche halbe Stunde dann derart ereignisarm, dass alles auf ein Remis hinausläuft. Doch dann kam die Nachspielzeit, die Schweden waren unerklärlicherweise hinten völlig offen, und wie im Russlandspiel konnten die Spanier einen langen Ball auf rechts schlagen, wo dann Villa wieder seine Schnelligkeit und seine Technik ausspielen konnte, Hansson ziemlich alt aussehen ließ und, etwas glücklich, gegen Isaakson einnetzen konnte.
Schade eigentlich, denn bei einem Remis hätte die Tabellensituation dann der Gruppe wenigstens noch etwas zusätzliche Spannung und Dramatik verlieren. So aber bleibt die Gruppe D weiterhin die egalste Gruppe des Turniers und die Spanier dürfen sich über einen sicheren ersten Platz und auf das Viertelfinale gegen eines der drei nichtorangenen Teams aus Gruppe C freuen.
Die Schweden hingegen blicken nun einem Endspiel mit den Russen entgegen, in dem sie die etwas bessere Ausgangsposition haben, da ihnen auch ein Remis reichen würde.

Griechenland - Russland 0:1 (0:1)

Nehmen wir den positiven Aspekt des Spiels mal zuerst: Nach den Leistungen der Griechen, aber auch der Russen vom ersten Spieltag musste man hier ein furchtbares Spiel erwarten. Immerhin wurde es nur ein schlechtes Spiel, dass aufgrund der Unfähigkeiten beider Abwehrreihen doch zumindest einige größere Torchancen bot. Leider aber sind auch beide Sturmabteilungen qualitativ nicht einer Europameisterschaft würdig, so dass diese dann auch in schöner Regelmäßigkeit kläglich versiebt wurden. Besonders Charisteas tat sich hier hervor, der die Torgefahr einer Eckfahne ausstrahlte. Wenn er in Tornähe an den Ball kam, dann fühlte man sich fast so sicher wie die Gegner des FC Köln, wenn im Strafraum Matthias Scherz den Ball bekommt. Da sich aber auch die Russen nicht gerade als Anwärter auf einen Effektivitätspreis hervortaten brauchte es dann schon einen völlig planlosen Nikopolodis, der auf der Suche nach dem Ball im Strafraum herumirrte, als ob er sich kurz vorher ein Fläschchen Ouzo genehmigt hätte. Dass Zyryanov einnetzen konnte, war dann nur noch Formsache - schließlich stand er ca. 4 Meter vor dem leeren Tor, respektvoll aus der Distanz beobachtet von seinen Gegenspielern. Den Rest des Spiels kann man dann mit einem großen Äh beschreiben - Äh wie in Unfähigkeit.
Eigentlich müsste man nach dem Spiel sagen, dass diese beiden Teams nicht ins Viertelfinale gehören (bei den Griechen ist das ja nun auch schon ausgeschlossen) - blöderweise haben die Schweden bislang auch nicht gerade ein Bewerbungsschreiben aufgesetzt, sondern haben bislang auch vorwiegend durch Passivität, Destruktivität und Harmlosigkeit geglänzt. Man mag sich gar nicht ausmalen wollen, wie es gewesen wäre, wenn Ibrahimovic nicht wieder in die Nationalmannschaft zurückgekehrt wäre… Jedenfalls kommt es jetzt am Mittwoch zum Endspiel zwischen Russen und Schweden um den Einzug ins Viertelfinale - in dem man es dann wiederum mit den übermächtig erscheinenden Niederländern zu tun bekommt. Sollte es, durch irgendeinen dummen Zufall, die russische Mannschaft schaffen, dann wird mit einer so wackeligen Abwehr mit Sicherheit im Viertelfinale Schluss sein. Den Schweden würde ich hingegen noch zutrauen gegen Het Elftaal eine Chance zu haben - wenn sie es diesmal schaffen, die Abwehr bis in die Nachspielzeit hinein kompakt zu halten. Die Niederländer würden sich sicherlich mehr über die Russen als Gegner freuen, denn dort bekommt man sicherlich die Räume, die das eigene Spiel braucht.

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